Forum: Politik
GroKo-Talk bei "Maybrit Illner": Schwesig zweifelt an Merkels Führungsfähigkeiten
ZDF/Svea Pietschmann

Die SPD will "ergebnisoffen" mit der Union über eine mögliche Große Koalition sprechen. Vize-Parteichefin Schwesig sagte nun bei "Maybrit Illner", sie habe Zweifel, ob die Kanzlerin noch die nötige Führungsstärke habe.

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dasfred 08.12.2017, 04:04
1. Gute Führung muss nicht laut sein

Ich rechne es Frau Merkel hoch an, dass sie nicht zu jedem Problemchen vor die nächste Kamera springt und dort lautstark rumseehofert. Leise im Hintergrund abzuwarten, wie sich vieles von selbst in Wohlgefallen auflöst ist eine Fähigkeit, die vielen Politikern fehlt. Wir wissen, Ernst wird es, wenn sie ihr vollstes Vertrauen ausspricht. Das ist die allerletzte Mahnung. Ich sehne mich nicht nach einem Kanzler, der ständig im Mittelpunkt stehen will und dafür auf alles anspringt was ihm vor die Nase gehalten wird. Regieren bedeutet immerwährenden Interessenausgleich und jede öffentliche Parteinahme stößt den unterlegenen Part vor den Kopf. Wozu Krawall Politik führt, sehen wir doch weltweit.

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matbhmx 08.12.2017, 04:11
2. Genau, liebe Frau Schwesig, ...

... nur: Weshalb fällt Ihnen das jetzt auf? Sie haben doch sehr gerne sich am Kabinettstischchen platziert und der holden Kanzlerin gedient. Und: Weshalb sollte die SPD unter dieser Führungslosigkeit in eine GroKo gehen? Damit ein bisschen Führung ins Kabinett kommt? Machen Sie sich doch nicht lächerlich, Frau Schwesig! Schulz & Co. hätten es doch nach Scheitern der Jamaika-Koalition, bei der jeder, der halbwegs Verstand hat, wissen musste, dass das nicht klappen kann, ganz einfach gehabt: Natürlich würde man für eine GroKo zur Verfügung stehen, wenn auch angewidert, aber aus staatstragender Verantwortung, aber auf keinen Fall mit Merkel (weil die nämlich null Führungsqualitäten hat, weil die - außer sich selbst - überhaupt kein Programm hat, sondern ihr Mäntelchen nach dem Winde hängt, Hauptsache, sie kann weiter im Bundeskanzleramt hocken; Merkel würde doch notfalls das CDU-Programm ins kommunistische Manifest wandeln, wenn die Bevölkerungsströmung ihr signalisiert, dass sie, wenn auch keine absolute Mehrheiten, jedenfalls eine relative Mehrheit bekommt). Aber diese Chance, eine GroKo nur ohne Merkel, mit der man den schwarzen Peter, zu dem sich Schulz und seine angebliche Führungstruppe (auch die SPD hat ein Führungsproblem) von Steinmeier - und Merkel - hat machen lassen, der CDU und vor allem Merkel zugeschoben hätte. Spätestens mit dieser verpassten Chance hat den Schulz, den ich nun immer in Schutz genommen habe, seine bedingungslose Unfähigkeit unter Beweis gestellt. Er bleibt Getriebener - und damit statt alpha- allenfalls gamma-Männchen! Wählt ihn bei nächster Gelegenheit ab (ach ja: Schulz und Europa - auch da hat er nix kapiert! Lieber Schulzi, Dein Europa im Sinne "Vereinigter Staaten von Europa" will keiner! Auch in Deutschland nicht! Wenn Du damit in die nächste Wahl gehst, mein lieber, wirst Du Schwierigkeiten haben, die 5-Prozent-Hürde zu nehmen!)!

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wiescheid 08.12.2017, 04:16
3. Söder hat Recht

"Der entscheidende Punkt für die Verluste von Union und SPD war die Flüchtlingspolitik mit allen Facetten."
Zumindest in meinem Fall und dem einiger in meinem Umfeld kann ich da nur zustimmen. Aber vermutlich anders als gemeint, denn meine/unsere Stimme gab es wegen der peinlichen und unmenschlichen Debatte der CSU über die Obergrenze nicht für die CDU, die ja dann der auch der kleinen Schwester zugute gekommen wäre. Aber das christlich hat wohl keine Bedeutung mehr...

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herbert 08.12.2017, 04:26
4. Ausgerechnet die Schwesig muss das sagen !!!

Ich bin kein Merkelfan aber wenn die Schwesig an gigantischer Selbstueberschaetzung leidet indem sie andere niedermacht um selber zu glaenzen, dann zeigt das auf, woran die SPD leidet.

Die Schwesig sollte mal ihren SPD Kaputtladen betrachten und nicht auf andere zeigen.

Durch Zufall ist sie Ministerpraesidentin geworden und allein mit diesem Posten ist sie ueberfordert.

Fazit

Anstatt Merkel anzugehen sollte sie Ihren Schulz troesten.

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stefan.p1 08.12.2017, 05:54
5. Frau Schwesig

sagt nur das, was eigentlich alle wissen aber ,mir nicht erklärlich, sich keiner traut zu sagen. Warum spricht das kein Moderator an, wenn Merkel dabei ist. Merkel ist keine Regierende ,sie ist eine Reagierende-und das schon seit 12Jahren.

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mazzmazz 08.12.2017, 05:57
6. Also wirklich...

Es ist richtig, dass Merkel nicht führt, sondern taktiert und ihr Augenmerk auf Machterhalt liegt, nicht bei der Entwicklung zukunftsfähiger Politik für D.
Aber Frau ich-schicke-mein-Kind-auf-eine-Privatschule-und-mache-einen-auf-Sozial Schwesig ist unglaubwürdig und auch keine Führungskraft.
Ich denke, nun wurde genug gespielt. Wir brauchen nun einen echten Kerl an der Spitze, der D weiterbringt und die Fehler der Vergangenheit in 2 Legislaturperioden korrigieren kann.
Dieser Mann (oder Frau, z.B. von der Leyen) muss somit auch deutlich unter 60 sein und den Rückhalt seiner Partei und breiter Wählerschichten haben.
Leider haben Merkel und Seehofer diese Leute in der Union weggebissen bzw. kurz gehalten.
In der SPD sind aktuell zwar einige jüngere Leute relativ weit oben, sind aber allesamt Windbeutel. Die Arbeitsministerin, die nie gearbeitet hat, ist bezeichnend.
Wir brauchen jemanden, der Brüssel eisenhart in die Schranken weist, die Grenzen für Illegale schließt, ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Modell auf den Weg bringt, das Bildungssystem zentralisiert, die Beamtenschaft um 30% eindampft, die Infrastruktur entwickelt, eine Bürgerversicherung und eine Pauschalrente für alle (also auch beamte und Freiberufler) durchsetzt, Deutschland im Ausland mit dem Blick auf unsere eigenen Wirtschaftsinteressen vertritt, Steueroasen, egal wo, einen gnadenlosen Kampf bis hin zur infrastrukturellen Isolierung ansagt und ein modernes Steuerrecht durchsetzt, das alle in Deutschland Beteiligten fair besteuert. Einen der die Ausgaben des Staates senkt, Rohstoffe durch schlaue Deals im Ausland sichert und, am Ende, das Land zusammenhält.
Menschen mti einem solchen Format, derart dicke Bretter zu bohren, sind, insbes. in Deutschland, extrem selten.
Eher werden sie aus neuen Parteien kommen, in denen sich Wirtschaftsleute engagieren.
Die Diktatur aus Beamten, Juristen und sonstigen Berufspolitikern ohne berufliche Perspektive außerhalb der Politik-Fleischtöpfe muss enden.
Deshalb denke ich muss man sich als mitdenkender Bürger unter 65 durchaus auch damit beschäftigen, mal mehrheitlich LKR, FDP und AfD zu wählen. Sonst ändert sich nie etwas.
Die Zeit der bräsigen DDR-Damen jedenfalls wird als teures Experiment für Deutschland in die Geschichte eingehen. Mal testen, was das Land so aushält.
Die Verhandlungen zur GroKo sind nun der Gipfel der Armseligkeit in der deutschen Politik. Es geht rein um die Fleischtöpfe. Wer das bislang nicht begriffen ahtte, dürfte nun aufwachen.
Neuwahlen wären allein schon deshalb angeraten, um Merkel loszuwerden. Nun aber kippt die SPD um und wird sich dadurch bei der nächsten Wahl in der Bedeutungslosigkeit, vielleicht sogar einstellig, wiederfinden.
Richtig so, denn die Union wird sich mit Merkel und dem untoten Seehofer in Berlin nun auch abwirtschaften.
Es ist traurig für all diejenigen, die das sehen und trotzdem bislang noch hier geblieben sind. Ich fahre noch vor Weihnachten in die Schweiz zu einem Bewerbungsgespräch. Auf mich können Sie, meinen Sie sicherlich, gut verzichten. Auf 1 Mio. Menschen meines Profils jedoch nicht.

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nach-mir-die-springflut 08.12.2017, 05:58
7. Fähnchen im Wind

In meiner abstrakten Sicht sind freier Markt (Kapitalismus) und Planwirtschaft (Sozialismus) Gegenspieler (wie Strecker und Beuger), sie definieren sich über- und durcheinander (wie Tag und Nacht, männlich - weiblich etc.). Das Besondere an diesen Prinzipien ist, dass sie am Endpunkt kippen - und zwar in ihr jeweils Gegenteil. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn der Kapitalismus an seinem Endpunkt (heute) immer mehr planwirtschaftliche und sozialistische Züge annimmt; und: Da die Planwirtschaft nur mit der Diktatur zusammengeht, auch immer mehr diktatorische Züge. So wie der Sozialismus an seinem Ende angelangt war, als die Attribute der Freiheit (freier Markt, freie Presse, Meinungsäußerung., Kunst, Lehre...) die Mauer der Planwirtschaft und seiner Diktatur unterspült hatten. Eine Bürgerversicherung ohne Alternative passt in dieses planwirtschaftliche, diktatorische Prinzip, der so geschaffene Koloss aber droht zu verfetten und zu einem unkontrollierbaren Kostenklumpen heranzuwachsen, der sich durch Ineffizienz auszeichnen wird.

Merkel und Schulz stehen für eine Agenda, die Vereinigten Staaten von Europa, mit eben einem Finanzhaushalt, einer Armee, einer einheitlich geregelten Energieversorgung und einer Währung. Beide Führer der sogenannten Volxparteien aber haben eine Wahlschlappe hinnehmen müssen, wie sie größer nie war, und dennoch bleiben beide auf ihren Posten und vertreten weiterhin die Agenda, für die sie letztlich abgewählt wurden. Als Kontrapunkt zu deren Agenda steht das Europa der Vaterländer, während die nationalen Bewegungen in Europa zunehmen, nicht abnehmen. "Führungsschwäche", wie Schwesig sagt, ist es nicht, es ist eine Frage der Energie und des Rückhalts und der inneren Bindekraft? Es scheint eher, Merkel und Schulz stehen für das Springen auf einen Zug, der längst abgefahren ist, und jetzt müssen sie bis zur Lokomotive vorrennen, um den Lokführer noch zum Anhalten zu bringen. Merkel und Schulz sind daher sehr bestimmt, was die Verfolgung ihrer europäischen Pläne angeht, sie kennen aber zu ihrem Kurs keine Alternative, daher sind sie abseits ihres Kurses ohne noch die entscheidende Menge an Gefolgschaft. Hierin sind Merkel und Schulz austauschbar, weil die Agenda abgelehnt wird. "Europa der Vaterländer" ist eine klare Ansage, hier kommt erst die Salami, dann die Scheibe, bei den Vereinigten Staaten von Europa kamen erst die Scheiben, die nach und nach eine Salami ergeben sollen. Wenn die SPD in eine erneute Groko geht, läuft sie Gefahr, sich in den kommenden Wahlen zu pulverisieren, so auch die CDU. Schulz liefert Führungsstärke schon gar nicht, denn hätte er den Biss, den es braucht, würde er Merkel über die Frage nach der Groko entmachten und den Rücktritt Merkels zur Bedingung machen. Die Globaleliten, deren Vertreter Merkel und Schulz (Ceta-Durchboxer) sind, stehen daher ratlos vor ihren Völkern (um nicht zu sagen "Bevölkerungen" oder denen, die schon länger da [irgendwo] leben).

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rkinfo 08.12.2017, 05:58
8. Bis 2025 eh einheitliche EU-Gesundheitskasse ?

Martin Schulz hat doch schon die Vereinigten Staaten von EU ausgerufen.
Daher MUSS jede Gesundheitsreform eurooäisch sein ;-) Übrigens gilt das dann auch für die Rente und das Rentensystem.
Wahrscheinlich geht das nur, wenn zumindest große Wahlfreiheit für Zusatzversicherungen besteht, die EU-weit verwendbar wären.

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ich-geb-auf 08.12.2017, 06:32
9. Frau Schwesig hat recht!

Zitat "Diese stärkere Führung würde ich mir schon wünschen und da habe ich große Zweifel, ob das eigentlich noch mit Frau Merkel geht."
Merkels Politikstil beschrieb Schwesig mit den Worten "wir gucken mal, wie sich die Dinge entwickeln".

Genau, abwarten, nichts sagen, mal schauen was passiert, dann was dazu sagen was den meisten passt. Aussitzen oder ausmerkeln nennt man das.
Das ist keine starke Politik.


Aber wir wollen auch keine GroKo mehr,...M. Schulz hat das nicht verstanden wenn er sagt, das schlechte Wahlergebnis der SPD läge nicht an der vergangenen GroKo usw...

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