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Hafterleichterung für Deniz Yücel : Jubeln können wir später

Der in Istanbul inhaftierte "Welt"-Journalist Deniz Yücel wird nicht mehr isoliert, sondern darf jetzt mit einem Zellennachbarn reden. Schon ist die Rede von einer "großartigen Nachricht". Das ist zu früh.

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ludwig49 04.12.2017, 17:51
1. Kontakt mit einem anderen Inhaftierten...

...ist nicht unbedingt ein Vorteil. Der unbedeutende Schachzug der türkischen Justiz ist kein Anlass zum Beifall, die fadenscheinige Inhaftierung hat Bestand.

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Prellbock 04.12.2017, 18:00
2.

Wenn es nach mir ginge, könnte er da sitzen bleiben bis er Rentenansprüche in der Türkei erwirbt.
Zum Glück geht es nicht nach mir und deswegen hoffe ich, auch wenn ich ihn und sein Geschreibsel nicht leiden kann, dass es zu einem für ihn guten Ende kommt und er sein Leben in Freiheit verbringen kann.

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Werder 04.12.2017, 18:00
3. So kann man schon mit kleinen Sachen,

dem Heiko große Freude machen ......
""Welch' eine großartige Nachricht!", merkt der Mann eigentlich noch etwas? Wahrscheinlich bildet er sich auch ein, dass die intensiven Bemühungen der Bundesregierung, ihr "starkes Auftreten" und ihre "wirksamen Drohungen" den türkischen Behörden einen gehörigen Schreck eingejagt haben. Man kann als deutscher Bürger nur beten, dass man nie, nie, nie auf die Hilfe seiner eigenen Regierung angewiesen sein wird.

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jjr-62 04.12.2017, 18:09
4.

Ein von der Justiz ausgewählter Gesprächspartner? Da wäre ich vorsichtig.

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Sondron 04.12.2017, 18:14
5. wie ist das nochmals?

der inhaftierte ist türkischer staatsbürger; die türkei ist ein unabhäniger staat; er ist nach den gesetzten eben diesen staates inhaftiert.
nun mag es einem teil der deutschen öffentlichkeit nicht gefallen, dass die türkei mit ihren staatsbürgern so verfährt aber die türkei hat ihre eigenen maßstäbe. es wäre ein vollkommen anderer fall würde ein deutscher staatsbürger
auf die selbe art inhaftiert sein, dann wäre die mediale aufmerksamkeit durchaus gerechtfertigt.
herr yücel wird nach der maßgabe der türkischen gesetzte ein urteil erwarten dürfen. bis dahin gilt es abzuwarten.

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Piantao 04.12.2017, 18:35
6.

Sie erkennen den Hintergrund nicht.
Es geht hier um unsere deutschen Beziehungen zu dem Despoten Erdogan. Yücel ist nur die Marionette. Auf den Prüfstand kommt hier einerseits das unsägliche "Weichei Getue" unserer Politiker in Sachen Erdogan und andererseits die Glaubwürdigkeit aller Institutionen in Sachen Menschenrechte. Man redet immer von einer maximal erlaubten Zeit in U-Haft ohne Anklage. Außerdem ist Herr Yüsel auch deutscher Staatsbürger.

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grumpy53 04.12.2017, 18:41
7. einigermaßen fassungslos

lese ich hier Kommentare, die mehr oder weniger unmenschlich sind. Ob der Mann türkischer Nationalität ist - nebenbei, er hat auch einen deutschen Pass, oder nicht, ist egal. Es gibt keine offizielle Anklage, seine Rechte entsprechen nicht dem, was innereuropäische Maßstäbe sind. Isolationshaft ist Folter. Der türkische Staatspräsident beschuldigt ihn öffentlich mehrfach, was einer Vorverurteilung gleich kommt. Ob ich Yücsels Meinung teile, spielt keine Rolle. Ob er Deutsche kritisiert auch nicht. Das fällt unter freie Meinungsäußerung, sollte ich mich beleidigt fühlen, kann ich ihm ebenso frei widersprechen. Bis er rechtskräftig verurteilt ist, und zwar in einem ordentlichen Verfahren, gilt er als unschuldig. Meine Solidarität gilt allen Journalisten, deren Pressefreiheit mit solchen Methoden behindert wird. Und die in Gefängnissen sitzen, ohne Anklage, ohne ordentlichen Rechtsbeistand und ohne Aussicht auf ein faires, menschenwürdiges Verfahren.

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Werder 04.12.2017, 18:43
8.

Zitat von Sondron
der inhaftierte ist türkischer staatsbürger; die türkei ist ein unabhäniger staat; er ist nach den gesetzten eben diesen staates inhaftiert. nun mag es einem teil der deutschen öffentlichkeit nicht gefallen, dass die türkei mit ihren staatsbürgern so verfährt aber die türkei hat ihre eigenen maßstäbe. es wäre ein vollkommen anderer fall würde ein deutscher staatsbürger auf die selbe art inhaftiert sein, dann wäre die mediale aufmerksamkeit durchaus gerechtfertigt. herr yücel wird nach der maßgabe der türkischen gesetzte ein urteil erwarten dürfen. bis dahin gilt es abzuwarten.
Auch wenn Sie es verdrängt haben; aber Herr Yücel ist ebenfalls im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft. Und gilt eigentlich Ihr "die türkei ist ein unabhäniger staat; er ist nach den gesetzten eben diesen staates inhaftiert. nun mag es einem teil der deutschen öffentlichkeit nicht gefallen, dass die türkei mit ihren staatsbürgern so verfährt aber die türkei hat ihre eigenen maßstäbe...." für alle Staaten, haben wir bei jedem Staat darauf diese schöne Rücksicht zu nehmen ???? Für einige gilt das offenbar nicht: Vorzugsweise, wenn es sich um Russland handelt. Deren "Maßstäbe" werden ganz schnell vom Tisch gewischt, da sollen unsere gelten (wie wir mit viel Geschrei und aufgesetzter Empörung nicht nur einmal kundgetan haben). Sie auch ???

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daldner 04.12.2017, 19:11
9.

Zitat von grumpy53
lese ich hier Kommentare, die mehr oder weniger unmenschlich sind. Ob der Mann türkischer Nationalität ist - nebenbei, er hat auch einen deutschen Pass, oder nicht, ist egal. Es gibt keine offizielle Anklage, seine Rechte entsprechen nicht dem, was innereuropäische Maßstäbe sind. Isolationshaft ist Folter. Der türkische Staatspräsident beschuldigt ihn öffentlich mehrfach, was einer Vorverurteilung gleich kommt. Ob ich Yücsels Meinung teile, spielt keine Rolle. Ob er Deutsche kritisiert auch nicht. Das fällt unter freie Meinungsäußerung, sollte ich mich beleidigt fühlen, kann ich ihm ebenso frei widersprechen. Bis er rechtskräftig verurteilt ist, und zwar in einem ordentlichen Verfahren, gilt er als unschuldig. Meine Solidarität gilt allen Journalisten, deren Pressefreiheit mit solchen Methoden behindert wird. Und die in Gefängnissen sitzen, ohne Anklage, ohne ordentlichen Rechtsbeistand und ohne Aussicht auf ein faires, menschenwürdiges Verfahren.
"Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite" Das nennen Sie Kritik? Ich nenne das Verunglimpfung und Herabwürdigung. Man stelle sich vor, ein AFD-Mitglied hätte so einen Satz in Richtung Türkei geäußert.

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