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Hamburger Pannenprojekt: Ex-Bürgermeister Beust verteidigt Elbphilharmonie
dapd

77 Millionen Euro sollte die umstrittene Elbphilharmonie in Hamburg ursprünglich kosten, inzwischen sind es 575 Millionen Euro - trotzdem würde Ex-Bürgermeister von Beust die Entscheidung für den Bau wieder so treffen. Das Projekt sei "nach wie vor richtig", sagte er vor Untersuchungsausschuss.

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Stillner 14.02.2013, 20:35
10. Der eigentliche Skandal...

ist, dass eine Jahre lang praktizierte Politik des knappen Geldes in Hamburg marode Straßen, überteuerte öffentliche Einrichtungen (Bücherhallen, Schwimmbäder), unterfinanzierte Kultureinrichtungen, eine finanziell vollkommen unterausgestattete Provinzuniversität und einen überteuerten Wohnungsmarkt hinterlassen hat, dem der fehlende Neubau von bezahlbaren Sozialwohnungen anzumerken ist. Für alles das, so hieß es immer, ist "kein Geld da". Aber dann eine halbe Milliarde in der Elbe versenken, noch dazu für einen Protzbunker, der zu großen Teilen von reichen Privatiers bewohnt werden wird, die dann nur mit dem Aufzug in ihr Philharmonieraumschiff fahren müssen, um dort Musik ein wenig feiner zu hören als in den alten Konzerthäusern der Stadt. Sehr wahrscheinlich wird das keiner von diesen feinen Pinkeln hören. Und die nicht so feinen Pinkel werden sich noch nicht einmal die Tickets leisten können. Schließlich ist der Skandal nach dem Skandal, dass noch keiner darüber redet, dass die Stadt Hamburg bis heute keinerlei Ideen dafür entwickelt hat, wie denn der laufende Betrieb dieses neuen Hauses später finanziert werden soll. Ole von Beust, dieser im Auftreten so verbindlich freundliche Mensch, ist der übelste Umverteiler von unten nach oben, den diese Stadt in den vergangenen Jahrzehnten gesehen hat. Da paart sich Unfähigkeit mit Verantwortungslosigkeit.
Es ist merkwürdig, dass sich in Hamburg kein Aufstand gegen solche Prunkbauten und gegen die Sylter Häuser der von Beusts und co. bildet. Aber vielleicht liegt das ja daran, dass die ganze Hafencity ohnehin so liegt, dass man sie mit ein paar Sperren an den Brücken zum Hochsicherheitstrakt umwandeln kann. Das wird, wenn es so weitergeht, bald auch bitter nötig sein.

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GoBenn 14.02.2013, 20:49
11.

Lustig, wenn man sieht, wie sich die CDU-Hamburg im Senat und PUA bereits wieder aufplustert. Schäbig, wenn man sich daran erinnert, dass für Oles Protzbau immer Geld da war, während die Grünen und die CDU die Museen schließen wollten. (Auch Fegebank und Kerstan von den Grünen haben sich da hübsch hervorgetan.) Schade um den Kaispeicher A. War ein hübsches, historisches Gebäude.

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daldner 14.02.2013, 20:50
12. optional

PUAs sind vollkommen ineffektiv und spielen dem Wahlvolk vor, dass man ernsthaft um Aufklärung bemüht ist. Niemand sagt die Wahrheit und am Ende ist man so schlau wie zuvor. Mir fiel auf, dass Herr von Beust aufgedunsen und erschöpft aussah - offenbar bekommt ihm das Fehlen von Rampenlicht nicht.

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wywy 14.02.2013, 21:16
13. ...

So würde er das Haus doch hoffentlich nicht noch einmal bauen lassen. Mindestens auf die völlig überflüssige Hotel- und Apatmentnutzung, die das Haus auf ewig vergiftet, hätte man doch wahrscheinlich verzichtet. Die Philharmonie alleine hätte sicherlich weniger verschlungen.

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hanseat54 14.02.2013, 21:26
14. eine frechheit!

da bleibt einem die spucke weg! was fuer eine verantwortung traegt dieser herr denn? sackt die alimentierung vom hamburger bürger ein und lacht sich einen! rechnen konnte der leider nie! kein normaler buerger wird sich diesen musiktempel fuer randgruppen im upper class segment leisten koennen! amende werden es wohl 700 millionen werden, was haette man damit alles machen koennen? fragen sie mal in wilhelmsburg, muemmelmannsberg oder am osdorfer born nach! fast kein geld fuer soziale zwecke mehr in hamburgs kassen! die philharmonie haette privat finanziert werden muessen - warum schaut keiner ob es entsptechende investoren gibt? was ist mit dem oberhamburger herrn kuehne? was mit herrn otto? was mit den vielen anderen hamburger pfeffersaecken die ihr geld mit dem schweiss ihrer mitarbeiter anhaueften? hat die mal jemand gefragt? es ist eine schande was da passiert ist und der von beust haette einen tritt in den allerwertesten verdient bei entzug aller pensionsansprueche bis hin zur armutsgrenze - erhat versagt auf ganzer linie und dasgeld mehr oder weniger in der elbe versenkt! ein protzbau fuer wenige auf kosten der meisten!

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Wellness 14.02.2013, 21:31
15. Fehl am Platz

Mir wird schlecht, bei verottenen Schulen unterbesetzten Jugendämtern und unterbezahlten Lehrern so eine Begründung zu liefern.

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wywy 14.02.2013, 21:36
16. Ppp

Zum Vergleich bietet sich im übrigen der Neubau der Pariser Philharmonie an. Dort sitzt das Geld ja auch locker und der Entwurf von Jean Nouvel ist sicherlich nicht als einfallslos zu bewerten. Es ist allerdings "nur" eine Philharmonie und kein Hotel. Bisherige Kosten 170 Millionen, geplante Fertigstellung 2014. Mal sehen, wer das Kosten- und Prestigerennen gewinnt....

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kulupp 14.02.2013, 21:38
17. Ich würde wieder so entscheiden?

Wenn das keine geistige und moralische Bankrotterklärung ist, was dann? Unglaublich diese Arroganz; man trage die Verantwortung! Wie denn, wo denn, was denn? Meiner Meinung nach ist es kriminell, wenn man verantwortung und Aufsicht bei einem solchen Projekt trägt und diese nicht wahrnimmt. Wie ist es sonst zu erklären daß hier wie in einem Selbsbedienungsladen 500 Millionen vergeigt werden.

Ob Ole weiß wie 500 Millionen geschrieben werden?

Für mich alles Kriminelle, leider.

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air plane 14.02.2013, 21:43
18. Mein Profil

Zitat von hanseat54
ein protzbau fuer wenige auf kosten der meisten!
Na, irgentwo müssen die Millionärsgattinnen ja zum Schaulaufen hin mit ihren schicken Abendkleidern.
Außerdem denke man an die schönen Postkarten!

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rabula_raser 14.02.2013, 21:51
19. Mit Pickelhaube und Zwirbelbart

Zitat von sysop
77 Millionen Euro sollte die umstrittene Elbphilharmonie in Hamburg ursprünglich kosten, inzwischen sind es 575 Millionen Euro - trotzdem würde Ex-Bürgermeister von Beust die Entscheidung für den Bau wieder so treffen. Das Projekt sei "nach wie vor richtig", sagte er vor Untersuchungsausschuss.
Dass dem politischen Oberhaupt der Hamburger Protz-, Pomp- und Gloriaelite von Nienstedten, Blankenese und den Walddörfern die Errichtung der Großhamburger Besitzstandspyramide als absolut alternativlos und der Gesetzmässigkeit der geschichtlichen Entwicklung zwingend folgend erscheint, ist völlig logisch.

Es ist dieses immer wiederkehrende Phänomen des narzistisch-schizoiden Größenwahns, dem deutsche Besitzstandselit'arier' schon immer anheim gefallen sind, wenn sie in der 3. oder 4. Generation nach dem Untergang der vorhergehenden Herrenmenschenelite selbst den Boden unter den Füßen verloren haben.

Ein Blick nach Berlin genügt, um sich im Umfeld dieses Herren Beust von dem neu heraufziehenden Elite- und Exzellenzeliteadel zu überzeugen, in dem eine neue Bildungsministerin mit der gleichen Elitephilosophie ihr Amt antritt, mit der die Propagandisten und Herolde der Napolabildungskonzeption den letzten Untergang der deutschen Bevölkerung systemisch und strategisch vorbereiteten und in dem eine "Kanzlerin" reüssiert, die immer häufiger von sich im pluralis majestatis zu sprechen pflegt und im real-existierenden Besitzstandsfeudalismus des Neuen Deutschlands die fundamentalistische und totalitaristiche Spaltung der Bevölkerung in eine Neuen Herrschaftskaste und eine Neue Untermenschenmasse betreibt.

Und die neuen Untermenschen werden jene sein, die sich an den Pforten der Großhamburger Philharmopyramide ihre Nasen genau so platt drücken, wie einst die Ossis an der virtuellen Schaufensterscheibe, die den Osten vom Westen Berlins getrennt hatte.

Ein zynischer Witz. Die Eingliederung der Ostzone in die Bonner Bundesrepublik als Voraussetzung für eine neue, ganz alte Spaltung der Menschen in "Ober" und "Unter". Ein zynischer, ein sarkastischer Witz, den die dumpfen, thumben und dumpfbackig-faschistoiden des neuen Untertanen in diesem Neuen Deutschland für einen Witz über "die anderen", über "die Wende-, Reform- und Modernisierungsverlierer" halten und nicht raffen, dass sie selbst die neuen Untermenschen sind.

Dumm gelaufen, gell?

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