Forum: Politik
Interaktive Karte: Fünf Wahrheiten über die Briten-Wahl
AFP

Was für ein Wahltag in Großbritannien: Die Tories triumphieren, dabei war es in vielen Kreisen sehr eng. Wo nur 41 Stimmen den Sieg brachten, warum die Meinungsforscher an den Briten verzweifeln - und fast ganz England blau ist.

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benny_na_lievo 08.05.2015, 20:02
1.

Hat einmal jemand darüber nachgedacht, dass Wahlen auch in dafür unverdächtigen Ländern manipuliert werden können? Und zwar nicht unbedingt von oben gesteuert, sondern durch ehrenamtliche Wahlhelfer? Ohne hier in Paranoia verfallen zu wollen: Was mir hier in Deutschland dazu zu Ohren gekommen ist, stimmt mich jedenfalls nicht gerade vertrauensvoll.

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Betrayer 08.05.2015, 20:16
2. Brexit

Warum regen sich viele über einen möglichen Brexit auf? Ich kenne die negativen Folgen für die EU, dennoch kann man niemanden zwingen freiwillig in einer Gemeinschaft zu verbleiben, wenn er unbedingt dieser fernbleiben möchte. Sollen die Engländer doch abstimmen, es wäre immerhin ein demokratischer Wahlvorgang, der den Grundprinzipien der westlichen Welt entspricht: Volk wählt, Regierung setzt Wünsche des Volkes politisch um.

Ganz persönlich bin ich es leid, dass Europa diese ganzen Zweifler (Griechenland, UK etc..) unbedingt in der EU halten möchte, effizienter wäre es, man erschaffe eine EU mit wirklich willigen Staaten, nicht solche passiven Teilnehmer, welche kein wirkliches Interesse an einer europäischen Kooperation zeigen.

Wie lange soll sich Europa noch ausnutzen lassen? Griecheland und die UK bedienen sich zu deren Vorteil, sind aber kaum dazu bereit, aktiv für die europäische Gemeinschaft zu handeln. Eine Gemeinschaft ist kein Solo.

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Pandora0611 08.05.2015, 20:43
3. UK hat gewählt

Und sie hat die Tories mit absoluter Mehrheit gewählt.
Das ist ein guter Tag für England.

Jetzt gibt es 2017 ein Referendum über den Verbleib in der EU. Das ist gelebte Demokratie.
In Deutschland ist so etwas nicht möglich, hier sind Volksabstimmungen gesetzlich verboten.
Uns wurde auch der Euro aufoktroyiert.

Die EU in seiner heutigen Form ist ein Monster.
Zu Zeiten der EWG was sie noch überschaubar.

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Allezy 08.05.2015, 20:46
4. Es gibt eine viel einfachere Erklärung für

das gute Abschneiden der Tories/Cameron.
A la Deutschland verliert der Juniorpartner in einer Koalition idR massiv.
A la Deutschland wählen die Leute in Zeiten eines Aufschwungs idR die Regierungspartei und ihren Chef oder dessen Nachfolger- wenn jener nicht zu lange auf seinem Posten verharrte (Kohl), fehlgeleiteten missionarischen Eifer an den Tag legte (Blair/Brown) oder zu peinlich wurde (Clinton).

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tvinnefossen 08.05.2015, 20:57
5. Ja, und?

Der Spiegel schreibt zum Thema SNP und deren nun 56 Sitze im Unterhaus:

"Sie hat nur 4,7 Prozent der Gesamtstimmen in Großbritannien erhalten"

Was will man uns damit sagen?

Ich bin der Auffassung, daß die SNP es auf 56 Sitze gebracht hat, weil man 56 Wahlkreise für sich gewonnen hat! Wollen wir uns jetzt über Demokrartie streiten? À la "Mein Wahlsystem ist besser als Deins!"?


Die in der gesamten Presse zu lesende Anspielung auf die "nur" 4,7 % läßt unterschellig den Glauben an eine Überlegenheit "unseres" Wahlsystems mitschwingen.

Gerade für föderativ verfasste Gemeinwesen, finde ich ein Parlament nur aus Direktmandaten nicht das schlechteste - das stärkt die Regionen und beläßt den Kandidaten wirklich in der Nähe der Auswirkungen seines späteren politischen Handelns. Und wenn man das nicht so schlecht findet, könnte man auch formulieren, daß die SNP 8,6 Prozent aller britischen Wahlkreise gewonnen hat, also 56 Wahlkreise. Wenn man ganz korrekt sein möchte könnte man auch schreiben, daß die SNP 96,5 % aller schottischen Wahlkreise gewonnen hat und deshalb in die gemeinsame Kammer der Teilnehmer der Föderation namens UK 56 Abgeordnete entsenden darf....

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musca 08.05.2015, 21:14
6. Das Referendum über die EU wird jetzt interessant.

Cameron hat das mehrfach versprochen, wird er wiedergewählt und bleibt er britischer Premier, wird es unter ihm eine britische Volksabstimmung darüber geben ob Großbritannien weiter in der EU bleibt oder aus der EU austritt.

Cameron ist nun wiedergewählt und bleibt der Regierungchef des Vereinigten Königreichs.

Das EU Referendum der Briten muss daher wohl auch im Zuge auf das jetzige Wahlergebniss in Großbritannien dann 2017 schliesslich auch kommen.

Brüssel wird das kaum gefallen - allerdings kann eine Volksabstimmung der Briten, ob sie nun in der EU drin bleiben wollen oder doch austreten wollen den Briten auch niemand verbieten. ( Brüssel schon gar nicht).

Wird spannend werden die nächsten Jahre, Verhältniss Großbritannien - Brüssel.

Falls 2017 eine Volksabstimmung der Briten kommt- ist das Ergebnis so einer Volksabstimmung dann auf jeden Fall zu akzeptieren.

Auch falls es bedeuten würde, das UK aus der europäischen Union austritt.

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wizzard74 08.05.2015, 21:18
7. Ah ja...

Zitat von Allezy
das gute Abschneiden der Tories/Cameron. A la Deutschland verliert der Juniorpartner in einer Koalition idR massiv. A la Deutschland wählen die Leute in Zeiten eines Aufschwungs idR die Regierungspartei und ihren Chef oder dessen Nachfolger- wenn jener nicht zu lange auf seinem Posten verharrte (Kohl), fehlgeleiteten missionarischen Eifer an den Tag legte (Blair/Brown) oder zu peinlich wurde (Clinton).
Clinton hat zwei Amtsperioden ausgefüllt. Wie oft hat er sich danach wohl noch zur Wahl gestellt, um wegen Peinlichkeit nicht mehr gewählt zu werden?

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93160 08.05.2015, 21:28
8. verstehe ich nicht

Einmal wird SNP als Nationalisten beschrieben, dann als linksliberal im gleichen Artikel.
Nur der Autor wird wissen, warum.
Im uebrigen, es sind Wahlen in GB, die kein anderes Volk zu interessieren hat.

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fatfrank 08.05.2015, 21:30
9. Fehler &

"Das benachbarte "Halifax" konnte Labour wiederum halten: Hier siegten die Tories mit einem Plus an 428 Stimmen."

Im Übrigen kann man die "Erdrutschartigen" Gewinne und Verluste bei beinahe jeder Wahl in UK seit jeher mit dem Unterschied zwischen Verhältniswahlrecht (in Dtl.) und Mehrheitswahlrecht (in UK) erklären. Dazu bedarf es keiner größeren Analyse, wenn die Meinungsforschungsinstitute nicht bloß die Leute befragten, wen sie wählen würden und daraus einfache Prozente ableiteten, sondern auch WO die Leute wählen gehen - um dann die einfache Frage klären zu können, welcher Wahlkreis wohl an diese oder jene Partei fallen wird (um dann einfach die Sitze zu addieren). Aber das wäre vermutlich nur ein Absatz gewesen und hätte für einen "spannenden" Online-Artikel nicht gereicht.

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