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Junckers Vision für die EU: Macht Europa das mit?
REUTERS

Der EU geht es erstaunlich gut, und Jean-Claude Juncker will das nutzen: In Rede zur Lage der Union schlägt der Kommissionspräsident vor, das Bündnis demokratischer und handlungsfähiger zu machen. Kann er diese Ideen durchsetzen?

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leopold.schuller 13.09.2017, 14:31
1. Steilvorlage für die AfD

Nicht dass ich etwa gar für die AfD bin (Gott bewahre), aber diese Rede von Juncker ist geradezu eine Steilvorlage für die AfD und andere EU-kritische Parteien. Die CDU und auch die SPD müssen sich davon rasch distanzieren, sonst verlieren sie noch auf den letzten Metern vor der Wahl erheblich an Wählern!

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goethestrasse 13.09.2017, 14:32
2. Nein !

Mein Bedarf an Visionen der Politiker ist gedeckt. Volksreden und am Ende werden alle Worte gebrochen und schuuld haben die Bürger, die es von Anfang an falsch verstanden haben. Ich will kein neues Maastricht, Dublin oder Vergesellschaftung der Schulden .

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fm2004 13.09.2017, 14:44
3. Träum weiter, Juncker!

das sind alles nette Ideen, die sich aktuell nicht umsetzen lassen. Der Wind weht eher in eine andere Richtung. Die EU muss zunächst einmal konsolidiert werden. Maßnahmen gegen Polen und Ungarn bleiben wahrscheinlich ohne Erfolg. Die Entscheidung des EUGH spricht nicht grundsätzlich für ein Mehrheitsprinzip anstalle des bisherigen Einheitsprinzips. Die Bürger vertrauen der EU nicht. Einige Nationen tun das auch nicht. Und die sollen bereit sein, weitere Kompetenzen an die EU abzugeben. Länder, die sich das nicht leisten können und das auch wissen, sollen gegen ihren Willen den Euro einführen. Nichts davon ließe sich durchsetzen.

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schwaebischehausfrau 13.09.2017, 14:45
4. Galoppierender Realitätsverlust..

Juncker gleicht einem Arzt, dessen Medizin den Patienten bereits krank gemacht hat und der jetzt aus Trotz die Dosis verdoppeln will. Der Euro (bei dem übrigens auch das EU-Mitglied Schweden nicht mitmacht) ist längst gescheitert und wird nur noch künstlich am Leben erhalten durch "Negativzinsen" und die Übernahme der Staatsschulden veler überschuldeter Schulden durch die EZB mit ihren Anleihenkäufen (weil man diesen Staaten mit der Einführung des Euro das Instrument der Abwertung ihrer eigenen Inflations-Währungen genommen hat). Und ja, es gibt natürlich einige Staaten, die "mehr Europa" fordern. Darunter verstehen die aber ausschließlich die Möglichkeit, ihre Schulden elegant anderen EU-Staaten an die Backe nageln zu können. So wie Italien das mit der geforderten "Vollendung der Banken-Union" schon seit Jahren versucht, um die gigantischen Schulden seiner maroden Banken loszuwerden. Nationale Souveränität abzugeben sind diese Länder NULL bereit. Das zeigt sich doch schon jedes Mal darin, dass sie die gerade erst zugesagten Stabilitätskriterien schon brechen und für nicht bindend ansehen, sobald sie abgeschlossen sind. Diese EU befindet sich de facto schon im letzten Stadium ihrer Existenz. Das zeigt der Austritt von GB und die Spannungen zwischen den übrigggebliebenen Mitgliedern.

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alf58 13.09.2017, 14:45
5. Katastrophale Ideen zur "Verbesserung" der EU

Man sollte die Zuständigkeiten lieber wieder mehr den Nationalstaaten zuweisen, anstatt einen "Superstaat" wie die ehemalige UDSSR zu schaffen. Die EU sollte sich auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa konzentrieren.

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maipiu 13.09.2017, 14:49
6. Leider nicht glaubwürdig

Ein paar gute Ideen sind schon dabei. Aber wer soll ausgerechnet Juncker abnehmen, dass er für Steuergerechtigkeit kämpfen will, wo doch sein Ländchen so eine Steueroase ist oder zumindest war. Und der Fall Griechenland hat gezeigt, wo es hin führt, wenn finanziell schwache Länder den Euro einführen.
Schade, ich fürchte, Herr Schuller hat Recht mit seiner Steilvorlage.

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irobot 13.09.2017, 14:50
7.

Also das mit dem Euro vergessen wir mal ganz schnell. Wenn überhaupt, dann einen Nord- und einen Südeuro. Ansonsten finde ich die Ideen ganz gut. Das Einstimmigkeitsprinzip sollte allerdings komplett weg.

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ingofischer 13.09.2017, 14:54
8. Schöne Vision zur vollkommen falschen Zeit

Eine wahrhaft schöne Vision aus einer Zeit vor den Krisen, aber eben auch zu schön um wahr zu sein. So etwas in einer Zeit von sich zu geben, wo das wirtschaftliche starke GB aus der EU austritt, uns die griechischen Staatsfinanzen um die Ohren fliegen, die Flüchtlingskrise Europa gespalten und ein großen Teil der Bevölkerung verunsichert hat, Nationalisten in vielen Ländern hohe Zustimmungswerte erhalten und die Problematik der unterschiedlichen nationalen Interessen und Gegebenheiten offenkundig wird, ist wahrlich sehr sehr mutig. Entweder lebt Herr Juncker wirklich in einer anderen Realität oder aber es ist ein verzweifelter Gegenangriff unter dem Motto Jetzt erst recht, nachdem man das Projekt Vereinigtes Europa langsam den Bach runter gehen sieht.

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karlo1952 13.09.2017, 14:54
9. Öl ins Feuer der AfD

anders kann man einige Themen von JCJ nicht sehen. Als ob wir mit dem bisherigen Ostzuwachs nicht schon genug Probleme hätten (siehe die aktuellen Themen), will Junker hier offensichtlich noch mehr Zoff. Da eine Erweiterung im Grunde nur noch Richtung Osten möglich ist, ist dies vorprogrammiert.
Auch mit der Gemeinschaftswährung reichen offensichtlich die bisherigen Erfahrungen mit Griechenland etc. noch nicht. Gott lob sieht er das erst langfristig. Zunächst bleibt doch die vordergründige Aufgabe die bisherigen Mitglieder auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Darüber hinaus braucht es in absehbarer Zeit keine neuen Baustellen.

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