Forum: Politik
Kampf um Vorherrschaft: Irans gefährlicher Siegeszug
DPA

Die iranische Führung knüpft geschickt neue Bündnisse, stärkt ausländische Milizen - und setzt aggressiv ihre Interessen durch. Die Regionalmacht destabilisiert den gesamten Nahen Osten.

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RalfHenrichs 08.11.2017, 20:14
1. Richtig: der Irak destabilisiert den Nahen Osten

Richtig aber auch: Russland destabilisiert den Nahen Osten, Syrien destabilisiert den Nahen Osten, die USA destabilisieren den Nahen Osten, die Türkei destabilisiert den Nahen Osten, Saudi-Arabien destabisiert den Nahen Osten, Deutschland destabilisiert den Nahen Osten. Habe ich jemand vergessen? Wahrscheinlich.

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j.cotton 08.11.2017, 20:18
2. Sie macht also das...

...was praktisch jede andere Macht, zumindest im nahen Osten, auch macht.

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GustavN 08.11.2017, 20:20
3.

Man braucht jetzt auch nicht so tun, als ob der Iran der einzige destabilisiernde Faktor der Region ist. Da gibt es noch Saudi-Arabien, die USA, die EU und Russland sowie im weiten Sinne sogar China.

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thormueller 08.11.2017, 20:26
4. Überaus erstaunliche Worte

Interessant an diesem Artikel ist, dass mit jedem Spiegelpunkt deutlicher wird, dass der Tölpel, der aktuell das Weisse Haus in Washington besetzt wohl tatsächlich Recht hat. Der Iran ist eine ernsthafte und stetig wachsende Bedrohung. Für seine Nachbarn, für Sunniten, für Juden, für den Staat Israel und leider auch für uns.

Weil die Worte aber aus dem Mund eines Cosmoproleten stammen und der Amerikaner sowieso ein einfältiges und böses Naturell mit sich herumträgt, kaufen wir uns lieber eine TAZ und schwärmen von Döner Kebap am Strand von Wangerooge bei Sonnenuntergang.

Das Idyll lassen wir uns von einem Donald Trump nicht kaputtmachen.

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whitewisent 08.11.2017, 20:27
5.

Klar, der Iran ist die Gefahr. Welcher Journalist kommt angesichts der Ereignisse der letzten 20 Jahre immer noch zu diesem Ergebnis? Bis auf die Hisbollah sind derzeit alle terroristischen Strukturen streng sunnitisch eingestellt, und werden von Saudi-Arabien und den Emiraten gestützt. Wie Gestern Abend im ZDF zu erfahren war, gehen 5% der saudischen Öleinnahmen in die weltweite Förderung des Wahabismus, der uns in Deutschland die Salafistenbewegung bescherrt. Aber der Iran ist der destabilisierende Faktor?

Welcher andere Staat in Nahost hat seit fast 40 Jahren eine solche innenpolitische Kontinuität? Und nur am Rande, man kann den Klerus im Iran kritisieren, aber es ist ein demokratischer Staat, mit einen frei gewählten Präsidenten und Parlament an der Spitze, nicht einem König oder Emir.

Frieden in Syrien, Libanon und dem Irak kann es ohne den Iran nicht geben, da der nunmal einer der beiden stärksten Staaten vor Ort ist. Vieleicht einfach nochmal die Alternativen durchzählen? Türkei, Ägypten, Algerien, Marokko, Saudi Arabien, Pakistan - welcher andere Nah-Ost-Staat wäre denn Herr Kazims Meinung nach der bessere Stabilisator? Im Libanon bricht gerade die nächste Zivilgesellschaft vom Westen allein gelassen zusammen und die Radikalisierung ist absehbar. Und die trumpsche USA ist nicht wirklich Willens und in der Lage einzugreifen, die haben genug damit zu tun, Israel und Katar zu schützen.

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lupenreinerdemokrat 08.11.2017, 20:28
6.

Na, da wollen wir doch mal keine Nebelkerzen werfen und ganz unter den Teppich kehren, wer sich bislang am meisten hervortut, wenn es um die Destabilisierung des Nahen und Fernen Ostens geht, nicht wahr?
Angefangen mit Mossadeq, man könnte es als das Grundübel des Hasses der islamischen Welt auf die USA und GB nennen, weiter zur Dämonisierung des Iran nach der Machtergreifung des Ayatollah, weiter über die Unterstützung islamistischer Terroristen (inklusive Osama Bin Ladens) in Afghanisten zur Unterstützung Saddam Husseins im Krieg gegen den Iran, weiter zur Vernichtung des irakischen Staates, Unterstützung islamistischer Terroristen in Syrien und Libyen bis hin zur Unterstützung Saudi-Arabiens beim Bombardieren des Jemen - die Liste ist noch lange nicht zu Ende und schier unerschöpflich, wo man die USA und GB als Destabilierer des Nahen Ostens nennen muss. Nun wird sogar noch demnächst in Myanmar kräftig destabilisiert, wiederum mit Hilfe islamistischer "Rebellen", die bereits in Saudi-Arabien für ihre zukünftige "Mission" in Myanmar ausgebildet und ausgerüstet werden.

Nur ein geistig umnachteter Transatlantiker würde behaupten, der Iran würde maßgeblich den Nahen Osten destabilisieren.

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BoMbY 08.11.2017, 20:31
7. Lächerlich.

Wenn jemand den nahen Osten destabilisiert sind das die USA, Israel und Saudi Arabien.

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ulmer_optimist 08.11.2017, 20:32
8. Witzig...

Erst marschieren die Amerikaner in weite Teile des nahen Ostens ein und destabilisieren die Regierungen, die dort vorhanden sind. Dann beklagt man sich, dass der Iran schuld sei. Ich habe mittlerweile deutlich weniger Angst vor Destabilisierung durch den Iran als durch das, was in den USA passiert. Komisch, oder?

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bibabuzelmann 08.11.2017, 20:32
9. Wer ist nochmal mit dem Militär in den Irak einmarschiert ...

... und hat dort die Demokratie gebracht?

Mit etwas Hintergrundwissen hätte man vorhersehen können, dass die Schiiten, die die Bevölkerungsmehrheit im Irak stellen, demokratische Wahlen gewinnen werden und dann selbstverständlich beste Beziehungen zu den Glaubensbrüdern im Nachbarland pflegen werden.

Jetzt wundert man sich darüber ... worüber ich mich wundere.

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