Forum: Politik
Kanzlerin in der "Wahlarena": Durchgemerkelt
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Bürger trifft Kanzlerin: Vor vier Jahren kam Angela Merkel in der "Wahlarena" ins Schlingern. Wie lief es bei der Neuauflage der TV-Sprechstunde?

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Meckerameise 12.09.2017, 01:36
1.

Eine Sache stimmt schon: die Deutschen scheinen langsam ihre Sprache zu vergessen. Wer ist denn bitteschön hierzulande auf die dämliche Idee gekommen, sowas ein "Townhall-Meeting" zu nennen? Gibt die deutsche Sprache nichts entsprechendes mehr her wie Bürgerdialog oder Bürgerstunde wie es etwas weiter oben schon steht? Nach Townhall sieht das Fernsehstudio jedenfalls nicht aus.
Und ja, es ist schon recht schwach, wenn man kein Konzept vorlegen kann, wie man der AfD begegnet und stattdessen ausweicht. Eigentlich schlimmer als schwach, diesem Mann zu sagen wie "halten Sie durch" und "so jemand wie Sie kann das schon wegstecken". Schon wieder jemand mit Sorgen und Merkel ignoriert das.
Das war zu Beginn von Pegida und der AfD aber auch ähnlich: jeder, der sich in einer dieser Ecken wiederfand wurde pauschal ignoriert. Als die Töne dort noch ansatzweise einen gewissen Inhalt hatten, wurden jegliche Diskussionen pauschal abgelehnt und haben Mitläufer nur umso mehr bestärkt. Aus Böhmermanns "BE DEUTSCH!" fehlt der Part, wo man denen aufhilft, die von der Bahn abgekommen sind. Wenn keiner mehr mit einem reden will, dann darf man sich zurecht abgehängt fühlen. Die AfD konstruiert aber mittlerweile überall die Opferrolle, selbst, wo sie Täter sind. An der Radikalisierung ist die derzeitige Politik definitiv nicht unschuldig.

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nite_fly 12.09.2017, 02:32
2. Naja, ich bin jetzt nicht gerade ein Merkel-Fan...

Aber sie hat sich in meinen Augen da ganz gut gehalten!
Auf so eine Fragerunde kann man sich eigentlich nicht wirklich gut vorbereiten, wenn man die Fragen nicht schon vorher kennt...
Dafür waren ihre Antworten durchaus ehrlich. Auf Fragen, was Tierversuche anbelangt, wäre ich an ihrer Stelle auch sicherlich nicht vorbereitet gewesen. Und die Frage der Tris-21-Behinderten war sie sicherlich auch nicht gefasst...
Trotz allem hat sie souverän agiert.
Doch das ist momentan das Problem:
Sowohl Merkel, als auch Schulz geben sich da derzeit kaum Blößen!
Beide agieren sehr souverän!
Ich persönlich sehe mein Heil darin, dass ich der einen großen Partei mein Mandat gebe, und die zweite Stimme dafür nutze, einen Partner mit ins Boot zu holen.
Viel interessanter war da das "Hart aber Herzlich" hinterher!
Mein Kompliment wieder mal an Plasberg!!
Er hat da wie keiner (keine) das Geschehen im Griff, und verhindert peinliche Momente souverän! Alleine das macht diese Sendung sehenswert! (Ich bin noch jung genug, um Ihr 'Aber' nicht zu vergessen :-)) )...
Hier wird durchaus auch kontrovers diskutiert, aber man merkt sehr wohl, dass hier ein Moderator anwesend ist, der das Ganze im Griff hat! Der steht dann auch von seinem Stuhl auf und wendet sich gezielt mal einem der Teilnehmer zu, und bringt damit Ruhe in den Karton, und auch einen gewissen Unterhaltungsfaktor in das ansonsten Bier-ernste Thema...
Anders bei anderen Talk-Shows, wo den Moderatoren das Geschehen oftmals vollkommen außer Kontrolle gerät, und denen dann, außer verbitterten Blicken, und einem verzweifelten 'dazwischenquatschen' kaum noch eine Reaktion zu entlocken ist!

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Teddi 12.09.2017, 03:00
3. Das Angebot ist nur mittelmäßig

Was auch alle anderen Kandidaten vorgeben zu planen, so gestaltet sich erstens das Durchführen dessen hinterher als komplizierter und umständlicher als man es sich im Wahlkampf vorgemacht hat. Das geht nicht nur Frau Merkel so. Und wenn mal ein Versprechen nicht gehalten wurde, ist das oft auch nicht, weil man sich selber anders entschieden hat, sondern weil der Druck und Wille anderer Mit-Entscheider zu groß war und man musste nachgeben. Das würde und könnte auch Herrn Schulz passieren im Falle eines Falles. Die Vorteile, die Frau Merkel anscheinend mit sich bringt, sind: Auch wenn sie sich nicht zu leidenschaftlichen Vorträgen mit Geschrei und Beschimpfungen auf politische Gegner hinreißen lassen mag, bringt sie gerade durch ihr ruhiges Verhalten ein Gefühl der Stärke und Sicherheit in die Runde. Das ist außenpolitisch ebenfalls von Vorteil, denn obwohl wir sehr gern dem Kerkermeister Erdo mal ordentlich die Meinung blasen würden, brächte das nur weitere Probleme, genau da ist ruhiges Verhalten besser. Man vergleiche das Verhältnis Donald/Kim. Da bekommen die Menschen inzwischen schon Angst. Würden wir so einen Schwachkopf unser Vertrauen schenken? Wohl eher nicht. Letztlich weiß man heutzutage aus Erfahrung wie die Staatskutsche Deutschland mit Merkel an den Zügeln läuft, und ob uns das neue Lied eines anderen Postillions gefallen würde, da sind wir bei dem mittelmäßigen Angebot im diesjährigen Wahlgang nicht so sicher. Man ist nicht so ganz zufrieden mit Mutti, aber man kann sich relativ sicher bei ihr fühlen, und wer weiß, flackert noch das Flämmchen Hoffnung, vielleicht hört sie uns ja auch nochmal zu und ändert den Kurs ein wenig, wo wir es uns wünschen. So ähnlich jedenfalls interpretiere ich die gegenwärtige Stimmung im Lande. Nun wird es auf meine Meinung sicher auch laute Proteste geben, ist doch normal, und ich finde das völlig in Ordnung, denn die Demokratie nährt sich ja an der Vielfalt der Meinungen.

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goat777 12.09.2017, 05:09
4. Traurig!

Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die Medien komplett versagen. Natürlich hat der Typ aus Apolda ein Problem. Vielleicht würden aber weniger Leute mit ähnlich erschreckenden Ansichten herumlaufen, wenn die Politik endlich ehrlich wäre. Es ist also Merkels stärkster Moment wenn sie totalen Blödsinn labert? Natürlich haben wir weniger wegen der Flüchtlinge. Aber das ist auch kein Problem, da wir aus Humanitären Gründen helfen. In Zeiten in denen man zusammenrückt muss eben jeder Opfer bringen und es hilft nicht, wenn die Politik behauptet die Flüchtlinge lösen all unsere Probleme. Verständlich, dass sich die Leute da verarscht fühlen. Die Medien sollten endlich den Finger in die Wunde legen und nicht nur bei diesem Thema sondern auch bei der Bildung, etc. alles was die Politiker behaupten kritisch hinterfragen und analysieren. Sonst brauchen wir die Medien nicht mehr und es genügt Merkels Pressesprecher zu hören.

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rallerollo 12.09.2017, 06:48
5. Erlesenes Puplikum

Die Kanzlerin konnte auch nicht wirklich ins Schlingern geraten. Der aufmerksame Zuseher hat schon mitbekommen, das nicht wirklich ernste Fragen gestellt wurden. So wie sie geantwortet hat schien es schon klar das die meisten Fragen vorher abgestimmt wurden. Zu nichts hat sie wirklich klare Kante gezeigt, immer nur Drumherum wurschteln.

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observerlbg 12.09.2017, 06:59
6. Watt wollt ihr?

Ist doch voll souverän. Zumindest nicht trotzig wie seinerzeit Schröder und Kohl. Nein, ich hatte keinerlei Erwartungen. Überraschungen sind in so einer Situation nicht zu erwarten. Mein Wunsch ist, Frau Merkel würde sich direkt den Fragen von Gauland, Weidel, Wagenknecht, Bartsch und Lindner stellen (nein, die Grünen habe ich nicht vergessen, sondern bewusst ignoriert). Den Gesellschaftstanz mit Schulz (par de deux) brauchen wir kein zweites Mal.

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Franke aus Hamburg 12.09.2017, 07:18
7. Mag sein,

dass Merkel die Fragen nicht kannte. Aber klar war, wer Fragen stellen durfte. Zum Beispiel das Kind mit dem Down-Syndrom und die "Dame mit der bunten Bluse". Nach der Sendung konnte man in den Tagesthemen sehen, dass die ARD bereits im Vorfeld der Fragestunde mit dem Mädchen und der Dame ein Interview führte. Von wegen, in der Show werden Fragesteller zufällig ausgewählt. Es viel mir ohnehin auf, wie eloquent und sprachlich gewandt selbst die 18jährigen Fragensteller auftraten. Und dann war da noch der Ungar, der Rechtsanwalt ist. Alles in allem hat sich Merkel gut geschlagen. Dass sie auf die Down-Syndrom-Frage keine echte Antwort wusste, war zu erwarten. Aber dennoch bleibt der Verdacht, dass die Fragesteller im Vorfeld gebrieft, zumindest ausgeguckt wurden.

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patricka1 12.09.2017, 07:28
8. Mut

Also die Bürger haben schon eine ziemliche Breite abgefragt. Natürlich können nicht alle Themen drankommen. Es zeigt aber auch, z.B. Beim Thema Digitalisierung (Merkel hat dies im Übrigen zumindest beim Thema Schule angesprochen), dass dieses Thema zwar wichtig ist, aber nicht so wichtig, dass die Leute es zu einem Fragethema gemacht haben. Im Übrigen fand ich es teilweise schon schwach, dass viele Leute ihre eigenen Probleme thematisiert hatten ( Beispiel Milchbauer: Eine Quote zu fordern, damit der eigene Gewinn hoch bleibt: Fragwürdig! Umgekehrt hört man übrigens nie, wenn die Leute satte Gewinne einfahren, dass sie dem Steuerzahler, der sie ansonsten unterstützt etwas zurückgeben).
Natürlich kann Merkel es nicht allen Leuten recht machen. Das ist ja auch nicht das Ziel allen alles zu versprechen. Das wird Schulz auch nicht können.
Am Ende hat mich doch beeindruckt in wie vielen Themen Merkel dann doch auch sachkundig war und eben auch den Mut hatte, z.B. Tierschutz zu sagen, dass sie sich eben nicht somgut auskennt.

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echoanswer 12.09.2017, 07:31
9. Es war ...

einmal mehr eine Show. Abgekartet, ein gefiltertes Publikum stellt artig Fragen. Sorry, das hätten wir im Osten 40 Jahre lang. Dieses vorgespielte Bürgerverständnis ist lächerlich.

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