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Kanzlerin in Griechenland: Warum Tsipras jetzt Merkel mag
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Sein Anti-Merkel-Kurs brachte Alexis Tsipras in Athen an die Macht. Das war vor Jahren, in der Schuldenkrise. Doch jetzt setzt Griechenlands angeschlagener Premier große Hoffnungen in den Besuch der Kanzlerin.

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Einhorn 10.01.2019, 13:02
1.

Interessant, dass man die Griechen immer ins schlechtestmögliche Licht rücken will. Vielleicht war Tspiras gar nicht so "merkelfeindlich" - vielleicht wollte er einfach nur verhindern, dass die Bevölkerung Not leidet während die Banken gefüttert werden? Man vergisst ja so gerne, dass es Menschen ohne Wasser, Strom oder Krankenversicherung gibt und gab, seit die EU ihren "Rettungsschirm" über ihnen ausgebreitet hat. Vielleicht glaubte Tspiras eben nicht daran, dass das "Schuldenprogramm" seinem Land irgend einen Nutzen für die Zukunft bringt? Immerhin, wirtschaftlich gesehen hat er damit Recht behalten.

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archivdoktor 10.01.2019, 13:13
2. Tolles Foto!

Merkel erklärt dem lieben Alexis wie die Welt funktioniert und der Schüler hört artig zu! Fehlt nur noch, dass er sein Notizbuch zückt und sich Notizen macht....Schade, dass nicht auch sein Kumpel Yanis
Varoufakis dabei ist - es wäre das Foto des Jahres!

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yogtze 10.01.2019, 13:14
3.

Tsipras wird von Merkel geschätzt, weil er zustimmte, die Balkanroute zu schließen?!

Merkel hat doch die Schließung der Balkanroute verurteilt und alle daran beteiligten Regierungschefs als populistisch und inhuman veruruteilt, war dem nicht so?

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meinung2013 10.01.2019, 13:26
4.

Zitat von Einhorn
Interessant, dass man die Griechen immer ins schlechtestmögliche Licht rücken will. Vielleicht war Tspiras gar nicht so "merkelfeindlich" - vielleicht wollte er einfach nur verhindern, dass die Bevölkerung Not leidet während die Banken gefüttert werden? Man vergisst ja so gerne, dass es Menschen ohne Wasser, Strom oder Krankenversicherung gibt und gab, seit die EU ihren "Rettungsschirm" über ihnen ausgebreitet hat. Vielleicht glaubte Tspiras eben nicht daran, dass das "Schuldenprogramm" seinem Land irgend einen Nutzen für die Zukunft bringt? Immerhin, wirtschaftlich gesehen hat er damit Recht behalten.
"Neben den Geldern für die Auslandsbanken und dem künstlich gestützten Konsum nennt Sinn vor allem die reicheren Griechen als Profiteure der Hilfskredite. „In der Tat gibt es anekdotische Berichte, dass Griechen in großem Umfang Bargeld ins Ausland transferiert haben, um dort Vermögenswerte zu erwerben, so zum Beispiel nach Bulgarien, wo sie als Immobilienkäufer in Erscheinung traten“, schreibt Sinn.“," https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/griechenlands-schuldenkrise-wohin-die-kredite-wirklich-geflossen-sind-13686220.html
Tja, die reichen Griechen haben, wie die reichen Norditaliener auch, weniger Sinn für ihre darbenden Mitmenschen.

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Ezechiel 10.01.2019, 13:31
5.

Zitat von Einhorn
Interessant, dass man die Griechen immer ins schlechtestmögliche Licht rücken will. Vielleicht war Tspiras gar nicht so "merkelfeindlich" - vielleicht wollte er einfach nur verhindern, dass die Bevölkerung Not leidet während die Banken gefüttert werden? Man vergisst ja so gerne, dass es Menschen ohne Wasser, Strom oder Krankenversicherung gibt und gab, seit die EU ihren "Rettungsschirm" über ihnen ausgebreitet hat. Vielleicht glaubte Tspiras eben nicht daran, dass das "Schuldenprogramm" seinem Land irgend einen Nutzen für die Zukunft bringt? Immerhin, wirtschaftlich gesehen hat er damit Recht behalten.
Was wäre denn die Alternative zum Schuldenprogramm gewesen. Noch mehr Schulden ? Zu den 107 Milliarden Schuldenschnitt ein weiterer ? Möglicherweise Griechenland zu Lasten der restlichen Mitgliedstaaten ganz entschulden ? Aber seien Sie getrost, ein weiterer großer Forderungsverzicht wird kommen und die BRD großzügig daran beteiligt sein. Möglicherweise ist es das Abschiedsgeschenk der Kanzlerin an die deutsche Bevölkerung.

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tinnytim 10.01.2019, 13:52
6.

Zitat von Ezechiel
Was wäre denn die Alternative zum Schuldenprogramm gewesen. Noch mehr Schulden ? Zu den 107 Milliarden Schuldenschnitt ein weiterer ? Möglicherweise Griechenland zu Lasten der restlichen Mitgliedstaaten ganz entschulden ? Aber seien Sie getrost, ein weiterer großer Forderungsverzicht wird kommen und die BRD großzügig daran beteiligt sein. Möglicherweise ist es das Abschiedsgeschenk der Kanzlerin an die deutsche Bevölkerung.
Ja, mehr Schulden unter Beibehaltung der Wirtschaftskraft wären volkswirtschaftlich vermutlich günstiger gewesen, als die restriktive Sparpolitik.
Denn während die Verschuldung in absoluten Zahlen seit 2008 nur um 15% zumahm (dürfte inflationsbereinigt gegen 0 gehen) stieg die Staatsschuldenquote um 50%, weil das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum um mahr als ein Drittel nachgab.
Hätten gewisse Entscheidungsträger - namentlich die Troika unter maßgeblichen Einfluss von Schäuble - mehr Keynes und weniger Friedmann gelesen, könnte es Griechenland jetzt auch genauso gut wie Portugal gehen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Staatsschuldenquote_in_Griechenland

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brux 10.01.2019, 13:58
7. Frage

Nun stellen Sie sich mal vor, wie es in Griechenland ohne den Rettungsschirm ausgesehen hätte. Keine Renten, keine Gehälter im öffentlichen Dienst.
Und jemandem seine Schulden zu bezahlen, ist ja kein Gefallen für die Gläubiger. Es profitiert der Schuldner.

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yogtze 10.01.2019, 14:23
8.

Zitat von Ezechiel
Was wäre denn die Alternative zum Schuldenprogramm gewesen. Noch mehr Schulden ? Zu den 107 Milliarden Schuldenschnitt ein weiterer ? Möglicherweise Griechenland zu Lasten der restlichen Mitgliedstaaten ganz entschulden ? Aber seien Sie getrost, ein weiterer großer Forderungsverzicht wird kommen und die BRD großzügig daran beteiligt sein. Möglicherweise ist es das Abschiedsgeschenk der Kanzlerin an die deutsche Bevölkerung.
Sie wollen es wohl nicht verstehen.

Es wäre richtig, den Schuldenschnitt Griechenlands zu vollziehen, anstatt dass die EZB die Staatsanleihen der privaten Gläubiger aufgekauft hätte. Die privaten Gläubiger (Banken und Anlagefonds) hatten in griechische Staatsanleihen investiert, weil es für diese satte 14 (!) % Zinsen gab. Entsprechend riskant war die Anlage ja auch.

Die EZB hat, auf Initiative u.a. von Deutschland, diese Staatsanleihen aufgekauft, was dazu führte, dass die Zinsgewinne bei den privaten Anlegern verblieben, der Ausfall aber nunmehr vom europäischen Steuerzahler zu zahlen war.

Dann hat man Griechenland noch ein "Sparprogramm" aufgehalst, dass zum Zusammenbruch der gesamten griechischen Wirtschaft geführt hat, so dass dort fast sämtliche Steuereinnahmen weggebrochen sind und Griechenland über viele Jahre am Tropf der Europäer verbleiben wird.

JEDE andere Lösung wäre sinnvoller und besser gewesen.

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Rationator 10.01.2019, 15:02
9. Grexit wäre richtig gewesen!

Finanzminister Schäuble hatte seinerzeit einen Grexit befürwortet und wurde von Merkel gehindert.
Diesen Kurs schlugen auch namhafte Ökonomen vor. Das Gegenargument, es würde dann zu einem Flächenbrand kommen und auch andere Schuldenstaaten würden infiziert werden, wurde als Drohkulisse aufgebaut.
Besser als der Rettungsschirm, der immerhin 300 Mrd. insgesamt kostete, wäre der Grexit allenfalls gewesen.
Es zeigt sich wieder mal, wie fahrlässig grundsätzlich mit der Einführung des Euro gehandelt wurde. Alles nur auf Biegen und Brechen, gegen jede wirtschaftliche Vernunft!

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