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Kommentar: Warum Beck gegen Lafontaine keine Chance hat

Schlechte Umfragewerte für die SPD? Früher konnten die Sozialdemokraten in solchen Fällen die Gerechtigkeits-Karte spielen. Heute machen die Genossen mit linker Politik keinen Stich mehr - denn die Herzblutthemen der SPD besetzt heute Lafontaine.

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gagarama 20.06.2007, 15:58
1. Beck und Walter

Ich halte von Beck genauso wenig wie dem Autor dieses Artikels, Franz Walter.

Beck ist wie ein Blatt im Wind, hat eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem Nachbarn Koch, nur daß ihm dieser in Schläue überlegen ist. Wer schnell steigt, fällt auch entsprechend schnell.

Doch die Worte von Franz Walter sind für mich immer wieder von einer ganz besonderen Qualität, was nun sarkastisch gemeint ist, da ich eine solche (Qualität) völlig vermisse: Eine Orgie von klug Daherreden ohne wirkliche Aussage, eine typisch moderne Wichtigtuerei.

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Andreas Hoberg 20.06.2007, 16:05
2. also, vieles stimmt ja...

...aber ich finde, daß Schlamassel der SPD liegt darin, daß man bei der Agenda 2010 aus mir eigentlich nicht begreiflichen Gründen ausschließlich auf das gehört hat, was die neoliberalen Ideologen für richtig gehalten haben. So gesehen ist die derzeitige SPD Situation selbst verursacht...mal ein Bsp.

ein Hartz IV mit menschenwürdigen Mindestsätzen, berücksichtigend, wie lange jemand in die Arbeitslosenkasse eingezahlt hat, keinem 1 EURO Reicharbeitsdienst, hohen Investitionen in die Betreuung der Arbeitslosen mit dem Ziel, einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu finden, einem Mindestlohn,keine 400 EURO Jobs, keine wiederholte Unternehmensteuerreform, usw. wäre einem neuen Gesellschaftsvertrag mit den weniger privilegierten Schichten der Gesellschaft gleichgekommen. Stattdessen hat man die SPD dem Machtwillen eines intellektuell unterentwickelten, egomanischen Schröder untergeordnet.

Tja und nun ist es zu spät! Ich erwarte und erhoffe niederländische Verhältnisse, wo die "Linken" die traditionelle Sozialdemokratie längst überholt haben.

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Christian H. 20.06.2007, 16:08
3. Warum Beck gegen Lafontaine keine Chance hat.

Ganz einfach: weil Lafontaine mehr (rote) Grütze im Kopp hat.

Viel wichtiger und auch interessanter ist die Frage, ob der Wähler sich letztendlich durch Phrasenklopperei beeindrucken läßt, oder vielleicht mal die Parteien und deren Programme (so denn vorhanden ;-) genauer unter die Lupe nimmt.

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Andreas Hoberg 20.06.2007, 16:15
4. wo ist wohl die meiste rote Grütze

Zitat von Christian H.
Ganz einfach: weil Lafontaine mehr (rote) Grütze im Kopp hat. Viel wichtiger und auch interessanter ist die Frage, ob der Wähler sich letztendlich durch Phrasenklopperei beeindrucken läßt, oder vielleicht mal die Parteien und deren Programme (so denn vorhanden ;-) genauer unter die Lupe nimmt.
sehen Sie, Ihr Denkfehler als mutmasslicher CDU/FDP Waehler ist, dass Sie die Unterschiede zwischen SPD und "Linke" nicht erkennen wollen; auch erkennen Sie nicht, was die SPD eigentlich ausmacht...hat Sie natuerlich auch nie angesprochen. Wer Links = falsch denkt, der kommt natuerlich der Sache nicht auf die Spur.

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clepto 20.06.2007, 16:18
5. warum die CDU vor einem noch größeren Dilemma steckt

jeder Satz in dem Kommentar ist wohl Stich-haltig.Aber woher kommt der satte Vorsprung der CDU? Wird die gigantische Steuer-u. Abgabenorgie der letzten Jahre von den extrem gelinkten Wählern am Ende sogar als Wohltat empfunden?Auch dann noch, wenn kaum noch jemand seine Rechnungen für Miete,Energie, Wasser und Abfall bezahlen kann?Ich denke,daß das massive Herunterprügeln der Menschen in die Armut bald erhebliche Konsequenzen haben wird-für die CDU.-Laf.hat doch Recht,wenn er beklagt, daß ein Arbeitsloser mit 55 Jahren alle Rücklagen auflösen muß, um staatliche Almosen (Hartz IV)zu beanspruchen.-Das stößt selbst dem umtriebigen Seehofer auf-allerdings bleibt die gespielte Entrüstung folgenlos;der Einsatz im Privaten erfordert zuviel Kraft.-Die Löhne und Gehälter in D.liegen mittlerweile exakt auf dem Niveau Spaniens und Italiens. Altersarmut droht nicht , sie ist auf breiter Front vorhanden.-Die Apparate stecken sich indes aber selbst horrende monatliche "Diäten"aus Steuermitteln zu (Bsp.Sa./Anh.:Ank.einen Tag nach der Landratswahl...)).So hält man eine Bananenrepublik am Laufen.Und die Protagonisten bei der Stange.Wenn die CDU davon profitieren kann, muß man dem in der Tat dem Wähler den Vogel zeigen...

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hornisse 20.06.2007, 16:31
6. Beck hat kein Feuer

Lafontaine hat schon immer Polemisiert, und nur so bekommt man heute zu einer medialen Präsenz. In einer Zeit, in der sich der durchscnittswähler nicht einmal an gewisse Parteispendenaffären eines gewissen aktuellen Innenminister erinnern kann (auch damals hätte man ruhig gewisse Computer online ausspähen sollen...)sind die Lorbeeren aus der Vergangenheit obsolet. Nur eine Dauerpräsenz entsprechender Selbstdarsteller verhilft da noch zu mittelmäßigen Umfrageergebnissen (was des weiteren die fragwürdige Beliebtheit G. Becksteins erklärt). Auch sind die Themen beliebig geworden, da nur noch die Stammwähler zur Urne gehen. Und die wurden durch die Umsetztung überzogener sozialer Einschnitte und Fähnchenpositionen gegenüber der CDU gepflegt vergrault.

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May 20.06.2007, 16:31
7. Die Natur des Menschen...

Das interessante ist, dass der so genannte "dritte Weg" der "neuen Linken" in Europa so gut wie überall gescheitert ist.

Auch wenn ich persönlich der SPD keine große Sympathie entgegen bringen kann, ist sie doch irgendwie bemitleidenswert. Im Gegensatz zur "Linken" muss die SPD eben in Regierungsverantwortung mit der Wirklichkeit umgehen (wobei die Linke in Berlin ja auch nicht gerade durch ihr großartiges soziales Profil auffällt). Dann ist es leicht, die SPD aus der Opposition von träumerischen Positionen aus anzugreifen die sowieso niemals verwirklicht werden können.

Patentlösungen dagegen gibt es freichlich keine, der Mensch denkt nun mal zuerst an sich (selbstkritik inbegriffen).

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tollhans 20.06.2007, 16:32
8. Tja

Ich bezweifle, dass die SPD ihrer Lage annähernd bewusst ist. Zusätzlich deprimierend dürfte für die Parteibasis die Erinnerung sein, wie bereitwillig ihre Mehrheit seinerzeit die Verunglimpfung des "fahnenflüchtigen" Lafontaine durch Schröder & Co. nachgeplappert hat.

Soviel bodenlose Dummheit rächt sich irgendwann.

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Walter Hedderich 20.06.2007, 17:07
9. .

Da gibt's für die SPD wohl nur eins, ab in die Opposition. Von dort aus kann man dann bequem, wie Lafontaine jetzt, Freibier für Alle fordern und versprechen.

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