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Kreuzzüge: Der Kardinal und die Doppelmoral
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Kardinal Marx wirft der bayerischen Staatsregierung vor, den Glauben für politische Zwecke zu missbrauchen. Dabei tut niemand mehr für die Politisierung ihrer Kirche als die Deutsche Bischofskonferenz.

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Galgenstein 03.05.2018, 17:42
1. Das Problem ist nicht das Kreuz

sondern die Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Kultur und auch der Religion in der sie eingebettet war. Darüber können auch die zahlreichen Artefakte vergangener Zeiten nicht hinwegtäuschen. Sie sind halt noch da, weil sie noch da sind. Im Übrigen gilt, was Nietzsche schon vor einiger Zeit feststellte: Gott ist tot. Er spielt für das Leben im Allgemeinen keine besondere Rolle mehr, sondern wurde privatisiert. Das hat seine Vor- und seine Nachteile. Wer heute noch religiös ist, dies gar nach aussen hin zeigt, wird nicht respektiert, sondern als ein Sonderling von den einen angesehen und angefeindet von den anderen. Religionsfreiheit wird zunehmend nicht mehr als Freiheit zur Religion, sondern als Freiheit von der Religion interpretiert. Das weltanschauliche Bekenntnis, darf schon noch sein, aber nur wenn es nach Aussen hin, im öffentlichen Raum möglichst nicht in Erscheinung tritt. Ist das ein Fortschritt? Eigentlich nicht, denn der säkulare Staat kann seine Werte nicht aus sich selbst heraus begründen. Man mag auf einen Positivismus pochen, der mit den Stimmen der Mehrheit eine allgemein verbindliche Ethik festlegt. Das funktioniert nur nicht. Ob etwas richtig oder falsch ist, vermögen keine Mehrheiten zu definieren.
Das Problem mit Söders Kreuzinitiative ist, dass sie nicht von Überzeugung getragen ist, sondern sich als schlichte Kampfansage an alles, was anders ist. Das hat nichts mit Religion und Glauben zu tun, sondern mit Populismus. Eine neue Wertorientierung erwächst hieraus nicht.

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streifenpuppe 03.05.2018, 17:59
2. alle Protestanten bei den Grünen...?

Nun ist es sicher richtig, dass der grüne und evangelische mainstream sich hervorragend in das Feindbild des Kolumnisten einreiht, wenn die These, dass die Protestanten längst zu den Grünen übergelaufen seien, zuträfe, hätten wir das Rumgeeiere mit "Jamaika" sicher nicht gebraucht. Selbst dann, wenn man die Zahl der Protestanten sehr vorsichtig schätzt, würde das immer noch für einen fulminanten Sieg der Grünen reichen.

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helmutschoenn 03.05.2018, 18:05
3. Dem Autor kann geholfen werden....

Herr Fleischhauer hat geflissentlich übersehen, dass die CSU sich tatsächlich endgültig aus dem Kreis der "christlichen" Parteien verabschiedet hat, als sie in der Flüchtlingsfrage auf die Seite der "unchristlichen" Parteien wechselte, da sie die Bergpredigt nicht mehr ertragen konnte.
Kann man ja machen, aber sich dann noch auf Christus beziehen ist natürlich oberheuchlerisch (Kostprobe Scheuer:" wenn der dunkelhäutige Migrant nicht nur gut Fußball spielt, sondern auch noch Ministrant wird, wirst Du ihn nie mehr los.".
Und genau deshalb gehört einer wie Söder sicher nicht zu den "Leuten, deren Hilfe man sich an anderer Stelle gern bedient."Marx hat Recht, die Union hat sich vom Christentum verabschiedet.
Das ist zumindest die Sicht eines westfälischen aktiven Katholiken zum bayrischen Kommödienstadl.

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gersois 03.05.2018, 18:07
4. Maibaum

Der Maibaum ist ohnehin ein heidnische Brauch, da gehört kein Kreuz drauf! Für unsere "Kultur" kennzeichnend ist diese Vermischung von heidnischen Bräuchen der alte Germanen und christlich-katholischen Symbolen und Deutungen. Das "christliche Abendland" ist nicht so christlich, wie es manche darstellen. Diese sollten öfter im Neuen Testament lesen. Da werden sie staunen, was an katholischen Bräuchen dort keine Grundlage findet.

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ronald1952 03.05.2018, 18:09
5. Über diese Verlogenheit

der Pfaffen, sollte man eigentlich keinen Artikel verschwenden. Wenn das so weitergeht mit der Kirche ist Sie am Aussterben was gut ist da dieser Altherren-Club ums Verrecken nicht Reformieren will. Sollen sie mit ihrem Getue und Gelüge untergehen, die Welt wird dann ein besserer Ort sein.Außerdem tut sich damit endlich ein neue Chance für ein besseres und Gerechteres Christentum auf.Die Verlogenheit der Kriche als Institution hat die Menschen Jahrhundertelang sehr viel
gekostet, nicht nur an vielen Unschuldigen Opfern.
schönen Tag noch,

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pleromax 03.05.2018, 18:09
6. Sie machen es sich ein bisschen zu einfach, Herr Fleischhauer

Sie machen es sich ein bisschen zu einfach, Herr Fleischhauer: Für die Kirchen besteht der Stein des Anstosses gewiss nicht im Aufhängen von Kreuzen, wo immer der bayerische Bürger seinen Amtsschimmel beim Wiehern beobachten kann (und muss).

Vielmehr ist es ja gerade die Doppelzüngigkeit (na schön: Bigotterie) des Herrn Söder, so zu tun als ob man das Kreuz ganz prima losgelöst von seinem religiösen Kontext betrachten könnte - als bayerische Kulturkonstante eben. Womit natürlich bereits im Vorfeld einem verfassungsgerichtlichen Kassieren dieses rein wahltaktisch motivierten Ukas vorgebeugt werden soll. Das wird aus einem einzigen Grund als politische Vereinnahmung empfunden: weil es nämlich genau dies auch ist. Im Wirtschaftssprech: eklatanter Markenmissbrauch.

Natürlich haben Sie Recht: Die bundesrepublikanische Trennung von Kirche/Religion und Staat war schon immer reine Fiktion, und die Kirchen waren auch stets die letzten, die daran etwas ändern wollten. Sie spiegelt sich freilich eins-zu-eins im "C" der C-Parteien CDU und CSU, deren "christliche Werte" noch allemale zur Disposition gestellt werden, wenn politischer Opportunismus dies verlangt. Alles in allem also eine Orgie der bigotten Revierkämpfe, ausgetragen von eng miteinander verzahnten Verbündeten, denen inzwischen vor allem eins gemeinsam ist: das Wegbrechen ihrer fundamentalen Basis. Deutschland oder, genauer, seine Bevölkerung ist schon länger amtskirchliche Diaspora - da fallen die hilflosen Abwehrgefechte gegen den Säkularismus von unten erwartungsgemäß sehr unschön aus, und öfter als nicht unfreiwillig komisch.

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simonweber1 03.05.2018, 18:10
7. Die

Politisierung der Kirchen ist weit voran geschritten. Im Kleinen werden bei Demos wie z.B. in Kandel als Gegenmaßnahme die Kirchenglocken als Störelement eingesetzt und im Großen kümmert sich die Kirche weniger um die christliche Lehre als um die Gestaltung der deutschen Politik wo gerade Menschen wie Marx mächtig mitmischen.

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dieter-ploetze 03.05.2018, 18:10
8. verstehe wer will

naechstens geisselt der kardinal marx die CDU und CSU, wie diese es wagen koennen das wort christlich in einer politischen partei unterzubringen. eine trennung, und zwar eine scharfe, sollte es zwischen staat und kirche geben. das ist laengst ueberfaellig. das wird aber wiederum an der kirche scheitern, denn diese ist heute nichts
ohne staatliche unterstuetzung und verbindung.

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manitoba 03.05.2018, 18:23
9. Nicht verwundert

Dass nun Kardinal Marx sich empört gibt, verwundert nicht.
Wer beim Besuch einer Moschee das Kreuz ablegt, hält nicht viel von der eigenen Religion. Der unterwirft sich.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/christentum-und-islam-die-unterwerfung-kolumne-a-1120073.html

Die CSU hat verstanden, dass man wertkonservative Wähler nur zurückgewinnt, wenn man der fortschreitenden Islamisierung eigene Traditionen entgegenstellt. Meine Zustimmung hat sie, obwohl ich sie allein deswegen noch nicht wieder wählen würde.
Aber immerhin ist ein Anfang gemacht. Auf charakterlose Personen wie "Kardinal" Marx und seinem protestantischen Kumpan Bedford-Strohm kann dabei gut verzichtet werden.

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