Forum: Politik
Linke Sammlungsbewegung: Problem erkannt, nichts gelöst
imago/ Sammy Minkoff

Sahra Wagenknecht und ihre Verbündeten wollen mit der Sammlungsbewegung das linke Lager einen. Das ist wichtig - doch viele der Protagonisten tragen selbst Schuld daran, dass dies überhaupt notwendig ist.

Seite 1 von 16
P-Schrauber 04.08.2018, 14:50
1. Vielleicht hilft es der politischen Positionierung

Die politische Abgrenzung zwischen bürgerlich Mitte rechts und bürgerlich Mitte links gibt es nicht mehr. Die große Koalition hat zusammen mit Merkel oder umgekehrt dafür gesorgt.

Die "Neubesinnung" auf Politik des machens und Entscheidens ist zu begrüßen. Zu viel des Aussitzens, des Abwartens des bloß nicht aneckens, dafür das hochstilisieren von Einzelproblemen die keine sind.

Wir brauchen einen Ruck, weil es die Mitte nicht mehr kann kommt sie jetzt von der Seite und Wagenknechts Bewegung ist der entgegengesetzt Pendelschlag zum rechten Populismus. Die frage wird sein wer sich besser durchsetzt.
Die Erkenntnis muss nicht heißen was hast Du für Deine persönliche Entfaltung getan sondern was für Dein Land und mittlerweile der EU.

Beitrag melden
pr8kerl 04.08.2018, 14:53
2. Das Problem heißt Wagenknecht

Da hat sich jemand die Bewegungen von Macron und Kurz angeschaut und will es mal eben nachmachen. Aber erstens hat Sahra Wagenknecht nicht die Sympathie im Volk wie Macron und Kurz, und zweitens ist ihre Politik nicht mehrheitsfähig. Das deutsche Wahlvolk will keinen deutschen NATO-Ausstieg, was Sahra Wagenknecht nicht begreift. Die Deutschen wollen auch keinen Euro- und EU-Ausstieg. Gerechtigkeit wäre das Wahlkampfthema einer linken Bewegung gewesen, wenn man es denn professionell angegangen wäre. Da hätte sich Sahra Wagenknecht einbringen können. Aber sie diskutiert lieber über Luftschlösser.

Beitrag melden
bananenrepublikaner 04.08.2018, 14:58
3. Schwarz-Rot hat zwar Sinnvolles auf den Weg gebracht?

Schwarz-Rot hat zwar Sinnvolles auf den Weg gebracht? Da hätte ich gerne mal ein paar Beispiele gesehen. Ich war in letzter Zeit sehr erstaunt, was ich an unerwarteten Antworten auf die beispielhafte Frage bekommen habe, was Frau Merkel - ich hätte sicherlich auch nach Rot-Schwarz fragen können - zum Positiven geändert hat. Letzteres objektiv zu beurteilen ist sicherlich schwierig. "Sie ist erfahren, in der Welt geachtet und hat die Grenzen aufgemacht". Von der Achtung kann ich mir nichts kaufen und ich denke da gibt es durchaus unterschiedliche Ansichten. Zum Grenzen aufmachen darf man in einer Demokratie hoffentlich auch unterschiedlicher Meinung sein. Keine bis geringe Reallohnsteigerungen, Zwei-Klassen Medizin, fortschreitende Aufhebung des Solidarprinzips (z:B. versicherungsfremde Leistungen aus Arbeitnehmerabgaben), Renten, Infrastruktur (auch Internet), Bildung, Mietpreise... Ich sehe hier entweder Komplettversagen oder reines Handeln im Interesse der Parteienspender. Anders kann ich mir das zumindest nicht erklären. Die Interessen der Arbeitnehmer (zukünftige, ehemalige und deren Familien inklusive) sehe ich nicht ausreichend vertreten.

Beitrag melden
linksrechtsmitte 04.08.2018, 15:00
4. Wahrhaftigkeit

Das sind alles Schattenspiele! Der Bürger will Wahrhaftigkeit und er bekommt sie nicht, weder von mitte - links, noch von mitte - rechts! Solange sich am Berufsstand des Berufspolitikers nichts ändert, können die Berufspolitiker, wie auch eine S. W. keine Wende herbeiführen. Als ich die Lebensläufe der aktuellen Minister nachgefragt hatte, war ich bestürzt! Es fehlt Berufserfahrung außerhalb der Politik, und das massiv! Das gleiche Problem haben alle etablierten Parteien und zumindest im "inneren" Zirkel auch die Afd.

Beitrag melden
wulfman65 04.08.2018, 15:14
5. Geburtsfehler?

Ich halte die Aufhebung der ewiggleichen rechts-links Einteilung keinesfalls für einen Geburtsfehler. Es geht um Soziales. Um das, was sich diese Gesellschaft endlich leisten könnte: Wohlstand für alle. Eine neue Zeit ruft nach neuen Kategorien. Dass mit dem steinzeitlich anmutenden recht-links hier nichts gewonnen ist, zeigen die Wählerwanderungen zur AfD. Da verliert links genauso wie rechts Stimmen. Das Konzept gegen die AfD kann nur sein, die Sorgen der sozial Abgehängten ernstzunehmen. „Aufstehen“ eignet sich hier durchaus als Geburt einer neuen sozialstaatlichen Aufbruchstimmung, der im Grunde alle demokratischen Parteien zustimmen können sollten.

Beitrag melden
Ossifriese 04.08.2018, 15:17
6. Knapp

Vielleicht wird diese neue Sammlungsbewegung ein Erfolg, vielleicht auch nicht. Wenn nicht, geht alles weiter langsam so den Bach runter mit Merkel, den Seeheimern und auch der AfD. Alle diese haben kein soziales Konzept, das der Gesellschaft mehr Gerechtigkeit und mehr gutes Leben ermöglichte.
Klappt das aber mit der neuen Bewegung, könnte unsere Gemeinschaft endlich positiv weiter entwickelt werden. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Ich jedenfalls hoffe, es klappt, und ich werde dabei sein.

Beitrag melden
Bibs1980 04.08.2018, 15:17
7. Hey Kevin!

Was ist das denn für ein komischer Kommentar? In der Einführung beklagst Du, wie richtig es sei, das linke Lager zu einen und dass es auch endlich wieder politische Ideale und Visionen bräuchte. Um dann im Rest des Artikels drüber herzuziehen, dass das ja wohl mit diesen Personen gar nicht ginge. Der Linken die Schuld daran zu geben, dass die RRG-Mehrheit in der letzten Legislatur nicht genutzt wurde, ist ein ganz starkes Stück. Es gab genügend Anträge wie zum Beispiel den Antrag, den Mindestlohn auf 12 Euro anzuheben im Dezember 2017. Wer hat da wohl geschlossen dagegen gestimmt? Die SPD!
Überhaupt, wieso wird mit keiner Silbe erwähnt, wie sich die SPD seit Schröder entwickelt hat? Verkommen zu einem Kanzlerinnenwahlverein sind die Sozialdemokraten die, die ihre Wählerschaft regelmäßig ins Gesicht geschlagen und dem kleinen Mann den Stinkefinger gezeigt hat. Angefangen von der Verbeitragung der über Entgeltumwandlung angesparten Altersvorsorge (also der Verlagerung des Arbeitgeberanteils an den SV-Beiträgen auf die Zeit nach dem Erwerbsleben) bis hin zum Abnicken der Vorratsdatenspeicherung.
Es ist schon ein starkes Stück, die linke Sammelbewegung genau deswegen zu kritisieren, dass sie nicht weiter den SPD-Weg aus faulen Kompromissen zum Nachteil der kleinen Leute gehen will.
Wer schon einmal ein längeres Interview mit Marco Bülow gesehen hat der weiss, dass er keineswegs isoliert ist, sondern ganz emsig in den Ausschüssen mitarbeitet. Nur bietet sich für einen solchen Genossen derzeit kein Weg in den von Seeheimern verseuchte Parteispitze an.

Beitrag melden
spiegelneuronen 04.08.2018, 15:23
8. Ist das Ernst oder Satire?

Rot-Rot-Grün war 2013 nicht von einer Mehrheit weit entfernt.
Es gab eine knappe Mehrheit. - Der damalige SPON - Artikel hier dazu:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koalitionsangebot-linke-draengt-rot-gruen-zu-mitgliederentscheid-a-924582.html

Aber dies wurde nicht durch die Linke verhindert, im Gegenteil, wie man in SPON lesen kann.

Der Mindestlohn kam auch mit den Stimmen von Grünen und Linken zustande. Keine Ausgrenzung.

Durch die GroKo wurde es aber ein Regelwerk der Ausnahmen (siehe SPON-Artikel):
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/mindestlohnt-millionen-beschaeftige-erhalten-ihn-nicht-a-1190344.html

Beitrag melden
Mister Stone 04.08.2018, 15:24
9. Absurde Logik

Bis zur Bundestagswahl hatten SPD, Grüne und Linke eine Mehrheit. Dass diese nicht genutzt werden konnte, lag auch an der Linkspartei selbst.

Nicht genutzt werden "konnte"? Ich lach mich fast weg: Das ist die absurdeste "Logik", die ich in diesem Kontext jemals gelesen oder gehört habe. Seit vielen Jahren ist die Linke die einzige Partei mit linken Inhalten. Dass sich die inzwischen durch und durch neoloberalen und wirtschaftshörigen Parteien SPD und Grüne nicht mit linken Inhalten (Rüstungswahnsinn aufgeben, soziale Gerechtigkeit, Abschaffung von Armutsrenten und prekärer Beschäftigung, Besteuerung von Milliardengewinnen...) belasten wollen, ist doch klar wie Brühe. Die nennen jeden, der solche Ideen hat "nicht regierungsfähig", was völlig absurd ist. Nach Ansicht des Autors ist jetzt die Linke schuld daran, dass die anderen ehemals sozialen Parteien keine sozialen Inhalte haben wollen? Gehts noch? Oder hätte die Linke alle linken Ideen aufgeben sollen, um dann eine linke (??) Mehrheit zu ermöglichen? Diese absurde Logik wäre lustig, wenn sie nicht so unglaublich demagogisch wäre.

Beitrag melden
Seite 1 von 16
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!