Forum: Politik
Linke Sammlungsbewegung: Raus aus der Wagenburg
DPA

Die deutsche Linke ist zersplittert und schwach. Eine neue Bewegung, die sie in die Offensive bringt, ist notwendig und sinnvoll.

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Reinhold Schramm 04.08.2018, 15:14
1. Aufstehen, gegen Ausbeutung und Kapitalismus!

Der kapitalistische Staat kann nicht ''Anwalt des Gemeinwesens'' werden. Das war der feudale und bürgerliche Staat, die in ihrer jeweiligen historischen Zeit reale Klassengesellschaft, so auch heute, noch niemals gewesen. Dafür müsste man schon den Kapitalismus überwinden und aufheben. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel, nationalen und multinationalen Konzerne in demokratisches Gemeineigentum überführen. Es bedarf demokratisches Gemeineigentum an den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln, an: Grund und Boden, Luft und Wasser, Rohstoffen und Bodenschätzen, Tier -Natur- und Pflanzenwelt. Das wäre zugleich die Voraussetzung für die sozioökonomische und ökologische Entwicklung einer tragfähigen Kreislaufwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland und Europa. Zugleich aber auch eine Voraussetzung für eine nachhaltige -weltweite- soziale und ökologische gleichberechtigte Zukunft der gesamten Menschheit. Dafür muss man allerdings auch den Kapitalismus beseitigen und die materiellen Früchte aus der menschlichen Arbeit und Wertschöpfung teilen wollen. Nur auf dem Weg zur Realisierung dieser Zielsetzung können wir sozioökonomische, sozioökologische und gesellschaftspolitische Gleichheit erreichen, dabei unabhängig von der vorausgegangenen sozialen Herkunft und Stellung in der Gesellschaft, unabhängig vom Geschlecht und Hautfarbe. Last uns den Kapitalismus beseitigen und damit auch die Klassengesellschaft nachhaltig überwinden.

Auch in unserem Zusammenhang die Menschenrechtlerin Clara Zetkin zitiert:

“Um sich von der Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien, muss die Arbeiterklasse der Bourgeoisie nicht bloß die Produktionsmittel des Lebens entreißen, sondern auch die Produktionsmittel des Todes. Gewalt lässt sich nicht wegdisputieren und nicht wegbeten. Gewalt kann nur durch Gewalt gebrochen werden. Das sprechen wir Kommunisten offen aus, nicht weil wir ‘Anbeter der Gewalt’ sind, wie sanfte bürgerliche und sozialdemokratische pazifistische Gemüter uns beschuldigen. Nein, wir beten die Gewalt nicht an, jedoch wir rechnen mit ihr, weil wir mit ihr rechnen müssen. Sie ist da und spielt ihre geschichtliche Rolle, ob wir wollen oder nicht.

Es fragt sich nur, ob wir sie widerstandslos erdulden oder ob wir sie kämpfend überwinden wollen.“

Quelle: Clara Zetkin, Gegen den Pazifismus. Aus der
“Kommunistischen Fraueninternationale“ 1922, S. 13/14.

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Knossos 04.08.2018, 19:36
2.

So kann das nichts werden.
In diesem Aufsatz werden zwar einige Symptome genannt, zugleich jedoch weiterhin abwiegelnde Darstellung fortgeführt, wonach das Problem in ideologischem Dissens etablierter Parteien begründet liegt. Also ob sie des Volkes Wohl wollten, wenn sie nur könnten.

Der Staat ist nicht des Volkes, weil er Diener des Geldadels ist. Das Problem liegt in erster Linie nicht in inhärent undemokratischen Ideologien, sondern in Korruption. Und die Mutter dieser und aller weiteren Sinn- und Praxisentfremdung ist angeeigneter Mehrwert aus Arbeit. Dier Erlaubnis zum Goldschürfen aus Übervorteilung von Mitmenschen.

Wenn der Zusammenschluß nicht Butter bei die Fische bringt, und festhält, daß Egalität, Demokratie und Rationalität nicht existieren können, wo gesetzlich legitimiert ist, das Menschenrecht am Verdienst des Arbeitenden zu unterschlagen und sich den Produktionswert abhängig Beschäftigter anzueignen, wandelt sich "Aufstehen" nur wieder in Hinsetzen.

Tacheles muß her, und endlich das tabuisierte Thema von Bereicherung an Werktätigen, Lohnabhängigen und Konsumenten ins Rampenlicht.

Ohne diese Asozialität des Wirtschaftens gibt es keine soziale Ungleichheit, keinen obszönen Reichtum, keine Oligarchie, keine Plutokratie, keinen Wucher, keinen schachernden und bürokratischen Wasserkopf, keine Auslieferung der Bürger an Privatiers, keine gekauften Volks- und Gemeindevertreter, keine 6000 Lobbyisten um den Bundestag, keine anonymen Konten und den Wust irrationaler und kontraproduktiver Ableger der Inhumanität.

Bitte vertut die Chance echten Wandels nicht und benennt soziökonomische Realität ohne Gazehandschuhe und verklärende Umschweife (solange man selbst den Geschmierten nicht angehört).

Läge die globale Destruktion lediglich in politischen Irrtümern und Versagen Gutmeinender begründet, bräuchte es keine neue und echte soziale Bewegung.

Hier sollte es um die Vorsätzlichkeit der Zweckentfremdung und Korruption gehen, sonst geht diese Sammlungsbewegung wieder einmal in die Hose. Und es ist ökologisch keine Zeit mehr für historische Rohrkrepierer und philanthropisch angemalten Etikettenschwindel.

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wynkendewild 04.08.2018, 20:18
3. Links-Sein

Wie will man Erfolge erzielen wenn man sich immer weiter zersplittert?

Die Gesellschaft lässt sich doch nicht mit Leuten verändern, die sich untereinander nicht Grün zu sein scheinen. Das Problem mit der Linken ist, dass ihre Forderungen zu weitreichend sind und deren Umsetzung somit schon an der Machbarkeit zu scheitern drohen.

Alleine in der Flüchtlingsfrage sieht man die komplette Überforderung der linken Parteien. Es wäre schon ein Anfang, wenn man den Menschen wieder in den Mittelpunkt jeglichen Strebens rücken würde. Dann wäre man auch nicht verwundert, warum die Leute immer rechter werden.

Momentan sieht es nur danach aus, als würde man sich aus reinem Neid einfach alles unter den Nagel reißen wollen. Während alle anderen handeln....

Das kann nicht Sinn und Zweck linken Strebens sein.

MfG:
wynkendewild

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hj.binder@t-online.de 04.08.2018, 21:19
4. Das Kernproblem

der derzeitigen politischen Stimmung ist die SPD. Erst hat die arrogante Kraft in NRW durch ihre Diffamierung der Linkspartei die letzten anständigen SPD-Wählern von der Wahl abgehalten; (in unserer Nachbarschaft wohnen Linke, ich habe mit Linken zusammenmalocht) dann hat jetzt der grenzdebile Oppermann (Sonnenstich?Alzheimer?) einen Kommentar in der ARD zum "Besten gegeben, der die SPD in Richtung 10% treibt.
Solange die SPD als politisches Credo nicht begreift, daß sie mit den Hartz-Verbrechen ein Drittel der Menschen in Armut bis zum Tod treibt und etwa 40% aller Kinder keinerlei Chancen lässt; so lange die SPD nicht bereit ist, diesem Verbrechen ein Ende zu setzen - "wir haben uns geirrt, von den Schwätzern der Wirtschaft einlullen lassen" und "wir müssen die Möglichkeit bekommen mit Mehrheiten zu einer humanen und demokratischen Politik zurück zu finden; wenn das so diskutiuert wird, hat die SPD noch Chancen.
Dann ist die Frage nach einer linken, demokratischen, sozialen und humanen Sammlungsbewegung zum Wohl der Menschen, des Landes und Europas kein Problem mehr.

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jrcom 05.08.2018, 23:42
5. Danke.

Ich bin regelrecht gerührt, dass es solche Menschen in der Politik noch gibt. Eine super Einführung in die Bewegung. Obwohl ich, wie bestimmt viele, noch Bedenken habe und die weitere Entwicklung gerne abwarte, freue ich mich schon jetzt über das, was hier entsteht. Auch dass es nicht einfach "Wagenknechts" Bewegung ist. Ich hoffe, es bleibt so und wir bekommen eine echte Bewegung. Danke an alle, die sich hier engagieren.

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spon_4_me 05.08.2018, 07:28
6. Eigentlich

lese ich Beiträge von Politikern nicht, weil sie noch vorhersehbarer sind als die der SPON-Kommentatoren und oft nicht ansatzweise so witzig. Ich wurde auch hier nicht enntäuscht: Eine lange Einkaufsliste, wo alles was zu tun wäre (wenn mann den wüßte wie), die Forderung nach Diskussionsräumen und transparteilichem gesellschaftlichem Engagement (mein Tipp: versucht Twitter - #getuptoo) und schließlich die raunende Prophezeiung, dies sei womöglich die letzte Chance (vermutlich für die Autoren, weniger für die Leser). So wird das nichts. Wenn Ihr schon Steve Bannon erwähnt, solltet Ihr auch das Geheimnis seines Erfolgs analysieren. U.a. besteht es darin, sich auf wenige Themen zu konzentrieren und diese gebetsmühlenartig zu wiederholen. Man kann ihm und seinesgleichen Vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie das Wesen des globalen Kapitalismus einerseits und des nationalen Versorgungsstaats andererseits nicht radikal neu gedacht hätten. Mir persönlich gefallen seine Antworten nicht, aber wenigstens hat er welche, die man diskutieren kann. Ihr habt nur fromme Wünsche. Trotzdem alles Glück mit Eurer Bewegung - leider werdet Ihr mehr davon brauchen, als ich zunächst gehofft hatte.

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alterknacker54 05.08.2018, 08:26
7. Ich bin dabei! Die Hoffnung stirbt nämlich zuletzt!

Jder Versuch in diese Richtung ist es wert! Als ehemaliges Mitglied der Grünen und auch der SPD bin ich immer wieder genau über die Unzulänglichkeiten gesolpert, wie sie oben beschrieben worden sind.
Lasst es uns versuchen! Wer kämpft, kann verlieren - wer nicht kämpft, hat schon verloren!

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r.mehring 05.08.2018, 08:26
8. Es ist schon bemerkenswert

das die Wähler in Deutschland schon sein Jahrzehnten immer wieder die Parteien wählen die für die jetzige Situation verantwortlich sind. Manipulation hat das Argument vollständig von der politischen Bühne verdrängt, Wunschvorstellungen obsiegen über Vernunft, Diffamierungen der unerträglichsten Art, auch von Foristen hier, die sich Reflexhaft geistig übergeben sicher weil sie noch in einer nicht verarbeiteten Vergangenheit leben. Die Medien gefallen sich in der Aufgabe die süßen kleinen leider so dummen Wähler zu erziehen damit ein jeder weiß wie er zu denken hat, wen er zu fürchten hat, wen er zu lieben hat. Dann bekommt das dumme Volk gute Noten, darf sich weltoffen nennen, der westlichen Wertegemeinschaft zugehörig fühlen. Abweichungen von der offiziellen Denkweise werden allerdings nicht liebevoll mild getadelt. Bei Fehldenken muss man sich die Eselsmütze aufsetzen und wird durchs global-digitale Dorf getrieben. Es wundert mich, dass noch so viele Menschen zur Wahl gehen und das System der Lügen und Manipulationen damit noch legitimieren.

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rumans 05.08.2018, 09:05
9. ... und aufgepasst. Bei Neuem sind sofort Missbraucher zur Stelle.

es wird von obskuren Ideen besetzt oder versucht wie damals Grüne durch Pädophile. Oder jetzt Homoehe erweitert um Zugriff auf heterosexuelle Adoptionskinder. Oder dieser arabische Frühling missbraucht und kaputtgemacht durch unterschiedlichste religiöse Radikale.
So böse sozial und =ökologisch der amerikanische und europäische Kapitalismus ist, so frei ermöglicht er doch soziale Ideen (erstmal und ansatzweise Verwirklichung) wie sonst nirgendwo auf der Welt. Wenn dies zerstört wird und kein Riegel vorgeschoben wird vor Entwicklung einer Funktionärskaste braucht man garnicht erst anfangen. Das betrifft insbesonders unbedarfte romantische Träumer als auch sich nicht kontrolliertsein lassende besserwissende egoistische Machtmenschen siehe Lenin Stalin Mao. Darauf gegenseitige Kontrolle checks and balances war die amerikanische Verfassung bedacht. Nur an die Macht des Kapitals bezüglich Werbung/Info vor Wahlen wurde nicht gedacht. Egoismus/Faulheit und Besitz+Macht müssen so reguliert, dass keine Anhäufung passiert. Leistungsloser Grundbesitz ist durch nichts begründet und darf nicht verwendet werden zur Arbeitsbegründung anderer überhaupt sein zu dürfen (=Skaverei).

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