Forum: Politik
Lobbyismus und Politik: Geld macht Macht
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Lobbyismus gehört zur Demokratie, doch die Waffen sind ungleich verteilt: Einfluss haben zu oft diejenigen, die ihn sich leisten können. Mit Korruption und käuflichen Politikern hat das aber nicht unbedingt etwas zu tun.

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Wulff Isebrand 01.10.2017, 12:45
1. Lobbyismus beginnt im Kleinen

Der Spuch "Beziehung schaden nur dem, der keine hat" war schon immer wahr. Gerade im Kleinen, auf der kommunalen Ebene wage ich ma die Aussage,daß das Verhältnis wie im Artikel beschrieben eher umegkehrt ist. Da kann man die Unbestechlichen eher mit der Lupe suchen. Nie werde ich vergessen, wie in unserem Dorf damals eine CDUU Politikerin Bürgermeisterin wurde, deren Mann ein Baugeschäft hatte. Die war noch kein Jahr im Amt, da explodierten bei ihrem Mann die Auftragsbücher. Den dah man llandesweit überall stehen. Als sie abgewählt wurde (auch deswegen) war das genauso schnell wieder vorbei.Oder in dem Dorf in dem ich jetzt wohne hat eine Tiefbaufirma , die für die Gemeinde ein Gebiet erschlossen hat, über das Gebiet hinaus noch ein angrenzendes Grundstück mit erschlossen und angebunden,das einem aus der Gemeindevertretung (auch Bauunternehmer, der dort gerne Flüchtlingswohungen bauen wollte) gehört. Die waren angeblich gerade da und bei vorherigen Gemeindevertretersitzungen hat dieser Baunternehmen vor Abstimmungen immer das Lokal verlassen, um nicht in den Ruch der Vorteilsnahme zu kommen. Das sind so Begebenheiten, die mich ganz stark an Politikern zweifeln lassen. Gut, mag nichts bedeuten und vielleicht tue ich denen nur Unrecht,aber ich weiß nicht........

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dennis_berber 01.10.2017, 12:47
2. Man muss sich nur die lukrativen Nebenjobs der Politiker anschauen

Ein Drittel aller Politiker haben lukrativ bezahlte Nebenjobs vor allem in Aufsichtsräten von Unternehmen, wo wenig Arbeit, viel Lobbyismus und gute Bezahlung lockt. Das allein die CDU fast 80 Prozent aller Einnahmen aus den Nebentätigkeiten für sich vereinnahmt spricht Bände. Politiker sind massiver Beeinflussung durch Unternehmensvertretern ausgesetzt, weil sie es selbst so wollen. Man muss halt auch nach dem Ausscheiden als Abgeordneter gut versorgt sein.
finwir.de/wirtschaft/die-lukrativen-nebentaetigkeiten-der-abgeordneten/

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ihawk 01.10.2017, 12:51
3. Lobbyismus gehört zur Demokratie?

Lobbyismus gehört per Definition explizit nicht zur Demokratie - dass Lobbyisten dennoch die Meinung der Politiker bestimmen, kann man getrost als politische Landplage bezeichnen.

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eggie 01.10.2017, 13:12
4.

In einer Zeit, in der Politiker die Posten lediglich als Belohnung für die Strapazen des Wahlkampfs begreifen und sodann Politik für das private Bedürfnisfeld betreiben, würde ich sagen, ergibt das Loblied auf Lobbyisten Sinn. Funktion der Medien wäre jedoch, das kritisch zu hinterfragen.

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rainer_daeschler 01.10.2017, 13:12
5. Zweierlei Maß

Wenn Beamte sich anfüttern lassen, gilt es als Korruption, bei Abgeordneten als Selbstverständlichkeit.

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IMOTEP 01.10.2017, 13:17
6. Pekunia

Lobbyismus in seinen auswüchsen ist Staatlich sanktionierter Betrug am Bürger. Siehe Dieselskandal, wo Lobbyisten im Ministerium Gesetze und Vorlagen formulierten und zur Anwendung brachten. Das alles war legal, setzte man doch nur die von Merkel propagierte: Marktkonforme Demokratie um. Was das Geld angeht, gilt bei den meisten der Protagonisten die Maxime (Pekunia non Olet. (Geld stinkt nicht).

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tuxrunner 01.10.2017, 13:20
7. Nicht so harmlos

Dass Lobbyismus nicht immer ganz so harmlos daherkommt, wie im Artikel beschrieben, kann man in anderen Artikeln dieses Hauses recherchieren:
Cum-Ex-Affäre Banken bezahlten offenbar Maulwurf im Ministerium
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/cum-ex-affaere-banken-bezahlten-maulwurf-im-finanzministerium-a-1122648.html
Cum-Ex-Skandal Die Regierung kaschiert ihr eigenes Versagen
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/cum-ex-skandal-die-regierung-kaschiert-ihr-eigenes-versagen-a-1153184.html

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sir wilfried 01.10.2017, 13:41
8. Es funktioniert so:

Der neue Abgeordnete wird zu einem Event eingeladen. Eine Dinner-Party z.B. Alles betörend luxuriös und begehrenswert. Bei dieser Gelegenheit wird eine Entscheidung von ihm erwartet: öffnet er sich den Wünschen seiner Gastgeber und deren Freunden im politischen Alltag, darf er auf weitere Einladungen hoffen. Tut er es nicht, wird er künftig auf solche Annehmlichkeiten verzichten müssen.
Mir fällt gerade kein anderer Begriff als Korruption ein.

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