Forum: Politik
Macrons Debüt bei EU-Treffen in Brüssel: Der Gipfelstürmer
DPA

Debüt für Frankreichs neuen Präsidenten beim EU-Gipfel in Brüssel: Emmanuel Macron bezirzte die anderen Teilnehmer - und konnte bei einem wichtigen Thema gleich punkten. Ganz anders erging es der Britin Theresa May.

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Ovum 23.06.2017, 06:39
1. Politik vom Feinsten

Macron ist ein hochbegabter und lupenreiner Politiker, dazu scheinbar unter einem guten Stern geboren. Dies ist aber leider kein Kompliment.
Wenn Cameron und Hollande nicht vollends versagt hätten, wäre sein Aufstieg nie so rasant verlaufen. Ohne Trump hätte die Präsidentschaftswahl in FR anders verlaufen können.
Nun sehen alle (ie, sehr viele) in Macron den Messias. Jedoch lassen seine herablassenden Bemerkungen, seine ungestüme Vorgehensweise und sein Verrat an Wahlversprechen das Schlimmste befürchten. Dass er die Direktive für Umwelthormone aufweichen lässt, ist für mich der Schlüsselmoment gewesen.
Ja, diese ENArchen sind letztendlich alle indoktrinierte Machtmenschen.
Armes Frankreich, Arme Welt.
Eine beunruhigende Zeit...

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Blankoscheck 23.06.2017, 06:40
2. Journaille hat ihren neuen Liebling gefunden

Nachdem wir ja uns 8 Jahre lang die Höhenflüge des Obamas ertragen mussten - über seinen Massenmord per Drohne, die von ihm initiierten und ausgeführen Staatsstreiche in Honduras und Paraguay, der von ihm nicht vollendete Staatsstreich in Venezuela, die Abschiebung von Kindern und Jugendlichen, fracking .... - hat die Journaille Macron für sich entdeckt. Dass Macron der Demokratie schon mehr geschadet hat, als Le Pen, bleibt unerwähnt, dass er auf dem Rücken der Armen und Abgehängten seinen politischen Weg geht, wird von SPIEGEL & Co. gefeiert. Gibt es noch so etwas wie kritischen Journalismus in Deutschland oder muss jetzt ein jeder auf die internationale Presse ausweichen?

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fabiofabio 23.06.2017, 06:41
3. Irgendwie erinnert mich

Macron an Obama.
Sehr guter Redner, Strahlemann, alle EU Politiker und Medien lieben ihn.
Die Hälfte (?) der Europäer mögen ihn.
30% der Franzosen wollen ihm eine Chance geben, das reicht in Frankreich, um mit absoluter Mehrheit zu regieren.
Mal schauen, was in 5 Jahren ist.

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spon_4_me 23.06.2017, 06:45
4. Ja, so leicht

ist es: Wir sind offenbar als Öffentlichkeit so hungrig nach magischen Symbolen und heilungsbringenden Gesten, dass Schulz in seinem kurzen Frühling und nun Macron (möge ihm ein langer Sommer beschert sein) schon Euphorie auslösen, wenn sie ein bißchen von Gerechtigkeit und Los geht's und Veränderung und Schokolade für alle reden.
Euch als Journalisten sollte das alarmieren. Denn ist ihnen allen - Sanders, Corbyn, Macron, Schulz, Trump, Tsipras, Wilders, Le Pen -- nicht eigen, dass sie an Emotionen appellieren und die nüchterne Analyse, das bräsige Abwägen des Für und Wider für uncool und establishment-like halten? Was wird dann aus Euch, SPON-Journalisten? Fanclub für die "Guten", Unkenchorus für die "Schlimmen"?

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round_robin 23.06.2017, 06:47
5. Und warum?

"In Deutschland sind die vielen Arbeitskräfte aus Osteuropa in den Unternehmen hoch willkommen, die in manchen Regionen händeringend nach Personal suchen. In Frankreich, wo die Arbeitslosigkeit immer noch bei rund zehn Prozent liegt, sieht das anders aus. "

Naja, ganz so hochwillkommen auch wieder nicht. Sie sind laut, interessieren sich nicht für Arbeitsschutz und geben dumme und freche Antworten. ABER: Sie arbeiten und sind billig. Das ist letztlich bei der Kalkulation der Baukosten und damit bei der Auftragsvergabe entscheidend.

Es erscheint vor genanntem Hintergrund fast sinnfrei zu sagen, dass alle französichen Arbeitsuchenden doch mal ein oder zwei Jahre in Deutschland auf dem Bau arbeiten sollten. Das helfe der französischen Wirtschaft gegen Arbeitslosigkeit und fördere die Verständigung unserer beiden Länder - trotz Sprachbarrieren. Russisch kann ich auch nicht, von daher ist das relativ egal, aus welchem Ausland der Mann auf dem Bau ist. Und ja: Der Mann auf dem Bau. Ich habe auf der praktischen Ebene noch nie eine Frau gesehen.

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Europa-Realist 23.06.2017, 06:58
6. Hoffnungsschimmer für die EU

Macron ist der Hoffnungsschimmer für Frankreich und die gesamte EU.
Ihm kann es gelingen, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen und die EU endlich wieder aufs richtige Gleis zu setzen.

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norgejenta 23.06.2017, 07:04
7. gut und böse

So die Fronten sind wieder mal gezogen zwischen gut und böse.. alles was die Briten machen ist schlecht, falsch und was weiss ich.. Und die Franzosen sind die neuen Supereuropäer.. Warten wir mal ab. Wenns drauf ankommt ist den Franzosen ihre eigene Hose näher als unser Hemd

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scratchpatch 23.06.2017, 07:15
8. Klingt irgendwie bekannt

Schulz-Hype, Macron-Hype, das alles kann sehr schnell vorbei und vergessen sein, wie man an Schulz gesehen hat. Viel interessanter ist die inhaltliche Seite, die mich schon überrascht. Hieß es nicht im Zusammenhang mit dem Brexit, dass die Personenfreizügigkeit unantastbar ist? Nun will nicht nur Großbritannien, sondern auch Frankreich sie einschränken? Und was hat es mit dem freien Handel auf sich, der ja auch noch vor kurzem das Mantra der EU war? Nun spricht Macron davon, französische Unternehmen vor unfairen Praktiken schützen zu müssen? Was genau ist dann der Unterschied zu Trump oder wird das eine Reaktion auf die bevorstehenden amerikanischen Maßnahmen gegen Stahl-Einfuhren?

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omanolika 23.06.2017, 07:28
9. Wenn Angela Merkel...

May`s Angebot bezeichnet als guten Anfang,
dann ist das doch schon echt ein Missklang,
der sozusagen wirklich betont die Strategie,
die man bezeichnen könnte als Vermeidung der Harmonie.

Allerdings ist es schon eine andere Chose,
wenn ja der frischgebackene Polit-Virtuose,
namens Macron, da ergreift ein Instrument,
wo er die EU gradezu verzückt, im Moment.

Bleibt zu hoffen, dass der Rest, den man vom EU-Konzert hört,
einen dann nicht doch noch auf skandalöse Weise empört...

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