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Medienecho zu 150 Jahren SPD: Besuch bei der alten Dame
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Die SPD feiert ihren 150. Geburtstag. Während "Corriere della Sera" meint, die SPD könne dieses Jubiläum "mit Stolz" begehen, sieht die "Financial Times" derzeit wenig Grund zum Feiern. Und so wird die "alte Dame" von der europäischen Presse beglückwünscht, bedauert und gescholten.

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andree_nalin 24.05.2013, 11:49
1. Peinlicher Zweckoptimismus zum 150.

Nachdem die AGENDA-Versager Schröder, Steinmeier, Steinbrück und Co. der alten Dame SPD mit Umverteilungsfantasien und -taten nach FDP-Manier das Messer in den Rücken stießen, ist nun vor der Bundestagswahl peinlicher Zweckoptimismus im Rahmen des 150. angesagt. Nur 27 % und weniger seit Jahren an Wählerzustimmung und neuerdings nicht mehr die Meinungsführerschaft bei Arbeitnehmerbelangen ! Das muss man erst mal mit so einer alten Partei schaffen ! Und wieder kommt Applaus von der falschen Seite: CDU, FDP und andere konservative Gruppen loben die (Umverteilungs)-Agenda. Diese Drecksarbeit konnte man ausgerechnet der SPD überlassen und sich fein im Hintergrund halten.
Auch wenn selbst Gauck (!!) die Hartz-Reformen als Notwendigkeit preist und andere immer und immer wieder die Agenda für die wirtschaftliche "Stärke" Deutschlands als Grund nennen, es wird nicht wahrer, dass Not und Elend bei vielen Menschen und in den Kommunen Alltag sind. Den Rahm schöpfen andere ab.

Lasst einfach mal auf solch einer Geburtstagsfeier Leute aus dem Volk zu Wort kommen. Was die Herrschenden zu sagen haben ist mittlerweile eh´ wurscht.

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pragmat. 24.05.2013, 12:11
2. Meine Gründe, eher CDU, als SPD zu wählen

So weit ist es schon gekommen, dass ich als SPD-Anhänger eher diesmal überlege die CDU zu wählen:
Der Finanzkapitalismus soll bekämpft werden. Die SPD will ihre mit Schröder eingeführte Liberalisierung der Märkte und Abwertung der Arbeitnehmerrechte sowie Schaffung des Billiglohnsektors durch 400 Eurojobs nicht zurücknehmen.
Steuerpolitik: Abschaffung des Ehegattensplitting trifft mich als Alleinverdiener einer vierköpfigen Familie ins Mark. Veränderung der Steuerprogression geht vermutlich auch zu meinen Lasten. Bei der Kraftlüge habe ich gesehen, dass Wahlversprechen pervertiert werden, wenns passt. Als alleinverdienender A 11 Beamter soll ich das xte Mal wieder schlechter gestellt werden und unter der Inflation eine Tarifanpassung erhalten. Die Kollegen mit 2 x A 10 sollen die volle Tarifübertragung erhalten. Das Gleiche wurde bereits beim Weihnachtsgeld etc. mit mir gemacht - es reicht. Als Ingenieur erhalte ich so viel wie eine Verwaltungsangestellter. Der Mittelstand wird von der SPD geknebelt und gleichzeitig werden Unternehmer und Banken geschont - ungerecht.
Umwelt: Der letztlich verabschiedete Windenergieerlass und die LEP Planung in Rheinland Pfalz lassen für mich erkennen, dass die (SPD/Grünen) Politiker darauf abzielen, dass die Projektmanager durch Einzelplanungen und Klagen gegenüber der Politik und den Bürgern obsiegen wird. Eine Steuerung der Reduzierung der Verunstaltung und Beeinträchtigungen durch Windkraftanlagen wird vom Bund und den Ländern abgelehnt. Die Bürgermeister und Landräte sind überfordert. Deshalb werden bei uns bald vermutlich 300 Meter über unserem Ort 40 Windenergieanlagen rotieren. Das ist keine Planung, sondern Wildwuchs von der SPD/Grünen Regierung gefördert.
Deshalb kann ich auch die Grünen statt der SPD nicht mehr wählen. Eine Stimme für die Linken hat keine Wirkung und würde von mir nicht gewollt den linken Rand unterstützen. Da bleibt bald nur noch die CDU

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frank_rademacher 24.05.2013, 12:16
3. Die marktradikalen in der spd haben die macht inne

Die SPD – Clique, die in Wirklichkeit in allen Belangen von Frank Walter Steinmeier geführt wird, dem Konstrukteur der Agenda 2010 und Vorbereiter der großen Koalition hat mit der alten SPD, deren 150. Geburtstag heute scheinheilig und heuchlerisch gefeiert wird, nichts aber überhaupt nichts mehr zu tun.
Die SPD ist inhaltslos geworden, weil man dem aktuellen Personal, denn verbliebenen Schröderianer:
Walter Steinmeier, Sarrazin, Scholz, Müntefui, Wolfgang Thierse, Dohnanyi, Gabriel, P€€R Steinbrück, Nahles, Beneter, Heil, Pronold, Dieter Wiefelspütz, Danckert u.v. mehr, und Seeheimer Verein ___________
nicht mehr über Weg traut. Sie können sozialdemokratische Ziele formulieren wir sie wollen, es glaubt ihnen keiner mehr. Noch ein paar dumme Kälber, die einmal mehr ihren Metzger selbst aussuchen.
Nach der Wahl September 2013 müssen endlich die seit 2005 überfälligen personellen Konsequenzen bei der SPD gezogen werden. Alle verbliebenen Schröderianer müssen im Hohen bogen aus der Partei entsorgt werden.
Ansonsten droht das Schicksal wie der PASOK, sozialdemokratische Partei in Griechenland, einst bei 42%, heute nur noch bei unbedeutenden 12%.

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friedrich_eckard 24.05.2013, 12:18
4.

Wenn im Herbst das unabwendbare Verhängnis schwarzrot2.0 über uns hereingebrochen sein wird, dann wird es nicht lange dauern bis man bemerkt, dass das, was man für eine Geburtstagsfeier gehalten hatte, tatsächlich eine Trauerfeier war - wobei man sich dann höchstens vielleicht noch fragen wird, ob tatsächlich Grund zur Trauer besteht, und ob die "alte Dame" nicht ein weniger ruhmloses Ende verdient gehabt hätte. Trotz der respektvollen Erinnerung an Namen wie Willy Brandt, Jochen Steffen und Peter von Oertzen neige ich, mit Blick auf den Nachfolger Kohls und seine Gang, seine Epigonen und deren aller Treiben dazu, beide Fragen mit einem klaren "Nein!" zu beantworten.

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derandersdenkende 24.05.2013, 12:22
5. Es war peinlich

Zitat von sysop
Die SPD feiert ihren 150. Geburtstag. Während "Corriere della Sera" meint, die SPD könne dieses Jubiläum "mit Stolz" begehen, sieht die "Financial Times" derzeit wenig Grund zum Feiern. Und so wird die "alte Dame" von der europäischen Presse beglückwünscht, bedauert und gescholten.
bis zum Erbrechen!
Die spätrömische Dekadenz feierte sich selbst und wie es ihr gelang, die einstmals stolze Partei unterdrückter Massen in eine Wahlmaschine zur eigenen Entartung zu verwandeln!
Die sich selbst feierten, spuckten gleichzeitig den tatsächlichen Sozialdemokraten ins Gesicht und die übergroße Zahl unserer Bürger meint inzwischen, daß diese Partei nichts mehr mit Sozialdemokratie zu tun hat.
Es steckt nicht drin, was drauf steht!
Und dies zu feiern, dafür bestand wirklich kein Grund.
Eine Beisetzungsfeier wäre glaubwürdiger gewesen!

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josef.unterwerner 24.05.2013, 12:25
6. Spd

Das los der SPD und auch anderer sozialdemokratischer Parteien in Europa ist, dass sie oft Vorreiter von -nicht nur Sozial- Reformen sind, diese auch anpacken müssen wenn sie die Regierung stellen oder beteiligt sind, nachdem die Konservativen den Laden an die Wand gefahren haben. Dies bedeitet meist, Verunsicherung und Belastung für die Bürger/Wähler, vor allen Dingen die eigenen Wähler und Sympathisanten. Dann beginnen die eingeschlagenen Reformen unter meist auch großen innerparteilichen Diskussionen zu greifen, meist nicht gleich in einer Legislatur, da stehen die Konservativen wieder bereit, sich mit den schönen Federn zu schmücken. Es ist wie im wahren Leben, den Wohlstand z.B. in D erwirtschaften nicht die Eliten, Manager, Führungskräfte, konservative Gefolgsleute sondern die hart arbeitenden Arbeiter und Angestellten, die oft nicht am wirtschaftlichen Wachstum profitieren sondern wie früher eher ausgbeutet, betrogen, abgeschoben werden. Da dieseschichten keine Vertretungen mehr haben weder Gewerkschaften die sich einsetzen, noch andere sozial ausgerichtete Organisationen, gewinnen die nächen Wahlen wieder die Konservativen. Die leben oft auf Kosten der Vorkämpfer, Reformer bzw. können mit Leichtigkeit auf den bereits eingetretenen Veränderungen weiter machen und sich die Orden dann an die Brust heften. Das Fett bekamen schon die anderen ab. Ganz schlimm ist, wenn sich sozialdemokratische Parteien, Organisationen an die Rockzipfel der Wirtschaftsbosse hängen und meinen, devot diesen dienen zu müssen. Die Herren halten sich die Bäuche vor Lachen und loben dann evtl. die eingeleiteten Reformen. Leider, SPD, es wird nie mehr reichen, denke ich. Auch weil die Demographie zuschlägt, immer mehr, die konsumorientierten Bürger an Politik a la SPD, Reformen, Themen nicht interessiert sind, nicht zur Wahl gehen, die jungen Wähler auch nicht und die Konservativen auf ihre Stämme zählen können. Sozialdemokraten dürfen sich auch wenn sie in einer Regierung sind keine Fehler erlauben, es wird sofort abgestraft. Die Konservativen können machen was sie wollen, denen schadet es nicht oder nur ganz wenig. Weil sie Wohlstands-/Wachstums-Mainstream schwimmen.

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qualidax 24.05.2013, 12:40
7. die SPD ist überflüssig ...

... sie reden links und sozial und tun immer genau das Gegenteil. Es sind angepasste opportunistische Schwätzer. Die SPD mag mal zu Zeiten Bismarcks progressiv gewesen sein, spätestens nach dem WK1 war es damit vorbei. Verräter und Umfaller - zumindest was die Führung angeht. Leider lassen sich noch viel zu viele Wähler blenden. Da ist mir ja fast schon ein "ehrlicher Nazi" lieber, der sagt wenigstens, wass seine Absichen sind ...

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pace335 24.05.2013, 12:59
8. 27% für die SPD?

Wer in Gottes Namen wählt die denn noch??? Diese Gurkentruppe wird doch nur noch von der Dagegenpartei, den Grünen getopt, unglaublich das sie beiden zusammen über 40% erreichen. Da gibt es doch nur noch eine Erklärung, wir Deutsche haben immernoch zu viel Geld!

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Kurt2.1 24.05.2013, 13:35
9. .

Zitat von sysop
Die SPD feiert ihren 150. Geburtstag. Während "Corriere della Sera" meint, die SPD könne dieses Jubiläum "mit Stolz" begehen, sieht die "Financial Times" derzeit wenig Grund zum Feiern. Und so wird die "alte Dame" von der europäischen Presse beglückwünscht, bedauert und gescholten.
Allgemein geht man in Europa freundlich mit der SPD um, die FT muss wohl so schreiben, wobei mir unklar ist, was sie mit ihren Empfehlungen bezweckt.
Über den Artikel der griechischen Zeitung muss man noch einmal gesondert reden, da hier wieder einiges beschönigt wird.

Die polnische Zeitung hat es meines Erachtens nach am Ehesten getroffen, da sie auf das Vermögen der SPD, stets erst das Land und seine Menschen zu sehen und danach erst die Partei, etwas sehr Wahres ausgesprochen hat.

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