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Merkels Abschied vom CDU-Vorsitz: Dass nichts bleibt wie es war
[M] DPA; AFP; Getty Images

Nach 18 Jahren ist Schluss: Angela Merkel gibt den CDU-Vorsitz ab. Sie verpasste der alten Partei ein neues Gesicht, verhalf den Christdemokraten zu großen Erfolgen - bis es zuletzt bergab ging. Die Bilanz.

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Neapolitaner 06.12.2018, 18:33
1. Zu großen Erfolgen?

2005 landete die CDU nur bei 35,2 %, 3% schlechter als bei der Wahl 2002 mit Stoiber als Kandidat. Dabei gab es 2005 noch keine AfD. Die SPD konnte bei extrem schwieriger Ausgangslage noch 34% mit Schröder holen. 2009 war das Ergebnis für Merkel und ihre CDU 33%, also noch weniger als 2005 . Die FDP triumphierte mit über 14%, war aber in der Folge nicht in der Lage, sich gegen Merkel durchzusetzen und verlor die Wahl 2013. Das kam der CDU zugute. Da bekam Merkel einmal wirklich ein gutes Ergebnis mit 41%. Jetzt, 2018, liegt die CDU unter 30%. Die CDU wird die AfD-Wähler nicht mehr einfangen können, so dass in Zukunft für die CDU die 30% ein hehres Ziel sind, das man erst einmal schaffen muss. Die Merkel-"Erfolge" sind keine.

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Newspeak 06.12.2018, 18:36
2. ....

Merkel sitzt selbst noch ihren Abgang endlos aus. Kein Sinn fuer Verantwortungsbewusstsein, ein Land so lange in Geiselhaft zu nehmen, bis wieder jemand Kanzler ist, der eine echte Vision fuer Deutschland und Europa hat, und nicht zum Jagen getragen werden muss. Was wollte sie eigentlich mit diesem Amt, ausser es haben? Wollte sie auch nur einmal irgendetwas von Herzen und aus persoenlicher Ueberzeugung damit anfangen? Regieren statt reagieren? Kohl hat Dinge ausgesessen, weil zum Willen zur Macht auch der Wille zur Gestaltung kam. Merkel wird als grosse Zauderin in die Geschichte eingehen, und ich bin mir nicht sicher, ob man ihre Rolle in 50 Jahren noch besonders positiv sehen wird, in einer Zeit, wo vielleicht Europa auseinanderfaellt, der Kalte Krieg zurueckkehrt, und dutzendfach Zukunftschancen fuer Deutschland verschlafen werden.

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schelmchen 06.12.2018, 18:38
3.

Angela Merkel hat der CDU keine einzige Stimme mehr eingebracht, sondern viel mehr den Wählerngruppen anderer Parteien einen Maulkorb verpasst, indem sie Diskussionen, die der CDU nicht in den Kram passten, einfach geentert und abgewürgt hat. Auch bekannt als assymetrische Demobilisierung. Bei der Flüchtlingskrise ist ihr diese Strategie endgültig komplett aus der Kontrolle geraten, auch weil sie keinen blassen Schimmer hatte, wie das deutsche und europäische Recht eigentlich funktionieren und ihre ehemals treuen Verbündeten Orban und Kurz haben sie einfach ins offene Messer laufen lassen.

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Georgtiffy 06.12.2018, 18:40
4.

- "Modernisierung nennen es diejenigen, die es wohl meinen mit Angela Merkel. Ihre Kritiker sprechen hingegen vom Linksruck, auch eine "Sozialdemokratisierung" der CDU wird mit schöner Regelmäßigkeit diagnostiziert. Schon ihre Krönung zur Parteichefin im April 2000 war eine Revolution: Eine Frau aus dem Osten, Protestantin, übernimmt den westdeutsch geprägten, mehrheitlich katholischen Männerverein. Das war wohl nur möglich, weil die CDU zu dem Zeitpunkt im Spendensumpf zu versinken drohte. Denn Merkel, die Außenseiterin, war unbelastet." - Sie war schon damals aber vorbelastet. In einem anderen Spiegel-Artikel steht nämlich: 18 Jahre lang gab es für die CDU genau eine Option: Angela Merkel war die einzige Kandidatin, die bei der Wahl für den Parteivorsitz antrat. Und stets stimmten mindestens 88 Prozent der Delegierten für sie - keine Diskussion. Klingt eher nach der DDR-2 als nach einer Modernisierung. Es hat sich auch so entwickelt. Frau Merkel kam nach Westen im Alter von 36 Jahren. In diesem Alter ist man schon erwachsener Mensch mit einer Vergangenheit und fester Überzeugung. Das war bei ihr der Sozialismus. Deshalb kam diese Entwicklung in der Partei nicht überraschend. Erschreckender war allerdings, wie schnell und effektiv sich die CDU ihrem linksseitigen Drill unterwarf.

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checkitoutple 06.12.2018, 18:45
5. War schon klar das Merkel nicht mal weis was Konservativ bedeutet

Es bedeutet Bewahrend. Dabei geht es darum Dinge die sich bewährd haben zu schützen. Merkel hat das nie verstaden und nie eingehalten. Sie ist eben ein Irrlicht welches vorgaukelt Stabiltät zu bringen. In wirklichkeit bringt sie Chaos und Unfrieden.
Ihr Verhalten ist äußerst Undemokratisch immer wieder übergeht sie in ihrer Zeit das Parlament. Immer wieder besteht sie auf Alternativlos, wenn es durchaus Alternativen gab.
Sie ist dasGilft welches die Politische Kultur des Landes schwer beschädigt hat und Rechtsradikale in Deutschland wieder zu einer starken Kraft hat werden lassen.
Da braucht man keine Lobeshymnen drauf schreiben da bleibt nur Verachtung, weil sie als Mehlwurm der Demokratie Deutschland in der Politischen Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen hat.

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Watschn 06.12.2018, 18:48
6. Es ging eigentlich bereits nach ihrer Amtsübernahme 2005 bergab...

Ab dann nämlich verfestigte sie nach ihrem verunglückten CDU-Wahlkampf die gesellschaftspolitische Grünlinkswerdung der CDU...(siehe google > Pizza Connection - Politik). Und lies damit die SPD ausbluten.
Klar ist auch, das Merkel nur eine Schönwetterkapitänin ist. Solange die See ruhig blieb (bis 2008), ging es im Trott alleine. Aber im Sturm u. bei schwerer See, ist sie nicht mehr zu gebrauchen. Entweder musste ihr jemand zur Seite stehen, Steinbrück (bei der Banken- u. Finanzkrise) u. Schäuble (bei der Euro- u. Griechenlandkrise).

Sobald es sie an Problemen allein versuchte, kam fast nur Murks u. Versagen raus...Beginnend bei der Bundeswehr (Wehrpflicht, Ausfinanzierung), über die missglückte u. überteuerte Energiewende, des Euro-No-Bail-Out-Bruchs-Standing.-Versagens bei Sarkoszy ('Entweder ist Deutschland bei der Griechenlandfinanzierung dabei, oder Frankreich verlässt den Euro...') samt scih äufnenden Euro-Bio.-Schuldenhaftungsverpflichtungen..
Dann kam ihr 'Meisterstück' (andere reden von 'Merkel-Weltmarke') der unkontr. Mio-Armutsmassenmigration aus meist archaisch-islam. Kulturen des arab./(nord)afr. Islambogens. Und die Sahne obendrauf lieferte sie mit der Entsorgung des EU-Dublin III- Regelwerks u. damit der massgeblichen Befeuerung des Brexits. Und mit der Spaltung der EU (Asyl, Migration, EU-Resettlements) setzte sie noch die Kirsche auf die Sahne...

Was hat sie eigentlich eigenhändig während ihrer Amtszeit Positives vollbracht?.... Nicht viel, sieht man von ihren Aussenpolitik-Moderationsversuchen (Minsker-Quartett, Putin) ab...
Die Bilanz im Vgl. zu ihren Vorgängern (Adenauer, Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder) ist schlicht desaströs u. unterirdisch. Noch nie gab es im Nachkriegsdeutschland solch eine schlechte Kanzler-Bilanz...

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Palmstroem 06.12.2018, 18:52
7. Wieso bergab?

Unter Merkel hat die CDU von den fünf Wahlen der letzten zwei Jahre vier gewonnen. Wie kann man das
"bergab" nennen. Frau Merkel hat die CDU nicht entkernt und nicht sozialdemokratisiert, sie hat sie in Zeiten von Rot-Rot-Grünen Mehrheiten regierungsfähig gehalten. Wie kommt man nur darauf, dass ein Merz, zu dessen Zeiten Gerd Schröder und Rot-Grün die Wahlen gewonnen haben, die CDU besser aufgestellt gewesen wäre!

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grottenolm1 06.12.2018, 18:57
8. Wie sagte

einmal ein Bekannter:
Ich habe sie nicht für das gewählt, was sie dann gemacht hat.
Genau das ist es.

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grottenolm1 06.12.2018, 18:58
9. Die erbärmliche

Zitat von Georgtiffy
- "Modernisierung nennen es diejenigen, die es wohl meinen mit Angela Merkel. Ihre Kritiker sprechen hingegen vom Linksruck, auch eine "Sozialdemokratisierung" der CDU wird mit schöner Regelmäßigkeit diagnostiziert. Schon ihre Krönung zur Parteichefin im April 2000 war eine Revolution: Eine Frau aus dem Osten, Protestantin, übernimmt den westdeutsch geprägten, mehrheitlich katholischen Männerverein. Das war wohl nur möglich, weil die CDU zu dem Zeitpunkt im Spendensumpf zu versinken drohte. Denn Merkel, die Außenseiterin, war unbelastet." - Sie war schon damals aber vorbelastet. In einem anderen Spiegel-Artikel steht nämlich: 18 Jahre lang gab es für die CDU genau eine Option: Angela Merkel war die einzige Kandidatin, die bei der Wahl für den Parteivorsitz antrat. Und stets stimmten mindestens 88 Prozent der Delegierten für sie - keine Diskussion. Klingt eher nach der DDR-2 als nach einer Modernisierung. Es hat sich auch so entwickelt. Frau Merkel kam nach Westen im Alter von 36 Jahren. In diesem Alter ist man schon erwachsener Mensch mit einer Vergangenheit und fester Überzeugung. Das war bei ihr der Sozialismus. Deshalb kam diese Entwicklung in der Partei nicht überraschend. Erschreckender war allerdings, wie schnell und effektiv sich die CDU ihrem linksseitigen Drill unterwarf.
Vasallenhaltung zeigen am besten Leute wie Kauder, Altmaier, v.d.Leyen ,Laschet, Boffier, Blüm usw... die Totengräber der Union.

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