Forum: Politik
Midterm-Wahlen in den USA: Das Albtraum-Szenario
AFP

Chaos im Weißen Haus - und sogar Barack Obama attackiert seinen Nachfolger Donald Trump: In den USA wird mit einer Niederlage der Republikaner bei den Midterm-Wahlen gerechnet. Doch es kann auch noch ganz anders kommen.

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Abahallo! 11.09.2018, 07:57
10. Instabilität

Erschreckend ist unter anderem dèr strukturelle Grad an Stabilität, durch den, u.a., die politische Entwicklung in den USA möglich ist. Nur eine Legislaturperiode entfernt von der Möglichkeit, zur Autokratie zu werden und viel von dem aufzugeben, was den guten Ruf von Land & Leuten aufgebaut hatte. Das System ist schwach, weil es so stark vom gutem Willen und dem stillschweigenden Konsens zu den Rahmenbedingungen des höchsten Amtes abhängt. Nun offenbart sich diese Schwäche in erschreckender Weise, bedrohlich auch für Alle ausserhalb der USA. Wir erleben vielleicht das Ende einer Ära. Aber auch in Europa sind die Grundwerte und die Basis unseres Wohlergehens bedroht: Menschenrechte, soziales Miteinander, Meinungs- und Pressefreiheit, Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit, .... all diese Errungenschaften machen heute die Kultur des Westens aus, und dies scheint vielen zu selbstverständlich als denn zu verteidigendes Gemeingut. Gleichzeitig erleben wir gerade auch in Europa den massiven und entschlossenen Angriff rechter Gruppen und Individuen auf diese Errungenschaften. Nicht bleibt, wie es ist, und das ist gut so. Wir müssen Obacht geben, dass die Veränderung nicht Gutes zerstört sondern weiter entwickelt zu noch Besserem.

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KingTut 11.09.2018, 08:00
11. Es wäre eine Katastrophe

Die Vereinigten Staaten befinden sich in einer schweren Krise, an der einzig ihr Präsident Donald Trump schuld ist. Die Midterm elections könnten insofern die letzte Chance sein, ein Abgleiten der USA in eine Autokratie zu verhindern. Auch ich bin der Meinung, dass die Chancen für die Demokraten gut stehen. Das spürt man auch in den verschiedenen Internet Foren, wenn man mal von Fox News absieht.
Die Menschen sind entsetzt darüber, dass an der Staatspitze ein Mann steht, der nach Einschätzung seiner eigenen Mitarbeiter "immoral and unfit for office" ist, dem also jegliche moralische Voraussetzungen (vom fachlichen ganz abgesehen) für dieses Amt fehlen. Seine Skandale, die Personalfluktuation im Weißen Haus, sein krankhafter Geltungsdrang und seine zahlreichen Lügen müssen doch auch dem letzten Amerikaner vor Augen führen, dass dieser Mann schnellst möglich aus dem Amt entfernt werden muss.
Ein Paradebeispiel war sein gestriger Tweet, wonach das Bruttoinlandsprodukt erstmals seit 100 Jahren höher lag als die Arbeitslosenquote. Eine Lüge, die unschwer zu widerlegen war, wie z.B. durch den Wirtschaftsprofessor Justin Wolfers via Twitter, der 62 solcher Ereignisse in der amerikanischen Geschichte in seinem Tweet aufführte. In allen namhaften Nachrichtensendern wurde diese Meldung verbreitet. Warum diese plumpen, leicht durchschaubaren Lügen? So etwas ist doch mit dem gesunden Menschenverstand (medizinisch gesehen) nicht nachvollziehbar.
Was den Wirtschaftsaufschwung in den USA betrifft, so sei darauf hingewiesen, dass dieser bereits vor 9 Jahren unter Obama begann. Trump vereinnahmt hier also dreist den Erfolg seines Amtsvorgängers, dessen Andenken er bei jeder Gelegenheit in den Schmutz zieht.

In privaten Gesprächen geben nicht wenige Republikaner zu, dass Trump eine Hypothek für das Land ist, aber keiner hat den Mut, außer dem verstorbenen Senator John McCain, gegen Trump aufzubegehren.
Hoffentlich durchschauen das auch sehr viele ihrer Wähler und stimmen am 6. November für die Demokraten. Alles andere wäre eine Katastrophe - nicht nur für die USA -, wie von Herrn Nelles sehr anschaulich beschrieben.

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chronoc 11.09.2018, 08:10
12. BALD ist alles wieder fein!

Trump wird ganz sicher nicht noch mal erneut so weit kommen. Dann wird wieder so regiert, wie es der verängstigte Gewohnheitsbürger kennt. Korrupt, menschenverachtend, kriegstreibend und arrogant. Nur eben schön unter Professionalität verborgen, wie bei Trumps Vorgängern. Trump ist ein absolutes Trampel und er hat nicht alle Tassen im Schrank. Aber er ist wenigstens offen korrupt, menschenverachtend, kriegstreibend und arrogant. Unter ihm wurde die Dreckigkeit dieses Amtes endlich mal offen ausgelebt. Nur leider wird es wenig bringen, denn die Menschen wünschen sich die versteckte Originalversion zurück.

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m.a.w. 11.09.2018, 08:16
13. Wunschdenken hilft nicht

Es ist genau so wie im Artikel angedeutet. Je mehr die Medien Trump attackieren und Siegesgewissheit verbreiten, desto motivierterer seine Anhänger, in deren Augen er alles richtig macht, alles umsetzt was er versprochen hat oder zumindest umsetzen würde wenn ihn die bösen Demokraten nicht hindern würden. Dann noch der Artikel über heimliche Blockaden im weißen Haus, dass kommt einer Meuterei gleich. Das motiviert noch mehr Trump zu stützen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch meine.
Aber macht euch keine Illusionen, das undenkbare steht näher vor der Tür als wir uns vorgaukeln.

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willi83 11.09.2018, 08:17
14. Zu viel des Guten (Schlechten)

Leider ein Kommentar aus der Reihe „Was wäre wenn“ und „Wenn, dann..“

Was wäre, wenn Trump vorher noch einen Krieg in Syrien losbricht? Was wäre, wenn er Mueller einfach entlässt? Was wäre, wenn es einen Skandal auf Seiten der Demokraten gäbe?
Solche Spekulationen sind äußerst ermüdend und ich halte mich dann doch lieber an den wahrscheinlichen Ausgang.

Zudem ist die Schlussfolgerung, die USA würden in eine Autokratie rutschen mehr als überzogen. Die vergangenen Wochen und die Rückschau wird zeigen, dass die demokratischen Kräfte Innerhalb der USA sehr wohl auch mit einem solchen Präsidenten klar kommen. Das System ist m.E. nach stabiler als es den Anschein hat.

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ruediger 11.09.2018, 08:28
15.

Im Senat stehen fast nur Demokraten und Independents zur Wiederwahl an (23+2 von 33). Da wäre es äußerst unwahrscheinlich dass die Republikaner die Mehrheit verlieren.
Und auch im Kongress ist bei der erfreulichen Wirtschaftslage eine drastische Veränderung nicht zu erwarten.

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hausfeen 11.09.2018, 08:35
16. De Demokraten hätten gleich nach der Wahl einen Kontrahenten ...

.... oder eine Kontrahentin aufbauen müssen. Sie halten sich zu sehr an das althergebrachte Prozeder. Ja, die traditionellen Vorwahlen hätte man sofort nach der Niederlage abhalten müssen, um einen unbelasteten, charismatischeren Konterpart zu finden.

Trump dagegen ist sofort in den Wahlkampfring gestiegen und steht bis heute da ohne Gegner, außer sich selbst.

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dragon75 11.09.2018, 08:41
17. Also nach Gerrymandering

und gezielter Wählerunterdrückung sind es auch wieder die Republikaner die gegen nachvollziehbare Wahlen sind, und gegen eine Reform zu einem demokratischerem System hin sowieso. Würde mich nicht wundern wenn in ein paar Jahrzehnten herauskommt, dass ordentlich manipuliert wurde. Es geht einfach um zu viel Geld!

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J_A_P 11.09.2018, 08:49
18. selbst gemachte Leiden

egal wohin man schaut. Die moderaten, politischen Kräfte werden abgestraft. Warum? Nun, ich habe da eine These die mit dem Wirtschaftssystem zusammenhängt. Der Kapitalismus ist ja per se nicht schlecht. Wenn er gelenkt und im Zaum gehalten wird. Nur das haben die Regierungen der letzten Jahrzehnten nur schlecht umgesetzt. Weltweit! Die Teilhabe des Bürgers am Gewinn wurde immer kleiner und die Gewinne der Reichen immer Größer.

Dank Social Media bekommt dafür auch der letzte Ignorant mit wie weit sich die da oben von ihm entfernt haben. Und auch wie gerecht die Rechtsprechung ist wenn es um große Firmen und Konzerne geht.

Als es noch ging und der Staat dem Ideenklau der Chinesen hätte konsequent begegnen können, da hat er gekniffen ...weil man der eigenen Wirtschaft nicht den großen, heiligen Markt versauen wollte. Als dann der Bumerang kam war die einzige Lösung, die den Mächtigen einfiel, das Mantra der Lohnzurückhaltung. Und dies sorgt bis heute für den Wahnsinns Exportüberschuss.

Mehr Gewinn für Unternehmer und Konzerne. Gewinn, der nicht weiter gegeben wird. Der Staat rettet Banken und schafft ein Umfeld für das Kapital. Dem wird alles geopfert. Überall Mangel und überall Staatsversagen. Donald Trump hat die Unzufriedenen eingesammelt. Er wird es nicht besser machen ...dafür ist es imho zu spät. Und vor allem hat er es auch nicht vor. Er macht Politik für sich und seine Freunde. Und die Bürger haben nach all den Jahren die Nase voll und suchen Ihr Heil bei dem, der Wunder verspricht. Deswegen ....abwarten ....so unglaublich es klingt.

Es ist schon zum heulen, dass gerade in Deutschland die Rechte wieder so erstarkt. Aber auch hier sehe ich nur einen kleinen extremen Kreis. Den Rest stufe ich als frustrierte Mitläufer ein. Wenn nicht, dann verstehe ich die Welt nicht mehr und dann gnade uns Gott.

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Entsetzen 11.09.2018, 08:51
19. Auch ich würde Trump nicht abschreiben

Wenngleich ein Insider ihm den Intellekt eines Fünftklässlers bescheinigt, bedeutet gerade das, dass seine Chancen auf Wahlgewinne und auch die Wiederwahl riesig sind, weil er genau mit diesem Intellekt den normalen Amerikaner am meisten anspricht. Wir werden uns damit abfinden müssen, dass seine Männerfreundschaften mit Putin, Kim usw. weiter gehen.

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