Forum: Politik
Münchhausen-Check: Gibt es eine Lügenpresse?
AFP

Der Umgang mit den Bildern vom Pariser Marsch der Mächtigen belege, dass das Wort 'Lügenpresse' nicht nur ein Hirngespinst der Pegida-Anhänger sei, meint "taz"-Chefin Pohl. Die SPIEGEL-Dokumentation machte den Faktencheck. Hat sie Recht?

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SeltenPoster 15.01.2015, 19:52
1. Es ist schon ein Unterschied...

Zitat von
Alle geschilderten Fälle haben eines gemeinsam: Sie kamen ans Licht und wurden dann - oft kontrovers - diskutiert, eingeordnet und wenn nötig richtiggestellt, und zwar, das ist unser Argument, von unseren Medien selbst - zu denen im Übrigen nicht nur "Tagesschau", "taz" oder SPIEGEL, sondern natürlich auch Blogger und Publizisten zählen.
Es ist schon ein Unterschied, ob eine falsche Darstellung von den Medien selbst entdeckt und anschließend mit der notwendigen Erklärung und ggf. Entschuldigung gegenüber den Lesern richtig gestellt wird -- in diesem Fall wäre der Begriff Lügenpresse vielleicht wirklich fehl am Platz.

Wenn man aber die Manipulation erst dann zugibt (wenn überhaupt), nachdem die Sache von externen Quellen unleugenbar dargelegt wird, dann sieht die Sache schon ganz anders aus.

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didoma 15.01.2015, 19:54
2. Leider ist es ja die Wahrheit

es stimmt. Wenn man RTL denkt mit den PEGIDA Anhänger umgeht und es verkaufen will. SPON lenkt es ja auch, da es nicht überall Kommentare erlaubt :(

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Badischer Revoluzzer 15.01.2015, 19:58
3. Eindeutig: JA

es gibt Presseleute die schreiben Lügen was das Zeug hält, nur um ihre Meinung als vierte Kraft im Staat durchzusetzen. Medien werden mißbraucht, um Politiker oder Meinungen zu "machen" oder zu Vernichten. Ich erinnere mich noch gut an eine Fernsehsendung zur Einführung des Euro, wo eine bundesdeutsche Zustimmung von 84% nach einer Umfraage angegeben wurde. Das Publikum im Studio war laut empört über diese offensichtliche Lüge.

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bdxc 15.01.2015, 19:59
4. Bewusste

In einer gut funktionierenden Demokratie wie der unsrigen mit ihren vielfältigen "Checks & Balances", die auch und gerade durch die "vierte Gewalt" ausgeübt werden, kann es gar keine "Lügenpresse" geben. Natürlich wird immer wieder einmal das Printmedium A zu einem bestimmten Ereignis einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt setzen als der Sender B oder das Internetportal C. Aber in der Gesamtschau ergibt sich die Ausgewogenheit gerade durch die Breite dieses Ansatzes. Eine Breite übrigens, die nicht nur von Islamisten, sondern auch von AfD, Pegida und Diktatoren-Verstehern vehement bekämpft wird.

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haraldhenn 15.01.2015, 20:01
5.

Ich lese in diesem Beitrag, dass Luegen und Manipulationen "immer wieder vorkommen" und Schwitzflecken "kosmetisch" wegretouschiert werden. Stopp! So geht es nicht, werte Redaktion. Was soll aus unserem Beruf werden? Wer nicht bei der Wahrheit bleiben kann, sollte Dichter werden. Wenn jemand aus Ihrer Familie bei der Magen-OP stirbt und der Arzt sagt Ihnen später, das "komme vor" - dann sollten sie ihm nicht boese sein. Aber entscheiden werden es die Leser. Wenn die Auflagen in Masse schwinden, wie es ja jetzt der Fall ist - kommt vor.

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karlsiegfried 15.01.2015, 20:01
6. In jedem Fall

Sinngemässes Zitat aus Dovifat, Emil, Handbuch der Publizistik, 1965. Publzistsik ist die Teilnahme an der Meinungs- und Willensbildung der Rezipienten (Leser, Hörer, Zuschauer). Weiterhin spricht er von einen objektiven Subjektivität. 'Dovifat sah den Journalismus als eine Form der Publizistik an, unter der er „jede öffentlich bedingte und öffentlich geübte geistige Einwirkung auf die Öffentlichkeit, um diese ganz oder in Teilen durch freie Überzeugung oder kollektiven Zwang mit Gesinnungskräften über Wissen und Wollen im Tun und Handeln zu bestimmen“, verstand. (Dovifat, 1968, 5). Quelle: http://luhmann.uni-trier.de/index.php?title=Emil_Dovifat_(1890-1969) Das sagt in jedem Fall, die Medien unternehmen zumindest den Versuch, ihre Meinung als die wahre Meinung zu verkaufen. Wobei in der heutigen Zeit der Diskurs oder die Betrachtung mit anderen Meienungsbildern fehlt. Allein die bewusste Auslassung von anderen Meinungsbildern, die Auslassung von Fakten und so weiter, verfälscht das Thema. Aber auch gleichförmige Berichterstattungen weil sie im Trend, aber nicht unbedingt in der Wahrheit liegen. Kommt auch bei SPON vor. Das weiss jeder, der an den Forenteilnehmer. Und inbsesondere dann, wenn nicht konforme Beiträge von Foristen einfach von SPON gestrichen werden. Mal sehen, ob dieser Beitrag erscheinen wird.

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Christianp_3 15.01.2015, 20:01
7. Treppenwitz

Liebe SPON-Redaktion,

ich musste wirklich lachen als, ich Ihren Beitrag laß. Da berichten Sie über die TAZ, dass diese bei einem unangenehmen Artikel die Herkunft der Täter verschweigt, was durchaus zu kritisieren wäre, aber kein Beweis für eine "Lügenpresse" wäre.
Kurz zuvor habe ich einen Artikel auf SPON gelesen, wo es um den Gewaltausbruch in Hameln ging. Ein unangenehmer Artikel, nicht war, denn Sie verschweigen ihren Lesern, dass es sich um eine libanesiche Großfamilie handelt!

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hcl_08 15.01.2015, 20:01
8. Was für eine abstruse Schlussfolgerung

die nichts anderes belegt, als die tatsächliche Existenz einer Lügenpresse.

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blurps11 15.01.2015, 20:02
9.

Kann man sicherlich so sehen. Nur: Warum gibt es u.a. bei Gniffke denn immer noch kein Bewusstsein dafür, wie Manipulationen wie der vermeintliche Marsch der Politiker wirken ?

Das muss man doch nach dem Trubel um Putin, Pegida, usw. irgendwann mal begreifen und gleich seriöser arbeiten ?

Gerade in diesem Fall kann man sich auch nicht mit wirtschaftlichen Zwängen herausreden. Das Material ist ja da, bearbeitet wurde es sowieso umfangreich.

Zwischen "Lügenpresse !" und "alles super" gibt es noch ein paar Abstufungen und Sie dürfen den meisten Lesern durchaus zutrauen, das auch zu erkennen.

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