Forum: Politik
Nach dem Referendum in der Türkei: Das Ende der deutschen Illusionen
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Haben wir Deutschen so wenig aus unserer Geschichte gelernt, dass wir angesichts des Verfalls der türkischen Demokratie zur Tagesordnung übergehen wollen? Es ist an der Zeit, endlich Farbe zu bekennen.

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Leibdschor 20.04.2017, 20:50
0. Alles gesagt

Mehr kann man dazu nicht sagen. Die Analyse der Lage ist genau richtig. Alle die erzogen gut finden in die Türkei zurück, die Demokraten Asyl gewähren. Dann haben wir auch wieder Ruhe im eigenen Land und unter unseren türkischen Mitbürgern.

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ichliebeeuchdochalle 20.04.2017, 20:53
1.

Ganz ruhig, guter Mann. Gastbeiträge auf dem Niveau von Stammtisch-Gegröle bringen's doch nicht. Die Frau Merkel läßt solche Leute seit 12 Jahren auflaufen, aber nicht proletenhaft vordergründig sondern hinten herum. Sie wird die Daumenschrauben gegenüber der Türkei - außer bei Nato-Fragen - anziehen, aber peu a peu. Also beruhigen Sie sich wieder.

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SigismundRuestig 20.04.2017, 20:57
2. Verkorkste Türkeipolitik

In Anbetracht der anstehenden Bundestagswahlen wird es Zeit, darauf hinzuweisen, dass die Kanzlerin und ihre Union 2005 durch ihren Schwenk zu einer Politik der Privilegierten Partnerschaft mit der Türkei zu der heutigen verfahrenen Situation wesentlich mit beigetragen haben!
Das politische Gebot der Stunde heißt jedoch trotz allem Deeskalation, wenn man überhaupt noch die Lage des unter fadenscheinigen Umständen verhafteten, türkischstämmigen deutschen Journalisten Deniz Yücel weiter verschlechtern und Erdogan keine weitere Munition im Rahmen seiner Aktivitäten in Richtung Autokratie liefern will. Die SPD handelt hier in vorbildlicher, staatsmännischer Weise. Ganz anders die Union, deren Lautsprecher Laschet, Scheuer, Klöckner, ... nicht müde werden, populistisch gegen Erdogan zu wettern.
Im übrigen war es die Union mit ihrer Kanzlerin Merkel, die mit ihrer falschen Türkeipolitik Deutschland und Europa erst in diese peinliche und möglicherweise derzeit alternativlose Lage gebracht hat.
Wir erinnern uns: Das Konzept von CDU und CSU einer "privilegierten Partnerschaft" mit der Türkei ist krachend gescheitert. Die Kanzlerin ist mitverantwortlich dafür, dass die türkische Führung immer autoritärer agiert bis zur derzeitigen Abkehr von einem demokratischen Rechtsstaat. Die Weigerung der Union, die EU-Beitrittsverhandlungen vor über 12 Jahren - wie u.a. vom damaligen Kanzler Schröder zu Recht vorgeschlagen - zu intensivieren, hat letztlich zu einer Abkehr der Türkei von europäischen Werten geführt mit den derzeitigen Höhepunkten der sogenannten Säuberungsaktionen, der Ausrufung des Ausnahmezustandes und der Einführung einer undemokratischen, autoritären Präsidialverfassung.
In der Sendung von Anne Will am 5.3.2017 hat der seinerzeitige deutsche EU-Erweiterungs-Kommissar Günter Verheugen diesen Sachverhalt bestätigt, was seinen Mitdiskutanten Laschet, CDU, zu einer Reaktion veranlasste, die er besonders gut beherrscht: theatralische Schnappatmung. Möglicherweise wollte Laschet damit einen Grund liefern, weshalb seine nächste Reaktion frechdreist war: er unterstellte Verheugen eine "verwegene These"! Infolge Sauerstoffmangels war Laschet möglicherweise nicht mehr ganz bei Sinnen!
Letztlich hat diese Politik dazu geführt, dass Merkel sich im Rahmen der Flüchtlingskrise Erdogan quasi ausliefern musste und immer noch muss! Der Fall Böhmermann hat exemplarisch gezeigt, wohin das führen kann!

Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein, außer:
http://youtu.be/a0iOQ2xjWlU
http://youtu.be/-5X2P5J6MiA
http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!
PS: Glaubt keinen Wahlversprechen von Merkel. Es könnte eine Mau(s)t herauskommen!

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dklw 20.04.2017, 21:01
3. Exzellent

Seit Erdogan an der Macht ist habe ich noch keinen so treffenden Artikel zur Entwicklung in der Türkei, und zur grotesken Unfähigkeit der deutschen Politik, darauf eine angemessene Antwort zu geben, gelesen. Bitte mehr davon!

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ludgermoritzer 20.04.2017, 21:02
4. es reicht

Tatsaechlich, ich als Deutscher Staatsbürger bin nicht mehr bereit, die Beleidigungen des Herrn Erdogan hin zunehmen. Genau so wenig, wie ich mein demokratisches Selbstverständnis zum überdenken habe. Frau Merkel, es reicht, von Ihnen fordere ich klare Worte gegenueber Herrn Erdogan.

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hugahuga 20.04.2017, 21:03
5.

Vieles ist richtig an dieser Betrachtungsweise. Es stimmt, dass Kulturen, wo das Machotum nach wie vor gilt, nur Druck auf gleicher Höhe und mit gleicher Intensität verstehen. Putin gab nach dem Abschuss des russischen Jets dem Erdogan die richtige Antwort. Der verstand sofort und reagierte entsprechend. Das wurde bei uns versäumt. Wer langwierig redet, verhandelt und letzlich auf Kompromisse aus ist - hat schon verloren und das wird dann gnadenlos ausgenutzt. Alles bekannt und wurde auch in diesem Forum oft geschrieben.
Allein - die Reaktion von Merkel und anhang war immer eine andere. Und bitte nicht auf das Abkommen zurückgreifen - die Balkan Route ist zu, das ist das Emtscheidende, nicht die Übereinkunft mit dem Sultan.
Was hier aber nicht steht und was viel ausschlaggebender ist, ist doch folgendes:
Aus geostrategischen Gründen wollen die USA das türkische Territorium für eigene Zwecke benutzen. Um die Türken entsprechend einzustimmen, machte sich Amiland schon immer für eine Aufnahme der Türkei in die EZU stark. Wphl wissen, dass 80 Mio Muslime die EU stark schwächen würden. Aber das nimmt man in Kauf und vielleicht ist es gar auch beabsichtigt.
Und Merkel - macht immer das, was ihr von der US Administration aufgetragen wurde. Ohne Wenn und Aber erfüllt sie die Vorgaben. Mittlerweile schwenkt sogar - wie heute zu hören war - Gabriel auf eine verbindliche Linie mit Erdogan ein. (wissend, dass viele Türken die SPD wählen und er diese nicht verprellen will.)

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DorianH 20.04.2017, 21:03
6.

So isses.
Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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rempfi 20.04.2017, 21:05
7. Danke

endlich sagt einer mal genau das, was Tatsache ist, aber unsere um "Ausgleich" bemühten (und bei der Bemühung wird es bleiben) Politiker einfach nicht begreifen möchten.

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frysoto 20.04.2017, 21:06
8. einfach niveaulos

Was ist los in der SPON-Redaktion? Muss man jetzt schon auf Gastbeiträge zurückgreifen, um gegen E. zu hetzen. Allein die Sprache des Gastautoren zeigt doch, welch Geisteskind er ist.

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