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Nato-Gipfel mit Trump: Gerade noch mal gut gegangen
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Die Nato hat den ersten Tag ihres Gipfels hinter sich gebracht - und konnte den Eklat um die Verteidigungsausgaben verhindern. Doch kaum war die Gipfel-Erklärung veröffentlicht, griff Trump an.

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ebieberich 12.07.2018, 05:28
1. Double-dipping

Sollte man denn eigentlich allgemeine Militaerausgaben fein saeuberlich von NATO-spezifischen Verpflichtungen trennen? Die USA geben zur Zeit 3.1-3.5% ihres GDP (BIP) fuers Militaer aus. Quelle: (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_military_expenditures. Oder wem das nicht serioes genug ist, siehe hier: https://www.forbes.com/sites/niallmccarthy/2015/06/25/the-biggest-military-budgets-as-a-percentage-of-gdp-infographic-2/#4b1bf6ee4c47. Das sind ja wohl kaum nur NATO-relevante Ausgaben. Daher erscheint es mir nur natuerlich, dass Laender, die keine Kriege in der gesamten Welt finanzieren muessen eben weniger ausgeben. Ich bin alt genug mich zu erinnern, dass Deutschland's Militaer ueber Jahrzehnte klein gehalten wurde, da niemand mehr 'am deutschen Wesen wird die Welt genesen' als erstrebenswert erachtete. Die deutsche Bundeswehr hat eine reine Verteidigungsaufgabe und muss nicht wahlweise Diktatoren mit Terroristen und umgekehrt ueberall in der Welt ersetzen. Das ist natuerlich eine immense Aufgabe, die die USA da schultern muss, hat aber nichts mit dem Auftrag der NATO zu tun. Daher erscheint mir Trump's Forderung nach 2% (oder jetzt 4%, man staune) eher "double-dipping" zu sein (ueber NATO Aufgaben hinaus noch andere Abenteuer zu finanzieren). Niemand bestreitet, dass die Bundeswehr modernisiert werden muss (habe selbst schon in den 80zigern darunter gelitten, die nie ganz passenden Stiefel und Helme anderer zu tragen, waehrend die GIs immer das neueste und feinste bekamen), aber dann bitte abgestimmt auf NATO-relevante Verteidigung. Rein mathematisch muss das wohl weit weniger als 3.5% des GDP (BIPs) sein, wenn man die NATO-unrelevanten Kosten abzieht.

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solltemanwissen 12.07.2018, 05:30
2.

Inzwischen dürfte wohl jedem klar denkenden Menschen bewusst sein, dass nicht Deutschlands Gas Lieferungen aus Russland ein Problem für die NATO sind, sondern die Tatsache, dass in den USA ein Präsident herrscht, der in höchstem Maße durch Russland korrumpiert ist.
Trump wurde durch Russland mit gezielten und nach allem was man weiß abgesprochenen Kampagnen von Russland im Wahlkampf unterstützt. Trump pflegt enge Geschäftfskontakte zu russischen Unterweltsgrößen mit besten Kontakten in den Kreml und nach allem was man weiß, hat sich Trump mit seinem Home Video in Moskau erpressbar gemacht.
Oder kurz: Die USA werden von einer Marionette regiert.

Und es ist jetzt auch nicht überraschend, dass Trump die NATO in Frage stellt. Das ist das ureigenste Interesse seines Herren. Dass jetzt Deutschland wegen russischen Gaslieferungen Schuld sein soll ist schlicht ein Ablenkungsmanöver.

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k.u.m. 12.07.2018, 05:35
3.

Hat jemand etwas anderes von diesem US-Präsidenten erwartet? Es ist doch bekannt, dass ihn Verträge nicht interessieren, und dass er Vereinbarungen nach Lust und Laune interpretiert - und selbstverständlich nur seine Sicht der Dinge richtig sein kann. Vor allem aber: Was haben deutsche Erdgasimporte mit der Verteidigung der NATO-Länder zu tun? Sowenig, wie die USA das Fracking einstellen, weil Deutschland das möglicherweise nicht gefällt, sowenig sollte Deutschland von der Erdgas-Pipeline abrücken, nur weil Trump seine Russlandphobie nicht in den Griff bekommt.

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burlei 12.07.2018, 06:13
4. Und wenn wir brav unsere 4% ...

... oder eben 130 Milliarden Euro in die Rüstung stecken, wird er dann 8, 16, 32% fordern. Wozu? Kann mir mal irgendjemand erklären, warum wir diesem Typen bei diesem Irrsinn folgen sollen? Gut, wenn wir tatsächlich 60 Mrd oder 2% dafür rauswerfen wollen, fragen wir doch mal in Rußland an, was die für Atomwaffen haben wollen. Braucht nicht das modernste zu sein, es reicht, wenn die Washington erreichen können.

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Anthrophilus 12.07.2018, 06:18
5. Dear President Trump,

sobald die USA sich an den Kosten für die Folgen der US-Politik beteiligt, die bisher von uns Europäern getragen wurden (z.B. durch die Flüchtlingswellen, die aus den nahöstlichen Ländern infolge des Chaos, das im Irak angerichtet wurde nach Europa kommen) oder auch selber mal eine oder zwei Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt, sind damit bei uns die Gelder frei, die zur Revitalisierung der Bundeswehr fehlen.
Wenn dann noch die autistische Vorstellung der USA überwunden wird, daß die Gelder für den Schadenersatz betr. Dieselgate/VW und ähnliche zugunsten der USA so hoch erhoben werden müssen, daß für die europäischen ebenso geschädigten Kunden nichts übrig bleibt, kommen die Milliardenbeträge schon zusammen, von denen Sie, Mr. President, träumen.
Im übrigen: Europa konnte nach Ihren eigenen bis vor kurzem geäußerten Einlassungen zur Nato davon ausgehen, daß sie diese Institution als verzichtbar betrachten - wieso hätte Europa dann noch Gelder dafür ausgeben sollen?
Ansonsten - herzliches Beileid für uns alle, die das Schicksal zwingt, uns mit solchem von straflosen sexuellen Übergriffen und Morden phantasierenden Halbautisten im Amt des US-Präsidenten beschäftigen zu müssen.
Möge es ein unblutiges baldiges Ende seiner Präsidentschaft geben, ohne daß gleich der nächste Idiot ins Weiße Haus einzieht.

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Actionscript 12.07.2018, 06:19
6. Wieviel des Militär Budgets der USA ist für NATO?

Die Antwort: wesentlich weniger als 2%, da die USA viel Geld für Militär ausserhalb NATO ausgibt. Die USA sollten also zuerst mal ihr eigenes NATO Budget erhöhen. Und ich glaube kaum, dass die Trump Basis weiss, wieviel europäische Soldaten durch die NATO Mitgliedschaft in Irak oder Afghanistan ihr Leben gelassen haben. Für Trump geht es nur darum, Putin zufrieden zu stellen und Profite wie auch immer für die USA zu schaffen selbst auf die Gefahr hin, dass Bündnisse zerbrechen.

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jowi.krause 12.07.2018, 06:28
7. "Sie müssen"...

gar nichts. Von diesem lächerlichen Schauspieler müssen "sie", also wir, uns gar nichts sagen lassen. Aber von dieser NATO uns das Märchen vom Aggressor Russland auftischen lassen, müssen wir eben so wenig. Es gibt keine militärische Bedrohung Europas, wir müssen also auch nicht aufrüsten und Milliarden aus dem Fenster werfen. Wir müssen auch nicht kriecherisch die USA um Beistand bitten, die haben genügend Eigeninteresse, uns weiter zu bestzen.
Dieser Anachronismus NATO ist so nötig für uns wie kaputte Schuhe, deshalb, ja, eins müssen wir doch: Schnellstmöglich den Laden auflösen. Müll gehört entsorgt, wobei die giftigen Rückstände uns noch ausreichend beschäftigen werden.

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spon_4_me 12.07.2018, 06:29
8. Warum Eklat?

Wie er es sagt: ok - das ist eben Trump und natürlich kritikwürdig. Aber seine Forderung nach Einhaltung der 2%-Schwelle? Da hat er doch recht. Wollt Ihr, dass die Politiker immer nur zusammenkommen und in die Kamera winken? Man kann ja diskutieren, ob höhere Militärausgaben in der heutigen Zeit das richtige sind. Wenn ja: Die Bundeswehr verdaddelt bestimmt auch doppelt so viel Kohle ohne große Mühe. Wenn nein, dann sollte man das auch aussprechen und ggf. in Kauf nehmen, dass die USA ihr Engagement überdenken. In der EU, in der NATO an Strukturen festzuhalten, die erkennbar aus einer anderen Zeit stammen, kann doch nicht unsere - wie nennt Ihr Journalisten das? - Haltung sein. Trump ist vielleicht der Katalysator, den träge Substanzen brauchen, um endlich zu reagieren.

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kmgeo 12.07.2018, 06:31
9. Beitrag der usa

es liegt auf der Hand, dass der Beitrag der USA anders berechnet werden muss, da es um Nato Beiträge geht. North Atlantic ist für USA nur ein Ozean, der Pazifik ist der andere. also ist usa von 2 Prozent für Nato auch weit entfernt.

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