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Neues Enthüllungsbuch über Trump: "Alles ist verrückt hier"
AFP

Chaos, Intrigen, Unfähigkeit: Bob Woodwards Enthüllungsbuch "Fear" über US-Präsident Trump machte schon vorab Furore. Jetzt kommt es in den Handel. SPIEGEL ONLINE hat die besten Szenen zusammengestellt.

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Little_Nemo 11.09.2018, 09:58
10. Im Streichelzoo des Trumpismus

Zitat von index77
Seine wesentliche Inkompetenz bezieht sich also auf Handel und das ist ein Bereich, über den in den USA eh andere bestimmen. Ansonsten ist wenig überraschend, dass er sich Ablehnung zu Herzen nimmt. Durch seine ganze Twitterei hat er schon gezeigt, dass er sich schnell hintergangen und betrogen fühlt und gleich überall Liebesentzug fürchtet. Dass er die Familien der Gefallenen anruft ist eine Sache, die er nicht tun müsste und die jedes Mal schief gehen könnte. Aber er scheint es zu tun, weil er es will. Und das ist auch am Telefon ein belastendes Thema. Ich denke zwar immer noch, dass er sich mal dringend mehr Zeit zum Zuhören, Lesen und Verstehen nehmen sollte, aber ein Totalausfall oder Monster ist er auch nicht. Also könnte unsere liebe Presse über inländische Themen berichten und ihn mal eine Weile in Ruhe lassen. Jaja, ich weiß, dass er Klicks bringt. Ich lese es ja auch jedes Mal.
Es sit doch immer wieder verblüffend wie manche ins Menscheln geraten können, wenn es darum geht ihre misogynen Despoten zu verteidigen. Und wie sie stets Gewehr bei Fuß stehen um das so zeitnah wie möglich, nach jedem Artikel tun zu können, der über ihren (Un-) Heiland erscheint. Bei allem menschlichen Mitgefühl, das man aber mit einem solchen Despoten haben könnte, sollte man nicht vergessen was er sagt und tut. Beispielsweise entreißt er Familien ihre Kinder und lässt sie in Käfige sperren. Verharmlost rechtsradikale Gewalt. Hetzt gegen Migranten. Ruft zu Gewalt gegen Journalisten und Andersdenkende auf. Untergräbt mit Wort und Tat demokratische und rechtsstaatliche Grundsätze und Institutionen... Vielleicht, so möchte ich mal anregen nachzudenken, wäre das menschliche Mitgefühl dort sinnvoller investiert.

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123rumpel123 11.09.2018, 10:04
11. xxx

Zitat von Beat Adler
Trump Fans sind eine Minderheit. Es gilt: Steter Tropfen hoelt den Stein. Das Prinzip der Propaganda, nur die immer wieder und wieder gleiche Geschichte einhaemmern. Immer mehr Republikaner stellen sich deswegen die Frage: Trump durch Pence ersetzen oder doch nicht? 2020 ist es fuer die Demokraten einfacher den Trump zu schlagen, wie den Pence. Die Demokraten sind also gar nicht heiss darauf den Trump durch den Pence zu ersetzen. mfG Beat
Erst mal brauchen die Demokraten einen Kandidaten, ein Wahlprogramm, nur gegen Trump zu sein wird nicht reichen.

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Pickle__Rick 11.09.2018, 10:10
12.

Zitat von srinivasa.r.aiyangar
Ein reaktionärer Evangelist und Kreationist wäre vielleicht noch schlimmer als Trump, jedenfalls für die amerikanische Wissenschaft und Forschung.
Ja, möglicherweise. Allerdings geht es Wissenschaftlern unter Trump auch nicht wirklich gut. Jedenfalls wenn sie z. B. an Themen wie Umweltschutz und dem Klimawandel forschen. Trump ist auch reaktionär und quatscht von der Bibel. Dabei ist er noch extrem heuchlerisch und für jeden ehrlichen Christen ein übler Sünder. Pence ist ein erfahrender Poltiker und wurde wohl aufgrund seiner eher ruhigen Art als Gegenpol zu Trump installiert. Er wird wohl kaum auf dem Rückweg von internationalen Gesprächen aus einem Wutanfall heraus per Twitter Abkommen kündigen. Ganz ehrlich, der gewählte POTUS ist zunächst mal das Problem der Amerikaner und wenn ein Mike Pence bei der internationalen Zusammenarbeit stabiler und einschätzbarer für unserer Vertreter ist, dann ist das für uns einfach besser. Ich mag ihn nicht aber ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass er aus schlichter Dummheit einen Krieg verursacht.

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isi-dor 11.09.2018, 10:18
13.

Zitat von 123rumpel123
Erst mal brauchen die Demokraten einen Kandidaten, ein Wahlprogramm, nur gegen Trump zu sein wird nicht reichen.
Mir würde es erstmal reichen. Das Programm der Demokraten ist im Übrigen hinlänglich bekannt.

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kuac 11.09.2018, 10:19
14.

Zitat von index77
.......... Ich denke zwar immer noch, dass er sich mal dringend mehr Zeit zum Zuhören, Lesen und Verstehen nehmen sollte, aber ein Totalausfall oder Monster ist er auch nicht. Also könnte unsere liebe Presse über inländische Themen berichten und ihn mal eine Weile in Ruhe lassen. Jaja, ich weiß, dass er Klicks bringt. Ich lese es ja auch jedes Mal.
Selektive Wahrnehmung. Sehen Sie selbst die Schlagzeilen von heute:
http://www.spiegel.de/schlagzeilen/
ca. 34 Meldungen, davon nur 2 über Trump. Außerdem, Trumps Poltik kann uns mehr schaden als alles andere.

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Beat Adler 11.09.2018, 10:42
15.

Zitat von 123rumpel123
Erst mal brauchen die Demokraten einen Kandidaten, ein Wahlprogramm, nur gegen Trump zu sein wird nicht reichen.
Die Demokraten wissen, dass die Midterms KEIN Selbstlaeufer sind. Sie wissen, dass sie wie die Loewen kaempfen muessen, um zu gewinnen. Deswegen schicken sie diesmal besonders viele Vetranen, darunter Frauen, in den Wahlkampf. Die kaempfen, von Haustuere zu Haustuere!

Allerdings werden die negativen Effekte der Strafzoelle erst NACH den midterm elections am 6. Nov 2018 wirksam. Bis dann kann sich Trump mit den Obama Wirtschaftsdaten bruesten! Die negativen Auswirkungen der Steuersenkung fuer Reiche zeigen sich sogar erst NACH den 2020 Wahlen.
mfG Beat

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Beat Adler 11.09.2018, 10:49
16.

Zitat von srinivasa.r.aiyangar
Ein reaktionärer Evangelist und Kreationist wäre vielleicht noch schlimmer als Trump, jedenfalls für die amerikanische Wissenschaft und Forschung.
Richtig, Pence ist gut fuer ein Ende des Handelskrieges. Echte Republikaner stehen fuer freie Wirtschaft ohne Strafzoelle, die sie als Einmischung des Staates, igitt(!), igitt(!), sehen!

Pence ist bestimmt nicht der Wunschkandidat des modernen und aufgeklaerten Amerikas. Er ist ganz besonders gefaehrlich als Praesidentschjaftskandidat gegen jeden Demokraten bei den 2020 Wahlen! Pence hat keine Affairen, keine Leichen im Keller, er ist DER Saubermann schlechthin! Er hoert seinen Beratern zu. Er ist also waehlbar!

Deswegen ziehen die Demokraten auch nicht mit der Forderung "impeachment" in den Wahlkampf fuer die midterm elections am 6. Nov 2018. Obwohl die Zustimmung fuer Trump nur noch 37% ist, 60% finden, dass ein "impeachment" nun noetig wird. Sie schlachten diese prognostizierten Mehrheiten NICHT aus!
mfG Beat

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kai.ramisch 11.09.2018, 11:00
17. Voyeurismus

Das wird, wie es aussieht, unsere einzige Reaktion auf Trump bleiben: zuschauen und den Skandal genießen. Warum tritt ihn der Kongreß nicht zurück? Es gibt Regelungen dafür (25. Verfassungszusatz), stattdessen schreibt man Enthüllungsbücher und anonyme Artikel und das Wildpferd bockt weiter lustig herum auf der Intensivstation.

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vandenplas 11.09.2018, 11:15
18. ja, aber...

Ich möchte zu bedenken geben, dass seit Trumps Amtsantritt mehr als einundhalb Jahre vergangen sind und die USA immer noch keinen neuen Krieg führt. Entweder ist er als Präsident so gut, dass er das Schlimmste bisher verhindern konnte oder ein solcher Chaot, dass es bisher unmöglich war einen neue Krieg sauber zu planen. Was auch immer es ist, das Ergebnis zählt.

Trump hat die Mehrheit der Medien gegen sich - aber er hat einen grossen Teil der Bevölkerung hinter sich. Er ist sich nicht zu schade im Wochentakt Rallies abzuhalten mit denen er seinen Rückhalt in grossen Teilen der Bevölkerung festigt.

Die anstehenden Wahlen für das Repräsentantenhaus und den Senat werden mit einer Katastrophe für die neoliberalen Demokraten enden. Dieses Empfinden erhält man nicht wenn man in einer Informationsblase der Mainstream Medien gefangen ist. Hört man aber den einfachen Amerikaner zu oder liest ihre Postings, dann ist die Sache eigentlich klar. Es ist zwar richtig, dass Prominente und die Bildungsschicht mehrheitlich in Richtung Demokraten tendieren, diese stellen jedoch eine Minderheit dar.

Was die Angriffe auf Trumps Person betrifft bezieht sich alles auf reines Hörensagen. Selbst Woodward, der Verfasser dieses nicht sehr schmeichelhaften Buches, erhielt keine Gelegenheit ein Interview mit Trump zu führen. Zwar behauptet er Tonbandaufnahmen zu besitzen die alles was im Buch steht belegen können. Diese können aber nur belegen, dass er selbst sich nichts ausgedacht hat sondern nur das geschrieben hat was ihm seine Interviewpartner zugetragen haben. Die Aufnahmen sind aber kein Beweis dafür, dass sich alles tatsächlich so abgespielt hat.

Noch nie war ein US-Präsident dermassen einem andauernden Trommelfeuer der Presse und verschiedener staatlicher Organe (bzw. ihrer Vertreter) ausgesetzt. Trump muss also Teilen des Establishments gewaltig auf den Senkel gehen. Je nach Blickwinkel könnte man deshalb vermuten, dass er wahrscheinlich das eine oder andere richtig macht. So zum Beispiel die stringente Umsetzung seiner Wahlversprechen.

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KingTut 11.09.2018, 11:25
19. Trump nicht aus Kalkül schonen

Zitat von Beat Adler
Trump Fans sind eine Minderheit. Es gilt: Steter Tropfen hoelt den Stein. Das Prinzip der Propaganda, nur die immer wieder und wieder gleiche Geschichte einhaemmern. Immer mehr Republikaner stellen sich deswegen die Frage: Trump durch Pence ersetzen oder doch nicht? 2020 ist es fuer die Demokraten einfacher den Trump zu schlagen, wie den Pence. Die Demokraten sind also gar nicht heiss darauf den Trump durch den Pence zu ersetzen. mfG Beat
Richtig, die einzige Abwehrstrategie heißt für Trump dementieren, dementieren und nochmals dementieren sowie den Überbringer der Botschaft zu verunglimpfen. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, den renommierten Journalisten Woodward, dessen Seriosität über jeden Zweifel erhaben ist, als Lügner hinzustellen.
Das Thema Impeachment wird von den Republikanern und auch von Trump selbst aus reinem Kalkül thematisiert, um dadurch ihre Anhänger gegen dieses heraufziehende Schreckgespenst zu mobilisieren. Den Demokraten geht es zum jetzigen Zeitpunkt vor allem darum, dass Robert Müller ungehindert seine Arbeit verrichten kann. Ich würde allerdings nicht dazu raten, Trump zu schonen, um Pence zu verhindern. Letzterer wäre in der verbleibenden Amtszeit mit dem Stigma behaftet, für die von Trump betriebene Entzweiung des eigenen Volkes mitverantwortlich zu sein. Sollten die Republikaner die Midterms gewinnen, dann dürfte Trump Aufwind bekommen und noch rücksichtsloser - vor allem juristisch - gegen kritische Medien vorgehen und damit den Boden für seine Wiederwahl 2020 bereiten. Gott verschone uns vor diesem Szenario.

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