Forum: Politik
Özil-Debatte und #MeTwo: Mimimi Muslime?
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In der Özil-Affäre geht es nicht nur um Rassismus. Es geht um die deutsche Islamfeindlichkeit. Der Muslim als Opfer? Das darf einfach nicht sein.

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curiosus_ 30.07.2018, 16:18
1. Und was soll mir die Kolumne jetzt sagen?

Sehr viel Gefühl, keine Sachargumente.

Zitat von Jakob Augstein
...und die Kritik einer ganzen Religion sollte man lieber den Theologen überlassen
?

Damit hätte man dann die Kolumne beenden können. Wodurch, wenn nicht über das schriftliche Fundament und seine gelebte Auslegung, soll man sich denn über die Basis eines religiösen Menschen unterhalten? Das ist doch der Leitfaden seines Verhaltens. Sollte man die Kritik an irgend einem beliebigen anderen Thema auch den Fachleuten überlassen? Da würden ja ganze Berufsbilder, z.B. die des Kolumnisten, wegfallen. Kritik an Politikern nur noch von Politologen? Gut, Wahlen würden dann erheblich einfacher. Denn die Kompetenz dazu hätten dann auch nur noch ausgewiesene Spezialisten, alle andern wären ja gar nicht in der Lage dazu.

Herr Augstein, ein Anhänger der Expertokratie? Das Dumme ist nur, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, welchem Experten (also z.B. welchem Theologen) er glaubt. Denn leider gibt es da solche und solche. Womit das "sollte man lieber den ... überlassen" ad absurdum geführt wird.

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payblack 30.07.2018, 16:33
2. Kartoffeldeutscher? Ist das die Sprache die sie sprechen und mögen?

Und jetzt nennen sie mir mal bitte ein Obst oder Gemüse, den ich vor einen Einwohner eines anderen Landes, am besten eines im vorderen Orient, hängen könnte ohne das sie mir unterstellen könnten, in welchem klischeehaften Bewusstsein ich lebe. Es ist schon absurd was momentan alles in der Özil-Debatte ja auf den Tisch kommt. Ja, es gibt Vorbehalte gegen Muslime in Deutschland, die sehr verbreitet sind. Das ist bedauerlich, aber durchaus auch in Teilen nachvollziehbar. Schön wenn sie so reflektiert und informiert sind das sie nichts dergleichen spüren. Auch ich habe bereits eine der größten deutschen Moscheen besucht und einen sehr vielfältigen Eindruck erhalten. Aber während nach ihrer Interpretation "der Muslim" gar kein Opfer sein kann und darf - sieht er sich nicht anders herum genau eben in jener Opferrolle? Was kann man zu Özil sagen, der die ersten Jahre seines Lebens kein Wort deutsch gelehrt bekam, obwohl bereits sein Vater als Kleinkind nach Deutschland kam? Muss ich als "Deutscher" da gleich wieder in die Opferrolle und meine Schuld daran bekennen? Hat Özil nicht auch mit(!) Deutschland im Erfolg gefeiert und distanziert sich jetzt bei Gegenwind und Mißerfolg von denen, mit denen er einst jubelte? Oder gilt das nur anders herum? Ich würde mich wirklich freuen, wenn es mal eine ehrliche Diskussion darüber geben würde, wie wir miteinander leben wollen. Rechte, menschenverachtende Hetze hilft uns da sicher nicht weiter sondern vergiftet die Gesellschaft. Und ohne es auf die gleiche Stufe stellen zu wollen - aber dieser "linke" Reflex des "Schuld auf sich nehmens" hilft hier auch überhaupt nicht weiter. Diese Toleranz mit den Intoleranten grenzt oft schon an Selbstzerstörung.

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sven2016 30.07.2018, 16:38
3.

Jetzt doch mal tiefer hängen. Herr Özil und seine Erdogan-(zumindest)freundlichen Berater sind kein so tolles Beispiel für die Migranten und ihre Situation in Deutschland.

Er ist nicht kritisiert worden, weil er sich nicht entscheiden mag, ob er zu einer Gesellschaft/einem Staat gehören will, sondern weil er sich opportunistisch die für ihn persönlich vorteilhafte Kombination herauspickt.

Unpolitisch war das nicht, das hat er selber gemerkt. Hätte Herr Löw Werbung für den Diktator gemacht, wären ihm die Medienkommentare auch um die Ohren geflogen.

Diese Dummheit muss nicht plötzlich eine Seehofersche Integrationsdebatte lostreten, auch wenn Sommerloch in den Medien ist.

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charlybird 30.07.2018, 16:39
4. Augstein, jetzt mal ehrlich,

das ist jetzt einfach nur noch p......
Ich bin als ehemaliger Ministrant übrigens ein großer Kritiker der Katholischen Kirche.
Fragen Sie mich nicht warum.
Ich bin übrigens nahezu jeder missionierenden Religion gegenüber kritisch eingestellt und da gehört auch der Islam zu, den ich, vorsichtig ausgedrückt, für die schlichteste aller monotheistischen Religionen halte.
Hier könnten Sie mich fragen, warum ?
Und ich würde Ihnen antworten, mich stört die simple dogmatische Auslegung bis hin zur kompletten unverständlichen Ablehnung alles Nichtislamischen.
Die Sache mit den Frauen lasse ich mal außen vor.
Ich habe übrigens mal in einem streng islamischen Teil eines Landes gelebt und gearbeitet.
War nicht einfach.
Nun ist diese Kolumne ja eine weitere im Zuge vieler an der Kritik des so unglücklichen Umgangs mit Fußballstar Özil, der bekanntlich Muslim ist.
Aber das hat ihm meines Wissens nach doch gar keiner vorgeworfen.
Da ist allerdings etwas, das ich zugeben muss, es gibt eine gewisse Ablehnung gegenüber dem Islam, ich würde es aber nach meiner eigenen Erfahrung in meinem Umfeld hier und den gemachten in Malaysia,Thailand und VAR, eher als Scheu bezeichnen.

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die Stechmücke 30.07.2018, 16:51
5. Religionen abschaffen

ist ene zukunftsorientierte Lösung und an deren Stelle eine Ethik definieren, die für alle gilt egal welcher Rasse oder Hautfarbe. Im Namen von Religionen und deren Administrationen sind schlimme Verbrechen an der Menschheit verübt worden. Sie werden nicht mehr benötigt.

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chunga50 30.07.2018, 16:51
6. Ich halte diesen Beitrag von Herrn Augstein

für ausgeprägt unsachlich und tendenziös sowie in der Sache für kontraproduktiv. Er diskreditiert die Islamkritik als Volkssport rechter Deutscher und sieht - egal wie berechtigt diese Kritik auch sein mag - dies generell als Islamfeindlichkeit. Mal abgesehen davon, dass eine derartige methodische Undifferenziertheit erstaunlich ist für einen SPIEGEL-Redakteur, es ist auch schlicht sachlich falsch. Es gibt eine ganze Reihe von Sachverhalten und Problemen im Umgang mit Muslimen und deren jeweiligen Religionausrichtung im Land, die zu Recht angesprochen und problematisiert werden müssen. Dies hat weder mit links, rechts oder sonst einer Richtung zu tun haben. Diese
alten Kategorien kann Herr Augstein schlicht vergessen.
Außerdem: Die Kritik an der Religion Theologen zu überlassen ist schlicht eine Frechheit für jeden, der selbst seinen Verstand und Beurteilungsvermögen einsetzen kann. Herr Augstein, dieses Land hat die Aufklärung schon hinter sich! Schließlich abschließend noch einen Punkt, den ich fast putzig finde, wäre das Thema nicht so ernst. Es geht ein Aufschrei los bei dem Wort "Kümmel-Türken". Aber hier lese ich nun von "Kartoffel-Deutschen". Nett, den Ausdruck kannte ich noch nicht.

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freddygrant 30.07.2018, 16:57
7. Es wäre besser auch einmal ...

... über die Demokratiefeindlichkeit des Islam, aber auch über
die Ausnahmebestimmungen für die christlichen Religionen
und Kirchen in Deutschland und in unserem Grundgesetz
nachzudenken. Auch diese sind nicht besonders freiheits-
und demokratiefördernd. Ich finde diese eher integrations-
hemmend!

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stephan-z 30.07.2018, 16:59
8.

Guten Tag,

danke für den Artikel. Sie schreiben richtigerweise: Rassismus hat heute meist nichts mehr mit der Rasse der "Opfer" zu tun. Warum dann diesen irreführenden Begriff verwenden? Fremdenfeindlichkeit trifft das, was viele in Deutschland als Rassismus kritisieren viel genauer. Mit dem Begriff fremdenfeindlich sehen sich die "Täter" auch nichts gleich als diffamiert an, wie das bei dem Begriff "Rassist" der Fall ist, und wären vielleicht einer offenen Diskussion gegenüber aufgeschlossener.
Nur Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, erleben Rassismus.
Menschen, die wegen ihres fremd klingenden Namens, ihrer Religionsangehörigkeit, Kleidung oder sonstiger Attribute diskriminiert werden, erleben Fremdenfeindlichkeit.

Ich denke, eine solche Differenzierung würde der Debatte gut tun.

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demokratie-troll 30.07.2018, 17:02
9. Wer sitzt eigentlich am Drücker, um diskriminieren zu können?

Für einen Linken ist die Analyse im Artikel schwach.
Wenn man dem Islam den Theologen überlässt, wie der Autor vorschlägt, kommt dabei die Mullahherrschaft raus und ein Glaubensstaat, der mit anderen islamischen Gruppen um die Vorherrschaft im islamischen Raum in einem Weltreligionskrieg führt, wie er seit dem 30 Jährigem Krieg seinesgleichen sucht. Von Nordafrika bis Afghanistan wird islamisches Territorium im Namen der Religion in Brand gesetzt, Mord, Totschlag, Bürgerkrieg und reaktionärste Unterdrückung sind die Folgen. Eine Gewaltkultur spricht auch in der Religion eine Sprache der Gewalt und die gewalttätigsten Unterdrücker sind die religiösen Führer dabei. Diese Religion ist nicht nur fremdartig, sie ist eine öffentliche Gefahr und muss als mittelalterlicher Aberglaube so sehr bekämpft werden, wie in ihren menschenverachtenden Auswirkungen.
Und nun kommen wir zu den Unterdrückern bei uns im Land und ihren Lakaien.
Selbstverständlich wird auch der Moslem in unserem Land unterdrückt, wie jeder, der in diesem Kapitalismus nicht als Reicher und Mächtiger der Oberschicht seine Privilegien besitzt und am Drücker sitzt. Es ist doch eine ganz besondere Klasse, die die Arbeitsplätze verteilt und die Wohnungen besitzt und es seit ewig von Generation zu Generation schafft unter sich zu bleiben. Die Gröhler auf den Fußballplätzen sitzen nirgendwo am Drücker, um wen diskriminieren zu können, außer vereinzelt als Lakaien des kapitalistischen Herrschaftsregiments, sie kämpfen nur darum, nicht von Massen aus der 3. Welt verdrängt zu werden an ihrem bescheidenen Lebensplatz. Wer nichts zu bestimmen hat in der Gesellschaft hat allenfalls eine Meinung und sucht sich seine Freunde, mit denen er Umgang pflegt, selber aus, ansonsten konkurriert er nur im Rattenrennen um seinen Anteil, den die Mächtigen ihm wie die Mohrrübe dem Esel vor die Nase halten.

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