Forum: Politik
Phänomen Geert Wilders: "Alle dachten, das geht vorbei"
AP

Geert Wilders fordert den EU-Austritt der Niederlande, er will den Koran verbieten und Grenzen schließen. Der Soziologe Paul Schnabel erklärt den Erfolg des Rechtspopulisten - und warum er lange unterschätzt wurde.

Seite 1 von 5
schockschwerenot 17.02.2017, 09:58
0. Was sind die Kleinigkeiten,

die von Wilders aufgebauscht werden in der Hoffnung, dass die Leute sie glauben?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 17.02.2017, 09:58
1. D 66

Warum heißt es in der Überschrift "der Soziologe...erklärt, wenn sich aus dem Text ergibt, dass es sich bei dem Interviewten um einen parteipolitischen Gegner des Untersuchungsobjekts handelt? Im Übrigen:

"Dazu gehört der Irrglaube, dass die niederländische Identität durch Globalisierung und Islam bedroht ist."

Ob es ein Irrglaube ist, dass z.B. die Globalisierug die "niederländische Identität" bedroht, dürfte insbesondere unter TTIP-Gegnern keineswegs ausgemacht sein. Etc. etc. Es entsteht wirklich der Eindruck, dass dem "Soziologen" der in Wirklichkeit Parteipolitiker ist, eine Propagandaplattform gegeben werden sollte. Dafür sollte sich seriöser Journalismus zu schade sein, aber daswar vermutlich gestern. Heute zählt hauptsächlich die aufrechte Gesinnung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
paulvernica 17.02.2017, 09:59
2. Holland am Ende

Also wenn in Holland nur die Wahl bleibt Wilders oder eine Koaliton von 4-5 Parteien sieht es schlecht aus. Welchen Sinn macht eine Wahl wenn anschliessend sich einfach die Mehrheit der Parteien zusammenlegt. Das ist doch keine Demokratie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nur ein Blog 17.02.2017, 10:01
3. Warten auf ein Attentat?

Zitat: "Andere populistische Parteien wie die des ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn haben sich durch internen Streit selbst zerlegt."

Ob nun ein erfolgreiches Attentat eine Selbstzerlegung sei, sie dahingestellt.

Dass Wilders keine Partei bildet, ist äusserst bedenklich - vermutlich wird es verstanden als Reaktion auf Fortuyns Ermordung.
Deswegen würden sich wohl nicht allzu viele als Mitglieder einschreiben, zumal die eher unverhohlene als klammheimliche Freude über Fortuyns Ermordung noch heute spürbar ist.

War das das Abwarten? Vielleicht haben Schnabel und die übrigen guten Niederländer ja Glück, und die Geschichte wiederholt sich.

Ich finde diese sich mehrenden Hinweise auf erfolgreiche Attentate gegen Populisten aus den Eliten für noch gefährlicher als die Forderung von Foristen nach einer "Dallaslösung" für Trump.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser161 17.02.2017, 10:04
4. Zum X.

Rechtspopulisten haben Erfolg weil sie die Probleme der Bürger erspüren und und mit vordergründigen Lösungsansätzen bedienen.
Das ist eine schwache Strategie, weil die meisten Menschen wissen, dass ein Verbot des Koran nichts bringt.

Wilders&Co. sind damit nur erfolgreich, weil die etablierte Konkurrenz eine noch schwächere Strategie fährt: "Probleme für nichtexistent zu erklären und neoliberale Deregulierung zum Weg in eine noch goldenere Zukunft zu bestimmen."
Man müsste einfach nur die Sorgen der Menschen annehmen und sagen "Wir verstehen, wir haben jetzt grad keine Lösung, aber wir arbeiten dran".

Und schwupps wären Wilders&Co. mit ihren Lieschen-Müller-Lösungen weg vom Fenster.
Dafür bräuchte man aber Politiker von Format, die ich "Ich wusste von nichts" nicht für eine korrekte Antwort halten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pizzerino 17.02.2017, 10:07
5.

"...weil es glaubt, dass nur er ausspricht, was es insgeheim denkt. ..."
Wieso "glaubt"? Warum hier gleich zweimal relativiert? Sind die Wähler von Populisten somit Post-post-Faktisch-faktisch? Das wird jene bestimmt beeindrucken und zur Vernunft bringen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schweineschnitzel0815 17.02.2017, 10:08
6. Aha...

Zitat: Dazu gehört der Irrglaube, dass die niederländische Identität durch Globalisierung und Islam bedroht ist. Ich sage nur Zwarte Piet! Hier ein Artikel dazu: https://www.welt.de/vermischtes/article121276008/Schwarzer-Peter-Rassismus-Streit-ueber-Nikolaus.html Der Islam und seine Verfechter (selbsternannte Integrationsbeauftragte) verschärfen durch Ihre Einflussnahme auf die jeweilige Kultur eines Landes die Spaltung. Ein Weihnachtsmarkt bleibt ein Weihnachtsmarkt und nicht Wintermarkt, Winterwelt etc. An diese Leute sei gesagt: Ihr (!) seit der Hauptauslöser für das Erstarken der rechten Parteien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
echoanswer 17.02.2017, 10:13
7. Etikettenschwindel

Der Soziologe scheint einen ganz anderen Zweck mit seinen Erkenntnissen zu verfolgen. Die Genugtuung über das geglückte Attentat, die zwischen den Zeilen mitschwingt, finde auch sehr bedenklich. Werde solchen "Lösungen" langsam aber sicher als salonfähig positioniert? Wo sind wir angelangt? Weil das Aussitzen von politischen Entwicklungen nicht funktioniert, schwenken die "Eliten" um? Das Vollversagen der etablierten Politiker treibt im Interesse des Erhalts eigener Pfründe immer gefährlichere Blüten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nur ein Blog 17.02.2017, 10:23
8. Der Unterschied ist nicht die Methode, sondern die Begründung ..

Zitat von Leser161
Rechtspopulisten haben Erfolg weil sie die Probleme der Bürger erspüren und und mit vordergründigen Lösungsansätzen bedienen. Das ist eine schwache Strategie, weil die meisten Menschen wissen, dass ein Verbot des Koran nichts bringt. Wilders&Co. sind damit nur erfolgreich, weil die etablierte .....
Natürlich wäre es gut, wenn die schlechten Populisten weg vom Fenster wären.
Aber sind sie nicht erfolgreich, weil die die Etablierten so erfolgreich kopieren?

Basta-Politik, simple Phrasen wie (eigentlich alles) ist alternativlos!
Das versteht ihr nicht, ihr seid zu dumm, als dass man euch was erklären könnte! Elitedünkel statt das Denken einer Elite - am Schluss bleibt nur eines: wir haben die Demokratie, das Recht, die Verfassung und die moralische-ethische Überlegenheit auf unserer Seite - lauft nur keinen Rattenfängern nach - wir wissen, wer die Rattenfänger sind. Wählerbashing als Dauerthema: zu dumm, um den Richtigen nachzulaufen - aber keinerlei Überzeugungsarbeit.

Ob Eliten- oder Wählerbashing, der Mechanismus ist der selbe - nur dass die Elitenbasher ein grösseres Potential haben, so 90%.
"Unglücklich" fand der demokratische Populist Martin Schulz den Vergleich mit den Ratten, die einem Fänger nachlaufen.

Im Spiegel war zu lesen von Schulz' menschenfängerischer Art. Wenn das der ganze Fortschritt ist im demokratischen Diskurs, braucht man sich nicht zu wundern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5