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Podcast "Stimmenfang": "Raus aus der GroKo, Herr Klingbeil!"
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Der SPD laufen weiter Wähler davon. Warum? Wir haben den Generalsekretär und zwei ehemalige SPD-Wähler an einen Tisch gesetzt. Es geht um Renten-Frust, Bildungschancen und die AfD. Hören Sie das Streitgespräch im Podcast.

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jujo 08.11.2018, 13:03
1. ....

Ich wiederhole mich, als SPD Stammwähler, raus aus der GROKO!
Ich verstehe nicht die Lust am Untergang. Die SPD macht sich zum nützlichen Idioten zweier politischer "lame ducks" Merkel und Seehofer!

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Klaugschieter 08.11.2018, 13:25
2. Nette Gespräche allein werden es nicht richten

Er kommt ja ganz nett daher, der Herr Klingbeil und kann auch gut erklären, was die SPD alles macht in der Regierung. Aber damit wird das momentane Problem der SPD, in der Bevölkerung nicht gemocht zu werden, nicht gelöst.
Denn um gemocht zu werden, oder wie Klingbeil es ausdrückte, die große Sehnsucht nach einer starken SPD wiederzubeleben, braucht man an der Spitze eben auch Leute, die Sympathie ausstrahlen, die man auch mögen will und die nicht angetreten sind, die Amtszeit von Angela Merkel als Kanzlerin unnötig zu verlängern.
Andrea Nahles und Olaf Scholz verkörpern eine positive Strahlkraft aber ganz gewiss nicht. Nun heißt es immer, auch um beide in ihren Ämtern zu schützen, dass Personalwechsel in der Vergangenheit der SPD nichts gebracht hätten. Mag stimmen!
Aber der letzte Wechsel, bzw. der von Scholz und Nahles clever eingefädelte Putsch gegen den in der Partei nicht so gut vernetzten Eurokraten Martin Schulz, hat das Image der SPD auch nicht gerade aufpoliert. Von 20,51 Prozent bei der letzten Bundestagswahl ist die Sozialdemokratie in der Wählergunst laut Umfragen nun auf 13 bis 14 Prozent abgerutscht. Und wenn Andrea Nahles noch viel länger Vorsitzende der SPD bleibt, dann wird die älteste Partei Deutschöands wie in Bayern auch auf Bundesebene bald einstellig sein.
Es stimmt sicher, dass Parteien auch wegen ihrer Inhalte gewählt werden, aber noch wichtiger sind für viele Wähler die Personen, die für diese Inhalte stehen. Und eine Parteivorsitzende, die vor Eintritt in die GroKo laut "Bätschi" ruft und sich dann Frau Merkel den Steigbügel hält und einen rechtspopulistischen Innenminister gewähren lässt, hat nur geringes Ansehen bei den Wählern.
Die SPD wird mittelfristrig um einen erneuten Wechsel an der Spitze nicht umhin kommen, wer immer das auch übernehmen soll.
Die auf das Wahlvolk höchst unsympathisch wirkenden Nahles und Scholz tragen die SPD nicht in eine bessere Zukunft, nicht einmal dann, wenn diese sich kurzfristig aus der GroKo lösen würde.
Die SPD braucht dringend neue und vor allem jüngere Köpfe. Wie das gelingen kann, machen die Grünen mit ihrem sympathischen Spitzenduo Habeck/Baerbock gerade vor.

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seinedurchlaucht 08.11.2018, 13:30
3. Ach so

Und wenn man aus der GroKo draußen ist, hat man plötzlich wieder jede Menge Themen, die Wähler anlocken? Komische Gedankengänge. Für mich eine gestrige Partei. Außer dem Schlagworten "Soziale Gerechtigkeit" hat man nicht viel anzubieten. Und soziale Gerechtigkeit in einem Land, in dem man auch ohne Arbeit gut über die Runden kommt, ist nicht wirklich ein Thema.

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burlei 08.11.2018, 13:50
4. Natürlich raus aus der GroKo

Was bringt es der SPD, eine tolle Regierungsarbeit zu leisten? Nichts! Die Ergebnisse mögen ganz toll sein, aber es genügt doch, dass sich jemand aus der CDU oder CSU hinstellt und im Brustton der Überzeugung mitteilt, dass "sie" es waren, die dieses oder jenes tolle Gesetz hervorgebracht haben. Es ist ja richtig, denn der Mensch meint damit angeblich die GroKo, beim Wähler kommt es aber so an, wie es gemeint ist = "sie", die CDU/CSU. Selbst wenn der einzige Beitrag der CDU/CSU das Blockieren, Verwässern und Vertagen des Gesetzes war.

Daran ändert sich auch nichts, wenn man statt Nahles oder Scholz irgend einen Sympathie-Träger hin stellt. Ein Gesetz soll wirksam sein, dem Menschen was bringen. Sobald das Gesetz nur Sympathie für eine Partei bringen soll, stimmt was nicht. Dann sind wir nicht mehr bei der SPD, dann sind wir bei der FDP. Deren letztes Gesetz, das die durchgebracht haben hat ihr auch Sympathie eingebracht. Allerdings nur von Seiten der Hoteliers. Hatte sich für die ja auch richtig gelohnt.

Nein, die SPD muss raus aus der GroKo. Natürlich wird sie jahrelang in der Opposition verbleiben, während CDU, CSU, FDP und wahrscheinlich auch die AfD die Republik umbauen. Gut, damit muss man dann leben, aber dem Bürger wird vielleicht mal die Augen aufgehen, was wirtschaftsfreundliche bis marktradikale Parteien für ihn noch in der Hinterhand haben. Aber warum nicht? Der Wähler schiebt dann die Schuld sowieso wieder der SPD zu, selbst wenn die in der Opposition sitzt.

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lyoner 08.11.2018, 13:50
5.

Ich war vor gefühlten 100 Jahren bei einer Bundestagswahlkampfveranstaltung in Saarbrücken. Als Gehard Schröder die Bühne betrat, hatte ich den Eindruck, Elvis wäre zusammen mit Jimi Hendrix auf der Bühne erschienen, im Publikum brach ein Jubel aus, der seinesgleichen suchte. Schröder hat sicher nicht alles richtig gemacht, aber er hatte eine mitreissende Ausstrahlung, konnte Menschen begeistern, hat es geschafft sich und seine Positionen darzustellen.
Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, für was A.Nahles steht, für mich ist sie bloss der Steigbügelhalter für Frau Dr Merkel, gut abgesichert, versteht sich!

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HermannF. 08.11.2018, 14:33
6. Drin bleiben

1. Drin bleiben. So schlecht ist die Politik nicht, die die SPD derzeit macht. Wer dabei ist, ist dabei. Aber es ist halt nur die Koalitionspolitik, die von der SPD kommuniziert wird und von den Wählern wahrgenommen wird.
2. Fraktionsvorsitz und Parteivorsitz trennen. Der Parteivorsitzende kann die SPD-Politik viel besser kommentieren, wenn er nicht der Fraktionsdisziplin unterworfen ist und nicht nur auf die Koalitionspolitik beschränkt ist. Das setzt aber voraus, dass man zwei Teamworker an diese Positionen setzt. Nahles würde da als Fraktionsvorsitzende aus meiner Sicht schon passen. Scholz als Parteivorsitzender eher nicht. Stegner schon gar nicht. Der wäre zwar laut genug, ist aber kein Teamworker.
3. Nicht nur Themen setzen, sondern auch Wege aufzeigen, wie man die Themen umsetzen will. Nicht nur "Vermögenssteuer erhöhen", sondern auch, was man mit diesem Geld machen will. Nicht nur "Bezahlbare Mieten", sondern auch, wie man das umsetzen will. Auch wenn das Widerstand hervorruft. Es geht dabei nicht nur darum aufzuzeigen, was man in dieser Koalition umsetzen kann (das ist im Koalitionsvertrag ja weitgehend festgelegt), sondern über den Tellerrand dieser Legislaturperiode hinauszuschauen, um mittel- und langfristige Orientierung zu geben.

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einwerfer 08.11.2018, 14:37
7. Geschickter Redner

Herr Klingbeil blendet geschickt aus - und die Gesprächspartner haken auch nicht nach - dass viele von den beklagten Zuständen, wie z.B. das sinkende Rentenniveau, ja von der SPD im Zuge der Agenda-Politik verursacht bzw. verschärft wurde. Und was die kleinstaatlerische Bildungspolitik betrifft: war es nicht der Herr Münterfehring der auf SPD-Seite in der Förderalismuskommission saß und mit Herrn Stoiber verhandelte ? Und ein Herr Beck, der als MP von RP Einfluß des Bundes auf die Schulpolitik ablehnte ?
Herr Klingbeil tut so, als sei er ein neugeborenes Kind und habe halt die heutigen Zustände so vorgefunden. Dass Herr Klingbeil seit 9 Jahren im Bundestag sitzt (und 'Politik gestaltet') versucht er auch geschickt vergessen zu machen. Und dann immer diese Argument: wir würden ja gerne, aber mehr ist mit der Union nicht zu machen ! Es gab jahrelang andere Mehrheiten im Bundestag und es gab auch mal eine Rot-Grüne Regierung in diesem Lande. Für mich gilt: insgesamt unglaubwürdig und einer der Totengräber der SPD. Bei dieser Tätigkeit wünsche ich ihm allerdings viel Erfolg.

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catomaior 08.11.2018, 17:27
8. Schluss mit dem Selbstmitleid

Als bekennender Konservativer stehe ich der SPD nicht wirklich nahe, aber ein Ende der Koalition ohne eine neue Perspektive aufzuzeigen stellt nichts anderes als pfeifen im Wald dar. Die wirklich herausragenden Leistungen des Kanzlers Schröder, die in weiten Teilen für den jetzigen hervorragenden wirtschaftlichen Zustand des Landes mitverantwortlich sind, könnte die SPD nutzen. Statt mit Träumereien ein Ende der Reformen herbeizusehnen wäre es angeraten die Erfolge dem Wähler zu verkaufen. Ohne die Reformen von Peter Hartz hätte die SPD zwar ihren inneren Frieden zurück, aber nichts für das Land geleistet. Wer wissen möchte wohin eine derartige Parteilinie führt, der braucht nur mal die SPÖ zu betrachten. Schluss mit dem Gejammer, macht endlich die Arbeit für die ihr in die Regierung gewählt wurdet. Die SPD-Minister wurden gewählt, um das Land zu regieren und nicht um die Träume ihrer Parteigremien oder der JUSOS zu erfüllen.

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Drscgk 10.11.2018, 08:14
9. Die SPD hatte schon an den Tagen alles verloren,

als die SPD den Martin Schulz mit seiner Gerechtigkeitsforderung schmählich auflaufen ließ und damit allen Wählern zeigte, dass der SPD eine solche grundlegende und notwendige Neuausrichtung der SPD viel zu viel ist. So wurde Martin Schulz nach wenigen Monaten versenkt und die SPD gleich mit. Der Wähler wusste nun:Die SPD predigt öffentlich Wasser, und trinkt heimlich mit der CDU/CSU Wein. GROKO eben.

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