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Podcast "Stimmenfang": Tempolimit und Fahrverbote - droht jetzt der Aufstand im Autol
DPA

Ein Glaubenskrieg über Feinstaub-Grenzwerte und Wut auf ein Tempolimit (das gar nicht kommt) - warum wird die Debatte über Verkehrspolitik immer irrationaler?

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eggie 31.01.2019, 12:28
1.

Eigentlich total grotesk. Wohnungsnot, Kindergartenkatastrophe, Bildungsnotstand, wachsende soziale Kluft, erodierende Infrastruktur, schwindende Mittelschicht, Steuerbetrug großer Unternehmen, erodierende Demokratie und alles, was die Deutschen interessiert, sind Luxusthemen rund ums Auto. Peinlich

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emil7685 31.01.2019, 12:30
2.

Die Debatte wird meiner Meinung nach endlich mal rationaler. Endlich gibt es mal "griffige" Aussagen von Politikern und nicht mehr nur puddingweiches Geschwurbel um den heißen Brei herum.
Es muss ENDLICH mal klargestellt werden, wofür die Parteien wirklich stehen. In Dingen (NOx-Grenzwerte, Tempolimit, Fahrverbote, überbordender Verbraucherschutz der zur Gängelung mutiert) die den Ottonormalverbraucher DIREKT betreffen.

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claus7447 31.01.2019, 12:41
3. Unsere soziale Welt hat sich geändert

Wenn ich meine eigene Umwelt beobachte, versuche zu analysieren, mit Nachbarn und Freunden über dies zu sprechen, zu diskutieren habe ich schon ein Bild bekommen. Es mag meines sein, oder das meines Umfeldes.

Nach dem unseligen Spruch "Geiz ist geil!" Läuft jetzt, ich bin mir der nächste. Besser Egoismus. Jeder reklamiert das Recht auf seine Verwirklichung (Ok, Einschränkung statt jeder viele). Das egal inwieweit es mein Umfeld gut oder schlecht beeinflusst. Man lebt in der Blase des Internets, in Blogs in Foren. Der rechte AfD'ler holt sich seine Nachrichten aus für ihn geschneiderten Webseiten, wird zum Blinden, der andere lebt sich aus auf gedei und verderb.

Man ist im Netz ja anonym, allerdings eben nicht im Verkehr und auf der Strasse. Es ist offensichtlich leicht heute sich ein PS starkes Auto zu leasen, die muckis raus zu hängen und auf der Strasse seine Potenz zu zeigen. Denn sonst gäbe es keine illegalen autorennen.

Aber auch der Otto Normalverbraucher sieht seine Freiheit radikal beschnitten wenn er statt 160 jetzt nur 130 kmh fahren soll. Dabei gelten diese Regeln überall, nur nicht in Teilen der deutschen Autobahnen. Und das soll Freiheit sein?

Offensichtlich geht es uns so gut, dass wir gar nicht mehr unterscheiden können was Freiheit wirklich ist. Dabei muss man in der deutschen Geschichte nur 86 Jahre oder besser in die Zeit der DDR zurück gehen.

Der Deutsche hat eine massive Macke! Alles was sein Auto betrifft, wird er persönlich. Analog zum US Bürger und seiner Waffe. All die tollen Argumente das die Autoindustrie kaputtgemacht wird sind doch Quark. Wer hat bei der Abgasregulierung beschissen, wer hat Alternative Antriebe wie das E-Auto schlecht geredet und ignoriert, dadurch wertvolle Zeit verpennt, bis in China plötzlich Quoten eingesetzt wurden?

Und die Politik? Macht sich zum Spielball, offensichtlich sind unsere Politiker, insb. CDU, CSU und FDP bereits von der Industrie und dem Kapital gekauft und damit nicht mehr auf dem Boden der Demokratie, wobei... Es ist der Wähler der entscheidet.

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mart!n 31.01.2019, 12:42
4. Irrational?

Hält es wer für rational, einem Zwei-Personen-Haushalt ein E-Auto als Fünftwagen zu subventionieren, der mit 2000km Jahresfahrleistung dann in den Zulassungsstatistiken von Hersteller und Regierung als Beitrag zum Umweltschutz verkauft wird?
Ist es rational erklärbar, dass eine prominente Grüne davon redet, ihr Partei würde "die Welt retten", dann nach CA in Urlaub fliegt und gleichzeitig dem Pendler erklärt, seinen sechs Jahre alten Diesel zu "verschrotten", was meist nix anderes heißt als ein Verkauf nach Osteuropa, sei Umweltschutz?
Umweltpolitik die aus Autovermehrung, Symbolpolitik und Ressourcenvergeudung besteht nicht in Frage zu stellen, das wäre irrational.

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oliver_st 31.01.2019, 12:45
5. warum wird die Debatte über Verkehrspolitik immer irrationaler?

Vielleicht weil die Behauptungen zu den Dieseltoten, der Luftbelastung
und das Aufstellen von Meßstationen irrational ist?
Ich mein.....da gibt es einen Punkt in Stuttgart, wo eine Meßstation in der Nische, unmittelbar an der Fahrbahn, vor einer Ampel Grenzwertüberschreitungen anzeigt die 100m weiter schon nicht mehr überschritten werden und die nicht auf die ganze Stadt übertragbar sind,
und dieser eine Punkt rechtfertigt ein komplettes Fahrverbot für die Stadt? Aber die Diskussion darum ist irrational? Nein, das Fahrverbot ist irrational!

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rockwater 31.01.2019, 12:46
6. Wenn es um echte Verbesserungen

...für die Mehrheit der Menschen geht, wird meist nur geredet und leeres Stroh gedroschen, bis die Sau durchs Dorf ist. Das hat schon lange System. Gesetzte zu Gunsten von Partikularinteressen werden dagegen gern über Nacht beschlossen.

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upalatus 31.01.2019, 12:47
7.

Auto heisst doch viel mehr als nur Feinstaub oder Tempo.

Auto bedeutet doch auch Lärm für sehr sehr viele Menschen,
und der Mensch an sich (egal welchen Alters und besonders die Kleinsten) ist mittlerweile nachrangig den Autobedürfnissen eingeordnet. Auto bedeutet Quell von tagtäglichen irrationalem Unbillempfinden und ist scheints tatsächlich die letzte Freiheitsbastion (was ganz ganz sicher NICHT das Auto und Freie Fahrt damit heissen kann; alles andere wäre ein jämmerlich-bedenkliches Armutszeugnis für die breite Gesellschaft.

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misterknowitall2 31.01.2019, 12:48
8. Weil...

solche Fragen inzwischen über die Medien und das Internet zu emotionalen Entscheidungen werden, wo Fakten gerne außen vorstehen oder nach belieben interpretiert werden. Es geht darum Recht zu behalten und nicht mehr um die Sache.

Ein zweiter Punkt ist sicher, dass nun mehr jeder sich zu dem Thema äußern kann und darf. Da kommt z.B. der Vielfahrer mit dem Gelegenheitsfahrer aneinander, weil der Gelegenheitsfahrer sich ein Tempolimit natürlich vorstellen kann und dass ja ganz vernünftig ist, obwohl es ihn selber gar nicht betrifft. Dass er damit eventuell aber nur den Vielfahrer beschränkt, spielt für den Gelegenheitsfahrer keine Rolle.

Dann ist da das moralische Dilemma wenn Umweltschutz oder Sicherheit ins Spiel kommen. Wer will da ernsthaft was gegen sagen, wenn man feststellt, dass bei weniger Geschwindigkeit das Fahren sicherer wird und weniger Schadstoffe ausgestoßen werden? Wenn man es trotzdem wagt, wird man überzogen, als hätte man sie nicht alle. Dabei muss man nicht viel nachdenken, dass diese Argumente keine sind. Wenn das der Grund für das Tempolimit wäre, also viel Leben retten und möglichst viel für die Umwelt zu tun, müsste wir etliche Dinge eher machen als ein Tempolimit einzuführen, weil man mit anderen Maßnahmen viel effektiver ist. Kerosinsteuer für die Umwelt, Rauchverbot für die Gesundheit/Sicherheit zum Beispiel. Das Ziel müsste auch eher sein Verkehr zu vermeiden, anstatt ihn auszubremsen. Aber bei der Moral hat wohl jeder so seine Ansichten und dann kocht die Diskussion hoch, bis man sie nicht mehr ertragen kann.

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omop 31.01.2019, 13:02
9. Wenn man die Debatte rational führen würde..

hätte man schnell erkannt, dass nicht das Auto/Tempolimit das Problem ist. Wir haben ganz andere dringendere Probleme (Wohnungsnot, Pflegenotstand..), die gelöst werden müssten. Aber solche Ablenkungsmanöver gehören scheinbar dazu..

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