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Poker um Nordkorea und Handel: Trumps seltsame China-Taktik
AFP

Im Handelsstreit mit Peking zeigt der US-Präsident Entgegenkommen, er will bei der Rettung des umstrittenen Telekommunikationskonzerns ZTE helfen. Erhofft er sich Vorteile im Nordkorea-Poker - oder geht es um private Interessen?

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hansw 16.05.2018, 09:22
1. Korruption

Wenn Mister Trump mit seinen Firmen einen Luxus Komplex in Indonesien bauen will, der auch noch von China finanziert wird, kann man zwei Dinge sagen:

1 Trump schädigt vorsätzlich mehr als 300 Millionen seiner Landsleute und zwar so, wie er es im Fall Saudi-Arabien gemacht hat.
2 Das alles riecht nach Korruption und das lassen sich die US-Behörden mit Sicherheit nicht auf Dauer gefallen .

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lalito 16.05.2018, 09:38
2. China

Quid pro quo, oder so.

Man geht da in die Knie, wo es sich lohnt etwas Wertiges aufzuheben. Europa hat ziemlich viel zu verlieren, wollte man nicht vor dem größten und tollsten Präsidenten aller Zeiten in die Knie gehen - egal, wie "offensiv" der iranische Außenminister auch vorgeht, um das Wort agressiv hier bewusst vermieden zu haben. The US ist militärisch schon vor Trump first gewesen, Obama war lediglich im Stil ein anderer, in der Sache eher nicht.

Auf dem World-Bazaar gelten jetzt andere Gesetze, gegossen in rund 280 Zeichen. Wie von mir schon einmal deutlich gesagt, hat Mr. Trump überhaupt kein Interesse an einem Handelskrieg an zwei Fronten und in Asien ist man größtenteils näher an seinem Gröfaz-Duktus. Die Europäer hält er doch lediglich für nölend rumnervende Pussis.

Er wird in regelmäßiger Taktung weiter am großen Glücksrad drehen und sich in seiner Amtszeit nicht ein einzige Mal direkt mit Putin anlegen. Dafür, diesen einzuhegen, wird Europa erpresst und vorgeschoben, was für ein abgebrühter Abzocker.

Bin gespannt, was sich da in Europa aufgrund solcher Erkenntisse in naher Zukunft an belastbarem Zusammenhalt entwickelt.

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hoppe007 16.05.2018, 09:47
3. Rückgrad gefragt

Dass die Amerikaner den Führungsstil ihres "größten Präsidenten aller Zeiten" akzeptieren, ist verwunderlich aber auch bei anderen Staaten zu beobachten. Viele Menschen ziehen eben einen starken Führer der Demokratie vor.
Weder rechtlich noch moralisch ist aber hinzunehmen, wenn diese starken Männer anderen Staaten ihren Willen aufzwingen wollen. Ich hoffe, dass Deutschland und die EU genügend Rückgrad haben und dagegen halten werden. (Siemens wird schon nicht untergehen.)

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joG 16.05.2018, 09:52
4. Wenn man die Verhandlungstechnik...

....nicht mag und daher man sich nicht internalisierte, mag dieser oder jener Schritt unverständlich oder merkwürdig scheinen. Aber das ist auch im normalen Verlauf von harten Verhandlungen so, geht es doch darum seine Interessen gegen die Interessen des anderen durchzusetzen. Hierzu gehören Drohung und Überraschung in jeder echten Verhandlung. Und ja, Trump will sicherlich ein tolles Meeting mit Kim und eine Atomwaffenfreie Halbinsel. Dazu braucht er die zumindest ein China, das es nicht verhindert. Aber die Chinesen wollen auch nicht, dass man sich gezwungen sieht vor ihrer Türe einen brutalen militärischen Eingriff durchzuführen. Denn das war neben des wirtschaftlichen Drucks in NK der eigentliche Grund für die tentativen Fortschritte der letzten Zeit. Es war plötzlich nicht nur möglich, dass die USA NKs Atomprogramm ausschaltet. Es war glaubhaft, dass sie das tun, wenn Kim weiterhin Atomwaffen und balistische Waffen als Träger für atomare, chemische und biologische Gefechtsköpfe entwickelt und stationiert. Genau dies fehlte im übrigen bei den Verhandlungen bei der Verhandlung mit Iran zur Atomwaffenvereinbarung. Leider.

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CancunMM 16.05.2018, 09:58
5.

Kann es auch sein, dass er selbst Druck bekommen hat ?
ZTE ist, glaube ich, der 2. größte Handyherrsteller Chinas und verbaut in seinen Handys fast ausschließlich Qualcommchips. Und durch den Bann sind sicher auch die Absatzzahlen bei Qualcomm eingebrochen.

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glissando 16.05.2018, 10:13
6. "Alles andere wäre eine große Blamage..."

... die dem Präsidentendarsteller dann herzlich egal sein und schlicht umgedeutet werden wird. So war es bisher immer bei ihm, dem einfach nichts peinlich ist. Ich rechne fest damit, dass Trump mit rein symbolischen Verhandlungsergebnissen aus Nordkorea zurück kommt. Und diese, wie gewohnt, zu titanischer Größe aufblasen wird. Selbstverständlich gibt Nordkorea nicht preis, woran es über Generationen hinweg gearbeitet und was es nun erzielt hat: Atommacht zu sein. Da kann der Dealmaker-in-Chief anbieten, was er will.

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maxbeck54 16.05.2018, 10:15
7. Was sind US Verträge nun wert?

Ob mit China oder Nordkorea. Was sind US Verträge nun wert? Nichts. Die US hat ihre Integrität verloren.
Zur Zeiten der Kuba Krise hatte man noch Ehre. So hatten die Russen auf Stationierung von Atombomben auf Kuba verzichtet und als Gegenleistung von den Amis die Garantie erhalten, Kuba zukünftig nicht anzugreifen. Solchelei Abmachungen sind derzeit Nichts mehr wert. Kaum auszumachen, was dies damals zur Folge gehabt hätte...

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ch.weichberger 16.05.2018, 10:16
8. Mr.trump

Kennt nichts anderes als private interessen.punkt

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lalito 16.05.2018, 10:23
9. Jepp

Zitat von glissando
... die dem Präsidentendarsteller dann herzlich egal sein und schlicht umgedeutet werden wird. So war es bisher immer bei ihm, dem einfach nichts peinlich ist. Ich rechne fest damit, dass Trump mit rein symbolischen Verhandlungsergebnissen aus Nordkorea zurück kommt. Und diese, wie gewohnt, zu titanischer Größe aufblasen wird. Selbstverständlich gibt Nordkorea nicht preis, woran es über Generationen hinweg gearbeitet und was es nun erzielt hat: Atommacht zu sein. Da kann der Dealmaker-in-Chief anbieten, was er will.
Deshalb auch Stillhalteabkommen dort und volle Granate auf diese Option der Iraner, direkt vor unserer Haustüre. Hier lassen sich schon allein wegen der Religionen viele strategisch motivierte Handlungsweisen wesentlich besser begründen.

Die Botschaftsverlegung war der Startschuss zur Neuordnung des nahen und mittleren Ostens. Natürlich kommt man nicht umhin, es als sinnvoll zu betrachten nicht noch einen weiteren Atomwaffenstaat in dieser Region zuzulassen. Es handelt sich um wesentlich explosiveres Terrain, aus den oben genannten Gründen, als eine renitente Familiendynastie auf der kleinen Scholle, Halbinsel wohlgemerkt, eines geteilten Landes.

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