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Präsidentenwahl in Indien: Duell der Unberührbaren
REUTERS

Ein Votum mit Signalwirkung: Zwei Kandidaten aus der niedrigsten Kaste Indiens treten im Parlament in Neu-Delhi bei der Wahl zum neuen Präsidenten an. Die Unberührbaren werden noch immer diskriminiert.

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DieButter 17.07.2017, 15:37
1.

Eine Sensation ist das nicht.
Das gab es schließlich alles schon mal in Indien.

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tomxxx 17.07.2017, 15:38
2. Eher bedenklich...

das Signal könnte durchaus ´sein, dass gut organisierte Minderheiten letztendlich die einflussreichste Bevölkerungsgruppe darstellen. Alle anderen teilen sich auf, nur die Minderheit hält zusammen. Je nachdem, ob die Minderheit wirklich diskriminiert wird oder sich nur über eine vermeintliche Diskriminierung definiert, kann es da zu deutlichen Spaltungen in der Gesellschaft und Parallelgesellschaften führen. Unterm Strich: dass was man hier in Indien beobachtet (obwohl das Kastensystem schon Extrem-Rassismus ist), gibt es hier genauso... eine gute Moderation kann den Unterschied zwischen Bürgerkrieg und positiver Weiterentwicklung ausmachen...

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jotha58 17.07.2017, 16:02
3. welch ein Anachronismus,

aber bis heute wird es so gelebt.
Ganz interessant ist, dass die Firma, für dich arbeite auch in Indien ein joint venture hat. Diese Firma gehört einem der Unberührbaren und der wartet nur darauf mal einen Brahmanen in die Finger zu bekommen.

Nein, solange dieses Kastensystem gelebt wird, wird Indien nicht aus dem Knick kommen und ist von derm Status die größte Volkswirtschaft der Welt sein zu wollen meilenweit entfernt.

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123Valentino 17.07.2017, 16:15
4. Es ist ....

So, wenn religiöse Dogmatiker, in diesem Fall die hinduistischen National Faschisten, Macht ausüben, werden Frauen, Kasten und nicht Hindus nicht nur diskriminiert, in Indien ist es gefährlich, eine Frau zu sein, in Indien ist es gefährlich ein Muslem zu sein.
In diesem Zusammenhang, über die größte Demokratie der Welt zu sprechen ist Unsinn.

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espet3 17.07.2017, 16:23
5.

So lange in Indien das Kasten wesen Praxis ist, ist Indien auch keine richtige Demokratie.

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Ishibashi 17.07.2017, 16:28
6. wenig bekannt...

ist, dass wir ein ähnliches System in Europa hatten. Noch vor 200 Jahren galten einige Berufsgruppen als "unehrenhaft" und deren Familienmitglieder durften auch nicht berührt werden sonst ist man selbst unehrenhaft geworden. Abdecker hatten bei uns einen ähnlichen Status wie unberührbare in Indien.
So gesehen ist Indien einfach noch etwas in der sozialen Entwicklung zurückgeblieben.

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Sokrates1939 17.07.2017, 16:50
7. Kastenwesen

Die früher im Westen auch Parias genannten dalits bilden mitnichten die "niedrigste Kaste". An erster Stelle kommen die in Weiß gekleideten Brahmanen (Priester u.ä.), danach Fürsten und Krieger, schließlich Bauern, Handwerker usw. Die dalits hingegen gehören zu überhaupt keiner Kaste. Sie sind kastenlos und haben keinen Platz in der indischen Gesellschaftsordnung. Die dalits können ihre Herkunft auf die indische Urbevölkerung zurückführen und sind insofern vergleichbar mit Indianern in Nordamerika, Aborigines in Australien, die von den dortigen Eroberern ebenfalls ausgegrenzt wurden.

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usuaia 17.07.2017, 16:50
8. Lebensstandard, wo bist Du?

Diese sogenannte "größte Demokratie" der Welt ist meilenweit davon entfernt, ihrer Bevölkerung einen auch nur annähernd gleichen Lebensstandard zu bieten, wie es das ach-so-böse kommunistische System im Norden geschafft hat. Es gibt auch leider keinen Grund zur Annahme, dass sich das bald ändert. Obwohl jeder wählen kann. Das aus unserer Sicht "richtige" System löst wohl doch nicht alle Probleme.

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keery 17.07.2017, 17:03
9. Stadt/Land

"Ein Friseur aus einem Dorf" - Indien scheint die gleichen Diskrepanzen zwischen städtischen und ländlichen Räumen zu haben wie sie sich überall auf der Welt zeigen, z.T. immer stärker hervortreten und immer stärker zu Polarisierung führen. Egal ob man in den USA, Deutschland, Türkei, Tunesien, Ägypten etc. schaut. Das tendenziell konservative "Land" bleibt hinter dem gesellschaftlichen und technischen Fortschritt in den tendenziell "liberalen" Städten zurück, und viel schlimmer: wird zunehmend auch dort belassen. Leichte Beute für Rattenfänger und religiöse "Führer".

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