Forum: Politik
Rede zu Kataloniens Unabhängigkeit: Erklärungsnot
AFP

Der katalanische Präsident Puigdemont hat es geschafft, die Unabhängigkeit von Spanien zu erklären und sie zugleich doch nicht zu vollziehen. Ein kalkulierter Schritt, der die Regierung in Madrid unter Zugzwang setzt.

Seite 1 von 15
henry.miller 11.10.2017, 00:57
1.

Bin ich bei einem Sportevent oder was haben die da alle vor?

Wachsen in Frieden auf und fragen sich nicht woher das kommt.

Es läuft gerade nicht so gut für die Regionalregierung. Unter Druck stehen die erstmal selbst.

Sie sollten Neuwahlen in Katalonien durchführen um ein passendes Mandat zu erhalten.

Was sie aber nicht bekommen würden. Soviel zum Demokratieverständnis der Herren.

Beitrag melden
breguet 11.10.2017, 01:08
2. Erneut zum Dialog aufgerufen?

Seit wann hat den Puigdemont vor dem gestrigen Abend zum Dialog aufgerufen? Das Strategiepapier der Katalanen sah eindeutig vor, kein Dialog mit Madrid. Jetzt wo er sich total verzockt hat, will er Dialog. Wird es aber nicht geben, die spanische Verfassung ist nicht zu diskutieren oder zu verhandeln. Puigdemont hat Rajoy auch keinen Ball zugespielt, Rajoy hat alle Karten in der Hand. Er kann morgen immer noch den Art.155 ziehen, wird er glaube ich aber nicht tun. Spannend wird jetzt wie die Justiz reagiert, Puigdemont muss vor Gericht. Das erwarten die Millionen von Spaniern. Die Sache ist gegessen, es wird keine Unabhängigkeit geben. Es wird Wahlen geben, und die jetzige Regionalregierung wird die Wahlen verlieren, samt den ganzen kleinen Linksparteien die ständig Benzin ins Feuer gegossen haben.

Beitrag melden
Abstand 11.10.2017, 01:22
3. Ein weiterer Versuch der Erpressung

Wie immer sieht Puigdemont sich über die geltenden Gesetze erhaben und bietet in seiner arroganten Art nur an, über den Weg zu der von ihm längst beschlossenen Unabhängigkeit zu beraten-die ist aber rein rechtlich gar nicht möglich und die Regierung in Madrid kann eigentlich nicht ernsthaft darauf eingehen.
Nur ein weiterer Versuch der Erpressung

Beitrag melden
Tharsonius 11.10.2017, 01:24
4. Und was macht ihr Katalanen dann

wenn sich die tragende Wirtschaft verabschiedet hat und sich ausserhalb von katalonien ansiedelt? Dann seit ihr pleite und wer zahlt die Zeche dann am Ende?

Beitrag melden
Amparo 11.10.2017, 01:32
5. Hoffen wie mal!

Ein guter Bericht. Jedoch verstehe ich nicht, weshalb in den deutschen Medien die Ciuadadanos-Partei immer als liberal bezeichnet werden. Sie sind rechts und eine Unterstützer-Parteil der PP von Rajoy. Vielleicht besteht der Unterschied zur PP darin, dass nicht so viele Extrem-Rechte in dieser Partei sind. Hoffen wir mal, dass es zu Gesprächen kommt. Dabei könnte es ja zuerst einmal um verbesserte Konditionen für Cataluña gehen. Leider muss man aber befürchten, dass ein überforderter Rajoy nicht dazu in der Lage ist. Bleibt die Hoffnung, dass die Sozialisten nicht Rajoy folgen. Sie sind die einzige Hoffnung für eine Lösung dieses Problems. Die Stimmen für eine Bundes-Republik Spanien werden immer häufiger. Saludos desde España.

Beitrag melden
nenntmichishmael 11.10.2017, 01:49
6. Armselig

Es ist tragisch, dass eine großartige Region wie Katalonien ihr Schicksal in die Hände eines solchen Pfuschers, Tricksers und Dilettanten wie Herrn Puigdemont gelegt hat. Erst ein handwerklich aberwitziges Referendum, dann Taschenspielertricks mit der selbst festgelegten 48-Stunden-Frist und jetzt eine Erklärung, die nichts erklärt und stattdessen nur Verwirrung stiften soll. Puigdemont hat keinen Plan und aktuell schindet er nur Zeit. All das ist nicht zum Vorteil Kataloniens und seiner Bürger.

Beitrag melden
Newspeak 11.10.2017, 01:59
7. ...

Koennen sich die politischen Kommentatoren mal entscheiden, was sie wollen? Die ganzen letzten Tage hat man geschrieben, dass eine Seite den Weg zum Dialog freimachen sollte, dass man verhandeln sollte, diskutieren, und dass die starrkoepfige Haltung auf beiden Seiten schaedlich ist. Jetzt tut das Puigdemont, und ganz anders als erwartet (vielleicht auch nur aus Feigheit, aber lassen wir mal die Motivsuche beiseite), und dann schreibt man dazu, er stelle Rajoy "eine Falle", er druecke sich nicht klar genug aus, er schaffe Unsicherheit. Ja, was denn nun?

Beitrag melden
Schneiderstein 11.10.2017, 02:01
8. Kein kluger Schachzug

sondern eher Hilflosigkeit.
Wir Europäer müssen jetzt deutlich machen, dass wir weder Verständnis noch Vermittlungsbereitschaft gegenüber den Separatisten in Katalonien aufbringen werden.
Neutralität bedeutet hier, die völkerrechtlich verbindliche Unverletzlichkeit der Grenzen Spaniens zu respektieren.
Kein zweites Kosovo!

Beitrag melden
rcpweit 11.10.2017, 02:26
9. Die Falle

Ein reizvoller Schachzug durch eine Rochade den Ball der Aufforderung zum Dialog an die span.Regierung weiterzugeben ohne nur ein Wort oder Hinweis auf die Rueckkehr zu verfassungsrechtlichen Grundlagen zu verlieren und ohne irgendeine Aussicht auf Verzicht der Unabhängigkeit zu Stellen. Hierbei wird nur einem Teil der Hinweise aus europäischen Institutionen Rechnung getragen ohne auf irgendeine Forderung zu verzichten. Damit kann die katalanische Regierung wiederum gezielt die Opferrolle weiterspielen, insbesondere vor internationalen Medien/Regierung, wenn die span. Regierung nicht auf das so 'unheimlich verlockende' Angebot eingeht. So wie im Artikel auch formuliert, ist jetzt die Regierung am Zug. Die katalonische Regionalregierung verfolgt hier das slowenische 'Modell' von 1990/1991, als Jugoslawien vor der Auflösung stand und Slowenien einseitig die Unabhängigkeit erklärt hatte. Dabei setzen die Katalonen auf massive internationale Unterstützung wie seinerseits im Fall Slowenien, in dem sie den Schwarzen Peter an die span. Regierung weitergibt, um auch so wie damals in Slowenien diese dann als einen Unterdrückerstaat ( =Jugoslawien) darzustellen. Dabei wird fest unterstellt, dass Spanien, um den Rechtsstaat zu verteidigen wie auch die Rueckkehr zur verfassungsrechtlichen Grundlagen in Katalonien zu erreichen, nicht von der derzeitigen Argumentation abweichen kann. Ein unerwarteter taktischer Hakenschlag mit Nebelwirkung? Allerdings wird damit nicht die Flucht der Unternehmen aus Katalonien abnehmen, sondern eher das Gegenteil, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen nachwievor durch die Haltung der katalonische Landesregierung in einem latenten Zustand der Unsicherheit über einen längeren Zeitraum gehalten werden. Das kann schwerwiegende Folgen als Wirtschaftsstandort im wesentlichen für Katalonien wie in Folge auch für Spanien nach sich ziehen. Ein Trauerspiel!

Beitrag melden
Seite 1 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!