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Referendum über Unabhängigkeit: Spanien droht 700 Bürgermeistern Kataloniens mit Haft
CNA/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die spanische Zentralregierung versucht mit allen Mitteln, das geplante Referendum über eine Unabhängigkeit Kataloniens zu verhindern. Das bekamen jetzt 700 Bürgermeister der Region zu spüren.

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dennis_berber 13.09.2017, 18:01
1. Korrupte Zentralregierung droht Katalane - Nice

Erst in einem Korruptionsskandal versinken, dann Anti-Terror Gesetze zur Einschränkung der Bürger- und Menschenrechte beschließen und sich wundern, dass die Katalanen keinen Bock mehr haben? Die Partito Populare hat auch nicht mehr ganz den Bezug zur Realität
https://www.finwir.de/wirtschaft/wirtschaftliche-auswirkungen-des-katalanischen-referendums/

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eule_neu 13.09.2017, 18:17
2. Kluge Reaktion der spanischen Regierung?

Druck schafft Gegendruck, politisch verliert die spanische Regierung Wähler und Vertrauen, stellt sich quasi selber mit dem Rücken zur Wand.
Das Grundprinzip in dieser verfahren Frage heißt, miteinander reden, zumal die Volksabstimmung keinerlei Bindungswirkung für die spanische Regierung hat. Sicherlich ist Katalonien eine wirtschaftliche Perle, aber Eigenständigkeit der Region? Warum taucht diese Volksabstimmungsfrage immer wieder aus der Versenkung auf? Was macht die spanische Regierung immer wieder falsch? Die Fehler müssen unbedingt auf den Tisch der dortigen Öffentlichkeit, um eine Besserung im Zusammenhalt aller Spanier zu erreichen. Deswegen ist der Druck mit der Justiz der falscheste aller Wege, denn so lässt sich die Frage der Abtrennung nicht aus den Köpfen und Herzen vieler Katalonier verbannen. besonders klug scheint die spanische Regierung und der amtierende Präsident nicht zu sein, denn die Wut mancher Katalonen wird weiter steigen und Gewalt wird dann nicht ausgeschlossen sein. Spanien ist ein schönes Land mit stolzen Bewohnern, so soll es auch bleiben ...

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isi-dor 13.09.2017, 18:25
3. Meine Meinung lautet:

Jedes Volk sollte das Recht haben, über sein Schicksal in einem Unabhängigkeitsreferendum zu bestimmen, das gilt für Katalanen genauso, wie für Basken, Kurden, Schotten und Tschetschenen.

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indal 13.09.2017, 19:01
4. Sollten sie doch ...

Gehen wir doch einfach. Adios EU, adios Euro. Und die Wirtschaft wandert nach Valencia ab, weil sie die EU braucht. Dann können wir Katalanen in ein paar Jahren gaaanz stolz auf uns sein. Es gibt schon jetzt ne Menge Spanier, die unsere Produkte boykottieren und ich kann das verstehen. Übrigens... ein Teil des historischen Katalonien liegt im heutigen Frankreich. Diesen Teil beansprucht man nicht. Also passt schon.

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carsten_trauzettel 13.09.2017, 19:04
5. Und Europa (allen voran Deutschland) schaut zu...

Ich hoffe nur sehr, dass spätestens wenn Madrid die Panzer vor die Wahllokale stellt, gleich neben die mit Maschinengewehren bewaffneten Guradia Civil, endlich die grossen europäischen Staaten die Zentralregierung zur Vernunft bringen wird.
Katalonien und die Katalanen - zu denen ich mich zugehörig fühle - sind hochgradig europäisch und eine katalanische Republik als neuer Mitgliedstaat wäre eine grosse Bereicherung. Das weiss Madrid nur zu gut und versucht deshalb mit allen (noch rechtlichen) Mitteln, ein Grundrecht wie ein Referendum zu verhindern. Wenn Herr Rajoy sich so sicher ist, dass die diesjährige Demonstration zum 11. September die schwächste seit Jahren war und nur 350.000 Menschen daran teilgenommen haben (laut der städtischen Polzeibehörde Barcelona "Guàrdia Urbana" waren es bis zu 1.000.000 Teilnehmer), sollte er vor einem Referendum doch keine Angst haben, laut seiner Meinung wäre ein klares "No" zur Unabhängigkeit Kataloniens doch sowieso klare Sache.
In vielen Kommentaren kam immer wieder das Argument auf, die Katalanen würden rein aus finanziellen Gründen handeln. Wer so argumentiert hat die letzten 10 und vielleicht sogar 15 Jahre nicht zugehört oder nicht zuhören wollen, wer hier lebt und in der Gesellschaft eingebunden ist, weiss, dass es um viel mehr geht als um einen lächerlichen Finanzausgleich der autonomen Regionen. Madrid hat in den letzten Jahren immer stärker versucht, alles nicht spanische zurück zu drängen oder sogar zu unterdrücken, was im Grunde nicht verwundert, weil Francos Erben die Gründer der Partido Popular sind und noch in Madrid herrschen.
Leider kann ich am 1. Oktober als deutscher Staatsbürger mit permanentem Wohnsitz nicht mit abstimmen, allerdings werde ich versuchen, als freiwilliger Wahlhelfer teilnehmen zu können, da ich den Unabhängigkeitsprozess nach annähernd 23 Jahren in Katalonien voll und ganz unterstütze. Visca Catalunya!

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doc_johnny 13.09.2017, 19:05
6. Noch nie haben mehr als 50% FÜR die Unabhängigkeit gestimmt

Die Wahlen oder Volksentscheide werden so lange in Katalonien wiederholt, bis der moderate Teil der Bevölkerung zu Hause bleibt und die Radikalen ihre Mehrheit haben. Es hat schon mindestens zwei Abstimmungen gegeben in denen immer die Gegner der Unabhängigkeit die Mehrheit hatten. Es sollte nicht vergessen werden, daß die EU zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Balkanstaaten ein Minimum von 55% gefordert hat. Davon ist Katalonien weit entfernt. Zuletzt hat das Lager für die Unabhängigkeit ca. 47% bekommen, mehr nicht. Die Mehrheit im Parlament kommt nur dadurch zu Stande, daß eine Stimme von außerhalb Barcelonas doppelt so viel zählt wie die eine Bewohners der Stadtregionen. Dieses "Unrecht" möchte die derzeitige Regierung natürlich nicht ändern. Jeder macht sich das Gesetz, so wie es ihm gefällt.

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boludo1 13.09.2017, 19:07
7. Spaß- und Luxusrevolution

...das war die Beziehung eines anderen Foristen für die Vorgänge, die gerade in diesem Teil Spaniens ablaufen. Eine Unterdrückung findet nicht statt, im Gegenteil: Es werden diejenigen unterdrückt, die kein Catalan sprechen. Den Menschen in Katalonien geht es gut, sie dürfen nach belieben ihre Sprache sprechen, ihre Kultur leben. Aber irgendwie ist das mit der Unabhängigkeit ein Selbstläufer, ohne dass sich die Betreiber über die Konsequenzen im Klaren sind. In der globalisierten Welt sind diejenigen, die nach Kleinstaaterei streben ganz sicher die Verlierer. Die beiden wichtigsten Handelspartner Kataloniens sind das restliche Spanien und die EU!
Die spanische Zentralregierung hat sicher einen Fehler gemacht: Sie hat zu lange weggeschaut! Diesen Landesteil einfach in die Unabhängigkeit zu entlassen wäre ein Desaster für die nicht so lautstarke und bunte Mehrheit, die lieber in Spanien verbleiben will.
Das restliche Spanien hat die Spaß- und Luxusrevolution einiger Katalanen mittlerweile derart satt, dass viele denken: "Entlasst sie in die Unabhängigkeit! Und dann sehen wir zu, wie sie gehen die Wand fahren!"
Aber so einfach ist das eben nicht.

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spigalli 13.09.2017, 19:10
8. Volk?

Zitat von isi-dor
Jedes Volk sollte das Recht haben, über sein Schicksal in einem Unabhängigkeitsreferendum zu bestimmen, das gilt für Katalanen genauso, wie für Basken, Kurden, Schotten und Tschetschenen.
Wie bestimmen Sie ein "Volk"? Nach Abstammung? Pass? Wohnort? sonstwie?

Gilt das auch für Schwaben, Bayern, Badner, Friesen,...? Gehören die Polen (~skis und ~czeks), Franzosen (Hugenottennamen) , Flamen (van...), Schweden (~sons). Dänen (~sens), usw., die mehr als 50% der Bevölkerung mit deutschem Pass ausmachen, zu den Deutschen bzw. deren Regionalvölkern? Darf ich als "neigschmeckter Westfale mit polnischen Wurzeln" in Schwaben mein eigenes Referndum für mein Haus abhalten?

Der Gegentrend zu EU-Einigung ist widerlich. Sollen wir uns in Europa auch wieder wie im 30-jährigen Krieg oder Teilen Afrikas die Köpfe einschlagen, weil unser Nachbar "nicht zu uns" gehört? Es wrd Zeit für die Transformation der EU in die UdE ("Usono de Eŭropo"), mit Augenmaß und Vernunft - wir sind so sehr Brüder wie Palästinenser und Israelis.

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hassenichtjesehn 13.09.2017, 19:16
9. warum kommt Seehofer

.. nicht auf die selbe Idee? Denke dann hätte er etliche Probleme weniger und bräuchte nicht dauernd Gift versprühen.

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