Forum: Politik
Sammlungsbewegung: Aufstehen fällt schwer
JENS SCHLUETER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die Sammlungsbewegung um Sahra Wagenknecht will die Unzufriedenen einen. Sie hat großes Potential - doch sie wird es nicht nutzen. Stattdessen wird sie weiter spalten.

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WolfThieme 04.09.2018, 20:27
1. Gutes Thema, falsche Frau

Nicht alle, die eine linke Sammlungsbewegung gut finden, werden sich hinter oder neben Sahra Wagenknecht stellen wollen. Und wenn die SPD nicht mitmacht, bei der Linken viele lange Zähne haben und der Rest der Grünen, der noch grün ist, abseits steht, dann isses ebend keine linke Samlungsbewegung. Die links Denkenden mal wieder verzettelt, CDU, CSU, AfD werden sich freuen.

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Lichtenbruch 04.09.2018, 20:29
2. Sobald etwas

vom linken Lager kommt, wird es schon im Vorfeld von den Medien plattgemacht.
Das beobachte ich schon seit Jahrzehnten und es funktioniert ja offenbar.
Ob als SED-Nachfolgepartei bezeichnet oder als Sozialromantiker diffamiert, egal was die Linke tut ist grundsätzlich Mist.
Wenn das was zusammengehört, nämlich SPD, die Grünen und die Linkspartei zusammenfinden würden, wäre vielleicht tatsächlich eine andere Politik möglich. Doch das ist in Deutschland ganz offensichtlich nicht gewünscht.
Aber die CDU/CSU ist ja auch gerade dabei zu zersplittern, dumm nur das deren ehemaligen Wähler meinen sie hätten in der AfD die Alternative gefunden.

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spiegelneuronen 04.09.2018, 20:35
3. Zeitlich schwer nachvollziehbare Behauptung, weil ...

ZITATBEGINN+++Das größte Problem von "Aufstehen" sind ihre Gründer: Sahra Wagenknecht und ihr Mann, Oskar Lafontaine. ... Er ist das Urgestein, lange Ministerpräsident im Saarland, Kanzlerkandidat der SPD, Vorsitzender der Sozialdemokraten, der nach einem Machtkampf mit Gerhard Schröder im Jahr 2005 seiner Partei den Rücken kehrte und ihr fortan von links Stimmen abgrub. Ein Spalter.+++ZITATENDE

Lafontaine trat im März 1999 von seinen Amt in der Regierung zurück. Er war danach weitgehend im Privatleben, mit seiner damaligen Frau Christa Müller und seinem kleinen Sohn.
Schröder hatte vorher einen Bodo Hombach installiert und ging seinen Weg, der im Titel „Genosse der Bosse“ endete. Ein Weg den Lafontaine nicht mittragen wollte.

2004 wurde die WASG als Verein gegründet – eine Abspaltung der SPD – Teile, die die Politik Gerhard Schröders nicht mittragen wollten. – Oskar Lafontaine war damals noch SPD – Mitglied und verließ die SPD 2005.
2005 wurde die WASG zur Partei und vereinigte sich zur Partei „dieLINKE“.

Die Spaltung ist schon zeitlich erkennbar, auf Gerhard Schröder zurückzuführen. Dadurch entstand die WASG 2004. Lafontaine war damals noch SPD-Mitglied.

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The Restless 04.09.2018, 20:41
4. Spalter

Man kann es auch anders deuten: Schröder war mit seiner Agendapolitik der eigentliche Spalter, während Lafontaine die Politik weiterführte, die der SPD angemessen war.

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ehst 04.09.2018, 20:44
5. Dieser Artikel ...

ist eine kluge Analyse. Ich glaube nur nicht, dass es ein Problem ist, dass Frau Wagenknecht mit dieser Initiative keine "echten" Antworten gibt. Ich glaube gar nicht, dass es ihre Absicht ist mittels dieser Initiative Antworten zu geben. Ich glaube sogar nicht, dass es überhaupt notwendig ist, dass Politiker uns Antworten geben. Diese Initiative ist eine Einladung mit zu machen, eine Einladung, selbst Lösungen für gewisse Probleme zu finden. Wenn es den Leuten die hier mit machen gelingt Einfluss, jenseits der bisher üblichen "Meinungsbildungsprozesse" einer politischen Partei, auf die drei zumindest potentiell linken Parteien in Deutschland zu nehmen, und damit mehr Menschen dazu zu bringen eine dieser Parteien zu wählen, dann ist diese Initiative ein voller Erfolg. Solche Wähler, wenn es sie denn gibt, wären dann bisher im Wesentlichen Nichtwähler gewesen, zum Teil auch Wähler der AfD, vermute ich. Diese Menschen wollen keine Antworten von Frau Wagenknecht, die hätten gern, dass ihre Interessen berücksichtigt werden. Nicht mehr, und nicht weniger.

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m.gu 04.09.2018, 20:45
6. Natürlich hat Frau Wagenknecht Recht, die soziale Lage für viele

Millionen deutscher Bürger ist unerträglich. Hier denke ich an die ca. 18 Millionen Mitbürger, die weitaus weniger als 1 056 Euro im Monat für Mietzahlung und zum Leben zur Verfügung haben. Not, Elend und die Armut ist in Deutschland Realität, siehe Beweis Quelle: "Studie mit präziseren Kriterien: Arme Familien sind ärmer als gedacht." Bochumer Wissenschaftler haben es eindrucksvoll unterlegt. Doch leider wird es von den Politikern der GroKo, leider auch von vielen Wählern dieser Parteien schön geredet, siehe Quelle: "Bertelsmann Studie zur Familienarmut. Geschönte Armut statt schön." Dieser Personenkreis sieht nicht die wahren Probleme in Deutschland, sondern diskutieren fast nur über die Asylantenpolitik. Wie z.B. Quellen: " Deutsche Renten am niedrigsten in ganz Europa," Oder "Deutschland hat die meisten Obdachlosen." Geschätzte 370 000 Mitbürger campieren im Freien, sie stammen aus einem gewaltigen Heer, siehe Quelle: "Wohnungslosigkeit - 860 000 Menschen haben in Deutschland keine Wohnung." Trotz Reichtum und Wirtschaftsboom werden viele Millionen Menschen von den Regierenden in diesem Land vom Wohlstand ausgegrenzt bzw. erhalten kleine Almosen. Deswegen versuchen wenigstens die ca. 100 000 Menschen, die wahren Demokraten in diesem Land , eine Veränderung zu erreichen für mehr soziale Gerechtigkeit im reichen Deutschland.

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ulrichskubowius 04.09.2018, 20:49
7. Vor dem#Aufstehen

muss man erst einmal aufwachen. Wer allerdings jetzt in diesem Land noch nicht politisch wach geworden ist, hat in der Bewegung auch nichts verloren. Liebe Frau Höhne, Sie sehen diesen, in meinen Augen, absolut notwendigen Weckruf zu negativ. Recht gebe ich Ihnen, dass mit dem Namen Wagenknecht und dem Lafointaine-Schatten doch gewisse Ressentiments verbunden sind, doch halte ich gerade Frau Wagenknecht für klug genug in naher Zukunft mit ihren Statements den sicher auftretenden Heckenschützen nicht zuviel Munition zu liefern. Mit dieser #Aufstehen-Bewegung rennt sie doch m.E. die seit langen offenen Türen in der fehlenden Sozialpolitik in Deutschland ein. Die SPD, die sich eigentlich für ihr "S" im Kürzel schämen sollte, kann es nicht mehr, die Linke zerfleischt sich in ihren Personaldiskussionen mal wieder selbst, die Grünen hat Frau Höhne richtig beschrieben, ökologisch, interlektuell abgehoben, von echten sozialen Themen keine Spur, dabei erleben gerade die Betroffenen die aktuelle Probleme tagtäglich: Mieterhöhungen trotz der lachhaften Mietpreisbremse, Rentenentwicklung der Zukunft, Niedriglohnsektor, kurz Eindämmung des ausufernden Turbokapitalismus wo immer mehr Reichtum in die Hände Weniger wandert. Wenn es Frau Wagenknecht und ihrer Mannschaft gelingt die Sprache des normalen Bürgers zu sprechen und insbesondere die Nichtwähler, wie z.B. mich, anzusprechen und zu begeistern, sehe ich für die neue Bewegung grosses Potenzial.

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wmb58 04.09.2018, 21:12
8. Eine linke Alternative

Die SPD geht mit Riesenschritten Richtung 15 Prozent. Die Linke verliert stark im Osten und dürfte bald im Bund um die 5 Prozent bangen. Und wenn man die Grünen zur linken Gruppe hinzurechnet, kommt vielleicht ein Drittel der Stimmen für wie-auch-immer-links zustande. Sahra Wagenknecht hat erkannt, dass durch die neu hinzugekommene AfD es immer problematischer wird, an die Macht zu kommen.

Das Kernproblem ist die Migrationspolitik. Die SPD hat das inzwischen erkannt. Mit den Grünen kann man verhandeln. Nur die Linken, Sahra Wagenknechts Partei, will, was die Migrationspolitik betrifft, keine Kompromisse. Wagenknecht versucht nun durch ihre neue politische Bewegung, die Linken zu überzeugen, dass ihre Sturheit für diese Partei zur Bedeutungslosigkeit führen könnte. Wagenknecht ist meiner Meinung die einzige, die mit ihren Ideen einen linken Aufschwung herbeiführen könnte. Sonst sehe ich schwarz für die Roten

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Ährengast 04.09.2018, 21:15
9. Herr Stegner hatte leider keine Zeit

Personalisieren ist die vorhersehbarste aller Abwehrstrategien, mit denen schon vor dem eigentlichen Start der Unternehmung zu rechnen war. So war es bei Bernie Sanders, so war es bei Corbyn und so war es sehr viel früher natürlich auch schon bei Lafontaine.

Noch dazu ist dieser Versuch hier so richtig schlecht gemacht. Beispielsweise deshalb, weil die Autorin ausgerechnet auf En Marche verweist, die Bewegung von Macron, dem Wagenknecht nach Ansicht von Höhne natürlich nicht das Wasser reichen kann. Hat es sich in Hamburg immer noch nicht rumgesprochen, dass Macron ein lupenreiner Neoliberaler ist? Ist es überdies auch unbekannt, dass "En Marche" die Reinform von einer "Bewegung von oben" ist?

Richtig lustig fand ich aber die Formulierung "ökologisch versierte, besserverdienende Intellektuelle, oder solche, die es werden wollen" für die Wähler der Grünen.

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