Forum: Politik Skandal um Demütigungen - mangelnde Kontrolle bei der Bundeswehr?
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Rohe Schweineleber und Alkohol bis zum Erbrechen - Rekruten in Mittenwald mussten sich offenbar entwürdigenden Ritualen unterziehen. Auch in Coesfeld wurden junge Soldaten von ihren Ausbildern gedemütigt und misshandelt. Muss die Bundeswehr stärker kontrolliert werden? Antworten
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#1 10.02.2010, 11:51 von Brand-Redner

Wer weiß?

Zitat von sysop
Rohe Schweineleber und Alkohol bis zum Erbrechen - Rekruten in Mittenwald mussten sich offenbar entwürdigenden Ritualen unterziehen. Auch in Coesfeld wurden junge Soldaten von ihren Ausbildern gedemütigt und misshandelt. Muss die Bundeswehr stärker kontrolliert werden?
Was wissen wir Zivilisten schon! Vielleicht gehörte das Ganze zum eigentlich geheimen Überlebenstraining, wie es in Afghanistan oder einem anderen, demnächst zu befreienden Land angewendet werden soll? - Ja, ganz sicher täte etwas mehr parlamentarische Kontrolle gut, was aber nun nicht erst diese Episode hier bewiesen hat. Insofern glaube ich nicht, dass es zu Änderungen kommt.

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#2 10.02.2010, 11:55 von Knütterer

Einfach....

Zitat von sysop
Rohe Schweineleber und Alkohol bis zum Erbrechen - Rekruten in Mittenwald mussten sich offenbar entwürdigenden Ritualen unterziehen. Auch in Coesfeld wurden junge Soldaten von ihren Ausbildern gedemütigt und misshandelt. Muss die Bundeswehr stärker kontrolliert werden?
... eine Riesensauerei, die Beteiligten und Mitwisser gehören allesamt angeklagt und bestraft!

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#3 10.02.2010, 11:56 von Hans58

Zitat von sysop
Rohe Schweineleber und Alkohol bis zum Erbrechen - Rekruten in Mittenwald mussten sich offenbar entwürdigenden Ritualen unterziehen. Auch in Coesfeld wurden junge Soldaten von ihren Ausbildern gedemütigt und misshandelt. Muss die Bundeswehr stärker kontrolliert werden?
Nochmal das Thema? http://forum.spiegel.de/showpost.php...85&postcount=1

Der Vergleich zwischen Mittenwald und Coesfeld hinkt. In Mittenwald haben sich Grundwehrdienstleistende ("Wehrpflichitge") (angeblich) untereinander "entwürdigend" behandelt. Vorgesetzte waren nach bisherigen Erkenntnissen nicht unmittelbar beteiligt.

Und warum hat sich der W 9 nicht während seiner Dienstzeit an den Wehrbeauftragten gewandt, warum hat er nicht von seinem Beschwerderecht nach der Wehrbeschwerdeordnung Gebrauch gemacht?

Was die Frage nach der stärkeren Kontrolle der Bw betrifft: die Bw wird kontrolliert, dafür sorgen unzählige Mechanismen. Wenn die versagen, sind das bei mehr als 200.000 Menschen, die einer täglichen Kontrolle unterliegen, Einzelfälle. Diesen gilt es nachzugehen, zu ermitteln und zu ahnden.

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#4 10.02.2010, 13:01 von M@ESW

Zitat von Knütterer
... eine Riesensauerei, die Beteiligten und Mitwisser gehören allesamt angeklagt und bestraft!
Typisches Jungsverhalten

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#5 10.02.2010, 13:07 von rotfux

gibts ja gar nicht

So etwas kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen und muss deswegen einfach unwahr sein. Unsere tapferen Recken der Bundeswehr, ein Verbund junger, hochintelligenter, zukunftsorientierter, verantwortungsbewusster Männer, würde so etwas doch nie dulden.
Oder sollten böse Zungen am Ende doch recht behalten, dass es sich hierbei um eine eher vorzeitliche Verklärung der Tatsache handelt, dass die besagte Truppe in Wirklichkeit ein Haufen geistig ziemlich eingeschränkter, tumber Proleten ist, der sich am dumpfen Bombenangriff auf 2 mit Atombomben zu vergleichenden Tanklastern plus 150 sehr sehr gefährlichen Zivilisten genauso ergötzen kann, wie am Abfüllen ihresgleichen mit Schweineleber und Alkohol bis zum erbrechen?
Diesbezüglich empfehle ich ein bisschen mehr Scheineleber und Alkohol und ein bisschen weniger Bomben und schon wären alle glücklich und das Problem bald von selbst gelöst.
Dran, drauf, drüber!

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#6 10.02.2010, 13:22 von weisswas

Härte und Professionalisierung als Leitbild ?

1. Soziale Ursachen
Die erste Frage, die zu stellen wäre, vor welchem sozialen Kontext entwickelt sich die Gewalt in der BW. Sind es parallele Ereignisse, die durch eine allgemein erhöhte Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft auch in der BW auftreten. Ferner ist die Frage zu klären, ob die BW eine besondere Anziehungskraft besitzt für Personen, die bereits im zivilen Umfeld einer erhöhte Gewaltbereitschaft gezeigt haben.

2. Bundeswehr
Unabhängig vom sozialen Kontext ist aber auch die Rolle und das Selbstbild des Offiziers- und Unteroffizier-Korps zu hinterfragen.

Derartige Exzesse können eigentlich nur im Rahmen einer passiven Duldung oder aktiven Unterstützung durch Vorgesetzte vorgenommen werden. Die organisatorische Einheit, die Kompanie, ist so klein und übersichtlich, dass es nahezu nicht möglich ist, derartige Schweinerein durchzuführen, ohne dass es zur Kenntnis von Vorgesetzten gelangt.Es herrscht Kumpanie und gegenseitige Deckung bei Verstößen frei nach der Vorstellung: "Ein bißchen Härte hat schließlich noch nie jemandem geschadet".

Hier herrscht offensichtlich ein ähnliches Unrechtsbewustsein in Bezug auf körperliche Gewalt vor wie in andern "altehrwürdigen" Institutionen. Aus meiner Sicht eine ausgesprochen gefährliche Entwicklung der durch zusätzliche Schulung des Unteroffiziers- und Offiziers-Korps entgegengewirkt werden sollte.

Einher geht mit dieser Entwicklung die abnehmende Bedeutung des Leitbildes des "Staatsbürgers in Uniform".Und verweist auf das Problem, dass die Bundeswehr offensichtlich in Teilen dazu übergeht, sich als "rechtsfreier" Raum zu definieren, in dem die zivile Gesetzgebung völlig außer Kraft gesetzt ist.

Die Gründe für diese Entwicklung liegen auch an der "Globalisierung" der Bundeswehr und verweisen auf die negative Rückwirkung internationaler Einsätze auf das nationale Leitbild eines "zivilen Soldaten".

Die objektiv vorhandene Härte der Anforderungen bei der internationalen Einsätzen in Verbindung mit der Vergleich der Härte der Ausbildung und der Personalführung "befreundeter" Armeen illustrieren die Gründe, die wirksam sind.

3. Militärsoziologie
Aus den Arbeiten von Militärsoziologen wie "van Creveld" wissen wir, dass die Kampfkraft von Armeen auf der Qualität seiner primären Kampfgruppen (Zug, Kompanie oder auch Batallion) basiert.

In diesem Zusammenhang ließen sich diese archaischen, Initiationsrituale als "notwendige" Mechanismen begreifen, "Kriegergesellschaften" aufzubauen, die den harten Anforderungen in Afganistan gewachsen sind.

4. Die Moral der Geschichte
Und die Moral der Geschichte? Wer sich den Pelz waschen läßt wird nass und wer in der Welt Kriege führt, wird mit einer zunehmenden Professionalität aber auch Verrohung seiner Streitkräfte zu rechnen haben.

Die Bundeswehr hat eine eigenständige rechtsstaatliche Tradition nach dem WW2 aufgebaut, sie hat sicherlich auch Fehler und Skandale im Bereich der inneren Führung aufzuweisen, dennoch ist sie eine demokratische Armee in einem demokratischen Staat. Und dieser Zustand muss, auch zu Lasten einer Professionalisierung, erhalten bleiben.

Diese Zielsetzung sind wir als Gesellschaft auch Personen wie Graf Baudissin schuldig, die sich engagiert für diese demokratische Institution eingesetzt haben.

Wir brauchen keine Neuauflage der "Reichswehr"!!!!!!

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#7 10.02.2010, 13:22 von Kassander

Westliche Kultur

Und sowas schickt die Regierung dieses Landes in alle Welt zur Verteidigung der westlichen Kultur. Besser kann man die Verlogenheit der Interventionisten in der Politik nicht darstellen. Kriegt schaft Monster. Immer.
Selbstverständlich wird sowas immer wieder passieren, das bringt das Abrichten zum Töten eben mit sich - zumal sich nicht nur unter den Ausbildern, sondern auch unter den Rekruten gewiss etliche verstecken, die wohl besser in die Psychiatrie gehörten.

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#8 10.02.2010, 13:32 von kanone3

Dazu ein Beitrag aus einem anderen Internetforum zu diesem Thema, der gut passt (ist nicht von mir):
"Tschuldigung dass ich hier reintrolle, aber solche Rituale haben einen klar gruppendynamischen Effekt in Gruppen, die sich für elitär, hart oder männlich oder all das halten.

Der Eintritt soll hart und teuer bezahlt werden, mit der Aussucht, dass man die selbst erlittene Schikane später an andere weiterreichen kann, wenn man sie am Anfang durchsteht. Außerdem teilt man dann peinliche Geheimnisse, das stärkt den Zusammenhalt gegen außen, weil man die echt fiesen Sachen halt nicht so gerne we erzählt, der sie nciht mitgemacht hat.

Das ist der geheime parallele Lehrplan zu den offiziellen Hierarchien: Lass Dich widerstandslos anschreien und benutzen, dann darfst Du zur Entschädigung dasselbe später mit anderen machen. Schweisst gruppendynamisch enorm zusammen und unterdrückt interne Reflektion und Kritik; nützlich, wenn man aus dieser emotionalen Suppe dann Kadavergehorsam erzeugen will.

Egal ob das nun Jesuiten, Marines, Burschenschaftler, Indianer oder Eliteunis sind, es ist immer derselbe Mackerscheiss.

Wobei die Bundeswehrversionen natürlich immer die billigen Widerholungen im Lachnummernformat sind - Millionen Deutsche zahlen jedes Wochenende Geld dafür, um bis zum Erbrechen zu saufen, manche fliegen dafür sogar nach Mallorca."

von http://forum.mods.de/bb/thread.php?T...ply_1241338271

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#9 10.02.2010, 13:35 von mulhollanddriver

Soldaten sind so.

Das sind Soldaten, und ihr Verhalten entspricht dem von Soldaten. Irgendwo muß es ja ein Ventil dafür geben, daß man als Soldat nicht denken darf, sondern Befehlen zu folgen hat.

Folter und Mord durch Soldaten in den zwei Weltkriegen und in allen Kriegen davor und danach, Erniedrigungen von Gefangenen, so wie im Irak, oder die Erniedrung gegenseitig untereinander: im Grunde sind das alles die gleichen Dinge mit den gleichen Ursachen.
Soldaten sind einfach so. Es liegt in ihrer Natur.
Einen guten Soldaten gibt es nicht, ebenso wie es keine gute Bombe gibt.

Ich war nicht bei der Armee. Diese Entscheidung stellt sich immer wieder als richtige Entscheidung heraus.

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