Forum: Politik
Spanien: Regierungsvertreter entschuldigt sich für Polizeigewalt in Katalonien
AFP

Es ist ein Zeichen der Deeskalation: Der Vertreter der spanischen Regierung in Katalonien hat sein Bedauern über die Polizeigewalt beim Referendum ausgedrückt.

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cat.tinka 06.10.2017, 16:09
10. Entschuldigung?

Ja, Millo hat sich (im Namen der Polizisten) entschuldigt.
Dafür hat er keine 10 Sekunden gebraucht.
Wer das Interview im Originalton (Katalan) vollständig gehört hat, dem wird allerdings aufgefallen sein, dass danach mehr al 5 Min. relativierende Abers folgen, die nicht ohne Anschuldigungen einherkommen. Eine ehrliche Entschuldigung hört sich für mich anders an.
Eine kurze Zusammenfassung:
-es war nur ein kleiner Anteil der als Wahllokale genutzten Schulen betroffen und Zwischenfälle gab es nur an 30
-dort gab es menschliche Schutzschilder mit Kindern, FRAUEN und Senioren oder die Polizisten wurden in den Schulen eingekesselt
-Verantwortung derjenigen, die die Menschen dort haben hingehen lassen und sie noch dazu animiert haben (Govern catala)
-hätte mas das Ganze in eine grosse Demostration verwandelt, anstatt einer Wahl, wäre nichts passiert.
-die Anordnung der Polizei war ja nur die Schliessung der Wahllokale. Hätte man woanders (z.B. auf einem Platz) gewählt, wäre nichts passiert
-es gab 107 Vorfälle gegen spanische Polizisten in den vergangenen Tagen (z.B. Beleidigungen, Ausgrenzung, etc-auch von Familienmitgliedern)
-auf die Frage warum die Spansiche Nationalpolizei und die paramilitärische Guardia Civil weiterhin in Katalonien sind: "Wieso sollten sie gehen? Sie tuen doch nichts Schlimmes!"
-bezüglich der Parlamentsversammlung am Montag: Die Mossos (katalanische Polizei) muss diese verhindern und es kann durch das Stattfinden der Versammlung trotz Verbots "etwas" in Gang gesetzt werden, wass er sich nicht wünscht. Er bittet um guten Willen.
Den Weg in die internationale Presse und die spanische hat bisher nur die 10-sekündige "Entschuldigung" gefunden.

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nenntmichishmael 06.10.2017, 16:12
11. Handyfilmchen

Gibt´s eigentlich außer ein paar Handyfilmchen auch nachvollziehbare, gesicherte, neutrale Belege für übermäßige Polizeigewalt? Hat schon einmal jemand überprüft, wie schwer die erlittenen Verletzungen waren und ob die von der Regionalregierung (also einer interessierten Partei!) gemachten Angaben stimmen? Wer kennt die Vorgeschichten vor den jeweiligen Bild- und Videoaufnahmen? Und wer garantiert, dass diese Bild- und Videoaufnahmen überhaupt authentisch waren? Le Monde hat jedenfalls schon vor Tagen einige davon als Fake entlarvt.
http://www.lemonde.fr/les-decodeurs/article/2017/10/02/violences-policieres-en-catalogne-attention-aux-images-trompeuses_5194905_4355770.html

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10tel 06.10.2017, 16:36
12.

Zitat von nenntmichishmael
Gibt´s eigentlich außer ein paar Handyfilmchen auch nachvollziehbare, gesicherte, neutrale Belege für übermäßige Polizeigewalt? Hat schon einmal jemand überprüft, wie schwer die erlittenen Verletzungen waren und ob die von der ......
Nun lesen Sie doch bitte den Artikel.
Der Vertreter der spanischen Regierung in Katalonien sagt: "Ich weiß, dass Menschen Schläge und Stöße abbekommen haben".

Wenn das sogar die spanische Regierung so beurteilt, wofür genau wollen Sie denn jetzt Belege und Garantien ? Jaja ich weiß, alles Fake in den Medien, dieser Artikel hier vermutlich auch :-)))

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cat.tinka 06.10.2017, 16:37
13. Verletzte

Es gibt eine offizielle Liste aller in Krankenhäusern behandelten Verletzten der katalanischen Gesundheitsbehörde auch nach Schweregrad. Logischerweise kann eine spanische Behörde die nicht liefern. Da kann man natürlich über Unabhängigkeit diskutieren...
Es handelt sich Größtenteils um Leichtverletzte. Von der spanischen Seite werden allerdings gern nur die Schwerverletzen (Auge durch Gummigeschoss) erwähnt.
Ja, es gibt Fakevideos! Allerdings von beiden Seiten! Leider. Ein großes Problem.

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pavel1100 06.10.2017, 16:44
14. Im Ernst?

Zitat von ansch
@rothenq: Die Gewalt beim Prager Frühling oder am 17. Juni war dann also auch "ein Stück weit gerechtfertigt"? Denn Die UDSSR konnte nicht zulassen, daß sie sich selbst auflöst.
Wollen sie eine repressive Diktatur wirklich mit einem demokratischen Rechtsstaat vergleichen?

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Flari 06.10.2017, 17:04
15.

Zitat von 10tel
Nun lesen Sie doch bitte den Artikel. Der Vertreter der spanischen Regierung in Katalonien sagt: "Ich weiß, dass Menschen Schläge und Stöße abbekommen haben". Wenn das sogar die spanische Regierung so beurteilt, wofür genau wollen Sie denn jetzt Belege und Garantien ? Jaja ich weiß, alles Fake in den Medien, dieser Artikel hier vermutlich auch :-)))
Was meinen Sie denn, was die Polizei machen soll, wenn Bürger sich einer staatlichen Anordnung widersetzen?
Abrücken und den Vorgesetzten erzählen: "Wir haben die dreimal nett gebeten, aber die wollten nicht, da mussten wir uns zurück ziehen.."?

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gatopardo 06.10.2017, 17:24
16. @pavel1100

Zitat von pavel1100
Wollen sie eine repressive Diktatur wirklich mit einem demokratischen Rechtsstaat vergleichen?
Ja, es entsteht bei der Diskussion um die Geschehnisse in Katalonien immer mehr der Eindruck, dass es sich bei Spanien um eine repressive Diktatur handelt. Dann müssten wir auch den Hamburger G20-Polizeieinsatz dahingehend einordnen oder alle die Wiederbewaffnungs- und Atomgegner--Demos dazuzählen, die noch gut in Erinnerung sind. Man will Übergriffe der Polizei ja gar nicht verharmlosen, aber sie kommen eben in jedem Rechtsstaat vor.
Ich kann es nicht mehr hören, dass die spanischen Sicherheitskräfte sich immer noch wie unter Franco gebärden. Ich habe 10 Jahre in dieser repressiven Diktatur gelebt und verbitte mir Vergleiche zu heutigen Verhältnissen in diesem Land.

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gonsie@hotmail.com 06.10.2017, 17:24
17. Celestine, ich bin Spanier...

...und ich schäme mich nur dafür, dass es in Catalonia einen Präsidenten gibt, der die Verfassung bewusst missachtet und somit die Demokratie und Rechte der Spanier untergräbt. Viele Bilder von den sogenannten "friedlichen" Demonstranten, die sich weigerten, die Plätze zu räumen waren manipuliert. Ich darf darauf hinweisen, dass über 20 Polizisten verletzt wurden. Nichtdestotrotz geht die spanische Regierung jetzt auf die Nationalisten zu, während diese nichts machen und weiter in der Opferrolle stecken. Es ist notwendig, dass beide Seiten sprechen, aber die spanische Regierung kann unmöglich mit einem Putschisten verhandeln.

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panchoxx 06.10.2017, 17:30
18. Endlich

Es wurde Zeit das Rajoy merkt, wann er verloren hat. Es lebe die wehrhafte, couragierte Demokratie. Und nun bitte mit Bedacht in die Zukunft

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yehoudin 06.10.2017, 17:33
19. Wenn Polizeigewalt Nationalisten trifft...

...entschuldigt sich der Staat.

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