Forum: Politik S.P.O.N. - Im Zweifel links: Moralischer Notstand
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Autos brennen, an Bahngleisen werde Brandsätze deponiert: In Deutschland glimmt die Lunte des Zorns - über eine Politik, die sich von der Macht der Märkte treiben lässt und so den Gesellschaftsvertrag einseitig kündigt. zum Artikel Antworten
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#631 18.10.2011, 23:38 von Mistermambo

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Zitat von RioTokio
Ein so großes Land katapultieren Sie nicht in 1 Jahr aus der sozialistischen Steinzeit, einem unterentwickelten Armenhaus, zu einem ernsthaften Konkurrenten der USA. Die Chinesen haben das in ca. 10 - 15 Jahren geschafft. 100 Bahnhöfe, 10-20 Flughäfen, 5000 km Autobahn etc. werden gebaut - pro Jahr! (Schönen Gruß an die "Wutbürger"-Nimbys in Stuttgart). Hochgeschwindigkeits-Bahntrassen durchziehen das Land, eine Weltraumstation geplant, weltweit Ackerland, Rohstoffquellen gekauft etc. Von all dem profitieren 1,3 Mrd. Menschen! Die Autoproduktion steigt, klar fahren nur ein Bruchteil der Leute deutsche Autos. Viele fahren Eigenproduktionen. Selbst Volvo gehört inzwischen den Chinesen. etc. Es gibt noch große Problem. Aber es ist auch verdammt viel erreicht worden. Fahren Sie mal hin, Sie werden staunen!
Ich beneide die Chinesen ehrlich gesagt nicht so sehr um diese Raubritter-Variante des Staatskapitalismus.

Aus der Ferne sieht es eher nach Aufschwung um jeden Preis aus. Ich kann auch nicht beurteilen, welche Konsequenzen es dort hätte, den Jahres- Zweijahres- oder sonstwie gearteten Plan nicht zu erfüllen. Das würde vermutlich kein Kindergeburtstag für den Verantwortlichen.

Ich rechne eigentlich in absehbarer Zeit damit, dass die griechische Geldknappheit dazu führen wird, dass die Chinesen sich dort auf dem Weg, der in Afrika auch funktioniert hat, mittels blindwütiger Investments in alles was nicht bei "drei" auf den Bäumen ist, als stille Teilhaber in die EU einkaufen werden. Vor einiger Zeit gab es einen Nachrichtenbeitrag, in dem es um das chinesische ENgagement im Bereich der Hafenanlagen von Piräus ging. Klang nach einem ersten Schritt in diese Richtung.

Mehr als den deutschen "Wutbürger" (der französische "Wutbürger" ist übrigens nicht solchem Hohn ausgesetzt wie das deutsche Pendant) wird man den Chinesen dann auf EU-Ebene wohl kaum entgegensetzen können. Geld regiert im Zweifel die Welt (jedenfalls, wenn sich alle darauf einigen und das scheint aktuell der Fall zu sein).

P. S.
Ich weiß nicht mehr wo aber ich habe neulich aufgeschnappt, dass das China-Abenteuer für Volvo schon wieder erledigt sein soll. Ich könnte mir vorstellen. Getreu dem Motto "Kopieren geht über studieren"? Bald werden dort wahrscheinlich nur noch Volvos unter verschiedenen Namen gebaut und der europäische Markt wird dann mit Importautos europäischer Machart aus China überschwemmt. Zum Stückpreis von EUR 42,50. Wäre doch ne schöne Sache, den europäischen Autobauern mal zu zeigen, was die Werkbank der Welt so draufhat für 42,50.

Na gut - meinetwegen EUR 142,50.

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#632 19.10.2011, 15:38 von CSCX

HaHa

Zitat von SmallSmurf
Ich legitimiere nichts! Wenn Sie das aus meinen Zeilen lesen, kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen. Aber anstatt auf das System zu schimpfen, wäre es wohl vernünftiger es zu verbessern. Genau hierfür besteht die Möglichkeit sich zur Wahl aufstellen zu lassen, um so seine Ideen mit einzubringen. Es gibt genügend Parteien in Deutschland, denen man beitreten kann, ist keine dabei, hat man die Möglichkeit eine eigene zu gründen. Genau das ist ein Bestandteil unserer Demokratie.
Soso, weil viele Parteien korrupt und kaputt sind soll man selber welche gründen? Was ein Schwachsinn...

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#633 19.10.2011, 16:41 von Christian Weiss

Und Schuld haben immer die anderen...

Zitat von sysop
Autos brennen, an Bahngleisen werde Brandsätze deponiert: In Deutschland glimmt die Lunte des Zorns - über eine Politik, die sich von der Macht der Märkte treiben lässt und so den Gesellschaftsvertrag einseitig kündigt.
Da hat überall, wo nach den (Natur-)Gesetzen der Marktwirtschaft gelebt wurde, der Wohlstand in einem Masse zugenommen, dass heute auch der Ärmste stabile Lebensgrundlagen hat (und noch nicht mal arbeiten muss dafür). Dann gibt es mal wieder eine grössere Krise, die eigentlich nur darauf zurückzuführen ist, dass Politiker in unzulässiger Weise in die Geld- und Währungspolitik eingegriffen oder auf Pump riesige Ausgaben getätigt haben, um für den Zeitraum ihrer Amtsdauer eine tolle Konjunktur und/oder einen schönen Rundumversorgungsstaat präsentieren zu können. Der Wähler hat diese Politiker für ihr verantwortungsloses Handeln mit seiner Stimme belohnt. Jetzt merkt man, dass die ganze Sache in die Hose geht. Die Politiker lenken geschickt von ihnen selbst auf die Banken ab. Die Wähler nehmen das gerne auf, lenkt es doch von ihrem Versagen an der Wahlurne und der eigenen Gier und Bequemlichkeit ab. Und am Schluss zeigen dann auch noch Politiker, Wähler und Medienfritzen zusammen schön Verständnis für Terroranschläge, weil die (kapitalistische) Welt da draussen so furchtbar böse ist.

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#634 19.10.2011, 17:38 von RioTokio

xxx

Zitat von Mistermambo
Ich beneide die Chinesen ehrlich gesagt nicht so sehr um diese Raubritter-Variante des Staatskapitalismus. Aus der Ferne sieht es eher nach Aufschwung um jeden Preis aus. Ich kann auch nicht beurteilen, welche Konsequenzen es dort hätte, den Jahres- Zweijahres- oder sonstwie gearteten Plan nicht zu erfüllen. Das würde vermutlich kein Kindergeburtstag für den Verantwortlichen. Ich rechne eigentlich in absehbarer Zeit damit, dass die griechische Geldknappheit dazu führen wird, dass die Chinesen sich dort auf dem Weg, der in Afrika auch funktioniert hat, mittels blindwütiger Investments in alles was nicht bei "drei" auf den Bäumen ist, als stille Teilhaber in die EU einkaufen werden. Vor einiger Zeit gab es einen Nachrichtenbeitrag, in dem es um das chinesische ENgagement im Bereich der Hafenanlagen von Piräus ging. Klang nach einem ersten Schritt in diese Richtung. Mehr als den deutschen "Wutbürger" (der französische "Wutbürger" ist übrigens nicht solchem Hohn ausgesetzt wie das deutsche Pendant) wird man den Chinesen dann auf EU-Ebene wohl kaum entgegensetzen können. Geld regiert im Zweifel die Welt (jedenfalls, wenn sich alle darauf einigen und das scheint aktuell der Fall zu sein). P. S. Ich weiß nicht mehr wo aber ich habe neulich aufgeschnappt, dass das China-Abenteuer für Volvo schon wieder erledigt sein soll. Ich könnte mir vorstellen. Getreu dem Motto "Kopieren geht über studieren"? Bald werden dort wahrscheinlich nur noch Volvos unter verschiedenen Namen gebaut und der europäische Markt wird dann mit Importautos europäischer Machart aus China überschwemmt. Zum Stückpreis von EUR 42,50. Wäre doch ne schöne Sache, den europäischen Autobauern mal zu zeigen, was die Werkbank der Welt so draufhat für 42,50. Na gut - meinetwegen EUR 142,50.
Ja, die Chinesen haben in einen Hafen investiert.
Durch Kauf (o. Miete) können Sie übrigens Ihr riesiges Haushaltplus etwas aufhübschen (in D. finden es viele ja blöd das wir ein Plus haben).
Sie kaufen nicht Oliven o.ä. sondern sichern sich Infrastruktur, Boden, Rohstoffe - auch das wird den chin. Siegeszug fördern.
Deutschland jammert u. muss die ineffektiven Südländer motivieren und finanzieren....

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#635 19.10.2011, 18:10 von Gaztelupe

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Zitat von eNc.orporation
[...] Ich bins Leid, mir vor jeder Wahl immer das kleinere Übel aussuchen zu müssen, und dann doch wieder von vorne bis hinten belogen zu werden. [...]
Tja, wer ist das nicht? Andererseits möchte ich auch ums Verrecken keine Regierungsverantwortung haben. Bloß nicht! Man kann es nur falsch machen.

Es ist nicht sehr abwegig, Frau Merkels reichlich spontanes Umschwenken im Atomkurs der Bundesregierung infolge der Reaktor-Havarie in Fukushima als Maßnahme mit Blick auf Wählerstimmen zu werten. Sie hat, so sehen die Mehrheiten in der Bevölkerung nunmal aus, beinahe in Echtzeit auf das reagiert, was die Leute so umtreibt, und dazu noch in deren Sinne; der Natur nach also das, was die Studenten von der »Piraten-Partei« ihren Wählern in Aussicht stellen. Man kann der Kanzlerin in diesem Fall also wirklich nicht vorwerfen, an den Interessen des Volkes vorbei gehandelt zu haben.

Sehr wohl aber, ihr Regierungs-Programm verraten und damit jene Wähler belogen zu haben, die ihr ihre Stimme auch wegen des Atomkurses gegeben haben.

Nein, ich möchte dieses Land nicht regieren, nicht auf die Stimmen von Wählern angewiesen sein, die zu Wahlen dasselbe Verhältnis pflegen wie zu einem Versandhändler und die Reklamation zum Volkssport erhoben haben.

Soll keine Verdammung des Steuerzahlers sein, vielleicht liegt das Problem in den Legislaturperioden bzw. deren Länge. Aber daß eine Regierung sich dem Buchstaben nach an seine Wahlversprechen halten könnte, war schon früher eine äußerst romantische Illusion.

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