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Streit über Unabhängigkeit: Kataloniens Regierungschef wirft EU Untätigkeit vor
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Kataloniens Regionalpräsident Puigdemont attackiert die EU. Brüssel habe das brutale Vorgehen der spanischen Polizei beim Referendum nicht genug kritisiert.

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Mira Quli 05.10.2017, 10:17
1. Es wird Zeit , ...

... dass in Europa endlich Grenzen abgebaut werden, anstatt über neue zu sprechen. Wann sind wir endlich so weit?

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ralf_schindler 05.10.2017, 10:20
2. Elmar Brok (CDU)

erwartet "Konflikte, die fast bürgerkriegsähnlichen Charakter" haben werden. Wie soll das denn gehen? Puigdemont betont immer wieder, er repräsentiere eine friedliche Bewegung. Und in der Tat! Das Verhalten der katalanischen Seite ist ein Musterfall von Friedfertigkeit und zivilem Ungehorsam, trotz aller Versuche der spanischen Seite, zu provozieren und die Sache eskalieren zu lassen. Im Übrigen hat der katalanische Pazifismus eine Tradition, etwas, das man auf spanischer Seite vergeblich sucht.

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Proggy 05.10.2017, 10:24
3. Ungeschriebene EU-Seperatistenregel

Hat Puigdemont die ungeschriebene Seperatistenregel der EU vergessen?
Wenn eine speratistische Bewegung (egal ob sie gegen Gesetze verstößt oder undemokratisch agiert) den EU-Einflußbereich vergrößern könnte, wird sie bedingungslos mit allen Mitteln unterstützt - wenn sie den EU-Einflußbereich jedoch verkleinert, wird sie selbstverständlich vehement abgelehnt.
Beispiele dafür, kennt man mittlerweile genügend - hätte auch Herr Puigdemont wissen müssen.

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mikelinden 05.10.2017, 10:25
4.

Dieser Demagoge hat fundamentale Rechtsprinzipien missachtet und scheint auch bereit zu sein, einen Bürgerkrieg anzuzetteln, nur um seine Agenda durch zu ziehen. Mich wundert, dass er noch frei ist und nicht längst wegen Hochverrat festgenommen wurde.

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ralf_schindler 05.10.2017, 10:26
5. Die EU

macht es sich ein bißchen leicht. Vorzugeben, sich herauszuhalten, bedeutet, gemeine Sache mit Spanien zu machen. Das sollte dann auch deutlich so gesagt werden. Die Unabhängigkeit Kataloniens wird kommen, da die Katalanen sich seit 80 Jahren nach ihr sehnen.

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hubertrudnick1 05.10.2017, 10:26
6. Untätigkeit der EU

Bei diesem Streit haben alles Seiten versagt und das über eine sehr lange Zeit, man hat zu wenig unternommen, um aufeinander zuzugehen und nach Lösungen zu suchen.
Auchdie EU hätte vermittelnt einwirken müssen, aber sie haben aus Angst vor weiteren Beispielen nur den Kopf eingezogen, sie werden nur tätig, wenn ihre Interessen dabei zum Durchbruch kommen könnten.
In der Ukraine und Jougoslawien haben sie mit aller Macht auf eine gesellschaftliche Spaltung hingearbeitet und bei Krimreferendum haben sie sich sehr erbost gezeigt und Sanktionen in Bewegung gesetzt, alles immer so, wie sie ihre eigenen Interessen vertreten sahen.
Kein Land kann und wird zusehen, wie sich Landesteile abspalten, ob in der EU, Kurdengebiete oder anderswo, keiner wird seine zuständige Macht an anderen abgeben wollen.
Der Nationalismus im Baskengebiet hätte schon vor zig Jahren entflechtet werden müssen, aber dazu hätte man sich auch im gegenseitigen Austausch von Ansichten näher kommen müssen.
Aber ich möchte trotzdem zu bedenken geben, dass ein Status Quo, nicht auf Ewigkeit Bestand haben wird, die Welt dreht sich weiter, wie kann keine vorhersagen, nur wenn man den jetzigen Zustand erhalten möchte, dann muss man auch schon was dafür tun und zwar im Interesse der Menschen und nicht nur der jeweiligen Macht.

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emobil 05.10.2017, 10:26
7. das müssen Sie...

Zitat von Mira Quli
... dass in Europa endlich Grenzen abgebaut werden, anstatt über neue zu sprechen. Wann sind wir endlich so weit?
... die katalonischen Separatisten fragen, die überdies - ganz im Gegensatz zur deutschen Berichterstattung - keineswegs über 90% Mehrheit i.d. Bevölkerung sondern max. 45% verfügen.
Dass sich die EU Gremien aus diesem internen Streit raushält, halte ich für völlig legitim und richtig.

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leuscheljunior 05.10.2017, 10:27
8. Nationalisten in der Operrolle?

Puigdemont wirft der EU Untätigkeit vor, in dem eskalierenden Streit um die Wahl für einen Nationalstaat Kataloniens die spanische Regierung nicht energisch kritisiert zu haben. Gleichzeitig hat Puigdemont mit der Durchführung der Wahl sich Gerichtsurteilen widersetzt, die auch für ihn gelten.

Der Ruf nach der EU ist grotesk! Nationalisten, die mit ihrem geplanten Austritt aus Spanien, zwangsweise auch aus der EU, dem EURO und der UEFA austreten und auch nicht so schnell wieder aufgenommen werden würden, fordern jetzt Unterstützung von der EU an??

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jan07 05.10.2017, 10:28
9. Traumtänzer

Die Bemerkung von Brok war eine deutliche Warnung seitens der EU. Denn EU-Mitgliedschaft für ein eigenständiges Katalonien würde bedeuten, dass die Katalanen genauso Geld Richtung Brüssel überweisen müssten wie heute Richtung Madrid. Und zudem ist eine EU-Mitliedschaft Kataloniens in weiter Ferne. Erstmal gäbe es einen 'harten Brexit' (oder sollte man 'Kexit') sagen. Ein eigenständiges Katalonien müsste sich neu um eine Mitgliedschaft bewerben, was auf jeden Fall viele Jahre dauert. Und dann bedarf es zur Mitgliedschaft einer einstimmigen Zusage aller Mitglieder. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann Spanien zustimmen würde. Aber auch Frankreich nicht, und noch einige andere Länder mit vergleichbaren Problemen. Komisch, dass dieses Thema in der ganz, sehr gefühlsduselig gesteuerten Debatte nicht thematisiert wird.

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