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Südafrikas Präsident vor der Ablösung: Die Sturheit des Jacob Zuma
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Nach langem Ringen will der ANC nun Südafrikas Staatschef aus dem Amt drängen. Doch der zeigt sich uneinsichtig - und seine Gegner in der Partei scheuen den finalen Schlag.

Gerdd 13.02.2018, 20:21
1. Wenn man den Geheimdienstchef zum Präasidenten macht ...

(Putin läßt grüßen) ... darf man sich nicht wundern. Der hat halt gegen fast jeden Parteigenossen etwas in der Hand.

Allerdings hat er das etwas verquere Demokratieverständnis seiner Partei in dieser Sache gegen sich. Zwar kommt es in vielen Fällen aufs selbe raus, wenn die Partei eben (fast) überall die Mehrheit hat. Dann muß man sich nur einig sein, dann stimmt das eben so: "Der AND bestimmt den Präsidenten von Südafrika und die Premierminister der neun Provinzen." - Eben nicht - eine Provinz gibt es, da hat der ANC nicht die Mehrheit: Das Westkap mit der Hauptstadt Kapstadt. Und so kommt es dann schon mal vor, daß im ANC laut nachgedacht wird, ob man die föderative Struktur mit den Provinzen und so weiter nicht lieber abschaffen sollte - das Risiko, daß man wegen unterirdischer Leistungen hier und da mal abgewählt wird, ist einfach zu groß - ein Traumland für lupenreine Demokraten. Schon Franz Josef Strauß hatte dem ANC die Zusammenarbeit angeboten: "Wir Schwarzen müssen einfach zusammenhalten."

(Übrigens wird in Südafrika derzeit viel darüber diskutiert, wie schnell die Wasserkrise in Kapstadt zu beenden wäre, wenn die Zuständigkeiten eben dort lägen und nicht in Pretoria, bei der nationalen Regierung.)

Was Zuma angeht, muß man wohl davon ausgehen, daß für ihn nun die höchste Priorität darin liegt, gegen jegliche juristische Verfolgung immun zu werden. Plan A ist ja schon fehlgeschlagen - seine Ex-Frau Nkosasana Dlamini-Zuma zu seiner Nachfolgerin wählen zu lassen. Offensichtlich hat er noch volles Vertrauen in die Loyalität seiner Ex ... man fühlt sich an Mugabe erinnert ...

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Papazaca 14.02.2018, 12:42
2. Afrikas alte Krokodile (in der Politik)...

gehen nicht freiwillig. In der Regel muß man drastisch vorgehen. Früher gab es diese Probleme nicht, da hat der Stärkere den Verlierer kurz einen Kopf kurzer gemacht. Insofern komplizieren die neuen demokratischen Verhältnisse die Übergänge von Macht. Was sich nicht geändert hat: Nachfolger werde selten aufgebaut, weil dann der Amtsinhaber Angst vor dem Nachfolger hat. Oft übrigens zu recht. Deshalb gibt es heute nach dem
Ende einer Amtszeit oft das Chaos der Nachfolge. Übrigens, das war oft bei uns nicht anders ....

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