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Taliban auf dem Vormarsch: Amerikas Scheitern in Afghanistan
REUTERS

Frieden mit den Taliban in Afghanistan ist nach wie vor nicht in Sicht. Die US-geführte Mission war laut mehrerer Studien ein Fehlschlag - auch wegen der Korruption und der archaischen Gesellschaft am Hindukusch.

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111ich111 09.09.2018, 11:13
1. Archaische Gesellschaft

Archaische Gesellschaft am Hinukusch. Damit ist alles erklärt. Gesellschaften kann man nicht "zwingen" in der Neuzeit anzukommen. Weder mit Waffengewalt, noch mit missionarischen Mitteln. Eine Gesellschaft muss sich von selbst dort hin entwickeln (wollen). Und das dauert eben. Auch in Europa und der sog. westlichen Welt hat es Jahrhunderte gedauert. Der Westen glaubt immer noch, dass er anderen historisch gewachsenen Kulturen seine Wertevorstellungen überstülpen kann (haben die Kommunisten mit ihrem System auch geglaubt). Hat nie funktioniert und wird nie funktionieren.

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mkummer 09.09.2018, 11:16
2. Das läuft dann

nach dem bekannten Muster: nach dem unvermeidlichen Truppenabzug übernehmen die Taliban nach 17 Jahren wieder die Herrschaft und etablieren einmal mehr ihr Gewaltregime. Wer von den Gebildeten kann wird sein Heil in der Flucht suchen und ins Ausland gehen - geschätzt 1 bis 2 Mio. Und für das ganze haben viel zu viele Soldaten ihr Leben gelassen. Man kann halt niemand seine Werte aufzwingen, wobei der Westen diesbezüglich derzeit auch nicht besonders überzeugend ist.

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noalk 09.09.2018, 11:24
3. Alles ausländische Militär raus aus Afghanistan

Überlasst das Land und das Schicksal seiner eigenen Bevölkerung. Der Westen mit seiner menschenrechtsorientierten Politik hat keine Chance mehr, irgendwas in der Welt mit militärischen Mitteln zu verändern.

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n.strohm 09.09.2018, 11:31
4. Ich bin der

festen Meinung, dass man Kriege heutzutage nicht mehr gewinnen kann - so wie es vor hunderten Jahren noch möglich war -insbesondere dann wenn religiös fanatische Hintergründe eine Rolle spielen.

Wenn sogar Russen in Afghanistan kläglich gescheitert sind, haben dann die USA tatsächlich geglaubt, dass es ihnen besser ergehen wird ?
Religiös fanatische Kämpfer haben kein Interesse an Bildung und Wohlstand, der nicht durch ihren eigenen Fanatismus hervorgebracht wurde. Sie haben auch kein Interesse an einen Lebensstil, der von aussen erzwungen wird und der nicht zur eigenen Kultur passt.
Nur Orientierungslosigkeit ausgelöst durch die eigene ausweglose wirtschaftliche Situation treibt Menschen in den Fanatismus. "Wer nichts hat, hat nichts mehr zu verlieren" wurde mal besungen, leider führt das nicht in die eigene Freiheit, sondern in die Abhängigkeit.

Syrien wird das nächste Land, das niemals zur Ruhe kommen wird. Iran, Russen und Türken und die Nähe zu Israel - viel zu unterschiedliche Interessen.

Der Iran und Venezuela sind weitere Länder wo es innenpolitisch noch spannender werden wird. Wir sollten uns da raus halten und es der eigenen Bevölkerung überlassen ein Einsehen zu haben.

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ginamambo 09.09.2018, 11:33
5. Wann endlich

wird von der Bundesregierung eingesehen, dass wir unsere Soldaten "sofort" abziehen müssen. Was hat der der Einsatz der BW in Afghanistan, außer toten deutschen Soldaten, gebracht, abgesehen von den wenigen Hilfsprojekten für einzelne Dörfer. Es ist sinnlos dieses archaische Land, ebenso wie Syrien, Irak, Libanon mit unseren westlichen demokratischen Werten befrieden bzw. einigen zu wollen. Wann wird dies endlich einmal eingesehen, diese Länder sind auf Grund ihrer versch. Religionen , Clanstrukturen, Korruption, nicht mit unserer westlichen Kultur zu vergleichen. Sie werden noch Jahrzehnte brauchen um in der Neuzeit an zu kommen wenn sie es denn überhaupt wollen. Aber hauptsächlich geht es hier um den Einfluss der USA, Russland um sich in diesen Regionen zu etablieren. Deutschland verschleudert Millionen welche wir in unserem Land besser verwenden könnten. Mein Gott, es ist so traurig wie unsere Politik reagiert.

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robert.hammer 09.09.2018, 11:33
6.

Die Briten, die Russen und jetzt auch noch die USA (natürlich blind auch Deutschland) haben das Land nicht in ihrem Sinn umgestalten können. Warum auch - kann mir jemand erklären warum man diesem Land etwas nach westlichen Denken aufzwingen muss. Das mit dem Terror ist eh ein Witz, Osama war ein Saudi. Und da die Zeit haben ihr System zu betreiben, wird das nichts - aber dafür sterben Soldaten.

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citi2010 09.09.2018, 11:47
7.

Zitat von 111ich111
Archaische Gesellschaft am Hinukusch. Damit ist alles erklärt. Gesellschaften kann man nicht "zwingen" in der Neuzeit anzukommen. Weder mit Waffengewalt, noch mit missionarischen Mitteln. Eine Gesellschaft muss sich von selbst dort hin entwickeln (wollen). Und das dauert eben. Auch in Europa und der sog. westlichen Welt hat es Jahrhunderte gedauert. Der Westen glaubt immer noch, dass er anderen historisch gewachsenen Kulturen seine Wertevorstellungen überstülpen kann (haben die Kommunisten mit ihrem System auch geglaubt). Hat nie funktioniert und wird nie funktionieren.
Das ist zwar prinzipiell aber nur bedingt richtig - im Fall von einigen der heutigen Brennpunkten (on Syrien, Afghanistan, Iran, Iraq) waren alle diese Länder bereits in den 50er und 60er Jahren sehr viel moderner und offener als sie es heute sind.

Diese Rückwärtsentwicklung wurde - absurderweise - durch zwei Dinge beschleunigt: die perverse unheilige Allianz mit dem saudischen Köngsreich dass sich seinen Ölreichtum und seine Macht durch Geld an kranke fanatische Priester gesichert hat und die diversen Invasionen.

Auch Amerika und Europa sollte klar sein: Kulturen zerschlagen ist einfacher als sie aufzubauen.

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thompopp 09.09.2018, 11:55
8. Traurig und wahr: die (westl.) Weltgemeinschaft hat versagt

Es ist traurig und wahr, die (westl.) Weltgemeinschaft hat versagt. Es muß uns doch seit jahrzenten klar sein, mit Gewalt kann hier nichts erreicht werden (es sei denn diese ist so massiv dass das Land komplett übernommen wird). Jedes Land, dass hier noch weiter militärisch aktiv ist hat sehr fragwürdige Interessen. Ich fordere unsere Regierung zu einem sofortigem Ausstieg aus der Mission. 90% der weltweiten Opium-Produktion kommt aus Afghanistan! Hier liegt ein Hebel um etwas zu verändern.Man muss es nur wollen!

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rloose 09.09.2018, 12:15
9.

Zitat von 111ich111
Archaische Gesellschaft am Hinukusch. Damit ist alles erklärt. Gesellschaften kann man nicht "zwingen" in der Neuzeit anzukommen. Weder mit Waffengewalt, noch mit missionarischen Mitteln. Eine Gesellschaft muss sich von selbst dort hin entwickeln (wollen). Und das dauert eben. Auch in Europa und der sog. westlichen Welt hat es Jahrhunderte gedauert. Der Westen glaubt immer noch, dass er anderen historisch gewachsenen Kulturen seine Wertevorstellungen überstülpen kann (haben die Kommunisten mit ihrem System auch geglaubt). Hat nie funktioniert und wird nie funktionieren.
Allerdings muss man den Kommunisten zugute halten, dass sie das gelernt haben. Aber da das mit dem Lernen bei Trump wohl schwierig sein wird, schlägt er wahrscheinlich den anderen Weg ein und führt die amerikanische Gesellschaft in eine archaische zurück.

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