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Teure Haftpflicht: Gröhe will Hebammen mit Beitragsgeld helfen
DPA

Die in ihrer Existenz bedrohten freien Hebammen sollen mehr Geld von den Krankenkassen bekommen. Gesundheitsminister Gröhe will so die Geburtshelferinnen unterstützen, deren Versicherung für Kunstfehler rapide teurer geworden ist.

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SNA 30.04.2014, 10:11
1. Ursachenerläuterung

Den Hebammen machen heute nicht mehr, sondern weniger Behandlungsfehler. Die hohen Kosten werden auch nicht den Gerichten "hochgeschraubt". Die Ursachen liegen in der besseren medizinischen Versorgung. Ein Neugeborenes mit schwerem Hirnschaden ist früher eben gestorben. Jetzt kann es gerettet werden, verursacht aber Pflegekosten von 20.000,-- Euro pro Monat und das 50 Jahre lang.
Das wird in dem Artikel nicht ausreichend deutlich.

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tdmdft 30.04.2014, 10:14
2. Es wäre Zeit

die Regelsätze für Geburten anzupassen. Versicherungen legen zu Recht das zu Versicherte Risiko auf alle Versicherten um. Das ist die Kernidee einer Versicherung. Es muss klar sein, dass am Ende der Auftraggeber, also die Patientinnen dieses Zusatzkosten aufbringen müssen, und das geschieht durch die Regelsätze. Vielleicht läßt sich das Risiko auch auseinanderdividieren, wenn es Hebammen gibt, die nur Krankenausgeburten übernehmen, und damit ein viel geringers Risiko als Hebammen mit Hausgeburten tragen. Ebenfalls sollten noch einmal die Details der Vergütung untersucht werden. Es gibt hinweise, dass der Lobby-verband der Hebammen auch massiv Stimmung macht. In einer großen Tageszeitung wurde berichtet, dass die höheren Versicherungkosten bei vielen schon durch deutlich höhere Einnahmen in den letzten Jahren mehr als abgedeckt wurden. Aber Jammern schadet mal nichts und andere Lobby-Gruppen machen das vor.

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andere Hobbys 30.04.2014, 10:15
3. Klingt ja alles

sehr unkonkret.
In dieser Arbeitsgruppe hat es dann wieder ein Ministerium auf das andere geschoben.
Ab wie vielen Geburten kann den eine Hebamme diese Versicherungsprämie verschmerzen ??
Pro Geburt gibt es ca. 300 Euro. Da kann man sich ausrechnen, wie viele Geburten dafür draufgehen.
Viele selbstständige Hebammen haben deshalb gar keine Geburten mehr gemacht. Die angestellten Hebammen müssen zwar keine Versicherung bezahlen, werden aber von den Krankenhäusern mit einem Hungerlohn abgespeist. Dafür, das sie immer mit einem Fuss im Knast stehen , steht das in keinem Verhältnis. Zumal die Eltern, wenn das Kind nicht den hochgesteckten Zielen entspricht, die Hebamme auch 30 Jahre später auf einen Geburtsfehler verklagen können.

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walter_e._kurtz 30.04.2014, 10:18
4. Kunstfehler

Ich will mal ein Faß aufmachen.
Womöglich vergleiche ich auch Äpfel mit Birnen, aber sei´s drum:
Direkt ins Auge gesprungen ist mir der Begriff "Kunstfehler" (schrecklicher Begriff).
Da fingen meine Synapsen direkt an zu arbeiten.
Mich würde doch brennend interessieren, wie viel ein Artzt (ebenfalls freischaffend im Gesundheitswesen) in eine Versicherung gegen "Kunstfehler" investieren muß.
Hintergrund der Frage:
Offensichtlich scheint es ja nicht all zu schwer, einer Hebamme einen "Kunstfehler" nachzuweisen, während es Ärzten (nach Allem, was man so hört) schwer bis unmöglich ist, "Kunstfehler" nachzuweisen.
Da läuft doch bezüglich Rechtssprechung und/oder Versicherungsstruktur einiges im Argen zu liegen, oder!?

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omop 30.04.2014, 10:20
5. Lobbying der Hebammen wirkt..

bevor ich mir eine Meinung bilde,möchte ich gerne mal die Datenlage genau bewerten können. M.W. haben die Krankenkassen die Vergütungen für freiberufliche Hebammen seit 2007 deutlich angehoben. Insofern stellt sich die Frage ob das nur Jammern auf hohem Niveau ist oder ein berechtigtes Anliegen.

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Diskutierender 30.04.2014, 10:30
6. Justiz und Anwälte

Zitat von sysop
Die in ihrer Existenz bedrohten freien Hebammen sollen mehr Geld von den Krankenkassen bekommen. Gesundheitsminister Gröhe will so die Geburtshelferinnen unterstützen, deren Versicherung für Kunstfehler rapide teurer geworden ist.
Wieder einmal zeigt sich, wohin die Klagewut von Anwälten führt. Die Gesellschaft sollte aufpassen, dass sie nicht von wild gewordenen Anwälten und Versicherungen an die Wand gefahren wird.

Juristen sind für mich jedenfalls die mit Abstand schädlichste Berufsgruppe.

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otto_iii 30.04.2014, 10:39
7. 123

Zitat von sysop
Zahlten Hebammen 2004 noch 1352 Euro für die Versicherung, werden es ab Juli 5091 Euro sein. Gerichte schraubten im Fall eines Fehlers der Hebammen bei der Geburt die Summen für die Betroffenen immer weiter in die Höhe - auch weil ein behindertes Kind heute wegen des medizinischen Fortschritts oft viel länger lebt als früher.
Da liegt doch letztlich die Ursache der unerschwinglichen Versicherungsprämien: Die inzwischen exorbitanten Schadensersatzleistungen, die im Falle eines Geburtsfehlers zugesprochen werden.

Dabei sollte das Problem doch aus den USA bekannt sein. Millionenbeträge an Schmerzensgeldern sind zwar schön für die Opfer (und deren Anwälte), letztlich zahlt das aber die Gemeinschaft der Patienten über höhere Arzthonorare, da die Ärzte ja die teuren Versicherungen bezahlen müssen. Das ist der Hauptgrund, warum das US-Gesundheitssystem das teuerste der Welt ist.

Deshalb sollte der Schadensesatzanspruch bei Geburtsfehlern (und generell bei Arzthaftungssachen) im Falle einfacher Fahrlässigkeit gesetzlich auf maximal 1 Mio€ gedeckelt werden.

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kraichtaler 30.04.2014, 10:46
8. Gröhe will Hebammen mit Beitragsgeld helfen

Zitat von sysop
Die in ihrer Existenz bedrohten freien Hebammen sollen mehr Geld von den Krankenkassen bekommen. Gesundheitsminister Gröhe will so die Geburtshelferinnen unterstützen, deren Versicherung für Kunstfehler rapide teurer geworden ist.
Und wieder ein Griff in die Beitragskasse gesetzlich Versicherter!
Haben Ehefrauen von Politikern, Selbstständigen, Beamten und anderen privat Versicherten keinen Bedarf an Hebammen bei Geburten?

Die Absicherung von Hebammen ist Staatsaufgabe und nicht die Aufgabe von gesetzlich (Zwangs-)Versicherten!!!

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firehorse67 30.04.2014, 11:02
9. solange freie

hebammen vorm impfen warnen und davon abraten, die schulmedizin schlecht machen und einem ungefragt kügelchen in den hals schieben, sollten sie auch nicht von krankenkassen unterstützt werden. heilpraktiker tragen ihr risiko/kosten auch selbst.

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