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Ukraine-Konflikt: Berlins Antwort auf Putins Mythen
DPA

Das Auswärtige Amt hat eine Anleitung für Mitarbeiter erstellt, wie Behauptungen von Russland im Ukraine-Konflikt einzuschätzen sind. SPIEGEL ONLINE gibt das Papier in Auszügen wieder.

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steffschmid 19.02.2015, 22:24
1. Putin hat Angst

Umständlich formuliert, aber in der Sache trifft es zu. Es ist etwa üble russische Propaganda, die Ukrainer auf dem Maidan als Faschisten und von US-Agenten gesteuert darzustellen. Das waren normale Menschen, die in der EU mehr Möglichkeiten für sich und ihr Land sahen als in Putins "Eurasischer Union". Und Putin hat Angst, dass die Forderungen der Demonstranten auf dem Maidan auch in Russland gehört werden. Mehr Demokratie, Rechtsstaat, weniger Korruption - das fehlt nämlich auch in Putins Reich. Aber ein Maidan in Moskau würde Putin und seine Clique die Macht kosten. Deshalb dieser Propaganda-Zauber von den "Faschisten" und "US-Agenten" in Kiew - das russische Volk darf nicht auf die Idee kommen, selbst einen Maidan zu starten.

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sylkeheimlich 19.02.2015, 22:26
2.

Ich weiß nicht, was richtig oder falsch ist. Dafür scheint Berlin den klaren Durchblick zu haben. Und wenn man meint Recht zu haben, dann unterstellt man seinem Gegenüber Unrecht. Das ist erstens arrogant und zweitens hat Berlin nicht das "Recht" gepachtet. In diesem Krieg liegen Recht und Unrecht auf allen Seiten. Berlin sollte nicht so tun, als ob die aktuellen Machthaber in der Ukraine Demokraten sind!

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r2t5 19.02.2015, 22:29
3.

ein haufen Halbwahrheiten bis Halblügen.
Propagandaministerium hat gesprochen, die scheinen dort in Panik bis ratlos zu sein.

besonders lächerlich ist die Argumentation über Krim mit Vogeschichte aus letzten 4-5 Jahrhunderten.
mit solcher Argumentation kann man nur Fakten für die Ansprüche Russlands auf Kiew schaffen, denn Kiew und Umgebung urrussisch sind da aus Kiewer Rus eben Russland entstanden ist - Kiew ist DER Ursprung Russlands.

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sag-geschwind 19.02.2015, 22:29
4. Berlins Mythen

als Antwort auf unbequeme Wahrheiten scheint mir ein besserer Titel zu sein, angesichts dieser sich glitschig windenden Formulierungen ...

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mahrud 19.02.2015, 22:32
5. Bemerkenswert.

Was sagt es aus, wenn das Auswärtige Amt sich genötigt sieht, seinen Mitarbeitern eine "Anleitung zum Umgang mit Behauptungen von Russland (...)" an die Hand zu geben?
Offenbar hält man die Sachlage für so zwiespältig, daß man den Menschen Nachhilfe geben muss, was sie bitteschön zu denken haben.
Donnerwetter!
Kein Wort über die tatsächlich erfolgte Expansion von EU und NATO Richtung Osten, kein Wort von den Abermillionen, die von obskuren NGOs aus dem Westen zur Beeinflussung durch Umsturz in der Ukraine verwendet wurden, und keine Silbe über den militärischen Teil des EU-Assoziierungsabkommens, der das Land zerreissen musste, wie die Russland-Expertin Krone-Schmalz vollkommen richtig feststellte.
Jeglicher Versuch, die Schuld an der Entwicklung ausschließlich Russland zuzuschreiben, ist nichts als durchschaubare NATO-Propaganda.
Alles, was nicht dieser Sichtweise folgt, liegt demnach im Reich von "Putins Mythen".
Und wo steht der SPIEGEL?

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matijas 19.02.2015, 22:34
6. Maidan in Moskau

Zitat von steffschmid
Mehr Demokratie, Rechtsstaat, weniger Korruption - das fehlt nämlich auch in Putins Reich. Aber ein Maidan in Moskau würde Putin und seine Clique die Macht kosten..
... und dafür ein paar bereits landesbekannte Oligarchen an die Spitze bringen, so halt wie in der Ukraine. Die "Maidan"-Demonstranten dürfen hinterher JA dazu sagen, darin erschöpft sich dann die Demokratie auch schon. Das ökonomische System bleibt: Kapitalismus.

Und was die Korruption angeht: Beim Buhlen um westliche Kreditgeber und EU-Investoren kommt die Korruption doch erst richtig zur Blüte. Ist das so schwer zu verstehen?

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fred_clever 19.02.2015, 22:36
7. ...

Ich mach mir die Welt widewide wie sie mir gefällt...
Die USA natürlich immer ganz lieb, hat immer die Demokratie unterstützt und verteidigt, und immer ganz uneigennützig. Wer glaubt so etwas noch?
Es werden keine ethnischen Russen verfolgt... natürliiich, so wie im Kosovo, wo nachher alle Serben vertrieben oder ermordet wurden, mit freundlicher Unterstützung der Kfor.

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Un:sinn 19.02.2015, 22:40
8. SoSo

Nun muß dem Personal auch noch erklärt werden was es zu denken hat. Es ist zu vermuten dass die Mitarbeiter den Wust an Propaganda aus dem eigenen Haus nicht mehr versteht. Tagtäglich anderes sieht. Sehr schwer für die Leute Offizielles und tägliche Wahrnehmung auf einen Level zu bringen. Das hier erinnert an Arbeitsanweisungen aus dem frühkapitalistischen Stahlwerk. Aber noch gilt " Die Gedanken sind frei". Sprachregelungen aus dem Kanzleramt sind für Beamte hilfreich keinen Fauxpas zu begehen. Aber die wissen alle dass frühere Kanzler aus Deutschland hier differenzierter denken

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fuxx_1980 19.02.2015, 22:40
9. Weltmacht

Trotz allem, kann ich die russische Regierung verstehen. Die Schmach sitzt immer noch tief, vor 25 Jahren den Systemwettstreit so kläglich verloren zu haben und den uneingeschränkten Sieg der USA so machtlos miterleben zu müssen. Dass diese Wut mal platzt war doch nun wirklich vorhersehbar.

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