Forum: Politik
Umstrittene "Herdprämie": Frauenverbände wollen Betreuungsgeld stoppen

Die erste Beratung im Bundestag zum umstrittenen Betreuungsgeld steht kurz bevor - und Schwarz-Gelb hat große Probleme: Die Opposition begehrt auf, die Zustimmung in den eigenen Reihen fehlt. Nun fordert auch noch ein Bündnis aus zwölf Frauenverbänden eine Rücknahme der "Herdprämie".

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Wilh.Dietmar@web.de 15.06.2012, 08:27
1. Artikel aus der MM-Zeitung

Lindau „Kinder am besten nach der Geburt in Kitas geben zu wollen, erinnert mich an die DDR und das Dritte Reich, wo man Kinder früh aus den Familien herausgeholt hat, um sie zu indoktrinieren.“ Mit derartig harten Worten kritisierte der ehemalige Bundesvorsitzende der ÖDP, Klaus Buchner, laut einem Bericht der Schwäbischen Zeitung, bei einer Feier zum 25. Geburtstag des ÖDP-Kreisverbandes Lindau Befürworter von Kindertagesstätten. Genau das Gleiche geschehe heute wieder, fuhr er fort. Heute bestehe die Indoktrination darin, dass Kinder in Einrichtungen früh Sexualaufklärung, auch mit homosexuellem Inhalt, über sich ergehen lassen müssten. „Zu Homosexuellen kann
man stehen, wie man will – aber Kinder auf Homosexualität zu trimmen geht nicht“, sagte Buchner laut Schwäbischer Zeitung. Sehr scharf ging er auch die grundsätzlichen Gegner des geplanten Betreuungsgeldmodells an, welches Zahlungen an Eltern vorsieht, die Kinder zu Hause betreuen: „Es ist erschreckend, wie Eltern unter Generalverdacht gestellt werden, Kinder zu vernachlässigen oder zu missbrauchen, wenn sie sie zu Hause betreuen.“

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willhy 15.06.2012, 08:53
2. Klar doch.........

Zitat von sysop
Die erste Beratung im Bundestag zum umstrittenen Betreuungsgeld steht kurz bevor - und Schwarz-Gelb hat große Probleme: Die Opposition begehrt auf, die Zustimmung in den eigenen Reihen fehlt. Nun fordert auch noch ein Bündnis aus zwölf Frauenverbänden eine Rücknahme der "Herdprämie".
......auch diese Anhängerinnen eines hemmungs‑ und bindungslosen
Individualismus fordern ihre Wegwerfgesellschaft und Wegwerfkultur ein.
Alles zum Wegwerfen: Ethik, Menschen, Moral, Kinder, Ehe, Familie.....

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Scheidungskind 15.06.2012, 08:54
3. Alternativen zu Kinderkrippen sind mehr als nötig.

Zitat von sysop
"Zur Zeit vermittelt die CSU den Eindruck trotziger Kleinkinder, die immer nur Nein sagen", sagte Laurischk der "Berliner Zeitung".
Die Äußerung implementiert, dass man sich schon gegen die CSU durchsetzen werde - wie bei verwöhnten Kindern eben auch stets. Nur haben Kinder eben ab und an auch recht und Alternativen zu Kinderkrippen sind mehr als nötig.

Zunächst: Eltern gehören ihren Kindern und nicht andersherum. Und alles was Kinder aus Kinderkrippen fernhält, nützt deren langfristiger seelischen Gesundheit, das zeigen - entgegen den Postulaten von Wirtschaftswissenschaftlern - die Erkenntnisse der Humanwissenschaften.

Überforderung der Kinder durch Krippen

Kinder unter 36 Monaten sind mit den häufigen Trennungen von ihren Eltern und der Gruppensituation in der Krippe überfordert, was sich bei einem Großteil dieser Kinder in einem höheren Spiegel des Stresshormons Cortisol niederschlägt.

Langfristige Schädigung

Eine dauerhaft erhöhte Cortisol-Ausschüttung in einem derart geringen Alter führt bei einer hohen Zahl der Kinder zu einer fehlgesteuerten Entwicklung im Gehirnareal des Hippocampus und damit zu einer schlechten Stressverträglichkeit ab etwa dem 30 Lebensjahr aufwärts.

Man muss nur nach Frankreich schauen, wohin flächendeckende Krippenbetreuung führt: Dort ist die Wahrscheinlichkeit, im Leben an einer klinischen Depressionen zu erkranken doppelt so hoch, wie in Deutschland (21% vs. 10% lt. WHO) - noch.

Falsche Politik

Die Bundesregierung - und mit ihr Gewerkschaften, Unternehmerverbände und Opposition - ignoriert die Erkenntnisse der Humanwissenschaften und setzt mit dem Krippenausbau Wohlbefinden und sogar Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel.

Bessere Politik

Richtiger wäre es, z.B. das Elterngeld zu verlängern und verbindlichere Regelungen für berufliche Perspektiven von in den zurückkehrenden Müttern vorzuschreiben. Aber dazu fehlt wohl der Mut.

Nachweise

FAZ: Eine Analyse der Risiken und Nebenwirkungen der deutschen Krippenoffensive aus kinderheilkundlicher Sicht

Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung zum Krippenausbau

Was tun?

Wer das Kindeswohl auch in wirtschaftlich harten Zeiten nicht vernachlässigen will, kann die Bundesregierung hier auffordern, sich zu den gesundheitlichen Aspekten der Krippenbetreuung zu äußern.

Das wäre mal ein Anfang.

Direktzu.de: Direkt zur Kanzlerin: Krippenbetreuung macht krank!

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dummerjunge 15.06.2012, 09:08
4.

Wegen lächerlichen 100 Euro befürchtet die IG Metall einen Fachkräftemangel. Geht´s noch? Im Gegenteil, es wäre durchaus begrüßenswert wenn Eltern (egal ob Vater oder Mutter) zu Hause bleiben, und damit den Arbeitsmarkt entlasten würden.

Merkwürdig, bei älteren Menschen ist die eigene Betreuung prima, bei Kindern böse, böse, böse.

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Olaf 15.06.2012, 10:09
5.

Zitat von sysop
Die erste Beratung im Bundestag zum umstrittenen Betreuungsgeld steht kurz bevor - und Schwarz-Gelb hat große Probleme: Die Opposition begehrt auf, die Zustimmung in den eigenen Reihen fehlt. Nun fordert auch noch ein Bündnis aus zwölf Frauenverbänden eine Rücknahme der "Herdprämie".
Richtig so. Kein Geld für Mütter. Immer schön sozial und solidarisch.

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schmic79 15.06.2012, 10:15
6. Alternative

Es ist unfassbar, was da abläuft: CSU-Machtspielchen. Die Kanzlerin ist aufgrund der schwachen Leistung der Regierung "erpressbar" geworden. Sie braucht scheinbar die CSU....

Und dann werden wieder Kuhhandel gemacht, die nur noch mehr Geld kosten .... ihr bekommt das betreuungsgeld, wir bekommen dafür was anderes was Geld kostet.

Wann wird endlich eingeführt, daß Politiker mit ihrem gesamten Privatvermögen für (solche) Fehlentscheidungen haften??? Dann würden die mit so einem Schwachsinn aufhören und sich auf die wichtigen Themen konzentrieren....


100 oder 150 EUR pro Monat sind KEINE Wahlfreiheit zwischen "nicht arbeiten gehen und Kind betreuen" oder "arbeiten gehen und Kind in die Kita". 100 - 150 EUR recihen nicht zum Leben, zum Verzicht auf eine Arbeitsstelle. Oft gehen doch beide Elternteile arbeiten, weil es bei den explodierenden Hasu/Grundstückspreisen und Lebenhaltungskosten (und ich meine jetzt nicht den unrealistischen statistischen Warenkorb, der Sachen berücksichtigt, die man nur alle Jubeljahre mal braucht...sondern vor allem z.B. Energie) gar nicht mehr anders geht... Und Alleinerziehende werden kaum für 150 EUR zuhause bleiben können...


...also ist das Betreuungsgeld nur ein "Bonbon" für die CSU-Wählerinnen, die sowieso zuhause bleiben. Oder für Familien, bei denen sowieso Oma & Opa verfügbar sind und sich in der Realität meist von ganz alleine schon um die Kinderbetreuung "reißen"... Oder ein Bonnbon für die Besserverdiener, denen sowieso schon "die Sonne aus dem *rsch scheint" ... ;-)


Ich könnte einem Betreuungsgeld vielleicht noch zustimmen, wenn es darum ginge, daß nicht für alle Kinder/Eltern die "staatlichen" bzw. staatlich geförderten Einrichtungen passen... so wie für manche Schulkinder Waldorf- oder Montessori-Schulen besser sind. Dann könnten die Eltern den Platz privat zahlen und das Betreuungsgeld als Zuschuss bekommen .... Allerdings muss man hier aufpassen, daß Betreuungsformen, bei denen Kinder keine sozialen Kontakte lernen kann (z.B. Einzelbetreuung durch eine "Super-Nanny") nicht förderungswürdig sein sollten ...

Und: ich würde so ein Betreuungsgeld grundsätzlich davon abhängig machen, daß
a) die Ersatz-Betreuung Geld kostet
b) die Eltern gewissen EInkommensgrenzen nicht übersteigen

Man muss nämlich nicht immer Geld mit der Gießkanne auch an die verteilen, die es "scheißen" können.... ;-)

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caecilia_metella 15.06.2012, 10:18
7. Was bedeutet eigentlich Förderung?

Zitat von sysop
Die erste Beratung im Bundestag zum umstrittenen Betreuungsgeld steht kurz bevor - und Schwarz-Gelb hat große Probleme: Die Opposition begehrt auf, die Zustimmung in den eigenen Reihen fehlt. Nun fordert auch noch ein Bündnis aus zwölf Frauenverbänden eine Rücknahme der "Herdprämie".
Was sollte man fördern? Zustände, die für viele erstrebenswert sind? Oder Zustände, die immer wieder aus der Not heraus geboren werden?
Ist es tatsächlich schon Luxus, wenn man sein eigenes winziges Kind in den ersten drei Lebensjahren auch höchstpersönlich betreut?

Wenn es um Frauenrechte geht, bin ich sicher immer auf der Seite von Alleinerziehenden zu finden. Aber daraus wieder einmal einen Normzustand zu basteln und die anderen - also die, die Kinder nicht allein erziehen - ins Abseits zu stellen empfinde ich wieder einmal als anerzogene Desorientierung. -> Frauenverbände folgen dem männlichen Wunsche nach Unabhängigkeit.

Mich interessiert in dem Zusammenhang, inwieweit solche Frauen den Berufsalltag von Müttern denn überhaupt kennen. Ob sie schon einmal erlebt haben, was los ist, wenn der Schnee auf den Bürgersteigen etwa 40 cm hoch liegt und das Auto natürlich vom Papa gebraucht wird? Wenn das Kind eine Infektion hat und nicht in die Krippe darf, aber den Chef das gar nicht interessiert? Wo ist dann der Ansprechpartner dieser Mütter? Sie stehen in solchen Situationen immer alleine da. Oder haben sie schon erlebt, dass ein Knirps mit 6 Jahren schon gut Englisch spricht, aber immer noch in die Hose pinkelt?

Ich denke, wenn jemand die Grundlagen nicht beherrscht, kann nur Verkehrtes herauskommen.

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niska 15.06.2012, 10:29
8.

Zitat von Olaf
Richtig so. Kein Geld für Mütter. Immer schön sozial und solidarisch.
Soll das ironisch sein?
Ironie funktioniert nur, wenn die Inhalte stimmen:
Das Betreuungsgeld ist nicht mit dem Elterngeld o.Ä. zu verwechseln.
Es ist eben keine 'Wurfprämie', sondern ein Kitaplatzverzichtsgeld für Besserverdienende.

Wer heuer Müttern wirklich helfen will muss für wenigstens für genug Kitaplätze und Ganztagesschulen sorgen, oder dafür, dass wieder Löhne und Gehälter gezahlt werden, dass ein Elternteil alleine, ohne Transferleistungen vom Staat, eine Familie ernähren kann.

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kael 15.06.2012, 11:17
9. Alibi für fehlende Kitaplätze

Die sog. "Wahlfreiheitt" zwischen Kita- und Hausbetreuung ist ein absurder Witz, um ein schlimmes Wort zu vermeiden. Jeder weiß inzwischen, dass die garantierten Kitaplätze bei weitem nicht zur Verfügung stehen werden. Und somit entfällt auch "Wahlfreiheit".
Das sog. "Betreuungsgeld" ist damit lediglich ein optisches Trostpflästerchen. Nicht mehr. Denn für 100 - 150 Euro bleibt kein Elternteil freiwillig zu Hause, das nicht auch ohne Betreuungsgeld zu Hause geblieben wäre.
Es wird Zeit, die Polit-Schacherei um ihrer selbst willen endlich zu beenden..

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