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Ungarn: Orbán will Kampagne gegen Soros stoppen
REUTERS

Mit Verschwörungstheorien über US-Milliardär Soros hetzte Ungarns rechtsnationale Regierungspartei gegen Migranten. Premier Orbán will das nun beenden - aus taktischen Gründen.

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sanko1212 28.02.2018, 11:42
1. Manchmal

ist so eine Niederlage doppelt nützlich: Zum einen bekommt die betreffende Stadt jetzt (hoffentlich) einen demokratisch gesinnten und handelnden OB, zum anderen scheint dieses Ereignis in der Partei Orbáns - und hoffentlich auch unter deren Wählern - einen Denkprozess angestoßen zu haben. Wenn in dessen Ergebnis am 8. April der gesamte FIDESZ-Spuk vorbei wäre, hätte Ungarn und die EU eine dicke Sorge weniger. Und - so nebenbei - man kann dann Polen ungehindert die Rote Karte zeigen, denn es fehlt ihm der "natürliche Verbündete - zu schön, um wahr zu sein...

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freddygrant 28.02.2018, 11:48
2. Wenn das Signal ...

... das von dieser Bürgermeisterwahl ausgeht weiter
... weiter auf "freier Fahrt" stehen bleibt kann man den
Ungarn sogar ein wenig Fortschritt in demokratischem
und europäischen Denken zugestehen. Die Sache Soros
ist da eine Sache, die den internationalen Wirtschafts-
liberalismus und nicht nur die Ungarn betrifft.

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betonklotz 28.02.2018, 12:13
3. Der Artikel ist ein bißchen dünn

Weitergehende Infos zur Lage in Ungarn, Wirtschaftsdaten, soziale Lage, etwaige Korruptionsskandale, welche innenpolitischen Konkurrenten gibt es etc. wären hilfreich. So lässt dieser Artikel eigentlich nur Mutmaßungen zu. Am plausibelsten ist wohl die Annahme, daß eine nicht unerhebliche Zahl ungarischer Bürger mit der aktuellen Lage nicht zufrieden ist und das Orban und Konsorten ihre bisherige Propaganda als unzureichend eingestuft haben. Noch etwas: Ich bin nun wahrlich kein Anhänger irgendwelcher Verschwörungstheorien, aber ich käme nicht auf die Idee, George Soros als Philanthropen zu bezeichnen.

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Antonius1984 28.02.2018, 12:37
4. Soros der Philantrop?

Was ist an diesem Milliardär menschenfreundlich? Weil er ein paar Almosen an vermeintliche Menschenrechtsorganisationen verteilt? Seine Milliarden hat er durch Wetten gegen Staaten und Unternehmen erzielt und die Existenz von Millionen von Menschen interessiert ihn nicht. Seine "menschenrechtsaktivitäten" dienen der Destabilisierung von Staaten - um seinen Gewinn zu mehren. Natürlich fallen dann auch mehr Almosen an. Heute doch auf mit dem Gewäsch vom freundlichen, menschenliebenden Milliadär. Das Geld hat er anderen abgenommen - in der Regel den Armen dieser Welt.
Kein deut besser als Orban - aber viel gefährlicher.

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pulverkurt 28.02.2018, 12:51
5. Autokraten-Reizfigur Soros

Zitat von Antonius1984
Was ist an diesem Milliardär menschenfreundlich? Weil er ein paar Almosen an vermeintliche Menschenrechtsorganisationen verteilt? Seine Milliarden hat er durch Wetten gegen Staaten und Unternehmen erzielt und die Existenz von Millionen von Menschen interessiert ihn nicht. Seine "menschenrechtsaktivitäten" dienen der Destabilisierung von Staaten - um seinen Gewinn zu mehren. Natürlich fallen dann auch mehr Almosen an. Heute doch auf mit dem Gewäsch vom freundlichen, menschenliebenden Milliadär. Das Geld hat er anderen abgenommen - in der Regel den Armen dieser Welt. Kein deut besser als Orban - aber viel gefährlicher.
Kaum erscheint ein Artikel in dem Soros auch nur am Rand erwähnt wird, kann man die Uhr nach dem Erscheinen von einschlägigen Kommentaren stellen, die ihn mit einschlägigen (aber niemals auch nur ansatzweise) belegten Vorwürfen überziehen. Soros ist und bleibt eben eine Reizfigur für Autokratenfans aller Art - wohl, weil vieles für das sich Soros engagiert eben für genau die Werte steht (Menschen-
und Bürgerrechte, Pressefreiheit, Umweltschutz, ...) die etlichen Autokratenfans und Aluhutträgern ein Dorn im Auge sind.

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Celegorm 28.02.2018, 13:02
6.

Zitat von Antonius1984
Was ist an diesem Milliardär menschenfreundlich? Weil er ein paar Almosen an vermeintliche Menschenrechtsorganisationen verteilt?
Das ist sicher nichts zum Bejubeln, aber immerhin besser als eine Vielzahl anderer Superreicher wie auch multinationaler Unternehmen, die ihre Milliarden direkt für knallharten Lobbyismus, Propaganda und Bestechung ausgeben. Es ist insofern schon etwas rätselhaft, wieso sich gewisse Kreise derart auf einen Soros eingeschossen haben, obwohl es wohl tausende andere natürliche wie juristische Personen gibt, die in ähnlich oder stärker und oft in viel dubioserer und problematischer Weise weltweit herum mauscheln. Allerdings wird dann spätestens bei den antisemitischen Klischees und wirren Verschwörungstheorien klar, woher der Wind in der Frage weht..

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Shevchenko 76 28.02.2018, 13:20
7. Das sehe ich genauso...

Zitat von Antonius1984
Was ist an diesem Milliardär menschenfreundlich? Weil er ein paar Almosen an vermeintliche Menschenrechtsorganisationen verteilt? Seine Milliarden hat er durch Wetten gegen Staaten und Unternehmen erzielt und die Existenz von Millionen von Menschen interessiert ihn nicht. Seine "menschenrechtsaktivitäten" dienen der Destabilisierung von Staaten - um seinen Gewinn zu mehren. Natürlich fallen dann auch mehr Almosen an. Heute doch auf mit dem Gewäsch vom freundlichen, menschenliebenden Milliadär. Das Geld hat er anderen abgenommen - in der Regel den Armen dieser Welt. Kein deut besser als Orban - aber viel gefährlicher.
Soros Finanzgeschäfte sind sehr undurchsichtig, wie sicherlich bei allen in der Branche. Auch Ziele, die seine NGO's verfolgen, sind nicht immer eindeutig. Es ist nicht verkehrt, deren Aktivitäten, Finanzierung, und Personen im Hintergrund kritisch zu hinterfragen. Die Form einer NGO wird mit Sicherheit von Institutionen oder Staaten auch negativ genutzt, weil es viele Vorteile hat. Der Begriff NGO impliziert ja für viele, dass die Personen dort nur Gutes für die Menschen tun und besser sind als der Staat. Ich denke auch, dass Soros die NGO's teilweise auch zur Einflussnahme nutzt, um zu Steuern, wo er investiert hat.

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newbie99 28.02.2018, 13:35
8.

In der Gedankenwelt vieler muss man sich schon entscheiden, ob eine bestimmte Person der Öffentlichkeit nun als makellose Heilige oder verdammenswerter Scharlatan zu sehen ist. Diese Vorgehensweise erleichtert es vielleicht, ein vermeintlich konsistentes Weltbild zu erstellen, hat aber mit der Realität kaum etwas zu tun.

Wer soll es Orhan denn bitte abnehmen, dass Soros verbissen mit all seiner Finanzkraft versucht, Europa durch eine Flüchtlingskrise zu destabilisieren? Orhans Motivation ist doch mehr als offensichtlich: Er versucht durch den äußeren Feind seine Anhänger hinter ihm zu sammeln. Gerade autokratische Regierungschefs bedienen sich gerne diesem Mittel: Der Feind im Ausland, der alle Probleme verursacht, für die man dann ja selber nicht mehr verantwortlich ist.

Und es ist schon bezeichnend, wenn Orhan Nicht-Regierungs-Organisationen auf breiter Basis diskreditiert, nur weil sie seine Politik kritisieren. Nicht, dass er sich gegen die Vorwürfe nicht inhaltlich zur Wehr setzen dürfte. Aber er wählt den Weg, dass er dahinter nicht einfach nur "inhaltliche Kritik" sieht, sondern vielmehr den verschwörerischen Versuch fremder, ausländischer Mächte, das geliebte Heimatland zu destabilisieren. Das ist echt niederträchtig und sonst auch eher von Putin und Konsorten bekannt.

Aber vielleicht hat Ungarn ja glück und die nächsten Parlamentswahlen sind der erste Schritt hin zu einer wieder demokratisch gesinnten Regierung. Die Bevölkerung sollte sich damit nicht mehr allzuviel Zeit lassen, denn irgendwann werden sie den Typen einfach mit einer Wahl nicht mehr los!

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moistvonlipwik 28.02.2018, 13:39
9.

Zitat von Antonius1984
Was ist an diesem Milliardär menschenfreundlich? Weil er ein paar Almosen an vermeintliche Menschenrechtsorganisationen verteilt? Seine Milliarden hat er durch Wetten gegen Staaten und Unternehmen erzielt und die Existenz von Millionen von Menschen interessiert ihn nicht. Seine "menschenrechtsaktivitäten" dienen der Destabilisierung von Staaten - um seinen Gewinn zu mehren. Natürlich fallen dann auch mehr Almosen an. Heute doch auf mit dem Gewäsch vom freundlichen, menschenliebenden Milliadär. Das Geld hat er anderen abgenommen - in der Regel den Armen dieser Welt. Kein deut besser als Orban - aber viel gefährlicher.
Blödsinn. Seine Erfolge beruhen im Wesentlichen darauf, dass er die Abweichung zwischen Preis eines Finanzprodukts und seinem Wert erkennt und das ausnutzt. So war das britische Pfund seinerzeit weit überbewertet, der Kurs durch Wirtschaftsdaten nicht gedeckt. Er hat das offen gelegt und daraus seinen Gewinn gezogen - wäre der Kurs gerechtfertigung gewesen, wäre seine Attacke gescheitert. Dasselbe gilt für seine anderen Geschäfte.
Kurz: er ist das Kind das "Der Kaiser ist nackt" ruft - und intelligent genug, diese seine Erkenntnis zu Geld zu machen.

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