Forum: Politik
US-Außenminister in Seoul: Pompeo sieht noch Diskussionsbedarf - vorerst keine Locker
DPA

Bevor er nach China aufbricht hat US-Außenminister Pompeo mit dem südkoreanischen Präsidenten über den Trump-Kim-Gipfel gesprochen. Laut Moon ist die gesamte Welt der Bedrohung eines Atomkriegs entkommen.

YourSoul Yoga 14.06.2018, 07:26
1. Gewinner: China

Trump hat die USA in eine missliche Lage manövriert. Der Tenor von "wir sind jetzt alles gute Freunde" plus die einem Trump-Impuls entsprungene Zusage, keine Manöver mehr mit Südkorea abhalten zu wollen, sind recht solide und nachprüfbare Statements. Was hat Nordkorea garantiert: Nichts.
Kim spielt auf Zeit. Nordkorea kann im Schneckentempo abrüsten und das entspräche immer noch dem blutleeren Singapur-Protokoll. In Peking sollten ob dieses Erfolges die Sektkorken knallen. Bis es so weit ist, können noch gut 20 Jahre vergehen, bis dahin hat China die USA überholt ( wirtschaftlich, politisch und militärisch ) und am Ende steht ohnehin die "Eingemeindung" der Koreanischen Halbinsel in die geopolitische Infrastruktur Chinas. Spiel, Satz und Sieg: Peking.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
espressotime 14.06.2018, 09:23
2.

Tja, so sieht es aus. Nach der ganzen Euphorie haben die Amis erst gemerkt, was für ein Hollywood Spektakel sie eigentlich veranstaltet haben. Jetzt wollen sie das Ruder zurück drehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m-zmann 14.06.2018, 10:02
3. Sehr anständig.

Pompeo versucht wenigstens, mit Südkorea ins Gespräch über das Singapurer Abkommen von 2018 zu kommen.
Chamberlain und Daladier haben ihrerseits damals den vor der Tür wartenden Benes lediglich informiert...
Wir leben in interessanten Zeiten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
g.eliot 14.06.2018, 13:54
4. Wer ist der größte Feind?

Nordkoreas Staatsfernsehen feierte schon einen Sieg, verkündete Ende der Sanktionen.
Warum sollte denn China noch die Sanktionen aufrechterhalten, wenn der POTUS vor der ganzen Welt kundtat, dass die atomare Bedrohung vorbei ist.

Auf seinem Twitter-Account teilte er anschließend dem amerkanischen Volk und damit der ganzen Welt mit, wo er den Feind ortet: Amerikanische Journalisten seien die größten Feinde des amerikanischen Volkes. Damit meinte er natürlich die Fake News, also den investigativen Journalismus, der über ihn kritisch berichtet. Und ihm die Freude und den Lob nicht gönnt, wenn er großspurig verspricht, Nordkorea bei dem "Summit" unwiderruflich zum vollständigen Abbau seiner Nuklearwaffen zu bringen, während er nichts dergleichen zustandebekommen hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
g.eliot 14.06.2018, 15:13
5.

Um noch mal zu meinem vorherigen Post zurückzukommen: Hier, ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Trump und seine engen Mitarbeiter mit den Medien umgehen oder viel mehr umspringen.

Im u.a. Artikel gibt es ein Heading: "No longer a nuclear threat" mit einem Video, in welchem Pompeo versucht, sich dafür zu rechtfertigen, warum seine vor dem Summit festgelegten Bedingungen im endgültigen Statement nicht enthalten waren.

Pompeo hatte vor dem Treffen bestätigt, dass das Abschluss-Statement ausdrücklich festlegen sollte, dass für Nordkoreas Denuklearisierung ein Nachweis vorgelegt wird und dass der Prozess unwiderruflich ist (verification bzw. irreversible). Doch im Statement sind keine derartigen, verbindlichen Bedingungen enthalten, sondern die Formulierung ist eher vage: North Korea commits to work towards complete denuclearization.

Das Video zeigt, wie Pompeo versucht sich herauszureden, indem er immer wieder beteuert, dass das Statement diese Bedingungen enthalten würde, was falsch ist. Schließlich reagiert er ungehalten und unterbricht das Interview.
https://edition.cnn.com/2018/06/14/asia/north-korea-kim-trip-kcna-intl/index.html

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gandhiforever 14.06.2018, 16:33
6. Massstab

Eigentlich hatte es Trump doch sehr leicht. Er musste nur das Abkommen mit Iran anschauen und ein paar Punkte besser machen.

Doch stattdessen erlag der VerFuehrer dem Diktator. Dessen harte Hand gegenueber Oppositionellen verharmloste er nicht nur, er salutierte sogar einem nordkoreanischen General.

Und aus der ganzen Show ist was konkret? Rien, nothing, nichts, nic!

Pompeo musste seine voreilig gemachten Aussagen revidieren.

Verglichen mit dem Iran-Deal ist hier etwas so Stuemperhaftes erzielt worden, dass nur ein Stuemper damit prahlen kann.

Die Drohung mit Atomwaffen hatte Kim ja schon vorher zurueckgenommen.

Und, wie ein anderer Forist bereits feststellt, kann Kim sich Zeit lassen, nach Belieben. In der Zwischenzeit wird China rapide seine internationale Position staerken. Die Sanktionen werden langsam aber sicher ausgesetzt. Die entspannung zwischen Nord und sued kann weiter gehen.

Weiter gehen wird auch die Reduzierung des US-Einflusses, nicht nur im asiatischen Raum, sondern global. Da leistet Trump einen grossen Beitrag.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vulcan 14.06.2018, 18:12
7.

Zitat von YourSoul Yoga
Trump hat die USA in eine missliche Lage manövriert. Der Tenor von "wir sind jetzt alles gute Freunde" plus die einem Trump-Impuls entsprungene Zusage, keine Manöver mehr mit Südkorea abhalten zu wollen, sind recht solide und nachprüfbare Statements. Was hat Nordkorea garantiert: Nichts. Kim spielt auf Zeit. Nordkorea kann im Schneckentempo abrüsten und das entspräche immer noch dem blutleeren Singapur-Protokoll. In Peking sollten ob dieses Erfolges die Sektkorken knallen. Bis es so weit ist, können noch gut 20 Jahre vergehen, bis dahin hat China die USA überholt ( wirtschaftlich, politisch und militärisch ) und am Ende steht ohnehin die "Eingemeindung" der Koreanischen Halbinsel in die geopolitische Infrastruktur Chinas. Spiel, Satz und Sieg: Peking.
Bevor Sie sich mit Ihren jublerischen China-Prognosen vollends lächerlich machen, sollten Sie vielleicht noch bedenken, dass auch in China nur mit Wasser gekocht wird. Nordkorea steht nach wie vor unter heftigen Sanktionen und kann sich keinesfalls leisten, im Schneckentempo abzurüsten. Spielen Sie dennoch nicht mit, ist es den US ein leichtes, die Wiederaufnahme von Manövern mit Südkorea verständlich zu begründen.
Ich wüßte auch nicht, wo hier der 'große Erfolg' Chinas liegen sollte. Der Erfolg liegt ganz allg. darin, dass sich die Gefahr eines Atomkriegs auf der Halbinsel zunächst mal reduziert hat. Das ist für alle ein Erfolg.
Und was in den nächsten 20 Jahren passiert, das wissen weder Sie noch sonst jemand. Genausogut kann in dieser Zeitspanne China komplett zerfallen und im Chaos versinken. Ohne weiteres denkbar.
Und Südkorea wird sich wohl keinesfalls 'eingemeinden' lassen. Die ticken völlig anders als die Chinesen - das ist eine ziemlich dämliche Prognose von Ihnen und klingt wie der Rest Ihres Beitrags nach Wunschdenken (was auch immer der Grund dafür sein könnte)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hergen.heinemann 14.06.2018, 21:51
8. Stimmt

"Laut Moon ist die gesamte Welt der Bedrohung eines Atomkriegs entkommen." Dazu hätte es kommen können, falls die USA Nordkorea angegriffen hätten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren