Forum: Politik
Verteidigungsunion: Europa wird erwachsen
DPA

Erstmals schließen sich innerhalb der EU mehrere Länder zusammen, um ihre Verteidigungspolitik stärker aufeinander abzustimmen. Geburtshelfer der Initiative: ausgerechnet US-Präsident Trump.

Seite 1 von 10
Baikal 11.11.2017, 10:23
1. Ja, das Militär sorgt für den Frieden

so wie die Nato das seit Jahren vormacht mit der Einkreisung Rußlands, mit Kriegsrhetorikern wie Rasmussen und nun Stoltenberg. Und Partner Frankreich hat auch schon gezeigt wohin der Weg führen kann mit Überfällen im Irak und in Libyen, vom derzeitigen Abenteuer Syrien erst gar nicht zu reden. Wie war das noch? Wenn die Poltik im Innern nichts mehr geregelt bekommt muß ein äußerer Feind her.

Beitrag melden
gelbesvomei 11.11.2017, 10:31
2. Prima Sache!

Ich freue mich schon auf die langen Gesichter im Bundestag, wenn die Europazentrale einen Militäraktion - beispielsweise in irgendeiner afrikanischen Ex-Kolonie Frankreichs oder Belgiens - beschließt und der Bundestag nur noch nicken darf. Dem Eingriff im Irak und in Libyen konnten die Deutschen sich noch entziehen. Zum Glück.

Beitrag melden
joachimrang 11.11.2017, 10:38
3. Überfällig

Ja manchmal fragt man sich, warum man das Naheliegende nicht schon längst getan hat. Endlich mal ein europäisches Projekt, bei dem die Neuen mit den Alten nicht überquer liegen und es nur Gewinner und keine Verlierer gibt. Alleine die Zentralisierung des Beschaffungsmanagements müsste doch eigentlich Milliarden einsparen.

Beitrag melden
markniss 11.11.2017, 10:41
4. Ich bin mal gespannt...

Vorweg: Ich war schon immer für eine gemeinsame Armee in Europa. U.a. weil die Bundeswehr, so wie sie von unseren Politikern kastriert wurde, eigentlich allein zu gar nichts taugt. Aber jetzt bin ich mal gespannt, wie das ausgeht, denn da sind einige Kröten involviert, die gerade unseren linken und grünen EU-Fans irgendwann auch auffallen werden:
1. Das ganze wird erheblich teurer als unser mühsam am Leben gehaltener, nichtsnutziger Torso namens Bundeswehr.
2. Diese Armee wird ganz sicher mit dem Ziel einer echten Fähigkeit und Bereitschaft zu Kampfeinsätzen aufgebaut. Die Franzosen werden sich nicht nehmen lassen, internationale Kampfeinsätze zu führen. Da sind dann auch deutschen Truppen dabei.
3. Die Franzosen sind insbesondere deshalb so heiß auf diese Truppe, weil sie sich davon versprechen, dass dann die anderen Europäer ihre Atomwaffen mitfinanzieren. Das hat Macron schon ausdrücklich so gesagt. Mal gucken, was unsere Links-Grünen davon halten.

Ich bin kein ausgesprochener EU-Fan, aber eine internationalen europäische Armee finde ich gut -- allein schon weil dann endlich das schwachsinnige Gefasel von einem möglichen Krieg in Europa aufhört, der angeblich nur von der EU verhindert würde. Aber ich bin wirklich gespannt, was unsere naiven EU-Träumer von links sagen werden, wenn ihnen alle Konsequenzen klar werden. Das ganze wird nämlich teurer und kriegerischer, und über Querfinanzierungen werden wir die französischen Atomwaffen mit bezahlen. Klingt gut, oder? Im Moment finden die Linken ja alles auf dem "Europa" steht einfach nur super. Mal gucken wie lange noch.

Beitrag melden
hermy 11.11.2017, 10:41
5. Europa wird erwachsen

Wird man erwachsen, wenn man immer neue Militärbündnisse schließt ? Wenn ich mir vorstelle, dass in solchen Bündnissen unsere Osteuropäischen Freunde ihre Erwachsenheit gegen Russland demonstrieren, läuft es mir kalt den Rücken runter. Erwachsensein zeigt sich durch abrüsten, durch verhandeln ( nicht mit dem Finger am Abzug ), durch Verträge.

Beitrag melden
user124816 11.11.2017, 10:43
6. agenda?

das ist ja schön das die armeen sich zusammen schließen, vermittelt direkt ein gefühl von friede-freude-eierkuchen.
aber… wozu? ich gehe mal davon aus, dass die grenzsicherung an die armee übergeben werden soll, und der zusammenschluss dient dazu das europäische länder wie griechenland erstens die möglichkeit bekommen ihre aufgabe machen zu *können*, und zweitens das eu-grenzländer bei dieser aufgabe überwacht werden können.
das zusammen mit der aufrüstung von warlords in nordafrika (in vertretung aller eu-länder durch italien) soll dafür sorgen, das die armen drittweltler dort bleiben wo sie her kommen, und wir in europa weiter im luxus leben können.

ich weiss noch nicht ob mir das gefällt.

Beitrag melden
HeisseLuft 11.11.2017, 10:43
7. Tss

Zitat von gelbesvomei
Ich freue mich schon auf die langen Gesichter im Bundestag, wenn die Europazentrale einen Militäraktion - beispielsweise in irgendeiner afrikanischen Ex-Kolonie Frankreichs oder Belgiens - beschließt und der Bundestag nur noch nicken darf. Dem Eingriff im Irak und in Libyen konnten die Deutschen sich noch entziehen. Zum Glück.
Ich kann nicht sehen, dass sich hier im Vergleich zur NATO irgendetwas ändert. Und ja, bei dem Einsatz im Irak und in Libyen haben die Deutschen nicht mitgemacht - warum sollte sich das jetzt plötzlich ändern?

Ja, das bedeutet durchaus, mit anderen gemeinsam Beschlüsse zu fassen - und diese Beschlüsse dann auch mitzutragen. Kann also durchaus sein, dass diese Organisation irgendwann nicht mehr nur gemeinsame Manöver abhält oder die Materialbeschaffung vereinheitlicht. Sondern auch Missionen wie die in Mali beschließt. Ach upps, da sind unsere Soldaten jetzt schon im Einsatz.

Und mal generell: es ist ein Witz, ständig mehr Unabhängigkeit von den USA zu fordern und dann anfangen zu stänkern, wenn genau das geschieht.

Beitrag melden
keine Zensur nötig 11.11.2017, 10:45
8. Bauchschmerzen -

das beschreibt das Gefühl im Angesicht solcher Botschaften.

Warum?
Aufgebaut wird eine Parallelstruktur zur NATO - was bitte soll denn das?
Bereits heute gibt es innerhalb der NATO multinationale Verbände: die deutsch-französische Brigade, die deutsch-niederländische Panzerdivision, die Tschechen und Rumänen unterstellten bereits Teile ihrer Streitkräfte deutschem Oberkommando und an der "Ostfront" sind wir ja auch aktiv mit dabei.
Europa? Ja - geht immernoch bis zum Ural und clevererweise sperrt man genau die Macht aus, die ein Gegengewicht zu den USA ist. Also für eine wirklich europäische Unabhängigkeit sorgen würde.

Die feuchten Träume von UvdL von weltweitem Einsatz - gern auch jenseits völkerrechtlicher Regeln aus moralinsaueren Gründen und im Namen von Werten, die man selbst mit Füßen tritt - sollen nun Wirklichlichkeit werden. Leider, leider wollen die Deutschen ja nicht mehr selber sterben und schicken andere ins Feuer. Hoffen wir, dass deren Technik etwas funktionsfähiger sei als unsere.

Im Angesicht der Tatsache der zunehmenden Gegensätze innerhalb der EU-Staaten und einer noch offenen Implosion der Staatsfinanzen der EU-Staaten, lenkt man so zudem ganz fein auf äussere Probleme ab.

Hallo - Europa! Hatten wir das Alles nicht schon vor gut 100 Jahren schon mal? Ist den Politeliten noch bekannt, was danach kam?

P.S.: Die ademokratische Brüsseler Riege bekommt so auch noch ein tolles Mittel, um Staaten innerhalb der EU zu diziplinieren, welche nicht nach der Brüsseler Pfeife tanzen wollen, deren deutscher Hauptton allseits bekannt ist.

Beitrag melden
scratchpatch 11.11.2017, 10:47
9. Verstärkte Zusammenarbeit - ein Weg in die Zukunft?

Vermutlich ist "Verstärkte Zusammenarbeit" ein Begriff, den man in Zukunft öfter hören wird. Da ist ja sehr viel vorstellbar und das meiste kann ohne die berüchtigte Einstimmigkeit, die dann oft mit Kuhhandel oder gar Erpressungsversuchen verbunden wird, umgesetzt werden. Allerdings heißt es, dass verstärkte Zusammenarbeit bei Außenpolitik und Sicherheitspolitik vom Rat einstimmig genehmigt werden muss (Art. 329 Abs. 2 AEU-Vertrag). Alles andere aber mit qualifizierter Mehrheit. So könnte man die Blockierer und Erpresser (manchmal geht es ja nur um leidige Namensgeschichten wie Mazedonien) los werden. Bei der militärischen Zusammenarbeit scheint ja auch der Brexit Geburtshelfer gewesen zu sein, also schnell absegnen lassen, bevor es sich die Briten womöglich anders überlegen und vom Brexit zurücktreten und dann wieder mitreden wollen.

Beitrag melden
Seite 1 von 10
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!