Forum: Politik
Wagenknecht-Bewegung: Haste mal 'n Linken?
DPA

Sahra Wagenknecht geht sammeln. Ein Viertel der Befragten hält eine linke Sammlungsbewegung für eine gute Idee. Alles, was links ist, sollte sich jetzt die Frage stellen: Wie ernst meint ihr es mit euren Überzeugungen?

Seite 1 von 12
mostly_harmless 11.06.2018, 17:33
1.

Vielleicht hab ich da was übersehen, aber wie wärs denn mal mit Inhalten? Anders als manch anderer (auch hier auf SpOn) finde ich es durchaus nicht ausreichend, wenn Frau Wagenknecht sagt "find ich gut".

Beitrag melden
justart_michael 11.06.2018, 17:35
2. Gute Idee - guter Artikel

Grüne und SPD haben im letzten Jahrzehnt versagt, die Linke hat ihre Stasivergangenheit nie losbekommen, daher stehe ich gerade als Wähler der genannten Parteien hinter dem Vorschlag von Frau Wagenknecht (IMO eine der besten Politikerinnen unserer Zeit) für eine linke Sammelbewegung
Wir dürfen diesen Populisten nicht das Feld überlassen, auch wenn sie einen nicht unerheblichen Teil der sog. Volksmeinung repräsentieren - was wiederum belegt, dass Demokratie nur die beste der schlechten Regierungsformen ist, denn in dem Land, wo man tatsächlich nur des Volkes Wille umsetzen würde, möchte ich nicht leben.

Beitrag melden
Freier.Buerger 11.06.2018, 17:46
3. eine liberale Stimme

Herr Augstein, es gibt definitiv mehr als die zwei Lager von Menschen in D. Zumindest gibt es sehr viele Da-geht-noch-was-Deutsche, die sich aber ganz andere Fragen stellen, als die Sie aufwerfen.
- Wann endlich wählen mehr Menschen Politiker, die Vertrauen in die Menschen haben, die sagen Ihr könnt viel besser als wir für euch und eure Gemeinschaft mit euerm Geld umgehen. Deshalb nehmen wir euch ab sofort nicht mehr soviel in Form von Steuern ab.

Im zweiten Teil wird es richtig schräg. Die Frage ist doch, was ist an einer Sammlungsbewegung noch links, wenn man den internationalen demokratischen Sozialismus zugunsten eines Nationalsozialismus aufgibt? Und ist eine ehemals linke Sahra W. die dann nationale AfD-Wähler um sich versammelt besser als eine ehemals konservativer Alexander G. der jetzt nationale AfD-Wähler um sich versammelt?

Beitrag melden
ulrichskubowius 11.06.2018, 17:50
4. Bitte nicht die bisherigen Nichtwähler

vergessen. Diejenigen, die vom "weiter so" und "uns geht so gut wie noch nie" die Nase voll haben. Es wird Zeit für eine echte neue linke Bewegung. Die SPD ist schon lange nicht mehr wählbar, die "Linke" zerfleischt sich mal wieder selbst, bei den "Grünen" weiss man nie wohin sie wollen, trotz Habeck, deshalb bin ich mir sicher, dass diese neue Bewegung offene Türen in der verschlafenen deutschen Politiklandschaft einrennen wird. Aktuelle Themen gibt es genug; sie sollte nur lernen auch die Sprache der Enttäuschten zu sprechen ohne in tumbe Deutschtümelei abzudrifften, in der Hinsicht sind wir ja leider schon ausreichend vertreten. Es kommt eben darauf an mit sehr viel Geschick Menschen neu zu begeistern ohne den politischen Gegner zu sehr abzuschrecken, denn dann mobilisiert der seine Think Tanks mit all deren Pressearmada.

Beitrag melden
fordprefect64 11.06.2018, 18:01
5. Wiese eigentlich nicht SPD?

Frau Wagenknecht könnte doch der SPD das zurück geben, was ihr Mann ihr damals genommen hatte - 50% der verlorenen Wählerstimmen? Längst schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen - streitbar und klug wäre sie die ideale Kandidatin für die Parteispitze (sorry Frau Nahles aber sie sind es leider nicht - bätschi). Die SPD hat eben im Moment (eigentlich seit Schröder nicht mehr) keine wirklich profilierte Persönlichkeit - entsprechend sind die Wahlergebnisse. Frau Wagenknecht hat die richtigen Themen und könnte die SPD wieder stärken, die Mitte damit stärken und unsere leider inzwischen angezählte Demokratie stärken. Kaum jemand hätte Angela Merkel 2005 eine erfolgreiche Kanzlerschaft zugetraut. Da kann man Sarah Wagenknecht heute schon getrost mehr zutrauen. Wäre plausibel, wird aber vermutlich an der Profilneurose zahlreicher Beteiligter scheitern. Dabei ist eine weitere Zersplitterung der Parteienlandschaft genau das, was wir nicht brauchen!

Beitrag melden
skink 11.06.2018, 18:02
6. Korrekte Analyse

Ich stimme den Argumenten Augsteins zu. Allerdings fehlen mir in der Auflistung der Brachflächen sowohl die Bildung als auch die Rentenproblematik.
Mir ist schleierhaft, wie die etablierten Parteien und Politiker (die sich ja dem Wohl des Volkes verpflichtet haben) angesichts des riesigen Reformstaus weiter in bahnbrechender Untätigkeit verharren können.

Beitrag melden
bella-1956 11.06.2018, 18:03
7. Von nichts kommt nichts...

.. .heißt es so schön. Der weltweite Vormarsch der Rechten - Trump, Italien, Polen und Ungarn, um nur einige zu nennen - verlangt eine Antwort. Nichts tun, oberschlaue Reden schwingen, sich heftig zerstreiten usw., das hält die Rechten nicht auf. Man muß was tun, sonst passiert nichts, so einfach ist die Welt. Die Sammelbewegung ist deshalb eine gute, eine notwendige Idee. Einfach nichts tun, wem nützt das wohl?

Beitrag melden
dasfred 11.06.2018, 18:05
8. Die Linke ist die Partei der Nichtwähler

Wer satt und zufrieden zur Wahlurne geht, meint meistens, er braucht die Linke nicht. Es wäre ja schon mit einer Verbesserung der jetzigen Regierung getan, da will man, abgesehen von einigen richtig Verärgerten keine Experimente. Der Unterschied zwischen Wagenknecht und Kipping stellt eher den Zwiespalt zwischen Realität und Wünsch dir Was dar. Wer mir sagt, wir tun, was möglich ist, soll auch erklären, was den nun noch zu schaffen ist und wo das Limit erreicht ist. Ein Land, dass für seine Bürokratie berüchtigt ist, hat zu wenig Beamte und Sachbearbeiter für alle Aufgaben, die es sich aufhalst. Mehr Freiheit und weniger Kontrolle stößt aber auch auf Ablehnung. Mir ist es mittlerweile egal, ob sich jemand als Linker oder Konservativer sieht, solange er die Zukunft aller im Blick behält und keine eigene Elite bilden will.

Beitrag melden
marzla 11.06.2018, 18:06
9. "Chapeau" Herr Augstein....

– Ihr Beitrag ist mal wieder eine Punktlandung, die aber wohl doch von zuviel Träumen geprägt ist. Realität ist in der Tat eine zweigeteilte Gesellschaft in Deutschland: Einerseits eine wahlenbestimmende Schar von "Nur weiter so-Blinden" und andererseits eine in sich zerstrittene Mehrheit, der das Bewusstsein ihrer tatsächlichen Macht abhanden gekommen ist. Welch eine Freude, dass Sarah Wagenknecht das ändern will – Deutsche hört die Signal.....

Beitrag melden
Seite 1 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!