Forum: Politik
Wahl: Ausgrenzung verhalf rechten Schwedendemokraten zum Erfolg
AFP

Einst stand Schweden für Wohlstand und Gleichberechtigung. Nun rückt das Parlament nach rechts. Was man aus dem Wahlerfolg der rechtspopulistischen Schwedendemokraten für Deutschland lernen kann.

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Öko Nom 10.09.2018, 09:16
1. Hurra

Das echte Schweden und echte Demokratie lebt noch. Gratulation in den hohen Norden. Weiter so ... Schritt für Schritt, mit Geduld, Passion und Fokus kann wieder aufblühen, was einst Schweden war.

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dosmundos 10.09.2018, 09:19
2. In der Tat, das sind die Unterschiede...

In Schweden hat sich die Partei konsequent von den Rechtsaußen getrennt und ist zweifellos dem Spektrum der demokratischen Parteien zuzurechnen. In Deutschland setzen sich im Ernstfall immer die Höckes durch, und die AfD kann den Verdacht nicht abschütteln, Hinternlecker der Neonazis zu sein.
Außerdem hat die Schwedenpartei tatsächlich ein paar ernst zu nehmende Politiker und nicht nur den Restmüll der Altparteien, ein Handvoll Sonderlinge und ein paar Witzfiguren wie die Dackelkrawatte und die Störchin.

Die CSU hat ja versucht, sich in eine solche Position zu setzen, aber mit dem Seehofer wird das wohl nichts mehr...

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axel_roland 10.09.2018, 09:22
3. Ohne Polemik: Folgendes kann man daraus lernen

1. Der (v.a. durchschnittliche) Wohlstand einer Bevölkerung kann kein Maß dafür sein, wie zufrieden dieser Durchschnitt mit der Regierung ist, auch wenn man davon ausgehen würde.

2. Diffuse Ängste der Bevölkerung vor Immigration müssen von der Regierung ernstgenommen und adressiert werden, auch wenn - und das ist der entscheidende Punkt - auch wenn sie unberechtigt und durch Zahlen und Fakten wiederlegbar wären. Ob sie das sind ist eine völlig andere diskussion und erstmal überhaupt nicht ausschlaggebend, auch wenn man wiederum davon ausgehen würde.

Das ist das, was ich Merkel und co. als Berater sagen würde.

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hausfeen 10.09.2018, 09:22
4. Einbeziehung als Lösungsmodell? Das führte schon mal ...

... in die Barbarei. Ohne einen bürgerlichen Partner schaffen es die Rechten niemals bis an die Hebel der Macht. Hitler hatte 17% oder sowas. Den bürgerlichen Koalitionspartner hat er schnell mit blanker Gewalt platt gemacht. Wieso erwarten die heutigen Kolumnisten und Politiker etwas anderes, eine reinere Version von Populisten, die sich an demokratische Regeln dauerhaft halten würden? Also, Herr Spahn, Seehofer, Lindner, Kubicki, Maaßen: Woraus nährt sich ihr Optimismus?

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seit1973 10.09.2018, 09:26
5. Was Deutschland lernen muss ist, daß sich die ...

...bürgerlichen Parteien CDU/CSU, SPD und Grüne - ach ja, die FDP war ja auch noch da - nicht derart gegenseitig in die Pfanne hauen, daß diese Angriffe wie ein Katalysator auf die Erstarkung der AfD wirken. De facto erledigen die bürgerlichen Parteien auf diese Weise den Job der AfD. Die bürgerlichen Parteien müssen sich endlich - jede Partei - Themen aneignen, die die Menschen bewegen, sie dürfen nicht die politische Suizidstrategie Seehofers praktizieren, sogar den eigenen Koalitionspartner in primitivster Trump`scher Wahlkampfmanier zu demontieren. Seehofer ist das krasseste Beispiel dafür, wie die bürgerlichen selbst den Ast absägen, auf dem sie (und wir alle) sitzen. Die Parteien müssen FÜR etwas stehen, statt unablässig nur zu REAGIEREN.. Ich denke schon, heute ist vielen denkenden Bürgern bewußt, daß unser Gemeinwesen durch die Hetze der braunen Parteien und Bündnisse bedroht ist. Dem muss etwas POSITIVES entgegengesetzt werden.
Sonst können alle nur verlieren.

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ruhepuls 10.09.2018, 09:26
6. Wohlstand und Gleichberechtigung?

Was manche gerne übersehen: Werte wie Gleichberechtigung (und Humanität) sind dann interessant, wenn man alles andere schon hat. Wer allerdings andere Werte wie Wohlstand oder Sicherheit gefährdet sieht, verliert sofort das Interesse an abstrakten Werte (wie Gleichberechtigung), zumindest, solange sie ihn nicht selbst betreffen.
Man kann es vielleicht auch etwas einfacher sagen: Werte sind gut - solange sie (uns) nichts kosten. Das gilt in Schweden, aber auch in Deutschland - und anderswo. Wer das übersieht, muss sich über solche Wahlergebnisse nicht wundern.

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remixbeb 10.09.2018, 09:32
7. Einbeziehung??

Also nach dem, was die letzten Wochen in diesem Lanf abging (Deutschland), wäre Einbeziehung der Rechten absolut falsch. Meine Meinung!!

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mwoelkheim 10.09.2018, 09:35
8. Rot-Grün gescheitert

Über Jahrzehnte hat Schweden die Idee verfolgt, durch Umverteilung und offene Grenzen so etwas wie Frieden und Wohlstand für alle zu erreichen. Die Gesellschaft stand hinter diesen Zielen, hat dafür im europäischen Vergleich besonders hohe Steuern gezahlt und reibt sich nun verwundert die Augen: das Gesundheitssystem mittelmäßig, die Schulbildung verbesserungsbedürftig, die Kriminalitätsrate auf einem Allzeithoch. In Schweden ist die Idee vom Sozialismus 2.0 gescheitert. Was eifrige Redakteure gerade versuchen, als "Rechtsruck" darzustellen, ist in Wahrheit die Rückkehr zur Normalität. Zeit, dass auch in Deutschland das Experiment beendet wird.

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Garigaa 10.09.2018, 09:36
9. Schwache These!

Die "Ausgrenzung" hilft also den Rechtsextremen, weshalb man sie in den demokratischen Prozess integrieren soll? Hier ein kleiner Hinweis: Rechtsextreme wollen nicht integriert werden, sondern lediglich mit allen Mitteln an die Macht, um dann die Demokratie abschaffen zu können! Wenn man also etwas aus dem Wahlerfolg der "Schwedendemokraten" lernen kann dann ist es, dass die AfD so lange es noch möglich ist mit allen Mitteln des Rechtsstaates bekämpft und von den Medien klar als das benannt werden muss, was sie ist: Eine in weiten Teilen rassistische, rechtsextreme Partei, die Mitglieder duldet, die den NS verharmlosen oder sogar verherrlichen.
Eine Beobachtung durch den VS muss der erste Schritt in Richtung eines möglichen Verbotsverfahrens sein.

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