Forum: Politik
Wohin mit dem Atommüll?

Neuerdings wird der Atomausstieg immer häufiger in Frage gestellt, weil er den Klimaschutzzielen im Wege stehe. Doch ein ganz anderes Problem ist die Entsorgung der atomaren Abfälle. Nun sind erneut Probleme im Atommüllager Asse II aufgetreten. Wie soll mit der strahlenden Fracht umgegangen werden?

Seite 1 von 325
tempus fugit 26.06.2008, 18:17
1. ...keine produzieren

Zitat von sysop
Neuerdings wird der Atomausstieg immer häufiger in Frage gestellt, weil er den Klimaschutzzielen im Wege stehe. Doch ein ganz anderes Problem ist die Entsorgung der atomaren Abfälle. Nun sind erneut Probleme im Atommüllager Asse II aufgetreten. Wie soll mit der strahlenden Fracht umgegangen werden?


...keine produzieren = Ausstieg aus der
Sch.... so schnell wie möglich, die Alternativen sind da.

Beitrag melden
anbue 26.06.2008, 18:25
2.

So ein paar Milliarden für die Sanierung der ein oder anderen Landesbank waren doch kurzfristig aufzutreiben. Da sollte man jetzt bei der Asse nicht so knauserig sein. Man kann es ja wieder als "Forschung" deklarieren: Wie saniert man ein abgesoffenes Endlager.

1000 Jahre dauern in Deutschland 12, die Ewigkeit 40 Jahre - daran braucht man nicht mehr rumzuforschen.

Beitrag melden
Realo 26.06.2008, 18:40
3. Atomenergie....

.....ist ja soooooo billig - Harharhar !

Jetzt ist genau das eingetreten, was wir in den 60igern, 70igern und 80igern mit unserem Protest verhindern wollten.
ATOMKRAFT - NEIN DANKE !

Wenn mir jetzt wieder Blödmänner ins Gesicht sagen:
"Atomkraft ist billig und ohne Risiko" kann ich nur lachen !

- Folgekosten für die nächsten 1 Mio. Jahre
- Nicht beherrschbare Technik

Ich bin wirklich froh und dankbar, dass die Lagerprobleme jetzt an Tageslicht kommen, bevor weiter über verlängerte Restlaufzeiten und sogar über den Neubau von AKWs diskutiert wird.

Kernenergie ist /war und wird es auch NIEMALS sein, eine von Menschen zu beherrschende Energieversorgung.
Das sind die Fakts, alles andere ist eine Lüge !

Liebe Grüsse
Realo
AKW - nee!

Beitrag melden
computerkid 26.06.2008, 18:41
4. Alles Koscher ?

Es ist schon interessant, wie man jetzt darum bemüht ist, den Inhalt von Asse II 'unter den Teppich' zu kehren. Hat sich schon einmal jemand Gedanken gemacht, was die BRD im Kalten Krieg eigentlich so alles in den 'Forschungsreaktoren' getrieben hat ? Vielleicht war das ja ein kleines Atomwaffenprogramm...

Beitrag melden
descartes101 26.06.2008, 18:44
5. So eine Überraschung...!

Zitat von anbue
So ein paar Milliarden für die Sanierung der ein oder anderen Landesbank waren doch kurzfristig aufzutreiben. Da sollte man jetzt bei der Asse nicht so knauserig sein. Man kann es ja wieder als "Forschung" deklarieren: Wie saniert man ein abgesoffenes Endlager. 1000 Jahre dauern in Deutschland 12, die Ewigkeit 40 Jahre - daran braucht man nicht mehr rumzuforschen.
Wer nach diesem Artikel noch den Ausbau der Kernkraft verlangt, der kann nicht ganz dicht sein. Noch viel undichter ist jemand, der auch nur für einen Moment glaubt, dass dies die einzige Leiche im Keller der Kernkraftindustrie und ihrer politischen Handlanger sei.

So viel also zum Märchen von der billigen, sauberen Kernenergie. Es soll ja Leute geben, die es von Anfang an gewusst haben. Aber die werden ja auf breiter Fläche als fortschritts- und wirtschaftsfeindliche Traumtänzer abgetan.

Die Lösung unseres Energieproblems ist nicht, mehr zu produzieren. Die einzige sinnvolle Lösung ist, sehr viel weniger und effizienter zu verbrauchen, und auch weniger zu produzieren, damit die tatsächlich sehr stark begrenzten Rohstoffe noch wenigstens über die nächsten 50 Jahre reichen. Erst wenn der gesamte Energiebedarf über Solarenergie gedeckt werden kann, dann können wir (zumindest auf diesem Problem) vorsichtig aufatmen.

Natürlich ist unser heutiger Bedarf nicht über Solarenergie zu decken. Einige werden ihre Gewohnheiten ziemlich umstellen müssen, egal, was sie sich und anderen einzureden versuchen. Auf die Lügen von Politik und Industrie geben sowieso nur Vollidioten etwas. Lest den Artikel. q.e.d.

Beitrag melden
baiatul 26.06.2008, 18:45
6. Ich weiss nicht

Zitat von tempus fugit
...keine produzieren = Ausstieg aus der Sch.... so schnell wie möglich, die Alternativen sind da.
Die Vorstellung, dass der Mensch so gefährliches Zeug wirklich für Jahrtausende so einschließen oder wegpacken kann, dass es nie mehr gefährlich werden kann, ist für mich befremdend. Das mag glauben wer will. Es klingt nach Quatsch.

Noch befremdender ist es für mich, dass ausgerechnet wertkonservative Parteien sich darauf einlassen.
So ein Spiel mit dem Feuer, Müll zu hinterlassen, der möglicherweise unsere Ur-ur-ur-ur-ur-ur......Enkel noch vergiften oder verstrahlen kann, traut man eigentlich dem Typus des "vernünftigen Christenmenschen" gar nicht zu.
Der weiss doch eigentlich, dass Menschenwerk keinen Bestand hat.

Beitrag melden
Moewi 26.06.2008, 18:48
7.

Zitat von sysop
Neuerdings wird der Atomausstieg immer häufiger in Frage gestellt, weil er den Klimaschutzzielen im Wege stehe. Doch ein ganz anderes Problem ist die Entsorgung der atomaren Abfälle. Nun sind erneut Probleme im Atommüllager Asse II aufgetreten. Wie soll mit der strahlenden Fracht umgegangen werden?
Sicher für die Ewigkeit - und dann ratloses Achselzucken, wenn man nach der Suppe fragt.
Alles kein Problem: Das Salz nimmt alles auf und lässt nichts mehr raus, sicher...

Menschliche Hybris, wie sie im Buche steht.

Auch wenn es die "Aus den Augen - aus dem Sinn"-Fraktion vielleicht nicht gerne hört: Das Zeug muss unter menschlicher Kontrolle bleiben, in überwachten abgedeckten Beton-/Tonbauwerken an der Erdoberfläche, wo "mensch" notfalls mit schwerem Gerät agieren kann, um mit SEINEM Dreck zurechtzukommen.
Und wenn tatsächlich mal eins undicht wird, dann muss eben umgelagert werden. Kostenargumente dagegegen kann ich leider nicht gelten lassen, da das Argument der "billigen Kernkraft" NICHT von ihren Kritikern erfunden wurde, sondern von ihren Verfechtern. Mancher Bumerang kommt schneller zurück, als dem Werfer lieb ist...

Es ist schon fast tragikomisch, dass sich die auf der Kostenseite lange ausgeklammerte Endlagerproblematik just im Moment der Möchtegernrenaissance wieder in den Vordergrund drängt.
Vielleicht gerade noch rechtzeitig.

Auf jeden Fall macht mir der Hinweis, man könne ohnehin nichts machen, da die Standfestigkeit des Bergwerks nur noch bis 2015 gewährleistet ist, ein ZIEMLICH flaues Gefühl. Das ist ein SEHR merkwürdiger Umgang mit diesem Problemmaterial.

Beitrag melden
silberfunken 26.06.2008, 18:49
8. moralisch verkommen

Die Schweinebande von der Atomindustrie lacht sich ins Fäustschen, hat sie doch gut vorgesorgt und muss für eventuelle Schäden und Kontaminierungen der Umwelt nicht aufkommen. Was interessiert es EON und Vattenfall, was mit ihrem Dreck passiert. Die Meiler sollen noch einige Jahrzehnte Milliardengewinne abwerfen, was dann in den kommenden Jahrtausenden mit den Abfällen geschieht, interessiert die Herren und Damen in den Vorständen nicht. Denn bis dahin verroten sie selbst schon in der Erde. Verplichtet sind diese vom Scheitel bis zur Sohle degenerierten Subjekte nur ihrem eigenen Säckel und dem der Aktionäre. Es gibt so viele Möglichkeiten, ein sinnloses Leben zu führen: Vorkämpfer für eine Energie zu sein, die noch hunderte Menschengenerationen beschäftigen wird, ist wohl eine der dümmsten.



Zitat von sysop
Neuerdings wird der Atomausstieg immer häufiger in Frage gestellt, weil er den Klimaschutzzielen im Wege stehe. Doch ein ganz anderes Problem ist die Entsorgung der atomaren Abfälle. Nun sind erneut Probleme im Atommüllager Asse II aufgetreten. Wie soll mit der strahlenden Fracht umgegangen werden?

Beitrag melden
e_d_f 26.06.2008, 18:55
9.

Hier sind die Franzosen Vorbild: Das Material (abgebrannte Brennstäbe) wird dort als "nationale Energiereserve" behandelt und in Zwischenlagern sicher aufbewahrt, da sie noch den größten Teil der Energie beinhalten. Damit behalten die Franzosen die Option, diese abgebrannten Brennstäbe später (in 50, 100 oder erst 200 Jahren) über die bereits existierende, momentan aber nicht notwendige Brütertechnik weiter zu verarbeiten und damit wieder Strom zu erzeugen. Und das, ohne dass neue Brennstoffkosten anfallen! Keiner weiß, welche Versorgungssorgen zukünftige Generationen haben werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass künftige Generationen noch froh sein werden, diese Energiereserve griffbereit zu haben. Ein voreiliges Endlagern ist daher nicht sinnvoll. Die Endlagerung, falls man sich doch dazu entschließt, ist schon heute technisch lösbar, in Zukunft mit Weiterentwicklung der Technik aber sicher noch besser realisierbar. Unzweifelhaft wird es aber in Zukunft neue Techniken und mehr Erfahrung geben, das Material entweder weiterzuverwenden oder dann doch endzulagern, wenn es denn tatsächlich saubere, billige und zuverlässige Alternativen geben sollte. Es besteht daher überhaupt kein Grund zur Eile. Wir sollten künftigen Generationen keine Option voreilig aus der Hand schlagen, indem das wertvolle Material jetzt überstürzt "vergraben" wird. Ein deutscher Atomausstieg ändert an der weltweiten Menge an "Atommüll" ohnehin so gut wie gar nichts. Man schätzt, dass sich die weltweite Menge des Atommülls damit bis zum Jahr 2050 allenfalls um wenige Promille senken würde. Seriöse Fakten von ausgewiesenen Experten gibt es hier:

http://www.energie-fakten.de/index.html

Beitrag melden
Seite 1 von 325
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!