Forum: Reise
2600 Kilometer zu Fuß durch Europa: Wo lang? Was essen wir? Wo schlafen wir?
Witali Bytschkow / Svenja Trenkel

Jeden Tag mussten Svenja Trenkel und Witali Bytschkow die immer gleichen drei Fragen klären. Viereinhalb Monate lief das Kölner Paar auf Jakobswegen durch Europa. Das hinterlässt Spuren - auch nach ihrer Rückkehr.

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cadaquesien 14.04.2018, 09:38
1. Wo fahre ich lang, wo bekomme ich etwas zu essen, wo übernachte ich?

Das sind genau dieselben Fragen, die ich mir bei meinen Fahrradreisen auch stelle. Und man stellt sich NUR diese Fragen. Nach ca. 2 Wochen ist der Kopf dann leer, ein herrliches Gefühl. Leider hält es nicht ewig vor, wenn man wieder zurück ist, das werden die beiden auch noch feststellen. Dann muss man wieder los.

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ThomasWitte 14.04.2018, 09:54
2. Gähn...

Diese Wanderung durch Europa ist ja nun wirklich nicht mehr erwähnenswert, da viele viele Vorgänger bereits Furchen im Asphalt hinterlassen haben. Durch unseren Ort, mit der St. Jakobi-Kirche, muss man zeitweilig schon mal den Wanderer-Stau erdulden, bevor man weiter fahren kann. Dagegen gibt es Menschen, einen in unmittelbarer Nachbarschaft, die durchwandern allein Indien und Nepal usw. ohne Bett und Essen, das ist mal was...Dieser Artikel jedoch zeigt mir wieder einmal, was in Deutschland schon als Abenteuer gilt...mit Vollversicherung und Ankunftsgarantie.

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isi723 14.04.2018, 09:55
3.

Mai/Juni 2017 bin ich mit dem Rad aus der Nähe von Stuttgart zum Cap Finisterre in Spanien, 80km hinter Santiago, gefahren und von Pamplona aus praktisch auf oder immer nah am Jakobsweg. Wie die Beiden mit einem Minizelt. Gut 3000km hatte ich am Ende auf dem Tacho. Und auch wenn ich eigentlich kein Pilger bin, so haben die knapp 7 Wochen, in denen ich über vieles nachdenken konnte und das "auf Santiago de Compostela zu fahren", begleitet von vielen Pilgern irgendetwas in mir bewirkt. Es war ein spezielles Gefühl auf dem Platz vor der Kathedrale - wie die meisten Pilger - eine Zeit zu verweilen. Ich habe damals in mein Tagebuch geschrieben, Dass "so eine Tour die Grenzen im Kopf verschiebt". Viele Probleme werden relativiert, was allerdings mein Kopfschütteln in Bezug auf viele aktuelle Themen eher verstärkt hat. Fakt ist und das werden Svenja und Watili sicher bestätigen können, dass so eine Reise einen bleibenden Eindruck hinterlässt, den einem niemand mehr nehmen kann.

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Papazaca 14.04.2018, 10:13
4. Macht Lust auf große Wanderungen

Erst mal Respekt. Hört sich spannend an. Und dann doch sehr reduziert: Weg, Essen, Schlafen. Und natürlich gut miteinander auskommen. Und ich habe bei dem Bericht nicht das Gefühl, das beide es wegen des Egos oder der Medienresonanz gemacht haben, auch wenn es im SPON steht. Ach ja, ein gr0ßes Stück können sie ja noch laufen: Oslo-Paris. das fehlte doch noch, oder?

Die über 3000 km des Apalachien-Trails haben mich auch immer gereizt. Dauert aber ein halbes Jahr. Mit dem Mountainbike bin ich schon durch Deutschland gefahren, von Ahlbeck nach Berchtesgaden, da ist so ein Europatrip eine gute Idee. Aber auch eine lange Auszeit. Mal sehen!

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Papazaca 14.04.2018, 10:32
5. Sie gähnen, mich motiviert es ...

Zitat von ThomasWitte
Diese Wanderung durch Europa ist ja nun wirklich nicht mehr erwähnenswert, da viele viele Vorgänger bereits Furchen im Asphalt hinterlassen haben. Durch unseren Ort, mit der St. Jakobi-Kirche, muss man zeitweilig schon mal den Wanderer-Stau erdulden, bevor man weiter fahren kann. Dagegen gibt es Menschen, einen in unmittelbarer Nachbarschaft, die durchwandern allein Indien und Nepal usw. ohne Bett und Essen, das ist mal was...Dieser Artikel jedoch zeigt mir wieder einmal, was in Deutschland schon als Abenteuer gilt...mit Vollversicherung und Ankunftsgarantie.
Genau das braucht es nicht: Ich muß nicht immer was von Reisen lesen, die super schwer, super lang oder zum Südpool gingen. Ich finde es wohltuend, wenn auch ganz normale Menschen zu Wort kommen. Und wenn es Ihnen nicht gefällt, brauchenSie es ja nicht zu lesen, oder?

Ich war auf einer langen Reise 3 Jahre in Afrika, trotzdem schätze ich auch einen Trip an die Pfälzer Weinstrasse. Guter Wein. Und das ist nicht Gähn sondern schmeckt richtig gut.

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aliof 14.04.2018, 11:03
6.

Zitat von Papazaca
Erst mal Respekt. ...
.. für in 140 Tagen 2600 km zu Fuß ??
Sorry, das macht jeder gesunde junge Mensch nebenher.
Und ich auch noch heutzutage ... mal nachrechnen ?? : knapp 19 Kilometer pro Tag ..
Aber mal wieder ein paar Monate am Stück herumreisen hat auch was, dann Aber bitte mit etwas mehr Einsatz.

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Oihme 14.04.2018, 11:06
7. Das ist mehr als eine lange Auszeit

Zitat von Papazaca
Die über 3000 km des Apalachien-Trails haben mich auch immer gereizt. Dauert aber ein halbes Jahr. Mit dem Mountainbike bin ich schon durch Deutschland gefahren, von Ahlbeck nach Berchtesgaden, da ist so ein Europatrip eine gute Idee. Aber auch eine lange Auszeit. Mal sehen!
Vor drei Jahren fragte mich mein Ältester, ob ich mit ihm in den
Monaten vor dem Beginn seines Referendariats den "Camino del norte" gehe.
Seit er mit den hier schon ganz treffend beschriebenen "verschobenen Grenzen in seinem Kopf" aus Spanien wiederkam, bedauere ich manchmal, es nicht gemacht zu haben.
Von der Ruhe und Gelassenheit und der Erkenntnis, was für ihn und sein Leben wirklich wichtig ist, zehrt er bis heute.

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Oihme 14.04.2018, 11:54
8. 19 Kilometer ...

Zitat von aliof
.. für in 140 Tagen 2600 km zu Fuß ?? Sorry, das macht jeder gesunde junge Mensch nebenher. Und ich auch noch heutzutage ... mal nachrechnen ?? : knapp 19 Kilometer pro Tag ..
... sind wirklich nicht viel. Jedenfalls auf dem Papier!
Denn in der Realität ist das ist nun mal keine Tagestour am Wochenende, sondern eben die durchschnittliche Tagesleistung auf einer 140tägigen Reise mit (erfahrungsgemäß) "nur" rund 100 reinen Wandertagen. Mehr schafft man nämlich nicht.
Sind Sie eigentlich schon mal mit rund 15-20 Kilo Gepäck tage- und wochenlang bei den widrigsten Wetterbedingungen marschiert? Und dann auch noch in einer Gruppe, in der man nur ganz selten den für einen selber optimalen Marschrhytmus findet?
Da ist ein Tagesschnitt von 19 km wirklich nicht schlecht. Denn das bedeutet in der Praxis, dass man an den tatsächlichen Marschtagen rund 30 km täglich gehen muss, um überhaupt auf diesen Schnitt zu kommen.

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bernie_witzbold 14.04.2018, 12:48
9. Aha...

Zitat von aliof
.. für in 140 Tagen 2600 km zu Fuß ?? Sorry, das macht jeder gesunde junge Mensch nebenher. Und ich auch noch heutzutage ... mal nachrechnen ?? : knapp 19 Kilometer pro Tag .. Aber mal wieder ein paar Monate am Stück herumreisen hat auch was, dann Aber bitte mit etwas mehr Einsatz.
Sie sind also hier der Wandersportrichter mit ganz viel Erfahrung, und wer keine 35 Kilometer am Tag macht, der ist bloß ein armer Loser...?Ich nehme an, Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden. Vielleicht rennen Sie aber auch gerade von Hamburg nach München und machen nur kurz Halt für Forumskommentare. Dann nehme ich das natürlich zurück.

Ich bin etwas älter als die beiden, wesentlich älter sogar, unsportlich und ungeübt, und habe letztes Jahr 1600 Kilometer in 111 Tagen gemacht, reine Wanderzeit so etwa 80 bis 90 Tage, schätze ich. Wenn Sie 19 Km durch ein Gebirge wie die Alpen oder den Apennin geschlappt sind (mit Rucksack natürlich), dann wissen Sie, was Sie geschafft haben. Da braucht es keinen Forumsteilnehmer, der Ihnen sagt, dass Sie ein Weichei sind!

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