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Bahn: Regierung stellt Entwurf für Deutschland-Takt ab 2020 vor
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Pünktlicher, schneller und verlässlicher: In zwei Jahren soll der Bahnverkehr auf einen Taktfahrplan umgestellt werden. Am Dienstag stellt Verkehrsminister Scheuer einen Gutachterentwurf vor.

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fahrgast07 09.10.2018, 11:16
1. Deutschlandtakt muss her

Endlich! Eine uralte Forderung der Fahrgäste. Hoffentlich stellt die Politik auch das Geld bereit. Und:Hört nicht auf Flixbus, die fürchten nur die Konkurrenz. Für die Fahrgäste sind gute Anschlüsse sehr wohl "kriegsentscheidend"

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wo_st 09.10.2018, 11:22
2. Die alten Eisenbahner

Früher hatten die analogen Eisenbahner mit mechanischen Uhren einen guten Fahrplan gehabt und den auch überwacht.Waren problematische Punkte im Fahrplan, dann wurde das in den nächsten eingearbeitet.
Heute, digital mit präzisen Uhren, wird einmal im Jahr der neue Fahrplan erstellt, egal welche Probleme es auf den Strecken gibt.
Und jetzt macht noch ein Minister den Fahrplan. Oh mein Gott.

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usch400 09.10.2018, 11:32
3. Überhaupt gar nichts gelernt, weiter im Wolkenkuckucksheim

Diejenigen, die solche irrsinnigen Bahnpläne aufstellen, sollten selbst für ein Jahr größere Fernstrecken mit der Bahn fahren. Zuerst eine Strecke mit Regionalbahn, dann mit Umsteigen in IC und ICE, und dann wieder mit Regionalbahn. Dann könnte ihnen ein Licht aufgehen, was an der Planung falsch ist. Grosse Probleme sind Platzreservierung und Zugverbindung wenn ein Zug zu spät einfährt, so dass der Anschlusszug schon weg ist. Ich glaube fast ale Fahrgäste würden gerne bei Fernreisen eine etwas längere Fahrzeit von etwa 20 Minuten oder so je nach Strecke in Kauf nehmen, wenn sie dafür sicher wären, dass sie alle Anschlusszüge bekommen. Die Fahrzeiten sind so knapp bemessen, dass es unmöglich ist, Verspätungen aufzuholen. Die Lösung wäre Fernzüge bei 85 Prozent ihrer möglichen Geschwindigkeit zu planen. Wenn sie dann mit einer Verspätung in einem Bahnhof abfahren, können sie diese Verspätung wieder aufholen. Die Reisenden wollen Sicherheit bei der Planung, und genau dies wird bei dem neuen Takt-Plan noch viel schwieriger. Gewünscht sind nicht sogenannte "optimale" Verbindungen, die rein theoretisch sind und in der Praxis gar nicht funktionieren können, sondern Sicherheit in der Planung. Die Bahnvorstände glauben wohl, dass sie mit solchen Taktplänen die Zahl der Reisenden erhöhen können, was sie aber damit in Wirklichkeit erreichen, ist auf noch größere Ablehnung zu stossen überhaupt noch mit der Bahn zu fahren. Was gewünscht ist Zuverlässigkeit, nicht theoretisch absolut kürzeste Fahrzeit, die nur rein theoretisch existiert und fast so selten wie ein Lotto-Treffer zu erreichen ist; ich spreche dabei aus Erfahrung.

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giostamm11 09.10.2018, 11:59
4. immer nur Proklamationen

das schaffen die Deutschen nie und nimmer. Das würde heissen mindestens 4 mal soviel pro Jahr in die Bahn zu investieren als bisher um auf ein anständiges Niveau zu kommen. Es wäre wünschenswert wenn in Deutschland weniger substanzlos proklamiert würde. Engpässe sollen das Problem sein? Na dann an die Arbeit, es sind die gleichen Engpässe wie vor 20 Jahren auf einem sonst sehr gemächlichen Holperbetrieb. 50% der Leistung der SBB hört sich nicht nach Engpass an sondern nach Fehlinvestitionen, Mangel an Rollmaterial. 70% Pünktlichkeit, nach schlechtester Organisation und Schlamperei. Fernzüge alle 60 oder 30 Minuten als Ziel? Im Ausland werden 15 Minuten Takt angestrebt..... Also....mehr Substanz und weniger Rauch bitte

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usch400 09.10.2018, 12:04
5. Etwas Mathematik für Bahnvorstände

Wenn ich bei einer Fernreise zweimal den Anschluss verpasse, weil der Zug ca 5 -10 Minuten zu spät ist, was nach meiner Erfahrung sehr sehr oft der Fall ist, dann komme ich bei den Stundentakten 2 Stunden zu spät an. Wenn die Bahn jedoch planen würde, die Züge bei 90 Prozent der Maximalgeschwindigkeit fahren zu lassen so dass sie Verspätungen in der Abfahrt leicht aufholen können, dann komme ich bei einer Reise von 3 Stunden nur 20 Minuten später an, kann dafür alle Anschlusszüge erreichen. In diesen 3 Stunden können mit ICE Fernstrecken von ca 700 km zurückgelegt werden, das ist z.B. so ganz ungefähr von Hamburg nach Stuttgart, oder Hamburg nach München.

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markus.pfeiffer@gmx.com 09.10.2018, 12:33
6. Widerspruch an Flixbus

Doch, genau die Anschlüsse sind entscheidend! Wenn der Anschluss nach Roseheim (genanntes Beispiel) gerade 5 Min. weg ist und ich dann eine Stunde warte, lohnt sich die Alternative 'Auto' wesentlich mehr.
Ob die Fernverkehrsverbindung besser ausgebaut ist, fällt da weniger ins Gewicht.

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Idinger 09.10.2018, 13:02
7. Sollte man nicht ernst nehmen!

Es handelt sich doch nur um einen neuen politischen Versuch, das weitere Versenken von Milliarden Euro Staatsknete in das Faß ohne Boden Eisenbahn als Wohltat für das Wahlvolk zu verkaufen. Dass unser Finanzminister Scholz das Spielchen mitmacht, wundert mich nicht mehr: Geld ist beim Zentralstaat wohl im Übermaß vorhanden, wie man an den jüngsten Meldungen über Migrationshilfen des Bundes für die armen Länder und Gemeinden sehen kann; mögliche Entlastungen des Steuerzahlers haben für unsere GROKO-Parteien ja keine Priorität.

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holger.becker 09.10.2018, 15:46
8. Die meisten Züge fahren schon stündlich

Ich bezweifle, dass das der ganz große Wurf wird. Eine Erkenntnis der Schweiz (im Nahverkehr) ist, dass nicht die Halbierung des Taktes einen halbvollen Zug voll macht, sondern die Verdopplung des Taktes.
Wenn ein Takt von 15 min. bestünde ist ein verpasster Zug kein Beinbruch mehr.
Dass Flixzug kein Problem mit verpassten Zug in die Region hat ist als Rosinenpicker nachvollziehbar. Die schaffen es noch nicht einmal, ihre Fahrkarten mit dem Rest der Züge zu harmonisieren.
Recht haben sie bei notwendigen Investitionen in das Streckennetz. Irgendwo müssen die Züge ja langrollen, die Fahrgäste und Güter verdoppeln sollen.

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eulenspiegel2k17 09.10.2018, 17:02
9. Quatsch

Spätestens am Frankfurter Kopfbahnhof ist dann Schluss mit der Taktung. Aufgrund der vielen Überkreuzungen wird das nicht funktionieren. Und da ein Großteil der bundesdeutschen Züge über diesen Knotenpunkt geführt werden, kann man die Pläne getrost vergessen. Zudem, die zahlreichen Strukturprobleme der DB werden nicht adressiert: unfähiges Management, falsche Konzernausrichtung, fehlende Bundesaufsicht, innere Kündigung der Belegschaft, verrottende Infrastruktur. Ok, ich ja schon auf.

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