Forum: Reise
Baskischer Meisterkoch Arzak: Der Drei-Sterne-Kindskopf
Corbis

Fernseher als Essens-Unterlage und Sand auf dem Teller: Im weltbekannten Restaurant Arzak müssen sich Besucher auf ungewöhnliche Anblicke einstellen. Jedes Gericht hat ein Konzept, das der Gast entdecken soll - zum Beispiel beim "Seeteufel auf Ebbe", bei dem fast nichts so ist, wie es scheint.

brux 04.05.2012, 14:15
1. Gemach

Bei aller Euphorie sollte man zwei Dinge nicht vergessen:

Die teure Kulinarik in Spanien war und ist auch ein Resultat der Immobilienblase. Viele Spanier haben sich sehr reich gefühlt und konsumiert wie die Irren. Besonders moralisch oder nachhaltig ist das wirklich nicht.

Spanien ist das EU-Land, welches sich am meisten weigert, mit den Meeresresourcen schonend umzugehen. Es wird brutaler Raubbau betrieben, oft auch ausserhalb jeglicher Legalität. Auch das sollte man bedenken, wenn man das Menü lobt.

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dahui 04.05.2012, 15:59
2. optional

hoffentlich melden sie sich auch beim nächsten Tyler Brûlé Artikel zu Wort und geben ein wenig unnötigen Senf dazu, dass man bei all de Euphorie ums Reisen des Mannes nicht vergessen sollte, dass der Mann die Umwelt verpestet und die Klimaerwärmung vorran treibt. Immer wieder erstaunlich was für Gehirnsülze im SPON-Forum gepostet wird.

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Ylex 05.05.2012, 10:00
3. Flunder bei Flut

Ob sich der TV-Teller in der Edel-Gastronomie durchsetzen wird, das muss sich erst erweisen. Auf der Mattscheibe zu speisen, ist exotischer als es vor ihr zu tun, aber Geschmackssache, buchstäblich – es könnte vom Essensgenuss ablenken, ihn beeinträchtigen: Filet-Wellington bei Sonnenuntergang, Fasan bei Föhn, Gans bei Gewitter? Vielleicht problematisch, andererseits verleitet der „Seeteufel bei Ebbe“ zu Variationen, die man als Tipps an Herrn Kowalke vom Hamburger Fischereihafen Restaurant weitergeben könnte: Flunder bei Flut, Aal bei aufkommendem Wind, Butt in der Brandung, Schillerlocken bei Sturm oder auch, als als Reminiszenz an lokale Eigenheiten, Stint beim Strippen oder Rotbarsch bei Rotlicht.

Señor Juan Mari Arzak ist jedenfalls ein großer Künstler in meinen Augen, das vorgestellte Rezept finde ich faszinierend. Natürlich wird die heiligen Hallen der kulinarischen Exklusivität mit Ausschlusspreisen bewehrt, die das gemeine Volk fernhalten, doch das verhält sich nicht nur Spanien so. Wer würde nicht gern einmal, oder besser gesagt ein Mal in der „Auberge de l’Ill“ oder in der „Ente vom Lehel“ speisen? Man muss schon gut betucht sein, denn wenn man sich solche Highlights vom Mund absparen muss, dann bleibt einem auch die köstlichste Trüffel leicht im Hals stecken. Davon abgesehen führt Señor Arzak aber vor, welche wunderbaren Geheimnisse die Welt des Lucius Licinius Lucullus auch 2000 Jahre nach seinem Tod noch birgt.

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