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Bei den Völkern Äthiopiens: Die ungewisse Zukunft der Mursi
Michael Martin

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Papazaca 05.01.2018, 07:49
1.

Sehr guter Bericht, mittelprächtige Fotos
Ich muß zugeben, ich hatte sehr gute Fotos erwartet und einen mittelprächtigen Begleittext. Es ist genau das Gegenteil. Und das ist sehr gut. Der Versuchung, die Mursi als exotisches Volk mit Lippenteller darzustellen sind die beiden Autoren nicht erlegen. Statt dessen haben sie gut vermittelt, was die Moderne anrichten kann (Staudamm) und wie Chinesen oft in Afrika agieren. Wirtschaftlich effizient, vor allem für sich selbst.

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J. Hotzenplotz 05.01.2018, 09:24
2.

Ja, sehr betrueblich, was Chinesen in Afrika unter dem Vorwand der E-Hilfe anrichten und sich einverleiben. Aber mal ehrlich, hat die westliche Welt es deutlich anders gemacht in den letzten Jahrhunderten? Und warum ziehen sich die Afrikaner nicht endlich selbst aus dem Schlamassel? Wege und Beispiele dazu gibt es schon viele, aber dazu muss man Korruption und Vetternwirtschaft abschaffen, ueberkommene Stammesfehden begraben und vor allem das gigantische Bevoelkerungswachstum in den Griff bekommen. Afrikaner werden sich lt. UN bis 2050 verdoppeln!!! Je nach Land bekommt eine Afrikanerin 5-7 Kinder durchschnittlich. Damit waeren selbst reiche und gut organisierte Staaten hoffnungslos ueberfordert.

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troy_mcclure 05.01.2018, 11:45
3.

Zitat von J. Hotzenplotz
Ja, sehr betrueblich, was Chinesen in Afrika unter dem Vorwand der E-Hilfe anrichten und sich einverleiben. Aber mal ehrlich, hat die westliche Welt es deutlich anders gemacht in den letzten Jahrhunderten? Und warum ziehen sich die Afrikaner nicht endlich ....
So ist es.
Da kann es so westliche Hilfe noch und nöcher geben, helfen können sie sich nur selber.
So lange das Geld in den Taschen korrupter Kleptokraten und deren Clans versickert und das explosionsartige Bevölkerungswachstum nicht eingedämmt wird, wird es sich nicht verändern (und die Kleptokraten schön alles auf die Kolonialausbeutung schieben).

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StefanieTolop 05.01.2018, 12:33
4.

Also wenn ich das Bild sehe, dann habe ich eher den Eindruck, als ob sie ihrer Zukunft selbst so im Weg stehen. In wirtschaftlich erfolgreichen Ländern laufen deutlich weniger Menschen mit Kalaschnikoffs herum.

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uzsjgb 05.01.2018, 15:06
5.

Viele afrikanische Länder sind erst seit wenigen Jahrzehnten selbstständig. Wobei zunächst die weißen Kolonialherren durch schwarze ersetzt wurden. Der Westen hat nach wie vor die Kontrolle über diese Länder behalten. Wenn man sieht wie schwer sich der Osten Deutschlands damit tut sich dem Westen anzugleichen, vor allem im Denken, dann ist es doch kein Wunder, dass sich das anderswo auch so verhält.

Desweiteren ist es immer schön dahergesagt, dass die afrikanischen Länder sich selber helfen sollen, wenn der Westen alles dafür tut, dass sie es nicht können. Wer von den Leute, die meinen Afrika sollte sich selber helfen, würde auf seinen eigenen Wohlstand verzichten, damit das geschieht? Denn die Selbsthilfe wäre nur möglich, wenn es fairen Welthandel gäbe, wenn die reichen Länder nicht die armen ausbeuten würden. Dann müsste im Westen jeder von seinem Wohlstand etwas abgeben. Das wird natürlich nie passieren.

Selbst wenn die Afrikaner sich mal einig werden würden und gemeinsam für ihre Rechte eintreten würden, würde der Westen (und China) sicherlich mit Krieg antworten. Denn das Letzte, was wir im Westen wollen würden, wäre Afrika gleich und fair zu behandeln. Daran hat im Westen keiner ein Interesse.

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markus_wienken 05.01.2018, 15:43
6.

Zitat von uzsjgb
Viele afrikanische Länder sind erst seit wenigen Jahrzehnten selbstständig. Wobei zunächst die weißen Kolonialherren durch schwarze ersetzt wurden. Der Westen hat nach wie vor die Kontrolle über diese Länder behalten. Wenn man sieht wie schwer sich der Osten Deutschlands damit tut sich dem Westen anzugleichen, vor allem im Denken, dann ist es doch kein Wunder, dass sich das anderswo auch so verhält. Desweiteren ist es immer schön dahergesagt, dass die afrikanischen Länder sich selber helfen sollen, wenn der Westen alles dafür tut, dass sie es nicht können. Wer von den Leute, die meinen Afrika sollte sich selber helfen, würde auf seinen eigenen Wohlstand verzichten, damit das geschieht? Denn die Selbsthilfe wäre nur möglich, wenn es fairen Welthandel gäbe, wenn die reichen Länder nicht die armen ausbeuten würden. Dann müsste im Westen jeder von seinem Wohlstand etwas abgeben. Das wird natürlich nie passieren. Selbst wenn die Afrikaner sich mal einig werden würden und gemeinsam für ihre Rechte eintreten würden, würde der Westen (und China) sicherlich mit Krieg antworten. Denn das Letzte, was wir im Westen wollen würden, wäre Afrika gleich und fair zu behandeln. Daran hat im Westen keiner ein Interesse.
Bei ca. 2% Anteil des Weltwirtschaftshandel den Agrika ungefähr hat würde der Westen Afrika mit Krieg drohen wenn sich dort etwas zum Positiven ändern würde...?
Machen Sie sich nicht lächerlich.

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markus_wienken 05.01.2018, 16:27
7.

Zitat von markus_wienken
Bei ca. 2% Anteil des Weltwirtschaftshandel den Agrika ungefähr hat würde der Westen Afrika mit Krieg drohen wenn sich dort etwas zum Positiven ändern würde...? Machen Sie sich nicht lächerlich.
ergänzend hierzu:
Der Gewinn, den die asiatische und westliche Wirtschaft erzielen würde im Vergleich zu den dann etwas höheren Rohstoffpreisen wäre enorm, insofern wäre ein entwickeltes Afrika aus wirtschaftlicher Sicht nur zu begrüßen.

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toro54 05.01.2018, 17:15
8.

Schön, dass mal ein Bericht von diesem vergessenen Winkel der Welt kommt. Leider scheint mir die Sicht auf diese Völker ein wenig verklärt. Ich habe viele Jahre in der Region gelebt und kann versichern, dass das Leben für diese Menschen die Hölle sein kann. Diese beeindruckende und höchst interessante Vielfalt von Sprachen und Gebräuchen hat sich doch seit Jahrhunderten nur deshalb erhalten, weil all diese Völker in ständigen blutigen Fehden mit den benachbarten Volksgruppen leben. Die malerisch drapierten Schnellfeuergewehre sind Alltagsgegenstände, die fleissig gebraucht werden, und zwar nicht nur, um sein Vieh zu 'schützen'. Und umweltverträglich ist da gar nichts. Das Nomadentum hat vielleicht noch funktioniert, solange diese Völker klein waren und immer wieder durch Krankheit und Hunger deziniert wurden, aber das Bevölkerungswachstum und die gewaltig vergrößerten Viehherden führen im benachbarten Nordkenia inzwischen durch Zerstörung der Vegation zum Umweltkollaps (ganz ohne Chinesen und Zuckerrohr - was natürlich auch nicht hilft...). Insofern ist die Begrenzung der Rinderzahl durch die äthiopische Regierung doch eine vernünftige Maßnahme! Diese Lebensweise ist nicht mehr nachhaltig und wird von selbst verschwinden, nachdem das letzte Blättchen abgefressen ist.

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janfred 06.01.2018, 06:22
9.

Im Bericht wurde alllerdings richtig berichtet, dass Äthiopien niemals Kolonialmacht war. Italien hat es mal versucht in den Janhren kurz vorm zweiten Weltkrieg und mussten sich mit Ende des Krieges wieder "zurückziehen. Wobei einige Italiener im Land blieben und sich mit der Bevölkerung vermischten. Die italienischstämmigen bilden aber immer noch eine Gemeinschaft und sind auch stolz auf ihre Vorfahren.
Was ich im Bericht vermisst habe, ist der Hinweis, dass in Äthiopien die Amharische Bevölkerungsgruppe, obwohl mit 25% in der Minderheit, den Staat kontrolliert und andere Ethnien auch sehr diskriminiert. Da bleibt es dann nicht aus, dass die genannten Stämme des Südens wegen der Umsiedlung durch den Staudamm keinerlei Lobby haben. Die Chinesen sind bei vielen Äthiopiern besser gelitten,als die westlichen Nationen. Ich habe allerdings auch erlebt, wie die Chinesen das Land "überschwemmen". Entwicklungshilfe hat bei den Chinesen absolut nichts mit der Vermittlung von Bildung zu tun, sondern sie bringen Menschen und Geräte ins Land und bauen Strassen. Wobei das auch für Äthiopier kaum Arbeitsplätze schafft, weil die Chinesen selbst Handlangerarbeiten mit eigenen Leuten macht. Selbstverständlich bringen sie auch ihre Köche mit und sogar ihre eigenen Prostutiierten. Pachten von großen Ländereien machen nicht nur unsere Freunde aus China, sondern auch die indische Regierung ist sich bewusst, dass ihr eigenes Land in 30 Jahren nicht mehr in der Lage ist, genug Lebensmittel für Milliardenvolk anzubauen. Also betreibt auch Indien "Entwicklungshilfe" in Afrika. Sie pachten auch 1000de von Hektar gutes Land um es zu bewirtschaften. Es wird dann als Forschungsarbeiten deklariert, um die Erträge von Pflanzen zu verbessern. Wers glaubt wird seelig :-)
Ansonsten hat mir der Bericht sehr gefallen. Auch ich war mit meiner Famiele in Äthiopien als Entwicklungshelfer. Es war fast die schönste Zeit in meinem Leben. Wir lebten viele hundert km entfernt von der Hauptstadt im Oromogebiet. Nette, stolze Leute. Wunderschönes Land, und die Armut der Äthiopier, so wie sie uns zum Spendeneinsammlen vermittelt wird, habe ich dort jedenfalls nicht kennengelernt. Das ich nicht lange genug dort war, um das zu behaupten, kann man mir nicht vorwerfen. Wir haben auch ausgedehnte Touren in den Norden und auch in die genannten Gebiete im Süden gemacht. Der Tourismus wie in den südlichen Gegenden betrieben wird, hat mir allerdings überhaupt nicht gefallen. Wie dort die Menschen regelrecht zur Schau gestellt werden. Wie dann fürs fotografieren die Hand aufgehalten wird. Tellerlippen, nackte Busen, alles wie vor 50 Jahren, und ist die Touristengruppe dann weg, gehts wieder in die Hütte hintern fernseher und Sops anschauen. Naja, ihr sicheres Einkommen haben die Leute dort in ihrem Freilichtmuseum.

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