Forum: Reise Comtel Air: Fluggäste mussten 20.000 Pfund Spritgeld zahlen
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Abschnallen, bitte, und zum Geldautomaten! Bei einem Zwischenstopp in Wien befahl die Crew einer Comtel-Air-Maschine den Passagieren plötzlich, 20.000 Pfund zusammenzukratzen. Grund für die Bettelaktion: Das nötige Benzingeld fehlte. zum Artikel Antworten
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#61 22.11.2011, 13:20 von Tarja13

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Zitat von bumbu
1) Sie müssen irgendwie Ihr Gepäck bekommen.
Sehr lästig - aber im Normalfall gibt man nichts ins Gepäck, was unersetzlich wäre. Wichtige Dinge hat man im Handgepäck. Auf ein paar Klamotten wird man notfalls auch ein paar Wochen verzichten können - und wenn es länger dauert, wird die Airline auf Herausgabe verklagt. Mein Anwalt freut sich.

Zitat von bumbu
2) Sie müssen einen Flug auftreiben und gegebenenfalls bis zum Abflug ein Hotel bezahlen.
Naja, Sie befinden sich ja bereits am Flughafen. Dort gibt es Personal, das Ihnen weiterhilft, wenn Sie selbst es sich nicht zutrauen. Das ist schließlich ihr Tagesgeschäft.

Zitat von bumbu
3) Das alles ohne Deutschkenntnisse (Passagiere waren Inder oder indischstämmige Briten)
Zumindest Englisch ist in Indien doch recht verbreitet - und wenn nicht, frage ich mich, was ich als Passagier in einem Land will, in dem ich mich nicht verständlich machen kann. Wenn ich dann noch nicht mal auf die Idee komme, mich einfach ans Flughafenpersonal zu wenden - sorry, aber dann bin ich selber schuld.

Zitat von bumbu
4) Sie müssen hinterher den Krieg gegen die Airline gewinnen, um nicht auf den ganz erheblichen Kosten sitzenzubleiben.
Es gibt eine Rechtsschutzversicherung - und dass ich eine Klage auf Herausgabe meines Gepäcks gewinnen würde, steht für mich außer Frage. Wenn jemand Angst haben sollte, den ihm zustehenden Schadensersatz einzuklagen - ok, dann soll er halt die Klage sein lassen, den Schaden selber tragen, aber das ist immer noch besser als diesen Erpressern Geld zu geben! Wenn ich sowieso mehr zahlen muss, dann suche ich mir wenigstens aus, an wen. Und wenn sich die Vorwürfe häufen, dann darf die Airline ihren Betrieb auch ganz schnell wieder einstellen.

Zitat von bumbu
5) Den Aufwand, den Punkt 4) kostet, bleibt ohne Entschädigung an Ihnen hängen.
s.o.

Zitat von bumbu
Da ist es durchaus nicht unvernünftig (wenn auch nicht besonders mutig oder prinzipienfest), ein paar Hunderter flottzumachen und damit den Schaden überschaubar zu halten.
Nein, das ist durchaus unvernünftig, weil man garantiert billiger nach England kommt, wenn man aussteigt, und weil mit Erpressern schon mal gleich gar nicht verhandelt wird.

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#62 22.11.2011, 13:21 von Tarja13

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Zitat von bumbu
Besser (im Sinne der Generalprävention und des persönlichen Frustkoeffizienten) wäre es natürlich gewesen, die Crew zu vermöbeln, das Flugzeug zu verwüsten und dann geschlossen auszusteigen.
Moralisch gesehen - ja. Medizinisch gesehen - ja, denn es senkt mittelfristig den eigenen Blutdruck und ist gut fürs Emotionale Gleichgewicht. Ansonsten aus juristischen Gründen leider trotzdem nicht empfehlenswert. Andererseits: Was wollte denn die Airline machen, wenn die Passagiere einfach nur sitzen bleiben, nicht aussteigen, aber auch nicht zahlen? Sobald die Airline phyische Gewalt anwendet, um die Passagiere zu entfernen, hat sie ein Problem, weil die Passagiere um ein Vielfaches in der Überzahl sind und sich im Falle physischer Attacken auch handgreiflich wehren dürfen - Notwehr eben. Wenn die Airline einfach abwartet, hat sie auch ein Problem, denn der Flieger steht und steht und verdient kein Geld, während die Kosten für Gehälter etc weiterlaufen. Außerdem könnte ein Dauerparkendes Flugzeug irgendwann dem Flughafenbetreiber zu bunt werden.

Zitat von bumbu
... Unser Rechtssystem erlaubt es leider, daß Unschuldige in eine no-win-Situation kommen können, die nur Auswahl zwischen verschiedenen Übeln läßt. Ein schärferes Straf- und Zivilrecht könnten hier natürlich helfen, aber das ist politisch nicht gewollt.
Stimmt zwar, aber dann muss man sich halt selbst helfen. Nochmal: Was will die Airline machen, wenn die Passagiere sich einfach weigern, auszusteigen? Außerdem wird ja wohl irgendwer im Flugzeug ein Handy dabei haben und irgendwen verständigen können, der dann einfach mal die Polizei auf den Flughafen schickt. Dann wäre ich schon sehr gespannt, wie das ausgeht und ob die Airline sich dann immer noch traut, Leute zum Geldautomaten zu eskortieren. Mann muss sich das mal vorstellen: Sie werden unter Zwang zur Bank geschleift und dort zu einer Abhebung ohne jeden Rechtsgrund genötigt. Das ist unter Garantier strafbar. Also Handy raus, Beweise sichern und ran an die Airline!

PS: Nachdem das bei Comtel Air anscheinend nicht nur einmal vorkam, frage ich mich allerdings, wer so blöd ist, und trotzdem mit den Geiern fliegen will.

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#63 22.11.2011, 14:04 von physikus_alt

Erst bezahlen, dann stänkern - Die Crew kann doch nichts dafür

Zitat von Tarja13
Sehr lästig - aber im Normalfall gibt man nichts ins Gepäck, was unersetzlich wäre. Wichtige Dinge hat man im Handgepäck.
Naja, manchmal hat man aus verschiedenen Gründen auch andere, schwer ersetzbare Sachen im Koffer, die man nicht ins Handgepäck nehmen kann/darf.
Zitat von Tarja13
Naja, Sie befinden sich ja bereits am Flughafen. Dort gibt es Personal, das Ihnen weiterhilft, wenn Sie selbst es sich nicht zutrauen. Das ist schließlich ihr Tagesgeschäft.
Auf dem Flughafen wird Ihnen niemand kostenfrei ein Hotel und eine weitere Reisemöglichkeit besorgen. Abgesehen von der zusätzlichen Zeit, die Sie damit verbringen müssen.

Zitat von Tarja13
Es gibt eine Rechtsschutzversicherung - und dass ich eine Klage auf Herausgabe meines Gepäcks gewinnen würde, steht für mich außer Frage.
Ja, ja jeder Inder hat eine Rechtsschutzversicherung. Ich selbst habe keine und habe bis anhin auch keine gebraucht. Ausserdem auch mit einer Rechtsschutzversicherung bekomme ich meinen Koffer nicht sofort.

Zitat von Tarja13
Nein, das ist durchaus unvernünftig, weil man garantiert billiger nach England kommt, wenn man aussteigt, und weil mit Erpressern schon mal gleich gar nicht verhandelt wird.
a) Also ich hätte zuerst mal bezahlt, um rasch und problemlos an mein Ziel zu kommen, ohne mich mit Hotel- und anderen Reisekosten, sowie Verzögerungen herumzuschlagen.
b) Die Crew kann doch nichts dafür wenn die Kosten nicht bezahlt sind. Was soll diese denn machen um nicht die Passagiere anzubetteln. Betrachten Sie es doch einmal von diesem Standpunkt.
d) Ich hatte einen ähnlichen Fall, dass mir die Firma telefonisch mitteilte, dass sie keine Rückflüge mehr durchführen würde. Nach kurzer Diskussion habe ich wo anders ein neues Billett gekauft und mir danach einfach den Betrag durch MasterCard vergüten lassen, wegen NICHT-Erfüllung einer bezahlten Leistung.
Ging problemlos und ohne Kosten, es waren nur einige Mails notwendig.

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#64 22.11.2011, 19:28 von Tarja13

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Zitat von physikus_alt
... Auf dem Flughafen wird Ihnen niemand kostenfrei ein Hotel und eine weitere Reisemöglichkeit besorgen. Abgesehen von der zusätzlichen Zeit, die Sie damit verbringen müssen.
Kostenfrei nicht - aber das wäre der Weiterflug mit den Airpressern ja auch nicht, und dieses Geld werfe ich dann doch lieber anderen in den Rachen, als ausgerechnet denen, die mich gerade zu erpressen versuchen.

Zitat von physikus_alt
Ja, ja jeder Inder hat eine Rechtsschutzversicherung. Ich selbst habe keine und habe bis anhin auch keine gebraucht.
Das mit den Indern: Ok, war im beschriebenen Fall so. Da haben sich diese Gauner natürlich auch leichte Opfer gesucht. Um so verwerflicher, finden Sie nicht?

Zitat von physikus_alt
Ausserdem auch mit einer Rechtsschutzversicherung bekomme ich meinen Koffer nicht sofort.
Nein, aber falls Sie ihn auch später nicht in annehmbarer Zeit bekommen, ist es eine gewisse Beruhigung, ihn in aller Ruhe ohne Kostenrisiko wieder einklagen zu können.

Zitat von physikus_alt
a) , ohne mich mit Hotel- und anderen Reisekosten, sowie Verzögerungen herumzuschlagen.
Können Sie machen - aber halt nicht kostenlos, denn wenn den Passagieren eines einzigen Fluges über 20.000 Euro abgepresst werden, ist rechnerisch jeder mit einem dreistelligen Betrag dabei. Für mich außerdem eine Frage des Prinzips: Erpressen lasse ich mich nicht. Schon gar nicht von einer Mehr-oder-weniger-Pleite-Airline.

Zitat von physikus_alt
b) wenn die Kosten nicht bezahlt sind.
Ja und? Die Passagiere konnten erst recht nichts dafür. Die hatten im Gegenteil einen Anspruch auf Beförderung erworben, für den sie erneut zur Kasse genötigt (denn von gebeten kann hier keine Rede sein) wurden. Das ist schnöde Erpressung und sonst gar nichts.

Zitat von physikus_alt
Was soll diese denn machen um nicht die Passagiere anzubetteln. Betrachten Sie es doch einmal von diesem Standpunkt.
Warum sollte ich? Ist es vielleicht meine Airline? Außerdem muss man ja davon ausgehen, dass die Airline nicht freiwillig das Kerosin nicht bezahlt hat sondern nicht zahlen konnte. Jemand in dieser Situation Geld zu leihen (soweit man eine erzwungene Leihe als solche bezeichnen kann und das ganze nicht als Lösegeld bezeichnen müsste), würde bedeuten, es sehr wahrscheinlich wegen Zahlungsunfähigkeit nicht wieder zu sehen. Geben Sie mir Bescheid, wenn sie Geld zu verschenken haben. Ich habe zwar keine Airline, aber brauchen kann ich es genausogut...

Zitat von physikus_alt
d) Ich hatte einen ähnlichen Fall, dass mir die Firma telefonisch mitteilte, dass sie keine Rückflüge mehr durchführen würde. Nach kurzer Diskussion habe ich wo anders ein neues Billett gekauft und mir danach einfach den Betrag durch MasterCard vergüten lassen, wegen NICHT-Erfüllung einer bezahlten Leistung. Ging problemlos und ohne Kosten, es waren nur einige Mails notwendig.
Ja wie jetzt? Erst wollen Sie den Pleitegeiern unbedingt Ihr Geld schenken, und nun behaupten Sie, doch genau das getan zu haben, was ich empfohlen hatte, nämlich einfach woanders ein neues Ticket zu kaufen. Könnten Sie sich vielleicht mal entscheiden?

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